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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Hildegards Weisheiten 4

Hilgedards Weisheiten

Rosenblätterauflagen gegen Triefaugen und Augentränen

"Die Rose ist kalt und diese Kälte hat eine nützliche Mischung in sich. Am frühen Morgen oder wenn der Tag schon angebrochen ist, nimm ein Rosenblatt, lege es auf deine Augen. Es zieht den Saft, das ist das Triefen, heraus und macht sie klar. Aber auch wer etwas Geschwüre an seinem Körper hat, lege Rosenblätter darauf und es zieht ihnen den Schleim heraus."

Möglichst ein taufrisches Rosenblatt (Blütenblatt oder grünes Blatt) von nicht zu sehr gezüchteten Rosen auf das Auge legen oder mit einem Verband befestigen und das tränende Auge wird klar.

Rosenblütentee und Rosenbowle

"... aber die Rose ist auch gut zu Tränken... wenn sie ihnen beigefügt wird... und sie sind umso besser, wenn ihnen etwas von der Rose beigefügt wird..."

Brühen Sie Ihren Tee immer mit Rosenblüten auf, Sie verfeinern somit den Geschmack und verbessern seine Heilkraft.

Rezept:

10 - 15 Stück Rosenblüten einer duftenden Sorte in ein Bowlengefäß geben. Darüber 4 cl Cognac oder Weinbrand und 1/2 Flasche Weißwein gießen, umrühren und zwei Stunden zugedeckt ziehen lassen. Die Flüssigkeit dann langsam durch eine Filtertüte gießen und die restliche 1/2 Flasche Weißwein, 1 Flasche Roséwein oder einen leichten Rotwein und 1/4 Flasche Sekt zugießen.

Der Galgantwein gegen Rückenschmerzen

"Und wer im Rücken oder in der Seite wegen üblen Säften Schmerzen hat, der siede Galgant in Wein und trinke ihn oft warm, und der Schmerz wird aufhören."

Man nimmt etwa 1 TL geschnittene Galgantwurzeln, die man in ca. 1 l Wein einige Minuten kocht, abseiht und dann tagsüber schluckweise warm trinkt. Dieser Wein hat schon oft prompt geholfen. Bei langjährigen Rückenschmerzen durch Verkrampfungen und Verspannungen sollte man noch zusätzlich die Weizenpackung anwenden.

Die Edelsteine - Der Onyx

"Aber auch wer Schmerz im Herzen oder in der Seite empfindet, der erwärme den Onyx in seinen Händen oder an der Haut seines Körpers, und er erwärme auch wiederum Wein am Feuer mittels eines Gefäßes, und dann nehme er das Gefäß vom Feuer und halte den Onyx über jenen dampfenden Wein, damit der von ihm austretende Schweiß sich mit jenem Wein vermische, und dann lege er ihn in den warmen Wein, und das trinke sogleich so, und die Wärme des Herzens und der Seite wird weichen."

Man erwärmt den Onyx in der Hand und gleichzeitig ein Glas Wein auf dem Herd, bis dieser stark dampft. Über diesen dampfenden Wein hält man wenige Minuten den handgewärmten Onyx und gibt ihn dann für fünf Minuten in den warmen Wein. Diesen Onyxwein warm trinken, er beseitigt jene Herzschmerzen und -krämpfe, die durch Wetterwechsel hervorgerufen werden.

Der Hanf als Heilmittel und als Verbandmaterial

"Der Hanf ist warm, und wenn die Luft weder sehr warm noch sehr kalt ist, wächst er, und so ist auch seine Natur, und sein Same enthält Heilkraft, und er ist für gesunde Menschen heilsam zu essen, und in ihrem Magen ist er leicht und nützlich, so dass er den Schleim einigermaßen aus dem Magen wegschafft und er kann leicht verdaut werden, und er vermindert die üblen Säfte, und macht die guten Säfte stark... Ein aus Hanf gefertigtes Tuch ist gut zum Verbinden der Geschwüre und Wunden, weil die Wärme in ihm mäßig ist..."

Man sollte als Verbandmaterial Tücher aus Hanf benutzen, weil die Wärme des Hanfes zur Heilung von Wunden beiträgt.

Der neunte Monat

"In diesem Monat finden wir die Reifezeit. Es entfallen die schrecklichen Gewitter und wir finden eine festgesetzte Mischung aus Kälte und Wärme. Es ist eine Jahreszeit, wo der Wohlstand sichtbar wird, die Natur lädt zur Ernte ein. So auch der Mensch, der in diesem Monat geboren wurde. Er geht von Natur aus jedem Streit, aber auch Überschwänglichkeit aus dem Weg, ein eher ausgeglichener Typ, dessen besonderer Charakterzug die Geduld ist. Diese Tugend ist es auch, die immer wieder das Seelenleben dieses Menschen stabilisiert und ihm eine gewisse Richtung im Leben vorgibt."

Die Lebensregeln - Schlafen und Wachen

"Wenn der Mensch schläft, dann erholt sich sein Mark...Wenn jemand mäßig lang schläft, wird er dadurch gesund bleiben... Es kommt aber oft vor, dass ein Mensch wach ist und nicht schlafen kann, wenn sein Geist durch verschiedene Gedanken und Umstände und Probleme beschäftigt ist oder in großer Freude gefangen... Der Mensch soll nicht gleich nach dem Essen schlafen..."

Hildegard mahnt uns hier, die Nacht nicht zum Tag zu machen, also genügend Schlaf zu finden, zur Regeneration unserer überstrapazierten Nerven. Sie erklärt aber auch die allabendliche Psychohygiene, den Tag nochmals zu überblicken, sich mit den Menschen zu versöhnen, mit denen man an diesem Tag nicht in Harmonie war und dann bewusst den Tag loszulassen. Nur so ist ein erholsamer Schlaf garantiert.

Die Rebtropfen gegen beginnende Sehschäden

"Die Weinrebe hat feurige Wärme. Wenn jemand trübe Augen hat, dann bestreiche er mit den Tropfen, die aus der Rebe beim Abschneiden des Schoßes fließen, seine Lider und lasse auch etwas ins Auge eindringen. Und das tue er oft, und das macht die Augen ohne Zweifel klar."

Mit diesen Rebtropfen, werden oft die Augenlider befeuchtet und 2 x am Tag 1 Tropfen ins Auge geträufelt. Danach werden die Augen klarer.

Der Wein und der Essig gegen Blasenschwäche und bei Bettnässen

"Wenn jemand den Harn wegen der Kälte des Magens nicht halten kann, soll er oft am Feuer erwärmten Wein trinken. Und alle seine Speisen vermische er mit Essig und den Essig, wie immer er kann, trinke er oft."

Bei Blasenschwäche, die von einem kalten Magen herrührt, sollte man häufig warmen Wein trinken und in alle möglichen Speisen Essig tun. Auch ein Glas (Wein-) Essigwasser täglich getrunken, wirkt hier wahre Wunder.

Die Edelsteine - Die Perlen

"... und sie taugen nicht zum Nutzen der Heilkunde, weil sie den Menschen mehr Krankheit als Gesundheit bringen. Denn wenn ein Mensch (ein Perlchen) in seinen Mund nähme, würde er sich beinahe solche Krankheiten zuziehen und so krank werden, wie wenn er Gift genommen hätte. Und wenn er sie auch an seine Haut legte, so dass sein Fleisch von ihnen warm würde, würde er das Gift aus ihnen in sich ziehen, und auf diese Weise würde er krank und Schmerzen leiden..."

Hildegard warnt also vor dem Tragen von Perlen, weil sie den Träger krank machen. Vielleicht kommt daher der Ausspruch "Perlen bedeuten Tränen."

Das Hirschzungenpulver bei starken Schmerzen

"... Und dörre sachte wiederum Hirschzunge in der heißen Sonne oder auf einem warmen Ziegelstein, und pulverisiere sie oft und lecke dieses Pulver nüchtern und nach dem Essen oft aus deiner Hand, und es nimmt den Schmerz im Kopf und in der Brust und dämpft andere Schmerzen, die in deinem Körper sind. Aber auch ein Mensch, der wegen irgendeines Schmerzes heftig und plötzlich schwach wird, der trinke sogleich von diesem Pulver in warmen Wein."

Das Hirschzungenelixier für die Leber und die Lunge

"Hirschzunge ist warm und hilft der Leber und der Lunge und den schmerzenden Eingeweiden... und mach so einen Klartrank und trinke ihn oft nach dem Essen und nüchtern, und es nützt der Leber und reinigt die Lunge und heilt die schmerzenden Eingeweide und nimmt die innere Fäulnis und den Schleim weg."

Wenn der Husten trotz vieler Behandlungen nicht weicht, ist oft die Leber dran schuld. Mit dem Hirschzungenelixier haben wir hier das richtige Heilmittel. Die ersten Tage trinkt man nur nach jedem Essen ein Likörglas voll, dann für 6 - 8 Wochen 3 x täglich vor und nach dem Essen ein Likörglas voll und Leber und Lunge heilen aus.

Der Beifuß

"Der Beifuß ist sehr warm, und sein Saft sehr nützlich, und wenn er gekocht wird und in Mus gegessen, heilt er kranke Eingeweide und wärmt den kranken Magen. Aber wenn jemand isst und trinkt und davon Schmerzen leidet, dann koche er mit Fleisch oder mit Fett oder in Mus oder in einer anderen Würze und Gemisch den Beifuß und esse ihn, und diese Fäulnis, die der Kranke sich durch frühere Speisen und Getränke zugezogen hat, nimmt er weg und vertreibt sie."

Kräftespiel - Die Vergnügungssucht - Die Schamhaftigkeit

Die Vergnügungssucht:

"Wie viel besser ist es sich zu verlustieren anstatt Trübsal zu blasen...Würde ich vor meinen Mitmenschen nur Trauer tragen - sie würden mir aus dem Wege gehen. In lustigem Wirbel will ich mich drehen, damit alles mit mir seinen Spaß treibt... Mensch und Tier und Tier und Mensch..."

Die Schamhaftigkeit:

"... Dein Wollen ist teils menschlich, teils viehisch.... Insgesamt gleichst du in deinem Verhalten aber mehr der toten Kreatur als einem Lebewesen, weil du nur nach dem hascht, wonach dein Sinn steht. Ich aber werde rot vor Scham bei alledem und finde meinen Schutz unter den Flügeln der Cherubim. In den Vorschriften der Schrift werden mir die Geheimnisse Gottes kundů"

Der Wermutsaft mit Wein gemischt bei starken Kopfschmerzen

"Der Wermut ist sehr warm und sehr kräftig und ist der wichtigste Meister gegen alle Erschöpfungen. Denn von seinem Saft gieße genügend in warmen Wein, und den Kopf des Menschen, wenn er schmerzt, befeuchte ganz bis zu den Augen und bis zu den Ohren und bis zum Nacken, und dies sollst du abends tun, wenn du schlafen gehst und bedecke den ganzen Kopf mit einem wollenen Hut bis zum Morgen und es unterdrückt den Schmerz des geschwollenen Kopfes und den Schmerz, der sich im Kopf "erbulset" von der Gicht, und es vertreibt auch den inneren Kopfschmerz."

Man reibt mit diesem Wermut-Wein-Gemisch vor dem Schlafengehen Stirn, Schläfen bis hin zu den Ohren und dem Nacken ein und trägt darüber nachts eine Wollmütze.

Die Schafgarbe

"Wer aber im Körperinnern eine Wunde erhielt, sei es, dass er durch Spieße verwundet oder dass er innerlich zusammengeschnürt wurde, der pulverisiere diese Schafgarbe, und er trinke jenes Pulver in warmen Wasser. Und wenn es ihm besser geht, dann nehme er dieses Pulver in warmen Wein, bis er geheilt wird."

Bei inneren Blutungen, inneren Verletzungen und nach Operationen gibt man Schafgarbenpulver zuerst in warmem Wasser zum Trinken. Sobald es dem Patienten etwas besser geht, er kein Fieber mehr hat, reicht man ihm Schafgarbenpulver in warmem Wein. Auch vor Operationen hat es sich bestens bewährt, Schafgarbe in Wein zu trinken, weil es damit zu einer besseren Wundheilung kommt. Auch Komplikationen wie Thrombosen, Nachblutungen etc. werden geringer, weil die Inhaltsstoffe der Schafgarbe entzündungshemmend, antibakteriell und krampflösend wirken.

Die Edelsteine - Der Prasem

"Wer brennendes Fieber hat, der wickle den Prasem in etwas Teig von Roggenbrot und den so eingewickelten binde er in ein Tuch, und so lasse er ihn gebunden für drei Tage und Nächte über seinem Nabel und das Fieber wird von ihm weichen."

Da Hildegard vom brennenden Fieber spricht, wäre hier auch an Sonnenbrand oder Sonnenallergie zu denken.

"Aber auch wer bei einem Fall oder Stich irgendwo an seinem Körper verletzt ist, der nehme altes Fett und mische Salbei und Rainfarn in gleichem Gewicht dazu, und da hinein drücke er den Prasem. Und dann wärme er das so an der Sonne oder am Feuer, und dann lege er das alles mit diesem Stein vermischt so warm auf der Stelle, wo es schmerzt, und es wird ihm besser gehen..."

Man gibt in ca. 50 g altes Fett, eine Handvoll frischen Salbei und frischen Rainfarn klein geschnitten hinzu und drückt in diese Salbe einen Prasem. Diese Salbe wird nun an der Sonne oder am Feuer (Holzofengrill) erwärmt und mit dem Stein auf die schmerzende Stelle aufgelegt. Diese Salbe sollte bei stark schmerzenden Verletzungen, Prellungen, Blutergüssen immer zur Hand sein.

Die Bachminze - ein Hildegard-Gewürz

"Die Bachminze ist warm, aber doch etwas kalt, und kann mäßig gegessen werden und gegessen nützt sie dem Menschen nicht und schadet ihm auch nicht viel. Wenn sein Magen von vielen Speisen und Getränken beschwert wird und er daher dämpfig ist, dann esse er oft Bachminze roh oder gekocht mit Fleisch oder in Suppen oder in Mus gekocht, und die Dämpfigkeit wird weichen, weil sie die fetten und warmen Eingeweide und seinen Speck etwas abkühlt und so die Dämpfigkeit gemindert wird."

Die Bachminze, sollte bei dicken Menschen mit Verdauungsproblemen ein Standartgewürz für Fleischgerichte und Suppen werden. Sie fördert die Verdauung und den Stoffwechsel.

Gebet - Vertrauen im Unglück

"Ach, ich unglückseliger Mensch, einst ein lebendiger Hauch, bin ich vom Gestank der Sünde umgeben; ich kann nicht mehr froh zum Himmel blicken... Doch will ich vertrauen auf dich, meinen Gott, dass ich durch wahre Buße von den verdienten höllischen Qualen aus Erbarmen befreit werden kann."

Der Pfeffer

"Der Pfeffer ist sehr warm und trocken und hat ein gewisses Verderben in sich und schadet, viel gegessen, dem Menschen und verursacht in ihm Brustfellentzündung, und er gibt die Säfte in ihm preis und bereitet üble Säfte in ihm."

Da der Pfeffer die Säfte durcheinander bringt, was wiederum verschiedene Säftekrankheiten verstärkt (z. B. Gicht, Rheuma), sollte man lieber mit Kräutern oder Galgant würzen.

Heilmittel gegen Grippe

Das Pellargonienmischpulver

"Wer Schnupfen hat, halte dieses Pulver an die Nase und ziehe nur den Duft davon ein... und der Schnupfen löst sich und vergeht"

Bei Stockschnupfen einfach etwas Grippepulver auf eine geruchsfreie Unterlage geben und daran oft riechen.

Warmer Wein

"... und wer in der Brust leidet oder wer in der Kehle leidet... trinke dieses Pulver in warmen Wein..."

Warmer Wein mit Grippepulver hilft bei allgemeinen Grippezuständen rasch und wirksam.

Grippepulver

"...Wer Kopfschmerz hat, esse dieses Pulver mit hellem Salz auf Brot..."

Bei Grippekopfschmerz etwas Grippepulver mit Salz auf Brot essen; es hilft prompt.

"Wer im Herzen mit Schmerzen geplagt wird, esse dieses Pulver mit Brot oder durch Auflecken aus der Hand."

Bei Grippeherzschmerzen anzuwenden!

Die Edelsteine - Der Sarder

"... Und daher ist er aus Luft und Wasser rein, und (er ist) in der guten Wärmemischung gut gemischt, und durch seine Kraft wendet er die Widerwärtigkeiten der Krankheit ab."

Also immer dann, wenn gerade eine Epidemie (Grippeepidemie etc.) um sich greift, einen Sarder bei sich tragen.

"Und wer durch irgendeine Krankheit schwerhörig ist, der tauche den Stein in reinen Wein, und er lege ihn feucht in ein dünnes Leinentuch und stecke ihn in das taube Ohr, und er lege dünnes Werg außen auf jenes Tuch, und seine Wärme wird in das Ohr eindringen. Und das tue er oft, und er wird das Gehör wieder erlangen."

Bei Gehörschwäche oder Schwerhörigkeit nach Krankheiten (wie zum Beispiel Scharlach, Gürtelrose, Hirnhautentzündung) wird ein Sarder in Wein getaucht und noch feucht in ein Leinentuch gelegt. Dieses steckt man nun ins Ohr und verschließ das Ganze mit Watte. Diese Anwendung muss mehrmals täglich wiederholt werden, und zwar so lange, bis es zur Genesung kommt. Es empfiehlt sich, eine Sarderolive zu verwenden, da diese besser ins Ohr gesteckt werden kann.

Kräftespiel - Die unangebrachte Lustigkeit -Die Sehnsucht nach Gott

Die unangebrachte Lustigkeit

"In mir finde ich das süße Leben und den prächtigen Weg."

Die Sehnsucht nach Gott

"Wie kannst du das blinde und stumme Leben schon für das richtige Leben halten?"

Der Mohn

"... seine Körner fuhren, wenn man sie isst, den Schlaf herbei und verhindern den Juckreiz... aber roh sind sie besser und nützlicher als gekocht. Das Öl, das aus ihnen gepresst wird, nährt den Menschen nicht und erquickt ihn nicht..."

Gebet - Genügsamkeit

"Über den Sternen throne ich, weil mir deine Gaben genügen. Ich freu mich am süßen Ton der Pauken, da ich auf dich vertraue.

Ich küsse die Sonne, umarme den Mond und halte ihn fest; mir genügt, was sie für mich ersprießen lassen.

Was sollte ich mehr noch wünschen, dessen ich gar nicht bedarf?

Alles erweist mir Barmherzigkeit. Im Haus meines Königs darf ich wohnen, sitzen beim königlichen Mahl, weil eine Königstochter ich bin."

Die Weinraute-Salbeimischung bei Magen-Darm-Schmerzen oder Schmerzen durch Geschwüre

"...Auch wenn jemand eine andere Speise gegessen hat, wovon es ihn danach schmerzt, esse er sofort eine Mischung aus Weinraute und doppelt so viel Salbei zusammen mit etwas Salz gewürzt und es schmerzt ihn weniger..."

Man isst bei Beschwerden von dieser Mischung etwas mit Salz gewürzt nach dem Essen am besten auf einem Stückchen Brot.

Die Ackerminze bei Verdauungsschwäche

"...Aber auch wer einen kalten Magen hat und die Speisen nicht verdauen kann, der esse diese kleine Minze entweder roh oder mit Fleisch oder mit Fischen gekocht - sie wärmt seinen Magen und verhilft ihm zur Verdauung.

Der Bärwurz-Birnen-Honig zur Körperreinigung und bei Migräne

"... und das ist die beste Latwerge und kostbarer als Gold, und nützlicher als das reinste Gold, weil es die Migräne wegnimmt und die Dämpfigkeit mindert, welche die rohen Birnen in der Brust des Menschen verursachen. Und alle üblen Säfte, die im Menschen sind, vernichtet sie und reinigt den Menschen so, wie ein Geschirr vom Schmutz gereinigt wird."

Anwendung: Birnen werden auseinander geschnitten, das Kerngehäuse weggeworfen. Man koche die Birnen stark in Wasser und zerstampfe sie zu Brei. Überschüssiges Wasser wegschütten. 8 EL Honig werden mäßig erhitzt (Allergiker nehmen abgeschäumten Honig) und mit 100 g Bärwurzmischpulver verrührt. Das gibt man zu dem Birnenmus und koche es noch einmal - unter kräftigem Umrühren - miteinander gut in sterile Schraubgläser abfüllen. Täglich morgens nüchtern 1 TL davon essen, mittags 2 Esslöffel und abends im Bett 3 Esslöffel. Das Bärwurzmischpulver besteht aus: Radix Mei 35 g, Rhiz. Galangae 28 g, Radix Liquiritae 22 g, herba Sedi acris 15 g. Der Bärwurzbirnenhonig nimmt prompt die Migräne; er sollte jedoch jährlich, am besten im Herbst, eingenommen werden.

Das Wermutöl

"...Wenn dann irgendein Mensch in der Brust und um die Brust Schmerzen leidet, so dass er davon hustet, den salbe ihn auf der Brust damit. Und wer an der Seite Schmerzen hat, den salbe dort und es heilt ihn innen und außen."

Anwendung bei Rippenfellreizung (Rippenfellentzündung), Brustschmerzen (Brustkorb, Mediastinum, Lungenwurzel), Bronchitis, Hillusdrüsen

1 Teil Wermutsaft mit 3 Teilen Olivenöl und ein paar Tropfen echtem Rosenöl in eine helle Flasche geben und einige Zeit dem Sonnenlicht aussetzen. Dann ein Jahr lang aufheben, so hat es seine volle Heilkraft erreicht.

Bei Überempfindlichkeit gegen Wermut, anfangs nur 1 - 2 Tropfen nehmen und nicht zu kräftig einreiben. Falls eine Reizung eintritt, am nächsten Tag die Stelle wechseln, gegebenenfalls einen Tag pausieren.

"Und der Wermutsaft werde auch in Olivenöl gegossen... und wenn irgendein Mensch um die Brust Schmerzen leidet und infolgedessen hustet, dann werde er damit gesalbt..."

Die Birnen

"Jedoch die Frucht des Birnbaumes ist schwer und gewichtig und herb; und wenn sie jemand roh zu reichlich isst, verursacht sie Migräne im Kopf und macht die Brust dämpfen... Und den, der gekochte Birnen isst, beschweren sie ziemlich, weil sie die Fäulnis in ihm mindern,...jedoch bewirken sie bei ihm eine gute Verdauung, weil sie die Fäulnis mit sich abführen..."

Rohe Birnen sind - in Maßen - nur für den Gesunden verträglich. Sehr belastend sind sie für Lungen- und Leberleidende. Jedoch gekocht, gebacken oder gedörrt sind sie gut verträglich und verdaulich. So gegessen reinigen sie sogar radikal den Darm, ähnlich wie ein gutes Abführmittel. Also im Herbst regelmäßig ein Birnenkompott auf den Tisch bringen!

Die Lebensregeln - Heilkraft schöpfen durch die Ausübung christlicher Tugenden

"Liebe: Ich bin aller Grüne ein milder Hauch, indem ich Blüte und Frucht aller Tugendkraft hervorbringe und sie in den Gesinnungen der Menschen festlege und aufbaue... Ein Wind sei er, indem er den Elenden hilft, ein Tau, indem er die Verlassenen tröstet und Regenluft, indem er die Ermatteten aufrichtet und sie mit der Lehre erfüllt wie Hungernde, indem er ihnen seine Seele hingibt."

Hildegard sieht die Ursachen von vielen Krankheiten in einem Mangel an guten Eigenschaften, vor allen Dingen an mangelnder Erkenntnis der eigenen Schattenseiten. Zu den positiven Tugenden gehören u. a. Beten, Meditieren, Ängste überwinden, Nächstenliebe üben, ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln, Geduld üben, Danken lernen, mit Enttäuschungen umgehen, Vorbilder finden und vor allem selbst Vorbild für andere werden.

Die Edelsteine - Der Diamant

"Und es gibt gewisse Menschen, die von Natur aus und durch teuflische (Einwirkung) bösartig sind und deswegen gerne schweigen. Aber wenn sie reden, dann haben sie ein hartes Aussehen, und bisweilen geraten sie fast außer sich, wie wenn sie vom Wahnsinn geführt werden, und sie kommen schnell wiederum zu sich. Diese sollen oft oder immer den Diamanten in ihren Mund legen, und seine Kraft ist so beschaffen und so stark, dass er die Bosheit und dieses Übel, das in ihnen ist, auslöscht. Aber auch wer irrsinnig ist und lügenhaft und jähzornig, der soll diesen Stein immer in seinem Munde halten, und durch seine Kraft werden diese Übel (vom Kranken) abgewendet. Und wer nicht fasten kann, der lege diesen Stein in seinen Mund, und er mindert den Hunger, so dass er umso länger fasten kann."

Dieser Edelstein hilft bei Böswilligkeit. Als Entzugsmittel und zur Fastenhilfe in den Mund stecken.

"Und wer gichtkrank ist oder den Schlaganfall hat, d.h. jene Krankheit, welche die Hälfte des Körpers erfasst, so dass er sich nicht bewegen kann, der lege den Diamanten für einen ganzen Tag in Wein oder in Wasser und er trinke die Flüssigkeit darüber. Und die Gicht wird von ihm weichen, auch wenn sie so stark ist, dass seine Glieder zu zerbrechen drohen, und auch der Schlaganfall wird vermindert werden..."

Der Diamant hilft bei dem durch Arteriosklerose entstandenen Schlaganfall: Man trinkt über einen langen Zeitraum hinweg regelmäßig Wein oder Wasser, in dem ein Diamant lag.

Anwendung:

Den Diamant (Roh-Diamant) in ein großes Glas geben und mit Wein oder Wasser auffüllen und 24 Stunden darin liegen lassen. Das Getränk kann über den Tag verteilt getrunken werden - man kann dies auch im Krankenhaus machen. Der Diamant muss dabei im Glas bleiben, denn es soll das "Darüberstehende" getrunken werden!

Die Kubebe

"Die Kubebe ist warm,... sie macht auch den Geist fröhlich, Verstand und Wissen rein, weil die nützliche und gemäßigte Wärme der Kubebe die ungeziemenden Gluten der Begierde, in denen stinkende und schlammige Flüssigkeiten verborgen sind, auslöscht..."

Der Zimt

"Der Zimt ist auch sehr warm und hat starke Kräfte und mäßig Feuchtigkeit in sich; aber seine Wärme (ist) so stark, dass sie jene Feuchtigkeit unterdrückt, und wer ihn oft isst, dem mindert er die üblen Säfte und bereitet gute Säfte in ihm..."

Kochrezept: Zimtblätter

Aus 500 g Dinkelfeinmehl, 250 g Butter, 250 g Puderzucker, 2 Eier, 1 Dotter, Schale einer halben Zitrone, 250 g Mandeln, 1 Prise Salz sowie je 1 TL Vanillezucker und Zimt einen Mürbteig machen und eine kurze Zeit im Kühlschrank ruhen lassen. Teig ca. 5 mm dick ausrollen und blattförmige Plätzchen ausstechen. Mit einem Messer eine Blattstruktur in die Oberfläche der Plätzchen ritzen. Ca. 10 Minuten bei 200° backen (bis die Ränder hellbraun sind), herausnehmen und auskühlen lassen. Die Plätzchen zur Hälfte in Schokolade tauchen und auf Backtrennpapier trocknen lassen.

"... Und ein Mensch, dem der Kopf schwer und stumpf ist, so dass er den Atem schwer durch die Nase einzieht und ausstößt, der pulverisiere Zimt und esse dieses Pulver oft mit einem Bissen Brot (Dinkelbrot) oder er lecke es aus seiner Hand, und es löst die schädlichen Stoffe auf, durch die sein Kopf stumpf ist, auf."

Zimt ist ein wichtiger Zusatz für etliche Hildegard-Heilmittel: Die berühmten Nervenkekse, das Hirschzungen-Elixier, das Wasserlinsen-Elixier, der berühmte Zimtholz-Wein gegen Gicht mit Lähmungserscheinungen, wobei letzterer leider in unseren Breitengraden kaum hergestellt werden kann, da Holz und Blätter des Zimtbaumes noch ganz frisch sein müssen. Zimt sollte in der täglichen Küche vermehrt eingesetzt werden, da er die schlechten Säfte in Grenzen hält und dafür gute Säfte bereitet.

Der Mensch

"Dankesjubel für das nun vollendete Werk. Und wiederum hörte ich vom Himmel eine Stimme, die mich diese Worte lehrte: Jetzt sei Gott Lob in seinem Werke, im Menschen selbstverständlich, für dessen Wiederherstellung hat er die größten Kämpfe auf Erden geführt. Und ihn hat er über die Himmel zu erheben sich gewürdigt, damit er zusammen mit den Engeln sein Antlitz in jener Einheit, in der er wahrer Gott und wahrer Mensch ist, lobe."

Die Gundelrebe

"... wem üble Säfte den Kopf wie "doum" plagen, sodass auch seine Ohren tosen, der bringe Gundelrebe in warmen Wasser zum Sieden und nach dem Ausdrücken des Wassers lege er sie so warm um seinen Kopf, und sie mindert das "doum" das in seinem Kopf ist, und öffnet sein Gehör.

Und wer in der Brust und um die Brust Schmerzen hat, wie wenn er innerlich Geschwüre hätte, der lege die im Bade gekochte und warme Gundelrebe um seine Brust, und es wird ihm besser gehen."

Rezept: Bei Gehörsturz, Ohrensausen, unterstützend bei Knalltrauma

Das frische oder getrocknete Kraut im Wasser kochen, das Wasser ausdrücken und damit so warm wie möglich eine Kräuterpackung um den Kopf machen. Anfangs die Packung täglich, nach einer Woche nur 3- bis 4-mal wöchentlich.

Die Weizenpackung

"Und wer im Rücken oder an der Seite Schmerzen hat, der koche Weizenkörner in Wasser und lege sie so warm auf jene Stelle, wo es schmerzt, und die Wärme des Weizens wird die Kräfte jener Krankheit vertreiben."

Rezeptur:

1 - 2 Pfd. Weizenkörner ca. 20 Minuten (weich mit Biss) lang kochen, absieben und auf ein doppelt zusammengelegtes (Frottee-) Handtuch geben. Achtung: Die Körner sollten auf jeden Fall so warm sein, dass es noch gut verträglich ist, aber nicht so heiß, dass es Brandblasen gibt! Mit der schmerzenden Stelle auf die warmen Weizenkörner legen und 2 - 4 Stunden darauf liegen bleiben. Keinen gebeizten oder geschälten Weizen verwenden! Diese Packung muss an drei aufeinander folgenden Tagen täglich angewendet werden, dann pausiert man einen Tag. Bei Bedarf wiederholen.

Der Weltschmerz

"Weh mir, dass ich geboren bin! Was soll mein Leben? Wer wird mir beistehen, wer mich retten? Mich könnte solche Not nicht treffen, wenn Gott um mich wüsste! Nichts bringt es mir ein, wenn ich mein Vertrauen auf Gott setzte. Bin ich doch geschaffen zum Unglück und im Unglück geboren und so lebe ich dahin ohne jeden Trost..."

Die Himmlische Freude

"... Ich aber sehe alles, was Gott erschuf mit rechten Augen an und besitze schon hier die himmlische Heimat Blüten der Rosen und Lilien und die ganze Grünheit nehme ich gar zärtlich an mein Herz, und singe Gottes Gesetzen ein..."

Die Gerste

"... ist kalt, dass sie kälter und schwächer ist als Weizen, Hafer und Roggen. Und wenn sie als Brot oder als Mehl gegessen wird, schadet sie sowohl dem Gesunden als Kranken, weil sie nicht solche Kräfte hat wie die übrigen Arten der Feldfrüchte. Aber der Kranke, der schon am ganzen Körper ermattet ist, der koche die Gerste stark in Wasser und er gieße jenes Wasser in ein Fass und nehme darin ein Bad, und er tue dies oft, bis er geheilt wird und das Fleisch seines Körpers wieder erlangt und Gesundet."

Rezept: Gerstenbad - bei Körperschwäche nach schwerer Krankheit, bei Gefühl der Kraftlosigkeit, Muskelschwund und Magersucht

10 kg ganze Gerstenkörner in 50 - 80 Liter Wasser ca. 15 Minuten lang kochen. Zwei- bis dreimal wöchentlich 15 - 20 Min. im Gerstenwasser (37 - 40°C) baden und anschließend mindestens zwei Stunden lang ruhen. Man macht dies so lange, bis sich der Patient gesund und kräftig fühlt.

Die Tannensalbe

"Aber wenn jemand im Magen oder in der Milz Schmerzen leidet, dann salbe mit dieser Salbe wegen der Herzschwäche sein Herz, dann (salbe ihn) über dem Magen, wenn er Magenschmerzen, oder über der Milz, wenn er dort leidet, und die Salbe wird durch ihre Kraft die ganze Haut durchdringen, sodass er rasch geheilt werden wird."

Die Tannensalbe wird speziell Hypotonikern empfohlen.

Das rechte Erwachen

"Wie durch die Morgenröte das Licht des Tages verkündet wird, so tut das Empfindungsvermögen des Menschen zusammen mit der Vernunft alle Seelenkräfte auf. Es belebt das Angesicht des Menschen, so dass der Mensch in seinem Gefühlsleben angerührt hellwach wird für alle Dinge."

Die Edelsteine - Der Goldtopas

"Der überaus starke Topas hat von Gott diese Kraft, dass er (drohende) Schande vom Menschen weichen lässt, weil er beim Weichen der (Mittags-) Sonne wächst. Denn er lässt die bösen Geister erschauern und den Menschen fliehen, so dass sie ihn nicht dazu verleiten können, etwas zu tun, wovon er Verdruss haben könnte."

Diesen Stein drückt man allmorgendlich ans Herz und spricht dazu ein mystisches Morgengebet, um so den Tag über einen Schutz gegen alles Böse zu haben: "Gott, der über alles und über allem herrlich ist, verwerfe mich nicht bei seiner hohen Ehre, sondern erhalte, stärke und gründe mich auf seinen Segen!"

Das Trinken

"Wie zu reichlicher Regen dem Erdreich durch das zu viele Wasser schadet, so bringt auch, wer übermäßig trinkt, seinem Körper den Nachteil der schädlichen Säfte. Es soll sich der Mensch des Getränks auch nicht zu sehr entziehen, denn wenn er sich bei seiner Enthaltsamkeit vom Trinken trocken gemacht hat, bekommt er davon Beschwerden an Körper und Geist. Auch können ihm dann die aufgenommenen Speisen innerlich weder eine gute Verdauung noch körperliche Gesundheit bringen, wie auch der Erdboden schwer zu bearbeiten, hart und trocken wird und keine guten Früchte bringt, wenn ihm die Durchfeuchtung durch den Regen entzogen wird."

Das rechte Maß gilt auch beim Trinken, weil hier das "Zuviel" genauso schlecht wie das "Zuwenig" für den Körper ist.

Der Zucker

"Den rohen Zucker, der noch zu keinem Gebrauch des Menschen bereitet ist, soll man im Sommer in der Sonne oder im Winter auf einem erhitzten Stein trocknen, und wenn er trocken ist, und man ihn dann isst, erquickt er (den Kranken). Und wer im Gehirn oder in der Brust leidet und so beengt ist, dass er sich nicht reinigen und ausspeien kann, wenn er dann Zucker isst oder trinkt, so reinigt dies sein Gehirn, und seiner Brust bringt es die Lösung zur Reinigung."

Der Zucker wird bei Hildegard von Bingen als Reinigungs- und Entgiftungsmittel erwähnt, wobei Zucker verwendet wird, der nicht industriell behandelt wurde. Als Heilmittel oder Zusatz wird ausnahmslos Roh-Rohrzucker verwendet.

Indikation: Unterstützend bei allen Erkrankungen der im Brustbereich befindlichen Organe, z. B. bei Husten und Verschleimung der Lunge.

Mehrmals täglich 1 - 2 EL präparierten Roh-Rohrzucker entweder in einer Tasse Wasser auflösen und trinken oder direkt (trocken) essen. Solange anwenden, bis die Beschwerden verschwunden sind.

Der Weihrauch

"Wird die Hörkraft eines Menschen durch irgendwelches Phlegma oder eine andere Art von Krankheit geschädigt, so soll er weißen Weihrauch nehmen und mit glühenden Kohlen verräuchern.

Diesen Rauch soll er in das verstopfte Ohr aufsteigen lassen. Doch soll er dies nicht zu oft machen, damit er sich danach nicht schlechter befinde, wenn er das unmäßig oft gemacht hat."

Anwendung: 4 - 5 weiße Weihrauchkörner auf glühende Räucherkohle geben und den Rauch am schwerhörigen Ohr (eventuell mit Hilfe eines Trichters) vorbeiziehen lassen.

Der Seufzer

"... daher seufzt die Seele innerlich auf, wenn sie darüber nachdenkt, woher sie kommt und was sie ist, ohne dass der Mensch weiß, woher diese Seufzer kommen. Wenn sie aber einmal merkt, dass ihrem Leib eine Misshandlung, eine Krankheit oder sonst ein unangenehmes Leiden bevorsteht und begreift, dass sie dies nicht verhindern kann, seufzt sie innerlich tief auf."

Seufzer können ein Zeichen der Erleichterung sein: Ein Mensch, der sich selbst erkennt, seufzt manchmal tief aus der Seele heraus und das Seufzen löst seine innere Verkrampfungen.

Das Dachsfell

"... aber es ist auch große Kraft im Fell des Dachses. Mache daraus einen Gürtel und umgürte dich, umgürte damit die nackte Haut, und alle Krankheit wird in dir aufhören, wie wenn ein großer Sturm in gutes Wetter und gute, ruhige Luft ausklingt. Keine gefährliche Krankheit wird dich in dieser Zeit (wenn du diesen Gürtel trägst) befallen. Aber mache auch Schuhe und Stiefel aus dem Fell eines Dachses und ziehe sie an, und du wirst gesund sein an den Füßen und Beinen."

Das Dachsfell hilft bei chronischer Schlaflosigkeit und Rückenschmerzen. Dachsfelle, Dachsgürtel und Dachsschuh (-Schuhsohlen) sorgen für eine hervorragende Durchblutung. Bei jeder Fuß- oder Beinkrankheit soll der Dachsschuh oder die Dachsschuhsohle als Heilmittel mit einbezogen werden, wobei sie der Kranke so oft als möglich tragen soll. Auch dem, der chronisch kalte Füße hat, kann mit dem Dachslederschuh oder der Dachsledereinlegesohle geholfen werden. Selbst "Raucherbeine" reagieren sehr positiv auf dieses Heilmittel.

Der Schlehdorn

"... die Frucht des Schlehdorn, nämlich die Schlehen, süße mit Honig und iss sie oft und die Gicht in dir wird weichen...Aber wer schwach im Magen ist, der brate Schlehen in der Feuerflamme, d. h. er brutzle sie oder koche sie in Wasser und esse sie oft, und sie führt den Unrat und den Schleim vom Magen ab. Wenn er die Kerne mit isst, wird es ihm nicht schaden."

Die Früchte der Schlehe sind gut bei Gicht und Magenleiden aller Art. Ernten Sie den Schlehdorn nach den ersten Frösten und rühren Sie ihn in auf ca. 30°C erhitzten Honig ein. Gut verrühren, damit die Früchte rundum mit Honig benetzt sind und so nicht zu schimmeln beginnen. Täglich 4 - 5 Früchte mit etwas Honig essen.

Ein einfaches und sehr wirksames Magenmittel: Die Schlehen in etwas Wasser kochen, eventuell etwas Honig beifügen, oder in der Pfanne braten und essen.

Das Gold

"... das auf diese Weise gegessene (Gold-)Törtchen vertreibt die Gicht für ein Jahr von ihm... dieses Gold liegt zwei Monate lang in seinem Magen, und es reizt den Magen nicht und macht ihn nicht geschwürig, sondern wenn er kalt und schleimig ist, dann wärmt und reinigt es ihn ohne Gefahr für diesen Menschen. Aber wenn ein gesunder Mensch das macht, dann wird es ihm die Gesundheit erhalten und wenn er krank ist, wird er gesund sein..."

Die Goldkur ist bei Hildegard ein Universalheilmittel. Es wird eingesetzt zur Prophylaxe und Therapie bei Gicht und Rheuma, bei Magenproblemen, gegen die Grippeanfälligkeit, zur Steigerung der Abwehrkräfte.

Rezeptur:

1.Tag: 2 EL Dinkelfeinmehl mit 1 EL Wasser zu einem festen Teig kneten, diesem 0,6 g Goldpulver (aus der Apotheke!) unterkneten und morgens nüchtern essen.

2. Tag: Plätzchen (wie oben beschrieben) zubereiten und bei 180°C im Ofen ca. 10 Minuten backen. Das gebackene Plätzchen am 2. Tag morgens nüchtern essen.

Der Salbei

"Wenn jemand... den Harn nicht zurückhalten kann, dann trinke er oft am Feuer gewärmten Wein und füge allen Speisen (etwas) Weinessig zu und trinke wie immer möglich (Wein-)Essig... Er koche aber auch Salbei in Wasser, seihe durch ein Tuch ab und trinke dieses Wässer oft warm, und er wird den Urin wieder zurückhalten können und geheilt werden."

Der Salbei hilft bei Blasenentzündung, Reizblase, Harnwegsinfektion, Inkontinenz, Nierenbeckenentzündung und ist - wenn Sie ihn in Ihren täglichen Speiseplan mit einbauen - ein Schutz und Heilmittel bei Umweltgiften und gegen radioaktive Verstrahlung.

Salbei kann nicht nur als Tee getrunken werden: verwenden Sie ihn frisch oder getrocknet und pulverisiert, über das oder in das Essen gestreut, in Salat und Brotaufstrichen.

Der Mensch und seine Verantwortung

"...Wenn die Menschen sich untereinander in Kriegen schrecken, Hass und Neid und sonstige sündhafte Widersprüche verwickeln, verkehren sich auch die Elemente in eine andere, ihnen eigentlich entgegengesetzte Weise... und bringen der Welt und den Menschen viele Gefahren... und machen den Menschen hinfällig und krank."

Der Mensch allein hat nach Hildegard durch seine Taten die Verantwortung für die Welt und seine Mitmenschen.

Der Wegerichhonig zur schnellen Wundreinigung und das Ernten von Wurzeln

"... wenn ein Mensch irgendwo durch einen Unfall ein Knochen bricht, dann schneide er die Wurzeln vom Wegerich in Honig und esse diese täglich nüchtern..."

Ernten Sie Mitte Oktober aus dem eigenen Garten folgende Wurzeln: Alantwurzel, Diptamwurzel, Meisterwurzwurzel und Wegerichwurzel - kurz vor oder direkt an Neumond zum Trocknen. Bereiten Sie den Wegerichhonig in dieser Jahreszeit auf Vorrat (ein Mittel zur besseren und schnelleren Knochenheilung bei Brüchen) aus frischen Wegerichwurzeln:

80 - 100 g frische, in kleinste Stückchen geschnittene Wurzeln in 250 - 300 g Honig (Allergiker verwenden abgeschäumten Honig!) einlegen. Vor jeder Mahlzeit, einen Teelöffel voll im Mund zergehen lassen.

Der zwölfte Monat

"In dieser Jahreszeit wird die Erde hart und friert und macht das Land und auch das Leben beschwerlich. Auch die Seele des Menschen, der hier geboren wurde, hat ihren Kampf. Nur in der Glut der Gaben des Heiligen Geistes kann diese Seele ihre große Wärme finden. Wie nämlich der Körper nach dem Ausscheiden der Seele ohne Wärme ist und kalt bleibt, so wird auch die Seele ohne die Glut der Gaben des Heiligen Geist durch den Zorn verhärtet und vergisst ihre eigene Natur."

Eine Meditation

"Alles, was aus Gott geboren ist, besiegt die Welt und so sündigt der Mensch nicht. Wie geringe Speisen durch den Geschmack der Gewürze in besser schmeckende gewandelt werden und so ihren gewöhnlichen Geschmack verlieren, ebenso wird auch durch das Feuer des Heiligen Geistes die minderwertige Art des Menschen in eine bessere, als Sie durch seine Empfängnis war, umgewandelt."

Der Rainfarn

"Wer dürren (trockenen) Husten hat, bereite sich aus Feinmehl und Rainfarn eine Suppe und esse sie oft. So lösen sich die Trockenheit und das innere Wundsein dieses Hustens..."

Rezept: Rainfarnmehlsuppe (bei Reizhusten, Keuchhusten, Pseudokrupp, chronischer Nebenhöhlenentzündung, Schnupfen, Husten, Heiserkeit)

Man mischt eine Messerspitze (0,5 g) vom Blatterpulver mit 1 EL Dinkelfeinmehl, rührt es mit kaltem Wasser glatt an und gibt es in gesalzenes, kochendes Wasser, so dass man eine glatte Mehlsuppe erhält. Auch darf man etwas Butter dazugeben, was die hustenlösende Wirkung noch verstärkt. Ein bis zweimal pro Tag einen Teller davon essen. Vom Rainfarn wird nur das Kraut -nie die Blüten verwendet! Und zwar maximal 2 Teelöffel pro Tag und pro Person!

Die Edelsteine - Der Jaspis

"Und bei wem im Herz oder in den Lenden oder in irgendeinem anderen Glied des Menschen Stürme der Säfte, d. h. Gicht, auftreten, der lege den Jaspis auf jene Stelle und drücke ihn, bis er dort warm wird, und die Gicht wird weichen, weil die gute Wärme und die gute Kraft jene unrichtig warmen und kalten Säfte heilt und beruhigt."

Bei mangelhafter Durchblutung des Herzmuskels oder bei Rhythmusstörungen den Stein auflegen, bis dieser warm wird. Diesen Vorgang öfter wiederholen; bei Schmerzen, Gicht jeglicher Art, Ischialgien usw. den Jaspis auflegen oder auf die Schmerzstelle fixieren.

"Und wenn Blitze und Donner im Schlaf erscheinen, ist es gut, dass der Mensch den Jaspis bei sich hat, weil Phantasien und Trugbilder ihn dann meiden und verlassen."

Bei Albträumen empfiehlt Hildegard, diesen Stein nachts hautnah bei sich zu tragen, so dass er die Träume reguliert.

"Und wer stark den Schnupfen hat, der halte den Jaspis an den Mund und hauche ihn mit seinem warmen Atem an, damit er warm und feucht werde, und so stecke er ihn in die Nasenlöcher und drücke mit der Hand die Nase zu, damit die Wärme jenes Steins in den Kopf eindringt. Die Säfte des Kopfes werden umso schneller und milder gelöst und der Kranke wird sich besser befinden. Ein Mensch aber, der auf einem Ohr taub ist, der halte den Jaspis an den Mund und er hauche ihn mit seinem warmen Atem an, damit er dadurch warm und feucht werde. Und sogleich stecke er ihn ins Ohr und lege dünnes Werg auf jenen Stein. Und so verschließe er das Ohr, damit die Wärme dieses Steins ins Ohr eindringe... und so wird jener Kranke das Gehör wieder erlangen."

Für diese Anwendungen hat sich eine Jaspisolive (an einem Kettchen befestigt) bewährt.

Kräftespiel -Die Gottesvergessenheit - Die Heiligkeit

Die Gottesvergessenheit:

"Wenn Gott mich nicht kennt, wie kann ich ihn kennen? Ich werde auch meine eigenen Pläne verfolgen und handle nur so, wie es mir gefällt und was ich weiß und verstehe..."

Die Heiligkeit:

"Wer hat dich geschaffen und das Leben gegeben? Gott allein! Warum erkennst du nicht, dass du dich nicht selbst erschaffen kannst? Ich rufe zu Gott und erhalte von ihm alles, was zum Leben gehört... denn Gott allein schenkt dem Menschen Speise und Trank und alles, was er braucht. Die Menschen sehen es wachsen und gedeihen, verstehen aber nicht, wie das geschieht... Gott allein kann die ganze Menschheit über die Zeiten erhalten und auch das Geringste, das auf Erden ist, mit Leben erfüllen."

Der Apfel

"Aber die Frucht jenes Baumes ist zart und leicht verdaulich und roh genossen schadet sie gesunden Menschen nicht... Kranken aber schaden rohe Äpfel eher, weil sie schwächlich sind. Aber die gekochten und gebratenen sind sowohl für die Kranken als auch für die Gesunden gut. Aber wenn sie alt und runzlig werden, wie es im Winter geschieht, dann sind sie roh für Kranke und Gesunde gut zu essen."

Für Gesunde ist der Apfel in jeder Form, gekocht oder roh, optimal, während der Kranke und "Magenschwache" eher abgelagerte, runzelige oder gekochte Äpfel besser verträgt.

Das Siseröl gegen eine kranke Gesichtshaut

"Und wer eine kranke Haut im Gesicht hat, so dass sie leicht rissig wird, der nehme Gerla und zerstoße sie im Mörser, und wenn sie zerstoßen ist, gebe er Öl hinzu. Und so salbe er abends sein Gesicht, wenn er sich ins Bett legt, und dies tue er, bis er gesund wird."

Das Öl hat seinen Namen von dem lateinischen Wort "Sium sisorum"; dies ist die Gartenrapunzel, auch Gerla oder Zuckerwurz genannt. Es wird vor allem nachts auf die rissige, spröde Gesichtshaut aufgetragen, wobei man schon nach kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung feststellen wird.

Die Discretio - Das Maßhalten

"... die Seele liebt in allen Dingen das diskrete Maß. Wann auch immer der Körper des Menschen ohne Discretio isst und trinkt oder etwas anderes dieser Art verrichtet, werden die Kräfte der Seele verletzt..."

Eine wichtige Tugend bei Hildegard ist die "Discretio", das Maßhalten. Nach Hildegard soll sich der Mensch in allen Dingen das rechte Maß auferlegen.

Die Pflaumenkernkur

"...Aber wer trockenen Husten hat, der nehme die inneren Kerne dieser Frucht, und, nachdem die Hülse weggeworfen ist, lege er sie in den Wein, und sie sollen mit Wein übergossen werden, bis sie ziemlich aufquellen und so esse er sie oft und dann soll er auch in gutem Weine eine Suppe zubereiten und er nehme sie schlürfend ein, und er wird schnell geheilt werden."

Anwendung:

Bei schwerem Husten (Keuchhusten, hartnäckigem Husten nach Grippe, trockenem Husten, starkem Reizhusten) ca. 40 Pflaumenkerne (den inneren weißen Kern!) mindestens 24 Stunden in eine große Tasse Wein legen, zudecken, bis sie "dickbäuchig" aufgequollen sind. 3 Tage bis 1 Woche lang drei bis sechs Kerne kauen und essen (der Wein neutralisiert zum größten Teil die Blausäure), dazu außerdem sechs Pflaumenkerne klein hacken und daraus mit etwas Dinkelmehl oder -grieß sowie 3 EL Wein, in dem die Kerne gequollen sind, eine dünne Suppe kochen.

Der Kürbis

"Die Kürbisse sind trocken und kalt und wachsen von der Luft. Und sie sind für Kranke und Gesunde gut zu essen."

Kochrezept: Kürbissuppe

400 g Kürbis, 200 g Möhren, 1 Zwiebel, 2 EL Butter, Currypulver, 2 EL feines Dinkelvollkornmehl, 1 l Hildegard-Gemüsebrühe, Galgant, Salz, Bertram, 1 EL Mandelblättchen, 3 - 4 EL Creme fraîche.

Butter erhitzen, die fein gehackte Zwiebel darin glasig andünsten. Das in kleine Würfel geschnittene Gemüse dazugeben und leicht mitrösten. Curry und Dinkelvollkornmehl dazugeben und mit anschwitzen. Die kalte Gemüsebrühe angießen, Galgant und Bertram dazugeben und unter Rühren aufkochen, dann die Suppe auf kleiner Flamme ca. 10 Minuten kochen lassen und anschließend pürieren. Mit Salz und Galgant nochmals abschmecken. Die Mandelblättchen ohne Fettzugabe leicht bräunen. Creme fraîche auf die Suppe geben und die Mandelblättchen drüberstreuen.

Die Welt des Menschen

"... ursprünglich hatte Gott den Luzifer, den schönsten Lichtengel, mit Edelsteinen geschmückt. Dieser sah sie im Spiegel der Gottheit glänzen und empfing durch sie sein Wissen und erkannte dadurch, dass Gott viel Wunderbares bewirken wollte... Gott gründete im Anfang der Zeit aus dem Nichts zugleich beide Reiche, das geistige und das körperliche, das der Engel und das der Welt und darauf das des Menschen, der - aus Körper und Geist zusammengesetzt gewissermaßen beiden Reichen angehört."

Die Edelsteine - Der Smaragd

"Wer daher im Herz oder im Magen oder in der Seite Schmerzen hat, der habe den Smaragd bei sich, damit das Fleisch seines Körpers von jenem Stein warm werde, und es wird ihm besser gehen. Aber wenn jene Krankheiten in ihm so überhand nehmen, dass sie sich vor ihrem Sturm nicht zurückhalten können, dann lege jener Mensch den Smaragd alsbald in seinen Mund, damit er von seinem Speichel feucht werden und dass der Speichel von jenem Stein warm werde, und er führe ihn oft in seinen Körper ein und aus und die plötzlichen Überschwemmungen jener Krankheiten werden zweifellos weichen."

Bei Herzschmerzen, Magenschmerzen und Seitenstechen den Smaragd bei sich auf der bloßen Haut tragen, in Form eines Anhängers oder eine Kette und diese öfters in den Mund stecken.

Das Muskateller-Salbeielexier gegen Magenschleimhautentzündung

"... Und wessen Magen so schwach ist, dass er von Speisen leicht eitrig ist, der nehme Muskateller-Salbei und zu deren dritten Teil Polei und von Fenchel so viel wie der dritte Teil der Polei ist, und dies koche er gleichzeitig in gutem Wein, unter Beigabe von etwas Honig, und er seihe es durch ein Tuch, und trinke es oft nach dem Essen und gegen Nacht; sein Magen wird angenehm geheilt oder gereinigt werden."

"Der Smaragd wächst frühmorgens und dann sind die Grünkraft der Erde und ihre Pflanzen besonders lebenskräftig. Und daher ist der Smaragd stark gegen alle Schwächen und Krankheiten des Menschen, weil die Sonne ihn bereitet und weil seine Substanz von der Grünkraft der Luft kommt."

Der Smaragd war schon immer der Verbündete der Menschen im Kampf gegen Krankheiten.

Kräftespiel -Die Ungerechtigkeit - Die Gerechtigkeit

Die Ungerechtigkeit:

"Auf wen soll ich meine Gerechtigkeit setzen? Auf keinen! Ich wäre kein Geschöpf Gottes, sondern eher ein Esel, der träge dahertrottet, solange ihn nicht die Peitsche treibt, würde ich immer nur auf dieses oder jenes achten müssen. Ich bin doch weiser und klüger als die anderen. Ich kenne Sonne, Mond und Sterne, auch die übrige Welt und jedes Ding bestimmte ich in seinem Gefüge..."

Die Gerechtigkeit:

"Was redest du da? Gott hat alle Dinge der Welt so eingerichtet, dass eines aufs andere Rücksicht nimmt. Je mehr einer vom anderen lernt - wo er doch von sich aus nichts weiß - umso mehr wächst auch in ihm das Wissen... - Daher weiß ich, dass die Gaben des Heiligen Geistes, die im Menschen ich erkenne, die Werke Gottes sind und für sie bin ich der Lobgesang... Bei Gott werde ich bleiben und weiche nie von ihm..."

Der elfte Monat

"Dieser Monat bringt die Kälte mit, vorbei ist die Wärme und der Reichtum der Natur. Diese Kälte ist jedoch noch nicht klirrend genug, um die Erde gefrieren zu lassen, sondern sie wühlt den Schmutz auf. Der Mensch, der in diesem Monat geboren ist, wehrt sich gegen diese Kälte, damit nicht zu viele schmerzhafte Gedanken sein Herz belasten und somit die Freude in ihm unterdrücken. Er muss sehr darauf achten, dass er das Tageslicht der Heiligkeit nicht verlässt, denn sonst wird er im Selbstmitleid aufseufzen und jammern voller Schmerz und großer Traurigkeit und seiner Seele schaden. Jedoch durch die Besinnung auf den Heiligen Geist, also durch gute Taten und Werke, kann er seiner Seele neue Kräfte entlocken."

Das Hagebuttenmark

Aber wenn jemand an Leib gesund ist und nur einen schwachen Magen hat, der koche von der Frucht des Wurzeldorns und esse oft davon, und es reinigt den Magen und nimmt den Schleim von ihm weg."

Hagebuttenmark - selbst gemacht oder aus dem Reformhaus - bei allen nervösen Magenleiden einsetzen, ebenso bei Magenschwäche und Magenverschleimung.

Das Wasserlinsen-Elixier bei Praekanzerose und Abwehrschwäche

"...Wen die Vichtkrankheit plagt... der trinke nüchtern so viel wie man mit einem Atemzug trinken kann, und ähnlich, wenn er sich abends zu Bett legt. Er mache das oft, bis er geheilt ist."

Eine Selbstanfertigung ist hier sehr schwer, man kann aber das Mittel in der Apotheke beziehen. Kurmäßig - 3 Monate einnehmen - 3 Monate pausieren - 3 Monate einnehmen - täglich 1 Likörglas vor dem Frühstück und vor dem Abendessen.

Über die Bosheit

"Die Gnade Gottes verlässt die, welche die Hilfe Gottes verschmähen; sie kommt barmherzig denen zu Hilfe, die sie suchen. Ist ein Mensch so hartnäckig, dass er die Hilfe Gottes zur Bekämpfung des Teufels verschmäht, so hört dieser nicht auf, ihm nachzustellen. Denn die Schwärze der Bosheit, die sich in ihm dann erhebt, bringt seinem ganzen Leib eine so große Bitternis, dass dadurch auch sein Körper krank und dürr wird. Wenn daher ein Mensch beginnt, sich Böses ins Gedächtnis zu rufen und sich selbst verzweifelt zu zerreißen, als ob es ihm nicht möglich sei, das Böse zu tun, dann sieht es der Teufel und sagt: Da ist ein Mensch, der uns gleich ist und Gott verleugnet... Eilen wir schnell hin zu ihm, um ihn mit unseren Listen zu hemmen, auf das er uns nicht entkomme...Wenn der Mensch aber dem Teufel widersteht und sich in Reue den Lastern entzieht, dann ersteht er zum Leben."

Zwischen Gut und Böse

"Jegliches Werk des Menschen geht aus der Erkenntnis hervor. Wie? Zwei Wege liegen vor ihm. Wieso? Er erkennt mit seinem Empfinden Gut und Böse. Wenn er vom Bösen übergeht Gutes zu tun, ahmt er Gott nach, da er das Gute in ihm tut, der gerecht ist und keine Ungerechtigkeit will. Wirkt er jedoch Böses, verwickelt er sich durch den Verführer in Sünden, denn der Teufel lässt nicht von ihm ab, bis er ihn in den Fesseln seiner bösen Taten weiß. Denn der Teufel flieht die Heiligkeit und sucht die Ungerechtigkeit. Entzieht sich der Mensch jedoch dem Bösen und wirkt Gutes, dann wird er von der größten Güte aufgenommen. Denn er hat sich dann nämlich aus Liebe zu Gott überwunden, der für ihn seinen Sohn dem Tod am Kreuz auslieferte."

Der Polei-Essig-Honig gegen Magenverschleimung, Gastritis, Magen- und Darmpilzen

"Und pulverisiere Polei, und schütte dieses Pulver in Essig und Honig in gleichem Gewicht, trinke es oft nüchtern... und es reinigt deinen Magen und erhellt deine Augen..."

Von diesem Polei-Essig-Honig nimmt man jeweils vor dem Essen 1 EL voll über mehrere Wochen hin. Gerade bei Menschen mit häufigen Magenproblemen hat sich diese Kur bestens bewährt.

Der Aderlass beim Tier

"...Wenn ein Pferd, Rind oder Esel schwach und mager ist, soll ihm je nach dem Grad seiner Beleibtheit oder Magerkeit ein halber Becher Blut entnommen werden. Nach dem Aderlass soll man ihm ein weiches Futter und trockenes, zartes Heu zum Fressen geben. Dann soll sich das Tier zwei Wochen oder eine Woche oder vier Tage nach dem Aderlass erholen, bis es seine Kräfte wiedererlangt... Nach Ablauf von drei Monaten soll im vierten Monat und nicht früher demselben Tier noch einmal Blut beim Aderlass entnommen werden, es sei denn, es liegt ein akuter Notfall infolge Krankheit vor...Einem Schaf soll man oft, jedoch nur wenig Blut durch Aderlass entnehmen, weil es sonst bei ständigem Luftwechsel leicht erkrankt. Bei Schafen soll man den Aderlass bei feuchter, mäßig warmer Luft vornehmen, weil dann die schädlichen Säfte bei ihnen zunehmen. Bei trockener Luft soll man den Aderlass unterlassen, weil dann die Säfte bei ihnen zunehmen."

Verdauungsfördernde Nahrungsmittel

  1. Der Dinkel: "...er ist milder als andere Getreidearten..." Besonders Dinkelkaffee und Dinkelkörner regen die Verdauung an.

  2. Der Bertram: "... schickt er nichts unverdaut heraus, sondern bereitet ihm eine gute Verdauung..." Den Bertram in jedes Gericht, aber mäßig, nur als Gewürz.

  3. Der Beifuß: "... und wenn er gekocht wird, heilt er kranke Eingeweide und wärmt den kranken Magen..." In Fleischgerichte, Suppen und Mus etwas Beifuß geben.

  4. Die Melde: "... und gegessen bewirkt sie eine gute Verdauung..." Melde wie Salat zubereiten.

  5. Der Fenchel: "... er verursacht eine gute Verdauung..." Gemüse, Tee, Samenkorn nüchtern kauen.

  6. Das Hirschfleisch: "...Wenn der Mensch Hirschfleisch ziemlich warm, aber nicht heiß isst, reinigt es seinen Magen und macht ihn heil..."

  7. Das Ziegenfleisch, das Lammfleisch: "... und es heilt und stärkt den Magen..."

Das Schlehenaschen-Elixier bei Lähmungen

"Und ein Mensch, der gichtkrank ist... und so dass seine Glieder lahmen, der... trinke nüchtern mäßig, nach dem Essen aber nehme er genügend davon. Und das tue er oft und die Gicht wird von ihm weichen... und die Gesundheit der Glieder wird er wiedererlangen, weil dieser Trank besser als Gold ist."

Die öligen Rebtropfen gegen Ohrenschmerzen

"...Wenn das Rebenschoß zuerst von der Rebe abgeschnitten wird, sind jene Tropfen, die dann von morgens mittags aus jenem Einschnitt fließen, gut und nützlich... Daher soll der Mensch sie in ein Töpfchen auffangen und ihnen Olivenöl beigeben. Und wenn er Ohren- oder Kopfschmerzen hat, soll er sich damit salben und es wird ihm besser geben."

Diese Tropfen wirken meist prompt bei Ohrenschmerzen, vor allem aber bei Kindern mit Mittelohrentzündungen und/oder -vereiterungen. Man schüttelt das Fläschchen kurz und reibt dann die Tropfen um das schmerzende Ohr gut ein. Achtung: Von diesen Tropfen darf nichts ins Ohr gelangen!

Die Poleiminze gegen Magenschmerzen, Gastritis, und Pilzerkrankungen

"... Die Polei hat eine angenehme Wärme und ist trotzdem feucht, und von den folgenden fünfzehn Kräutern hat sie eine Kraft in sich, nämlich Zitwer, Gewürznelke, Galgant, Ingwer, Basilienkraut, Beinwell, Lungenwurz, Osterluzei, Schafgarbe, Eberraute, Engelsüß, Odermennig, Stur, Storchenschnabel, Bachminze. Und diese Kräuter wirken allen Fiebern entgegen...Aber auch wer die Blätter der Polei roh oft mit Salz isst, nämlich wenn man sie allein dem Fleisch beigibt, der wärmt den Magen, wenn er einen kalten Magen hat. Und auch wenn sein Magen voll von Gift, das ist Eiter, reinigt und heilt es ihn."

Die Getreideernte

"...Auch das Getreide, das bei zunehmendem Mond... abgemäht wird, bringt mehr Mehl, weil es... seine volle Ausgiebigkeit besitzt...Was jedoch bei abnehmendem Mond abgemäht wird, kann seine Kraft länger behalten... Getreide... bei zunehmendem Mond abgemäht, aber in die Erde ausgesät, schlägt schneller Wurzeln, wächst schneller zu Getreideähren heran und bringt rascher und mehr Stroh, jedoch weniger Ertrag, als wenn es bei abnehmendem Mond abgemäht wird."

Getreide bei zunehmendem Mond geerntet bringt mehr Mehlertrag. Saatgut für ertragreiches Getreide bei abnehmendem Mond ernten. Saatgut für Stroh bei zunehmendem Mond ernten. Getreideernte bei abnehmendem Mond bringt längere Haltbarkeit von Korn und Mehl, aber weniger Ertrag.

Die Obst- und Gemüseernte

"... alles Obst und Gemüse, das bei zunehmendem Mond geerntet wird und das Fleisch vom Vieh, das zu dieser Zeit geschlachtet wird, hat einen größeren Nährwert, weil es dann voll Saft und Blut ist... Eine Ausnahme macht man dann, wenn es länger halten soll... dann das Gemüse und das Obst zu ernten und das Vieh zu schlachten, wenn der Mond abnimmt, damit es sich umso länger halten kann..."

Die Regel nach Hildegard ist: Obst und Gemüse, das gelagert werden soll, bei abnehmendem Mond ernten. Obst und Gemüse, das gleich weiterverarbeitet wird, bei zunehmendem Mond ernten. Saatgut für Gemüse bei abnehmendem Mond ernten. Saatgut für Gewürze und Salat bei zunehmendem Mond ernten.

Der Hopfen

"Der Hopfen ist warm und trocken, und er hat etwas Feuchtigkeit, und zum Nutzen des Menschen ist er nicht sehr brauchbar, weil er bewirkt, dass die Melancholie im Menschen zunimmt, und den Sinn des Menschen macht er traurig und er beschwert seine Eingeweide. Jedoch mit seiner Bitterkeit hält er gewisse Fäulnisse von den Getränken fern, denen er beigegeben wird, so dass sie umso haltbarer sind."

Nach Hildegard ist der Hopfen nur zur Haltbarkeit des Bieres brauchbar, denn den Menschen selbst macht er betrübt und melancholisch. Daher sollten depressive Menschen lieber zu einem Glas Wein greifen und wer doch lieber beim Bier bleiben will, sollte auch hier stets an das rechte Maß denken.

Den Stoffwechsel anregen statt Abführmittel einnehmen

"'...(abführende) Getränke, die den Magen reinigen, nützen den Menschen nicht... Und wenn die schlechten Säfte im Menschen überhand nehmen, dann bilden sie manchmal in ihm einen nebligen Qualm... dieser breitet sich in seinen Eingeweiden aus, bringt die übrigen Krankheitserreger in Bewegung und lässt die in ihm verursachen. Und die Pilze, die in feuchter Luft und feuchter Erde entstehen, sind weder vollkommen warm noch vollkommen kalt, sondern lau und wenn der Mensch sie isst, wecken sie einen üblen Saft in ihm auf... Die Pilze aber, die auf gewissen Bäumen, stehenden oder liegenden, entstehen, sind einigermaßen gut zur Speise des Menschen wie gewisse Gartenkräutlein und den, der sie isst, schädigen sie weniger und aufgenommene Nahrung weder durch den richtigen, natürlichen Eingang in den Magen gelangen noch durch den richtigen, natürlichen Ausgang austreten..."

Abführmittel einnehmen geht schnell und erleichtert vorerst, aber die Ursache für die schlechte bis ungenügende Verdauung wurde damit nicht berücksichtigt. Also lieber verdauungsfördernde Nahrungsmittel und Gewürze einsetzen und damit das Übel an der Wurzel packen.

Verschiedene Grippemittel aus der Hildegard-Apotheke

Die Andorn-Königskerzen-Mischkräuter

"Nimm Fenchel und Dill von gleichem Gewicht, füge ein Drittel Andorn hinzu und koche es zusammen mit Wein. Siebe es durch ein feines Tuch, trinke es und der Husten wird weichen."

2 EL Grippekräuter in 1/4 l Wein 5 Minuten kochen lassen und warm über den Tag verteilt trinken.

Das Tannenholz

"...Wenn der Rotz reichlich aus der Nase fließt, soll man den Rauch von Tannenholz durch die Nase inhalieren und der Rotz wird sich leichter lösen und nachlassen..."

Das Eibenholz bei Heuschnupfen und Asthma

"Denn wenn jemand in seiner Nase und in seiner Brust von üblen Säften ein Gebrechen hat, nehme er den Rauch dieses Holzes in seine Nase und in seinen Mund auf, und so werden jene üblen Säfte sanft und angenehm gelöst werden und verschwinden ohne Gefahr für seinen Leib."

Eibenholz verbrennen und den Rauch einatmen oder Eibenholzspäne in einer Tonschale auf der Herdplatte erhitzen, bis sie rauchen. Diese Behandlung sollte einmal täglich über einige Wochen durchgeführt werden.

Der zehnte Monat

"Dieser Monat birgt die Reife. Die Ernte ist eingefahren, die Keller sind voll. Die Natur wirft die Blätter, sie bereitet sich auf den kalten Winter vor. Im Lebenskreislauf stellt er auch die Reife des Alters dar, dort wo der Mensch durch Besinnung zur Weisheit gelangen kann. Der Mensch, der in diesem Monat geboren wird, braucht sich nicht mehr um die Ernte, um die Fülle des Lebens zu bemühen, er hat deshalb von der Natur eine Kälte mitbekommen, die er nur durch das Suchen und Bemühen von rechter Wärme ausgleichen kann."

Die Odermennigpillen

"... Um von Speichel, Rachen- und Nasenschleim gereinigt zu werden, nehme man Odermennig... und forme daraus Pillen von der Größe einer Bohne... und trockne sie an der Sonne... wenn man diese Pillen nehmen will, soll man seinen Bauch warm halten."

Odermennigpillen werden kurmäßig bei starker Verschleimung im Nasen-Rachen-Raum und bei Stirn-, Neben- und Kieferhöhlenentzündung genommen. Man nimmt morgens nüchtern, noch im Bett liegend (wegen der Wärme!) ca. 5 Stück und lässt sie langsam im Mund zergehen. Sie reinigen die Schleimhäute von allem Schleim. Um die Verschleimung richtig auszukurieren, sollte man dies ca. 2 - 3 Wochen so machen. Wegen der besseren Wirkung ist es angesagt, erst 2 - 3 Stunden nach der Einnahme der Pillen nur leicht zu frühstücken oder ein leichtes Mittagessen zu sich zu nehmen.

Die Wegerichtinktur gegen Insektenstiche

"Der Wegerich ist warm und trocken. Und wenn eine Spinne oder ein anderer Wurm einen Menschen berührt oder sticht, dann soll er sofort mit Wegerichsaft die Stichstelle salben und es wird ihm besser gehen."

Dieses Mittel wirkt prompt. Sowohl die Schmerzen werden besser, als auch die Schwellung oder Entzündung geht zurück. Ein wahres Wundermittel, wenn Kinder von Bienen gestochen werden. Man nimmt frische Spitz- oder Breitwegerichblätter, zerreibt sie schnell und gibt den austretenden Saft auf die Stich- oder Bissstelle.

Der Pfaffenhütchenwein gegen Wassersucht

"Und der Mensch, der die Wassersucht hat, ziehe die Rinde dieses Baumes ab und zünde sein Holz, das innen ist, am Feuer an, und davon mache er Asche... und diese Asche lege, in ein Tuch gebunden, in reinen und guten Wein... und dies trinke oft nüchtern und jene Krankheit in ihm verschwindet..."

Wir haben hier ein hochwirksames Mittel gegen die Wassersucht. Von dem selbst hergestellten oder aus der Hildegard-Apotheke bezogenen Pfaffenhütchenwein vor jeder Mahlzeit ein Gläschen trinken.

Die Schafgarbe bei Wunden und Verletzungen

"Die Schafgarbe ist etwas warm und trocken, und sie hat gesonderte und feine Kräfte für Wunden. Denn wenn ein Mensch durch einen Schlag verletzt wird, wäscht man nachher die Wunde mit Wein, und es soll in Wasser mäßig gekochte Schafgarbe, nachdem das Wasser mäßig ausgepresst wurde, so warm über jenes Tuch leicht gebunden werden, das auf der Wunde liegt. Und so nimmt sie der Wunde die Fäulnis und die Schwären, das heißt das Geschwür, und sie heilt die Wunde. Und so geschehe es oft, solange es nötig ist. Aber nachdem die Wunde begonnen hat, sich ein wenig zusammenzuziehen und zu heilen, dann soll nach Wegwerfen des Tuches und ohne das Tuch die Schafgarbe auf die Wunde gelegt werden, und sie wird umso gesünder und vollkommener geheilt."

Hier gibt uns Hildegard das Mittel für eine erstklassige Wundheilung.

Die Hainbuchenspäne gegen Muttermale und Feuermale

"Und wenn einer üble Flecken an seinem Körper hat, schneide von dem Holz unter der Rinde einen Span und wärme ihn am Feuer, und lege ihn warm auf die Maler, das heißt die Flecken, und sie werden verschwinden."

Diese Hainbuchenspäne auf dem Herd oder Grill erwärmen und mit einem Verband auf die Flecken fixieren.

Das Olivenöl gegen Krämpfe

"Wenn ein Krampf einem Menschen irgendwo an seinem Körper zu schaffen macht, soll er Olivenöl nehmen und sich damit an der Stelle, wo es weh tut, fest einreiben oder, falls er Olivenöl nicht zur Verfügung hat, mit einer anderen wertvollen Salbe..."

Olivenöl mit einigen Tropfen Rosenöl vermischt hat sich besonders bei Säuglingen und Kleinkindern, die von Bauchkrämpfen geplagt werden, bewährt. Am besten reibt man es kräftig in den gesamten Bauchbereich ein.

Die Eberwurz (Byverwurtz)

"Die Eberwurz ist warm und etwas kalt. Pulverisiere daher die Wurzel und die Blätter der Eberwurz und so viel wie die Hälfte davon wiegt, soviel Bertrampulver und so viel Zimtpulver gebe der Kranke bei und mische es. Und das auf diese Weise gemischte Pulver nimm täglich entweder mit Brot oder mit warmen Wein, oder iss es in Suppen, oder trinke es in warmen Wein und du wirst keine große oder lange Krankheit haben bis zu diesem Tod. Und kein Mensch meide dieses so bereitete Pulver, weil er, wenn er gesund ist, und dieses Pulver täglich isst, nicht lange krank im Bett liegen wird. Und wer krank ist und es isst, wird gesund werden."

Ein sehr viel versprechendes Heilmittel. Außerdem ein Mittel, das wieder Körper und Seele mit einschließt, wie auch die Gewürze Zimt (= stärkend, stimmungsaufhellend) und Bertram (= reinigend, aufbauend).

Der Knoblauch und die Zwiebeln

"... Der Knoblauch ist für Gesunde und Kranke heilsamer zu essen als der Lauch. Und er muss roh gegessen werden... weil sein Saft gemäßigt ist und die rechte Wärme hat. Er soll mäßig gegessen werden, damit das Blut im Menschen nicht übermäßig erwärmt werde..."

"Die Zwiebel hat nicht die rechte Wärme, sondern scharfe Feuchtigkeit... Sie ist roh gegessen schädlich und giftig wie der Saft unnützer Kräuter. Gekocht aber ist sie gesund zu essen, weil durch das Feuer das Schädliche in ihr gemindert wird.... Jenen aber, die magenkrank sind, bereitet sie sowohl roh wie auch gekocht Schmerzen..."

Der Knoblauch roh oder gekocht senkt den Cholesterinspiegel und wirkt gut gegen Arteriosklerose. Zwiebeln hingegen dürfen nur gekocht oder gebraten verzehrt werden und sollten grundsätzlich von Magenschwachen gemieden werden!

Bohnensalat mit Dinkelkörnern

Kochrezept:

Weichgekochte Bohnen und gekochte Dinkelkörner mit einer Salatsauce aus Essig, Sonnenblumenöl, etwas Galgant und Bertram, Zucker, Salz, Bohnenkraut, zerdrückten Knoblauchzehen und gedünsteten Zwiebelringen anmachen. Mit frischer Petersilie bestreut servieren. Ein hochwertiges, eiweißreiches Gericht!

Die Bohnen als Heilmittel

"Die Bohne ist warm... Das Bohnenniehl ist gut und nützlich für den kranken und den gesunden Menschen, weil es leicht ist und mühelos verdaut werden kann."

Bohnen haben neben dem Dinkel einen hohen pflanzlichen Eiweißanteil, sättigen lang anhaltend, sind leicht verdaulich und enthalten kein Cholesterin.





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