Das Kräuter-Verzeichnis


Kopfleiden, nervöses


Zwei Studenten mussten die Anstalt verlassen, ehe das Schuljahr zu Ende war. Sie hatten beide so viel Kopfleiden und Blutandrang in den Kopf, daß sie nicht mehr studiren, selbst nur mehr einige Minuten lesen konnten. Beide haben durch alle angewendeten Mittel keine Hilfe gefunden. Ich gab diesen armen Studirenden den einfachen Rath, sie sollen die meiste Zeit des Tages mit Barfußgehen, besonders im Thau zubringen; sie sollen wo möglich im Wald oder in irgend einem Bächlein jede Stunde einige Minuten hineinstehen (siehe: Gehen im kalten Wasser), dazu noch täglich zwei, bei warmer Witterung sich drei Obergüsse geben lassen.

Die beiden Jungen befolgten diesen Rath, thaten noch mehr, als verlangt wurde. Das sichtliche Besserwerden machte ihnen Muth, und sie gingen am Schluß der Vakanz (Schulferien) gesund und freudig wieder in ihre Lehranstalt.

Wenn doch in den Anstalten, wo so viel geturnt wird, auch ähnliche Turnübungen vorgenommen würden, bei denen die Natur nicht erhitzt und aufgeregt, sondern beruhiget wird! Es ist unglaublich, welche Wirkung das Barfußgehen auf nasser Wiese oder im Thau ausübt.

Ein Mann von 45 Jahren kommt klagend zu mir und beginnt: "Die Aerzte erklären mein Leiden für nervöses Kopfleiden. Ohne Kopfbinde bin ich gar nie; ich habe manchmal einen unausstehlichen Druck am Hinterkopfe, bald rechts, bald links. Kommt das Leiden auf den Rücken, dann bekomme ich starkes Herzklopfen, oft mehrere Stunden lang. Der Appetit vergeht oft ganz; ich habe einen solchen Schwindel, daß ich nicht mehr allein gehen kann; deßhalb musste meine Frau mitreisen. Ueber alle diese Leiden aber geht mein Gemüthsleiden. Ich habe eine solche trostlose Schwermuth, daß ich mir schon oft den Tod gewünscht habe." Der Herr war ziemlich beleibt, die Gesichtsfarbe gelblich und abgestanden, der Leib stark gefüllt.

In 13 Tagen war der ganze Zustand wieder in Ordnung. Das Körpergewicht hatte viel abgenommen; Kopfweh und Schwindel waren verschwunden; statt dessen aber waren heitere Stimmung, guter Schlaf und Appetit zurückgekehrt.

Die Anwendungen waren folgende:
1. den einen Tag ein Oberguß und Knieguß Vormittags, Rückenguß und Wassergehen Nachmittags;
2. den andern Tag Vormittags Rückenguß, später Wassergehen, Nachmittags wieder Rückenguß und später Knieguß;
3. am dritten Tage Vormittags ein Oberguß und Knieguß, Nachmittags Ganzguß, später Halbbad.

Der Patient, weil kräftig und stark, erhielt täglich vier Anwendungen.

 

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Bitte beachten Sie:
Dies ist der Text eines Buches aus dem 19. Jahrhundert, der teilweise überholte Heilmethoden erläutert.
Das Lesen dieser Seiten ersetzt keinen Arzt.
Sollten Sie an einer Krankheit leiden, wenden Sie sich bitte an einen Arzt!

 

 


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