Das Kräuter-Verzeichnis


Gehirnentzündung


Wo immer eine Entzündung entsteht, dorthin drängt sich auch durch alle Adern das Blut. Es eilt der Wärme zu, und in den von der Entzündung entfernteren Körperteilen nimmt das Blut am meisten ab. Tritt eine Gehirnentzündung ein, so muss allererst das Blut in die äußersten Theile geleitet werden, aber auch auf die entzündeten Stellen muss hitzeableitend eingewirkt werden. Die Anwendungen sind folgende: Es sollen die Füße bis an die Kniee mit Tüchern, welche in Wasser und Essig getaucht sind, eingewickelt werden (Fußwickel). Sind die Füße recht kalt, so ist das Tuch Anfangs in heißes Wasser zu tauchen. Sind die Tücher an den Füßen nach ungefähr einer halben bis einer Stunde recht heiß, dann sollen sie in kaltes Wasser getaucht und wieder umgelegt werden. Wie die Füße, so sollen auch die Hände eingewickelt werden, wenigstens bis an die Ellenbogen, und es soll gerade so verfahren werden wie bei den Füßen; dann kann ein Unteraufschläger genommen werden.

Nach drei Viertelstunden tauche man das Tuch wieder in kaltes Wasser. Ist die Hitze immer noch stark, kann länger so fortgefahren werden. Um die Hitze recht stark abzuleiten, kann man ein zweifaches grobes Tuch, in Wasser getaucht, auf den Unterleib legen (Oberaufschläger), wodurch das Blut mehr in den Unterleib geleitet wird. Auf den Kopf wende man weiter nichts an, als daß man einen Lappen auf die Stirne bindet und diesen nach je einer halben Stunde in kaltes Wasser frisch eintaucht (Kopfwickel). Fast noch günstiger wirkt ein Tuch, das um den Hals gewunden wird (Halswickel), oder ein Shawl; beides darf jedoch nie länger als drei Viertelstunden an Ort und Stelle bleiben, ohne daß das Eintauchen von neuem besorgt wird. Diese Anwendungen werden, im Wechsel vorgenommen, die Entzündung nicht aus einen hohen Grad kommen lassen, und die ganze Entzündung wird einen ziemlich raschen Verlauf nehmen. Nach innen bleibt immer das Beste frisches Wasser, aber ja nicht viel, höchstens ein bis zwei Löffel voll, lieber öfter. Statt Wasser kann man auch einen Absud von Foenum graecum nehmen.

 

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Bitte beachten Sie:
Dies ist der Text eines Buches aus dem 19. Jahrhundert, der teilweise überholte Heilmethoden erläutert.
Das Lesen dieser Seiten ersetzt keinen Arzt.
Sollten Sie an einer Krankheit leiden, wenden Sie sich bitte an einen Arzt!

 

 


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