Das Kräuter-Verzeichnis


Veitstanz (Chorea Huntington = Epilepsie)


Ein Vater erzählt: "Ich habe eine Tochter, die jetzt 10 Jahre alt ist, und die von klein auf nie ganz gesund war. Das Zahnen war für das Mädchen so hart, daß man glaubte, sie müsse sterben. Zudem wurde ein Fuß dünner als der andere. Jetzt hat dieses Mädchen den Veitstanz; es kann nicht essen und nicht schlafen, und es ist schauerlich anzusehen, wenn die Krämpfe kommen. Ich habe bei vielen Aerzten Hilfe gesucht, aber der Zustand wurde immer schlimmer."

"Guter Mann, siedet Grummet (Grummet = Grüngemähtes, der zweite oder dritte Schnitt von der Wiese) eine halbe Stunde lang mit Wasser, nehmt ziemlich viel, so daß das Wasser recht dick wird, thut etwas Salz daran, taucht ein grobes Hemd in das Wasser, windet es aus und zieht es so dem Kinde an; wickelt dann das Kind in eine Wolldecke gut ein und laßt es eineinhalb Stunden darin liegen (Unterwickel); wenn es schläft, bis es aufwacht, auch wenn die zwei Stunden vorüber sind. Macht es 8 Tage hindurch täglich zweimal so, dann bringt Nachricht!"

Nach 8 Tagen kam der Mann und erzählte: "Das Mädchen hat einen fürchterlichen Ausschlag am ganzen Körper, besonders auf dem Rücken und auf der Brust, aber es wird ganz heiter, es thut ihm nichts mehr weh, die Krämpfe sind beseitigt, und das Mädchen kann gut schlafen, bekommt schon Appetit. Was soll ich jetzt noch weiter thun?"

Antwort: Gebt dem Kinde alle 3 Tage das Hemd nochmal an wie bisher; und noch 14 Tage so fortgemacht, wird das Kind gesund sein. Gebt ihm auch noch Wermuth-Tropfen, jeden Tag ungefähr zwanzig Tropfen in Wasser, wie bisher.

 

Letzte und nächste Einträge

 

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis - Behandlungsmethoden nach Pfarrer Kneipp

 

Bitte beachten Sie:
Dies ist der Text eines Buches aus dem 19. Jahrhundert, der teilweise überholte Heilmethoden erläutert.
Das Lesen dieser Seiten ersetzt keinen Arzt.
Sollten Sie an einer Krankheit leiden, wenden Sie sich bitte an einen Arzt!

 

 


Teilen Sie diesen Beitrag
zum Seitenanfang