Amazon.de Widgets
Das Kräuter-Verzeichnis

Leberblümchen

Das Leberblümchen war bereits früher eine wichtige Pflanze der Naturheilkunde, auch heute ist sie es noch. Aber Vorsicht: Es ist giftig, man kann es nur in getrockneter Form verwenden, dann verliert sich das Gift.

Und noch etwas: Das Leberblümchen ist inzwischen sehr selten geworden, so dass man es nicht mehr sammeln darf. Also bitte nicht sammeln!

Das unscheinbar aussehende Leberblümchen (Anemone hepatica) ist eine kleine, blau blühende Pflanze, die man überwiegend im Wald finden kann. Die Blüten verströmen einen zarten, leichten und berauschenden Duft.

Das Leberblümchen ist eine bei uns heimische Pflanze. Man findet es bevorzugt in Wäldern, auf kalkreichen Böden.

Das Leberblümchen wird bis zu 20 cm hoch, es kann auch blauweiße, weiße oder bis zu violette Blüten bilden, die sich ab Februar zeigen können, wenn es warm genug ist.

Verwendung findet das ganze Kraut, mitsamt der Blüte. Daraus kann man einen Tee herstellen, der gegen Leberbeschwerden, Gallenleiden und Lungenprobleme hilft.

Die im frischen Heilkraut enthaltenen Gifte werden durch die Trocknung abgebaut.

Das Leberblümchen hilft gegen Entzündungen in der Lunge und Bronchitis, besonders hilft es aber der Leber.

Heute verwendet man es nur noch selten, was auch damit zu tun hat, dass es fast ausgestorben ist. In der Naturmedizin gilt es aber immer noch als gutes Mittel gegen Gallensteine und eine angeschwollene Leber. Um die Wirkung zu verstärken, kann man die Pflanze in Kombination mit dem Schöllkraut, der Mariendistel, der Benediktendistel oder dem Löwenzahn verwenden.

Wenn man unter einer Nierenerkrankung leidet oder die Blase reinigen möchte, weil sich darin Krankheitserreger eingenistet haben, kann man das Leberblümchen in Weißwein aufkochen und täglich 3 Schnapsgläser davon trinken.

Das Leberblümchen gilt traditionell in der Naturheilkunde auch als Mittel gegen Gallengrieß, Milzschwellungen, Gonorrhö und Tuberkulose.

Äußerlich angewandt hilft es gegen Geschwüre, Verletzungen, als Gurgelmittel gegen Mandelentzündungen und als Auflage gegen Hautausschläge, bei langsam verheilenden Wunden, Flechte, einem Sonnenbrand und Sommersprossen.

Man kann eine Abkochung auch als Gurgelwasser gegen Entzündungen des Zahnfleisches und einen chronisch gereizten Hals-und Rachenraum verwenden.


Namensgebung

Der Name Leberblümchen kommt wohl daher, dass die Blattform dreilappig ist. Erklärung: die Signaturenlehre Paracelsus' soll anzeigen, welche Pflanze für welches Organ und gegen welche Erkankungen es verwendet werden kann. Das dreilappige Leberblümchen also für die dreilappige Leber bzw. gegen Erkrankungen der Leber.

Das Leberblümchen gehört mit zu den Vorboten des Frühjahrs, weswegen man es im Paderborner Kreis "Vorwitzchen" nennt. Vorwitzig streckt es als eine der ersten Pflanzen seine Fühler aus, in den frühen Frühling hinein.


Sagen und Sagenhaftes zum Leberblümchen

Für die Verbreitung der Samen sind die Ameisen verantwortlich, die die Samen in ihren Bau tragen wollen. Der Grund dafür ist der hohe Fettanteil, die Öle und der hohe Eiweißanteil. So dienen die Samen den Ameisen als Futter. Aber da auch eine Ameise einmal etwas verliert oder liegen lässt, verbreiten sich die wunderschönen Blumen immer weiter.

Die Blüten des Leberblümchens verschließen sich in der Nacht oder wenn es regnet.

Die botanische Bezeichnung des Leberblümchens "Hepatica" kommt vom griechischen "hepar", was so viel wie "Leber" bedeutet. Das "triloba" bedeutet so viel wie "drei", also dreilappig.

Theodorus Tabernaemontanus schrieb im Jahre 1731:

"... diß Kraut stärket die Leber und kann sie zu öffnen, wann sie verstopffet ist, in Wein gesotten und davon getrunken."

Schon Hieronymus Bock empfahl eine Abkochung aus der Pflanze zur Munddesinfektion.

Hieronymus Bock schrieb 1539 über das "Leberkraut"

"... in Wein gesotten / öffnet es die verstopffte Leber und treibt den Harn. Es reinigt Nieren und Blasen, ist heilsam aller Versehrung / löscht allerley Hitz. Dasgleichen thut das Wasser, das hiervon gebrannt.“

Die amerikanischen Indianer, die Cherokee und Chippewa, kannten das Leberblümchen ebenso bei Lebererkrankungen.

In Amerika sagte man zudem, dass man die ersten Blumen im Frühling essen solle, da dies das Jahr über vor dem Biss der Viper und einigen Krankheiten in diesem Jahr schützen soll.

Reinigt man die Milchkannen mit dem Heilkraut, so dachte man früher, gäben die Kühe besonders viel Milch.

Räucherte man die Krankenzimmer mit Blättern und Blüten aus, so konnten sich laut Glauben die Krankheitserreger nicht ausbreiten.

"Als Brustmittel kann es in Form eines Tees, heiß oder kalt, genommen werden, in fast beliebiger Menge ..."

Millspaugh, Charles F. (1882)


Ernten und trocknen

Früher fand man das Leberblümchen allerorts in schattigen Laubwäldern, besonders dort, wo der Boden lehmig und etwas kalkig war, in großer Anzahl. Heutzutage ist die blau erblühende Frühlingsblume leider schon ziemlich verschwunden - ausgerottet! Sie steht unter strengem Naturschutz, darf keinesfalls geerntet werden!

Allerdings kann man sie auch im eigenen Garten anpflanzen und sie dann für Heilzwecke verwenden, wenn man möchte. Menschen mit einer Allergie gegen Hahnenfußgewächse sollten allerdings besser darauf verzichten, da sich allein durch die Berührung mit der Pflanze allergische Symptome ergeben können.

Wenn man die Pflanze geerntet hat, sollte man sie möglichst bald trocknen. Das typischerweise in Hahnenfußgewächsen enthaltene Anemonin, ein Giftstoff, baut sich beim Trocknen sehr schnell ab. Man trocknet die Pflanzenteile halbschattig, luftig, und lagert die Pflanzenteile danach in einer Dose ein.


Anwendungsgebiete

  1. Kehlkopfentzündung
  2. Verdauungsbeschwerden
  3. Gallenkrankheiten
  4. Rheuma
  5. schmerzlindernd
  6. Nierenprobleme
  7. blasenziehend
  8. Wunden
  9. Bronchitis
  10. leberschützend
  11. Leberschwäche
  12. Leberschwellung
  13. schleimlösend
  14. Milzschwellung
  15. Lungenprobleme
  16. Leberkrankheiten
  17. harntreibend
  18. Husten
  19. Gallensteine
  20. Tuberkulose
  21. Blasenprobleme

Übersicht



Englisch

Liver Flower, Liverleaf, Hepatica


Volksnamen

Hirschklee, Haselmünichkraut, Leberwindblume, Leberblattl, Vorwitzerchen, Herzblümli, Herzfreude, Herzkraut, Hasenwurz, Sternleberkraut, Herzleberkraut, Staudenbleaml, Edel-Leberkraut, Sohn-vorm-Vater, Osterbleaml, Blaues Herzblumenkraut, Leberblümchen, Leberkraut, Guldenleberkraut, Himmelsterndln, Schwarzblätterkraut, Blaumblume, Fastenblume, Vorwitzkraut, Blaue Schlüsselblumen, Blaue Windblume, Märzblümchen, Güldenleberkraut, Windrosenkraut, Ebenauskraut, Schneekadeln, Blaue Herzblume, Vorwitzchen


Verwendete Pflanzenteile

Verwendet werden die Blüten und das blühende Kraut.


Inhaltsstoffe

Anemonin, Emulsin, Protoanemonin, Flavonolglykoside, Gerbstoffe, Harz, Saponine, Anthocyane, Hepatisaponin, Lactonglucoside


Sammelzeit

Gesammelt wird von März bis in den Mai, die Pflanze darf allerdings in Deutschland nicht gesammelt werden.


Helfende Edelsteine

Der Rhodochrosit und der Sternachat


Planet

Mond


Pflanzenfamilie

Gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse, ist eine mehrjährige Pflanze, wird 15 bis 20 cm groß.


Verwechslungsgefahr

Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit der Haselwurz.


Erdboden und Wuchsort

Mag nährstoffhaltige, kalkige und lehmhaltige Böden, wächst auch im Halbschatten.


Medizinische Eigenschaften

Schützt die Leber, löst Verschleimungen.


Rezepte und Anwendungen rund um



Tee aus getrocknetem Leberblümchen - Wie stelle ich einen Tee aus Leberblümchen her:

Nehmen Sie einen Esslöffel getrocknetes Leberblümchenkraut und übergießen Sie es mit einem viertel Liter kaltem Wasser. Dann 10 Stunden stehen lassen. Danach absieben und in Schlucken über einen Tag hinweg trinken. Dies hilft Leber- und auch Gallenleiden.


Leberblümchentinktur

Nehmen Sie fünf Esslöffel des getrockneten blühenden Krautes, zerkleinern Sie es und geben Sie dann einen halben Liter Wodka oder Korn darüber. Dann einen Monat stehen lassen, dann absieben.

Man kann diese Tinktur, ca. 10 Tropfen mit etwas Zucker, z. B. gegen Leber- und Gallenkrankheiten verwenden.








Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Giftig
Das Leberblümchen ist in allen Pflanzenteilen giftig (Protoanemonin).

Nach dem Trocknen verliert sich das Gift.


Nicht verwenden bei schwangeren und stillenden Frauen.

Der Hautkontakt kann zu Hautreaktionen führen.







Fotogalerie














Ähnliche Themen:

Ähnliche Themen:




Mein Shop
















An Newsletter anmelden
Ihre Mailadresse