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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Der Blaue Eisenhut - Geschichten und Interessantes

Der Blaue Eisenhut gilt als die giftigste Pflanze in unseren Breiten, im Mittelalter und auch in der Antike schon wurde diese Pflanze leider sehr oft dazu verwendet, um missgünstige Zeitgenossen zu beseitigen. Auch heute noch kommen jedes Jahr mehrere Menschen dadurch ums Leben, und das nicht, weil sie damit umgebracht werden, sondern weil sie aus Unwissen die Pflanze zu sich nehmen.


Der Blaue Eisenhut entstammt der Pflanzenfamilie der Hahnenfußgewächse. Er ist eine mehrjährige Staude, die bis zu anderthalb Meter groß werden kann. Der Eisenhut besticht durch seine blauen bis dunkelvioletten Blüten, die sehr auffällig und hübsch sind und die in Trauben an der Pflanze stehen. Die Blüten bilden sich aus wunderschön gestalteten Kelchblättern, die etwas an einen im Mittelalter oftmals verwendeten Ritterhelm erinnern. Dadurch entstand wohl dann auch der Name Eisenhut bzw. Sturmhut.

Der Blaue Eisenhut ist inzwischen eine geschützte Pflanze, die man bitte in freier Natur auch in Ruhe lassen sollte.

Manchmal wird der Blaue Eisenhut auch in den Gärten angepflanzt, man sollte aber dann um seine Giftigkeit wissen. Besonders wenn Kinder im Haus sind, sollte man schon darüber nachdenken, ob man diese Pflanze wirklich im Garten haben muss.

Die Blütezeit reicht fast über den ganzen Sommer, sie beginnt im Juni und endet erst im August.

Laut einer Geschichte aus der griechischen Sagenwelt soll diese Pflanze entstanden sein, als der Sohn des Zeus, Herakles, den dreiköpfigen Höllenhund Cerberus aus der Hölle auf die Erde brachte. Dieser Höllenhund war von der Helligkeit des Tages so geblendet, dass ihm die Augen tränten und der Geifer nur so lief. Dort wo die Tropfen des giftigen Geifers auf die Erde fielen, bildete sich die genauso giftige Pflanze, der Blaue Eisenhut, der jeden, der sie aß oder trank, in die Hölle holen sollte.

Tatsächlich sind schon kleinste Mengen der Pflanze tödlich. Dafür verantwortlich ist der Hauptwirkstoff, das Aconitin, dass in allen Pflanzenteilen zu finden ist. Tatsächlich ist der Gehalt in den Wurzeln am höchsten, aber eigentlich ist das auch schon egal, denn wie gesagt ist die ganze Pflanze besonders giftig.

Es reicht zum Beispiel, wenn man 1 bis 2 g der Wurzel zu sich nimmt, um eine wahrscheinlich tödliche Dosis abzubekommen. Interessanterweise genügen für die meisten Tiere, vor allem für Pferde, noch kleinere Mengen, um sie zu töten.

Das Aconitum ist eines der stärksten natürlichen Gifte im Pflanzenreich. Bereits das Ausreißen der Pflanze mit der bloßen Hand kann dazu führen, dass so viel Gift durch die Haut, die noch nicht einmal verletzt sein muss, in den Körper gelangen kann, dass es zu schweren Vergiftungen kommen kann. Wenn man also an dieser Pflanze herumhantiert, sollte man unbedingt Handschuhe tragen!

Noch schlimmer ist es natürlich, wenn man das Aconitin oral einnimmt und das Gift in den Magen gelangt, denn dann sind die Vergiftungserscheinungen wesentlich schwerer: Erst kommt es zu einem Gefühl, als würden Ameisen auf der Haut laufen, überall kribbelt es, danach kommt es zu Lähmungen, zum Beispiel in den Händen oder in den Füßen sowie in der Gesichtsmuskulatur, danach oder gleichzeitig entsteht das Gefühl einer unerträglichen Kälte überall im Körper. Darauf kommt es zu einer relativ kompletten Gefühlslosigkeit im ganzen Körper, der ganze Körper wird nach und nach gelähmt, ebenso die Atmung. Es kommt zu Schwindelgefühlen, man muss erbrechen und bekommt starken Durchfall. Je nachdem, wie viel man von dem Gift eingenommen hat, kann innerhalb von 30 Minuten der Tod eintreten, normalerweise durch einen Herzstillstand oder durch ein Atemversagen. Während des Dahinsiechens hat die Person besonders starke Schmerzen im ganzen Körper, die sie bei vollem Bewusstsein miterlebt. Ein wahrlich grausamer Tod!

Blauer Eisenhut
Blauer Eisenhut

Ein römischer Gelehrter hat im ersten Jahrhundert den schlauen Spruch gesagt, dass es schwerer ist, ein Gift zu erkennen, als den eigentlichen Feind. Damit hatte er natürlich Recht, denn besonders im alten Rom und im alten Griechenland war es durchaus Usus, seine Feinde zu vergiften und so zu beseitigen. Ovid sagte im ersten Jahrhundert zum Beispiel auch den Satz, dass "schreckliche Schwiegermütter“ aus dieser Pflanze besonders gerne ihr Gift mischen. Darum sei jeder glücklich, der eine besonders liebe Schwiegermutter hat, so wie ich (ich hoffe sie liest das jetzt auch...)!

Besonders gemein war es übrigens, wenn man das Gift nicht in Speisen verabreichte, denn das wurde natürlich oftmals angenommen und teilweise vorher auch durch Vorkoster geprüft. Es gab ja zum Beispiel auch die Variante, dass man das Pulver aus der Pflanze auf das Kopfkissen oder in das Bett streute, wo es sich mit dem Schweiß verband und so in den Körper eindrang. Über lang oder kurz kam es ebenfalls zu einer Vergiftung.

Reger Handel mit dem Gift

Obwohl die Pflanze so giftig und geächtet war, entstand besonders im alten Griechenland ein reger Handel damit, es bestand wohl ein relativ großer Bedarf daran. Tatsächlich stand es teilweise unter Todesstrafe, den Blauen Eisenhut anzupflanzen, weil man hinter jedem, der solche Pflanzen in seinem Besitz haben wollte, einen potentiellen Mörder sah.

Macht den Menschen auch zum Werwolf

Im Mittelalter, im Zeitalter der "Hexen", war der Blaue Eisenhut natürlich auch besonders beliebt, zum Beispiel um die allseits bekannten und verwendeten Hexensalben damit herzustellen. Um nicht den falschen Eindruck zu erwecken, dass die Hexen nur Böses im Sinn hatten, sei gesagt, dass diese Salben vielen Menschen auch geholfen haben, denn die medizinische Versorgung in dieser Zeit war mehr als dürftig.

Nun war der Blaue Eisenhut aber eine besonders giftige Zutat, der man allerlei Magie nachsagte. Andere Pflanzen dieser Art waren zum Beispiel der Stechapfel, die Tollkirsche, das Bilsenkraut oder die Alraune. All diese Pflanzen sind ja besonders gefährlich und haben eine mehr oder weniger halluzinogene Wirkung, selbst wenn man sie äußerlich anwendet. Wie gesagt, macht die Dosis das Gift, und eine entsprechend hohe äußerlich aufgebrachte Konzentration kann Halluzinationen und Erscheinungen auslösen. So rieb man sich zum Beispiel mit diesen Salben ein, um in die Welt der Geister, des Teufels oder des Hexenfluges zu gelangen. Und nicht selten war es dann so, dass man sich im Rausch in eine Katze verwandelte, in einen Hund oder sogar in den damals sehr gefürchteten Werwolf. Dafür verantwortlich war auch hier das Aconitin, das, wie man heute weiß, die Nerven in der Haut empfindungslos macht, so dass man das Körpergefühl verliert und sogar Schmerzen, die man im Rausch durch schwere Verletzungen verursacht, gar nicht wahrnimmt. Nicht selten war es damals also der Fall, dass man in der vermeintlichen Gestalt eines Hundes, einer Katze oder eben eines Werwolfes ein Stück Vieh umbrachte oder einen Menschen tötete, ohne danach etwas davon zu wissen. Und natürlich wurde dies dann als Werk des Teufels angesehen und man musste selbst sterben.

Dieses Treiben fiel im Mittelalter natürlich auch relativ schnell auf und so verbot man die Verwendung dieser Heilpflanzen, ebenso den Handel damit. Lediglich die Medizinmänner und Apotheker durften diese Pflanzen in ihrem Besitz haben.

Es bildete sich jedoch noch ein anderer Aspekt heraus, denn besonders die Reichen und Mächtigen dieser Zeit mussten ständig Angst haben, dass sie vergiftet wurden. Es wurde also fieberhaft nach jeder Art von Gegengiften gesucht, für die man dann auch horrende Preise zahlte, denn die Alternative war ja, dass man möglicherweise zu Tode kommen würde.

Als besondere, wahre, Geschichte gilt hier der sogenannte Prager Giftversuch, der im Jahre 1561 stattfand. Der Kaiser Ferdinand I suchte jemanden, der das wirkungsvollste Gift haben würde. Als Versuchsperson machte natürlich nicht der Kaiser selbst mit, sondern es wurde ein zum Tode verurteilter Gefangener hergenommen. Vergiftet wurde dieser mit den Wurzeln, den Blättern und den Blüten des Blauen Eisenhutes, danach gab man ihm das Gegengift. Es kam, wie es kommen musste: Das Gegengift half natürlich nicht, der arme Gefangene starb unter stärksten Qualen.

Dadurch kam man zur Erkenntnis, dass zumindest zu damaliger Zeit nichts gegen das bösartige Gift dieser Pflanze helfen konnte, was zu noch mehr Ungemach führte.

Was lag zum Beispiel näher, als die Pfeile und Lanzen der Soldaten mit dem Gift zu präparieren, auf dass sie noch gefährlicher werden würden? Dies guckten sich leider auch einige Wilderer ab, die ihre Pfeile mit dem Gift versahen, wodurch das erlegte Wild selbst giftig wurde, da das Gift sich im Körper verteilte. Natürlich ging diese Giftwirkung auch auf die Menschen über, die das Wild danach verzehrten. Was dadurch geschah, kann man sich ja ausmalen.

Laut einer Überlieferung soll auch der byzantinische Kaiser Johannes II im Jahre 1143 bei einem Unfall während der Jagd ums Leben gekommen sein, als er stürzte, sein Köcher mit den Pfeilen brach und er durch einige der Pfeile verletzt wurde. An sich wären die Verletzungen nicht schlimm gewesen, aber das Gift forderte seinen Tribut.

Heilwirkung des Blauen Eisenhutes

Doch wie wir gelernt haben, macht allein die Dosis das Gift, und so hat sich die Wissenschaft natürlich schon vor längerer Zeit darüber hergemacht, mehr über die Pflanze zu erfahren.

So weiß man heute, dass man das stark verdünnte Gift des Eisenhutes auch als Medizin verwenden kann. Allerdings sei gesagt, dass dies ausschließlich in die Hand eines Experten gehört, Laien sollten tunlichst die Finger davon lassen. Heutzutage kennt man die Wirkung des Blauen Eisenhutes zum Beispiel gegen rheumatische Beschwerden, gegen einige Erkrankungen des Herzens oder bei Neuralgien, also bei Nervenschmerzen. Generell wird aber meistens von der Verwendung des Blauen Eisenhutes abgeraten, so wie es auch die sogenannte Kommission E in Deutschland getan hat. Zu leicht kann es zu Unfällen kommen!


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Giftig
Der Eisenhut ist sehr(!) giftig und steht zudem unter Naturschutz.

Alleine das Sammeln des Blauen Eisenhutes ist verboten, schon der Hautkontakt mit der Pflanze kann bei Kindern lebensgefährlich werden.


Hier gibts mehr über den blauen Eisenhut

Infoblatt

Blauer Eisenhut
Blauer Eisenhut





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