Das Kräuter-Verzeichnis


Ruhr


Die Ruhr ist eine Schwester der Cholera. Beide sehen einander überaus ähnlich. Diese Krankheit beginnt in der Regel mit gräßlichen Krämpfen im Unterleib und mit starkem Abweichen (Durchfall). Neben Anderem geht viel Blut ab.

Am schnellsten heilt man die Ruhr, indem man ein doppelt gefaltetes Tuch in recht warmes Wasser mit Essig eintaucht und auf den Unterleib bindet (Oberaufschläger). Ganz auffallend wirkt nach innen ein Gläschen Heidelbeergeist (Likör), den man sich selbst leicht machen kann, und der in keiner noch so kleinen Hausapotheke fehlen sollte. Zweimal im Tage kann man zwei Eßlöffel dieses Geistes in heißes Wasser gießen; der Labetrunk wird vortrefflich munden. Sollte der Zustand am zweiten Tage nicht wesentlich besser sein, so erneuert man die Auflage auf den Unterleib und nimmt nochmals eine Portion Heidelbeergeist.

Joseph krümmte sich im Bett wie ein Wurm. Manchmal drehten ihn die Krämpfe herum wie eine Kugel. Er schrie vor Schmerz. Im Stuhl war mehr als ein halbes Liter Blut. Zwei Löffel des oben erwähnten Heidelbeergeistes, am Morgen und am Nachmittag genommen, haben in Kurzem Alles wieder gut gemacht.

Anna, eine Frau von über 50 Jahren, jammerte in entsetzlichen Krämpfen. Abweichen (Durchfall) mit viel Blut ließ sie befürchten, es sei die ausgebildete Cholera. Das Essigtuch am Leibe, der Heidelbeergeist nach innen haben die Kranke in einem Tage wieder hergestellt. Sollten keine Heidelbeeren zu finden sein, so thut Milch, mit Fenchel abgekocht, gleichfalls recht gute Dienste.

 

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Bitte beachten Sie:
Dies ist der Text eines Buches aus dem 19. Jahrhundert, der teilweise überholte Heilmethoden erläutert.
Das Lesen dieser Seiten ersetzt keinen Arzt.
Sollten Sie an einer Krankheit leiden, wenden Sie sich bitte an einen Arzt!

 

 


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