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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Hildegards Weisheiten 3

Der vierte Monat

"Der April ist der Monat, der die Viriditas, die Grünkraft und den Wohlgeruch verkörpert, auch wenn es in ihm schrecklich donnern kann. Wir erleben im April das Erwachen der Natur nach einem starren Winter, das Sprießen des ersten Grüns, eben die Viriditas, und den ersten Duft der Frühlingsboten. Der Mensch erhält jene Grünkraft, die auch die Natur mit sich bringt, aber nur dann, wenn er fest im Glauben zu Gott steht. Der Mensch ist es, der den Ruf der Rechtschaffenheit und Nützlichkeit überall hin zum Ruhme Gottes ausströmt."

Rezepte für ein "hildegardisches" Ostermenü

Fenchelfrischkost mit Orangen

2 EL kalt gepresstes Sonnenblumenöl mit 200 g saurer Sahne glatt rühren. 1/2 Banane mit der Gabel zerdrücken, mit etwas geriebenem Meerrettich und feingehacktem Estragon unter die Sauce mischen. Mit Zitronensaft, Galgant, etwas Salbei und Honig kräftig abschmecken. 2 kleine Fenchelknollen fein schneiden, 2 kleine Äpfel fein würfeln, beides mit Zitronensaft beträufeln und mit der Salatsoße mischen. 2 Orangen schälen, filetieren und den Salat damit garnieren, mit Mandelsplittern und Fenchelgrün garnieren.

Servieren Sie diese köstlichen Vorspeise etwa vor einer Lammkeule im Kräutermantel (Beifuß und Quendel nicht vergessen!) oder gebratenen Felchenfilets in Mandelbutter (mit Galgant und Bertram würzen!).

Als Dessert empfiehlt sich Quittenschaum, den Sie aus Quittenmarmelade oder -gelee auch zu dieser Jahreszeit bereiten können: Steif geschlagene Sahne mit Quittenmarmelade oder -gelee leicht vermengen, mit etwas Rohrzucker bestreuen.

Das Essen von Fisch

  1. Der Hering

    "... der Hering ist für Gesunde und Kranke, wenn er frisch ist, schädlich zu essen ... Und sowohl für den Kranken als auch für den Gesunden ist der Hering besser und heilsamer gebraten als gekocht zu essen..."

  2. Der Barsch

    "... er hält sich gerne in der Reinheit der Gewässer auf und sucht dort reine Nahrung ... und sein Fleisch ist gesund und für kranke und gesunde Menschen gut zu essen."

  3. Der Hecht

    "Er verlangt reine Nahrung und hat hartes und gesundes Fleisch ... sowohl kranken wie auch gesunden Menschen ist sein Fleisch gut zum Essen..."

  4. Der Lachs

    "... und er ist weich und schwach, und er ist für keinen Menschen gut zu essen, weil er alle üblen Säfte erregt, die im Menschen sind..."

  5. Der Karpfen

    "... und von den Sümpfen hat er weiches und schwaches Fleisch in sich ... und sein Fleisch schadet einem gesunden Menschen beim Essen nicht, einem Kranken aber schadet es etwas..."

  6. Die Bachforelle

    "... und für kranke Menschen taugt sie nicht viel zum Essen, die Gesunden aber schädigt sie nicht..."

Gebet - Zweifel

"O Gott, hast nicht du mich geschaffen?

Die elende Erde erdrückt mich!" Weiß ich, ob Gott überhaupt existiert? Wo ist denn mein König und Gott?"

Das Essen von Fleisch

  1. Das Schaf, das Lamm

    "... ist für gesunde und kranke Menschen im Sommer gut zu essen, im Winter aber taugt es nicht zum Essen, weil es kalt ist, und weil auch der Winter kalt ist..."

  2. Die Ziege

    "... und sein Fleisch ist für gesunde und kranke Menschen gut zu essen und wenn es oft gegessen wird, heilt es die zerbrochenen und zerquetschten Eingeweide und es heilt und stärkt den Magen dessen, der es isst."

Der Mond und das Fällen der Bäume

"...Auch in den Bäumen ... nimmt der Saft bei zunehmendem Mond zu und bei abnehmendem Mond ab. Daher werden sie, wenn sie bei zunehmendem Mond gefällt werden ... mehr vom Ungeziefer und vom Holzwurm zerfressen, als wenn sie beim abnehmenden Mond gefällt würden..."

Der Steinbrech

"Der Steinbrech ist kalt und hat starke Kräfte in sich, und zum Gebrauch eines Menschen, der einen zarten Körper hat, taugt er beim Essen nichts, weil er für seinen Körper zu stark wäre. Aber wenn im Magen oder in der Blase oder irgendwo im Körper des Menschen sich Schleim zusammenballt und sich so verhärtet wie ein Steinchen, dann zerstoße jener Samen vom Steinbrech in Wasser und er trinke das oft so nach dem Essen und nicht nüchtern, und so zerbricht jenes Getränk das, was im Menschen wie ein Steinchen hart und widerstrebend ist, und so wird jener Mensch geheilt werden..."

Hier finden wir ein erstklassiges Steinmittel. Ganz gleich, ob der Stein in der Blase oder in der Galle sitzt, man gebe eine Prise Steinbrechsamen in ein Glas Wasser und trinke dies nach jedem Essen und der Stein wird aufgelöst. Da diese Pflanze sehr selten ist, empfiehlt es sich, Steinbrech im Garten anzubauen.

Die Pfennigkrautmischung

"... Diesen Wein soll er neun Tage lang auf nüchternen Magen trinken, aber nur ein wenig nach dem Frühstück, und mit demselben Wein soll er sich eine fette Eisuppe bereiten und essen. Wenn er schlafen geht, soll er den Wein mit einem heißen Stahl erwärmen und dann trinken und sich mit einer warmen Decke zudecken, damit er schwitzt. Das soll er tun, bis er geheilt ist."

Dieses Rezept bietet sich bei jeder Form der Gelbsucht an, aber wegen der Schwere der Krankheit immer in Absprache mit einem Arzt.

Rezept:

60 g Pfennigkrautmischung in 1 Liter guten trockenen Wein legen und einige Tage dunkel stellen, dann 9 Tage lang vor und nach dem Essen etwas davon trinken. Am Abend etwas Wein (1 Likörglas) mit einem Tauchsieder erhitzen, trinken und im Bett nachschwitzen.

Kräftespiel - Der Hochmut - Die Demut

Der Hochmut:

"Meine Stimme schreit weithin über alle Berge. Wer könnte sich mit mir messen? Über Hügel und Felder breite ich meinen Mantel aus und will nicht, dass auch nur einer mir Widerstand leistet. Ich weiß, dass keiner mir gleicht."

Die Demut:

"Warum sollte ich nicht dulden, dass einer mir auch noch so schreckliches Unrecht zufügt, da doch der Schöpfer selbst vom Himmel herniederstieg, um die Menschen an sich zu ziehen? Ich hatte in den Höhen meine Heimat beim Schöpfer und stieg hernieder mit ihm auf die Erde und kann so an allen Enden der Erde wohnen. Daher bringe ich kein Wort trügerisch über meine Lippen wie ich sei dieser oder jener - wo ich doch gar nichts bin. Würde ich das behaupten, so wäre ich nicht die Sonne, die das Dunkel erhellt. Denn mit Gott durchdringe ich alle Finsternis. Daher vermag mich kein Sturm erschüttern, da ich in der vollen Güte mit Gott verweile."

Die Edelsteine - Der Chrysolith

"... und er hat fast eine Art lebensspendende Kraft in sich, so dass, wenn er bei dem neugeborenen Jungen eines Vogels oder eines anderen Tieres zu liegen kommt, von seiner Kraft so gestärkt wird, dass er schon vorzeitig beginnen würde, davonzulaufen..."

Die Kraft dieses Steines, die wie Hildegard sagt, etwas Lebensspendendes in sich hat, wäre hier vor allem zur Entwicklung von Kindern (Neugeborenen) einzusetzen. Man kann dem Säugling einen Chrysolith als Fußkettchen oder -anhänger geben.

"... Und dieser Stein stärkt das Wissen in dem Menschen, der ihn bei sich haben soll, so dass wer gutes Wissen und gute Kunst hat, diesen Stein auf sein Herz legen soll, und solange er dort liegt, schwindet das Wissen und die gute Kunst nicht in ihm..."

Der Chrysolith stärkt das bereits vorhandene Wissen und verstärkt die Kunstfertigkeit im Menschen. Heute kennt man den Namen "Chrysolith" kaum noch, er wird als Perdot oder Peridot im Edelsteinhandel angeboten.

Gebet - Unbeständigkeit

"O allwissender Gott, der das Gute schuf, ich zittere im Bewusstsein der Sünde. In der Reue erkenn' ich mich zwar, lasse sie aber nicht wirksam werden, und es bleibt mir die Angst."

Die Galle und ihre Erkrankungen

"... Der Mensch aber, bei dem die Galle größere Kräfte als die Schwarzgalle hat, kann den Zorn leicht bändigen. Jener, bei dem die Schwarzgalle stärker ist als die Galle, wird leicht zum Zorn gereizt... Die Schwarzgalle aber nimmt von schlechten, bitteren, unsauberen und schlecht zubereiteten Speisen zu..."

Hildegard gibt hier wieder einen Hinweis, dass gerade das richtige Essen und Trinken, im Zusammenhang mit Maßhalten und dem Verzicht auf Küchengifte und schlechte Essgewohnheiten, die Schwarzgalle beeinflusst. Wir sollten immer auf ein Gleichgewicht zwischen Schwarzgalle und Galle achten. Ein "hildegardisches" Essen fordert den Gallenfluss und bringt somit eine bessere Verdauung, während Küchengifte und Maßlosigkeit die Schwarzgalle überlaufen lassen und damit auch den Zorn herbeiführen.

Die Aloe und die Gelbsucht

"... Und wer Gelbsucht hat, der lege Aloe in kaltes Wasser, und morgens sowie wenn er schlafen geht, trinke er es, und er wird geheilt werden..."

Anwendung:

Man gibt Aloe in ein Glas Wasser und lässt dies mehrere Stunden ziehen, dann ohne umzurühren, trinkt man das Wasser und lässt die restliche Aloe, die unten im Glas übrig bleibt zurück, da Aloe eine stark abführende Tendenz hat.

Der Mond und das Beschneiden und Pflanzen von Bäumen und Weinstöcken

"... Das Beschneiden und Pflanzen erfolgt besser bei abnehmendem als bei zunehmendem Mond …wegen des aufsteigenden und überschüssigen Saftes beim zunehmenden Mond, schlagen sie nicht so gut Wurzeln und wachsen nicht so gut heran und kümmern dahin ... und viel Saft fließt aus ihnen heraus..."

Die Regel nach Hildegard: Schneiden Sie im März ihre Bäume und Weinstöcke bei abnehmendem Mond, damit sie nicht zu sehr Saft verlieren und mehr Fruchtfülle aufweisen können. Das Pflanzen von Bäumen erfolgt das ganze Jahr immer bei abnehmendem Mond, um so besseres Wurzelwachstum zu fördern.

Ernährungshinweise bei Gallenwegserkrankungen

"... Die Schwarzgalle aber nimmt von guten und wohlschmeckenden Speisen ab, dagegen von schlechten und schlecht zubereiteten Speisen zu ...Ebenfalls bei Krankheiten durch die verschiedenen Säfte nimmt die Schwarzgalle zu..."

Wohlschmeckende und gesunde Speisen, die Hildegard sehr wichtig sind und deren Verzehr sie empfiehlt, sind: Dinkel, Fenchel, Edelkastanien, Sellerie, Karotte und Habermus.

Erlaubte und gut verträgliche Getränke, vor allem bei Gallensteinen und -koliken sind: Fencheltee, Dinkelkaffee, Salbeitee, Dinkelbier und geringe Mengen verdünnter Rotwein.

Das Osterfest und der Vollmond

"...All das gilt auch für die Jahreszeiten, werden diese doch vom Mond geregelt, ebenso die Beschaffenheit der Luft, d.h. Regen oder Dürre des Sommers oder Winters. Alles wird von ihm geregelt, ist er ja die Mutter aller Jahreszeiten und, wie die Söhne einer Mutter nach ihr gezählt werden, werden alle Zeiten auch nach dem Mond gerechnet..."

Das Osterfest wird am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert.

Gedanken zu Ostern

"Denn als dieses unschuldige Lamm zum Heil der Menschen auf den Altar des Kreuzes gehoben worden war, erschien die Kirche im reinen Glanz des Glaubens durch ein unermessliches Mysterium im Himmel und wurde dem Eingeborenen Gottes durch die erhabene Majestät verbunden. Was bedeutet das? Als nämlich aus der Seitenwunde des Sohnes Blut entströmte, begann alsbald die Erlösung der Seelen."

Kräftespiel - Die Ausgelassenheit - Die Zucht

Die Ausgelassenheit:

"Was könnte dem Menschen schon Freude schaden, sie bringt wenigstens zum Lachen ...Was wäre auch ein Mensch, dem immer nur zum Sterben zumute ist? Nichts. Darum lasst uns fröhlich sein, solange es hier noch etwas zum Freuen gibt."

Die Zucht:

"...mit den ungepflegten Manieren verspielter Menschen gleichst Du unstetem Winde und in deiner Wechselhaftigkeit dem Gewürm, das im Erdreich wühlt ... Ich aber, ich bin ein Gürtel der Heiligkeit und ein Mantel der Ehrbarkeit. Zu des Königs Hochzeit bin ich geladen und erscheine dort mit Freuden und in Züchten. Strahlend trete ich dort auf, in aller Pracht der Gerechtigkeit."

Die Ingwer-Ausleitungs-Kekse

"Wenn ein Mensch ein Purgiermittel machen und einnehmen will, der nehme Ingwer, den halben Teil davon Süßholz und ein Drittel vom Ingwer Zitwer. Dieses pulverisiere er und siebe es fein..."

Die Ingwer-Ausleitungs-Kekse erhalten Sie als Fertigprodukt. Man nimmt morgens 1 Stück Keks nüchtern, vor dem Aufstehen, also noch im Bett, und lässt es langsam im Munde zergehen. Die Kekse bewirken eine milde Ausleitung über Leber, Darm und Nieren, wirken stoffwechselanregend und beseitigen Schlacken und Giftstoffe und krebserregende Fäulnisstoffe aus Magen und Darm. Denjenigen, die ihre Fastenkur jetzt im Frühjahr geplant haben, seien die Ingwer-Ausleitungs-Kekse zur Unterstützung sehr ans Herz gelegt!

Der Bärlauch

"Der Bärlauch hat nicht die rechte Wärme, sondern scharfe Feuchtigkeit ... Und roh ist er so schädlich und giftig zu essen wie der Saft unnützer Kräuter. Gekocht ist er gesund zu essen, weil durch das Feuer das Schädliche, das in ihm ist, vermindert wird. Gut ist er gekocht für jene, die Schüttelfrost oder Fieber oder Gicht haben. Jenen aber, die magenkrank sind, bereitet er sowohl roh als auch gekocht Schmerzen, weil er feucht ist."

Den Bärlauch, als wilder Knoblauch bekannt, nur in Speisen (als Gemüsebeilage) mitkochen, niemals roh verzehren! Der Magenkranke jedoch sollte ihn immer meiden, weil er ihm Schmerzen bereitet.

Das Essen bestimmter Geflügel

Der Strauß

"Ein Mensch aber, der Epilepsie hat, der esse oft Straußenfleisch und es verleiht ihm Kräfte. Aber auch für fette und starke Menschen ist sein Fleisch gesund zu essen, weil es deren überflüssiges Fleisch mindert und sie stark macht."

Das Huhn

"Und ihr Fleisch ist für gesunde Menschen gut... die Kranken aber erquickt es ein wenig. Wenn aber jemand sehr krank ist und dieses Fleisch oft isst, bereitet es in seinem Magen Schleim und macht den Magen so krank, dass er gegessene Speisen kaum verdauen kann, weil dieses Fleisch kalt ist..."

Die Gans

"... und sie ernährt sich von reiner und unreiner Nahrung ... taugt ihr Fleisch für Kranke nicht zum Essen, weil es im Menschen oft Schleim und Geschwüre bereitet ...Aber Menschen, die gesund sind, können das gegessene Fleisch irgendwie verkraften..."

Baden oder Saunen?

"Es ist dem Menschen nicht nützlich häufig im Wasser zu baden, es sei denn, er ist mager und dürr, kühlt leicht ab und erwärmt sich leicht, weil er kraftloses Fleisch hat. So einer kann im Wasser baden, damit er seinen Körper erwärmt und ihn anfeuchtet. Denen aber, die fettes Fleisch haben, schaden die Bäder ... außer sie baden nur selten, um den Schmutz abzuwaschen und steigen schnell wieder aus dem Bade..."

"Das Schwitzbad, das mit glühenden Steinen gemacht ist, passt für den dürren Menschen nicht, weil er sich dadurch noch trockener macht. Für den aber, der fettes Fleisch hat, ist es gut und nützlich, weil es die Säfte, die in diesem im Übermaß vorhanden sind, einschränkt und verringert..."

Hildegard meint, dass Baden oder Saunen nicht für jeden gleich gut ist. Die Regel nach Hildegard wäre: Magere Menschen sollten das Baden, dickere Menschen die Sauna vorziehen.

Das Apfelknospenöl gegen Kopfschmerzen

"Und wer durch eine Leber- oder Milzschwäche, oder von üblen Säften des Bauches oder Magens, oder von Migräne im Kopf leidet, der nehme die ersten Sprossen, d. h. die Knospen des Apfelbaumes und lege sie in Baumöl, und er wärme sie in einem Gefäß an der Sonne, und abends, wenn er schlafen geht, salbe er den Kopf mit diesem Öl und tue dies öfters, und er wird sich besser im Kopf befinden."

Herstellung:

Man sammelt eine Handvoll frische Apfelblütenknospen, gibt diese in eine Flasche aus weißem Glas und übergießt die Blütenknospen mit reinem Olivenöl. Das Gemisch wird ca. 4 Wochen der Sonne ausgesetzt und dabei öfters geschüttelt. Dann abseihen, niemals auspressen (!), eventuell mit einigen Tropfen Rosenöl (wegen des ranzigen Geruchs) vermischen und vor dem Schlafengehen Stirn und Schläfen leicht damit einmassieren. Dieses Mittel hat sich bestens bewährt.

Das Pappelholzbad gegen Rheuma

"...Aber wenn jemand unter Gicht leidet, oder wenn jemand einen kalten Magen hat, der nehme die Rinde dieses Baumes, wenn sie grün ist, und das äußere Holz bis zum inneren Kern (Harz), aber nicht das, was das Herz des Baumes genannt wird. Das schneide (der Kranke) in kleine Stücke und koche sie in Wasser und dann gieße er dieses Wasser mit den Hölzern in ein Fass und er bade darin. Und das tue er oft und die Gicht wird von ihm weichen..."

Das frische grüne Pappelholz schneidet man in kleine Stücke und kocht es kräftig im Wasser. Den Absud ins Badewasser geben und ca. 15 Minuten darin baden. Anfangs jeden zweiten Tag, nach Besserung des Zustandes nur noch 1 - 2 Bäder pro Woche.

Die Edelsteine - Der Chrysopras

"Und in welchem Glied auch immer den Menschen die Gicht plagt, der lege den Chrysopras auf seine nackte Haut, und die Gicht wird weichen... an welchem Ort auch immer dieser Stein ist, wo ein todbringendes Gift ist, dort verliert es (das Gift) seine Kräfte, so dass es ohne Kräfte schwach wie Wasser wird..."

Der Chrysopras ist der Rheuma- und Gichtstein. Man legt einen Trommelstein entweder direkt auf die schmerzende Stelle oder trägt einen Chrysopras als Kette, Armreif oder Anhänger auf der bloßen Haut und fixiert ihn hier. Auch legt man den Stein in ein Getränk (zum Beispiel Fencheltee) und trinkt dieses, damit sich die inneren Giftstoffe verändern und somit eine gezielte Ausleitung erfolgen kann. Dies hat sich bestens in der Praxis bewährt.

Das Schröpfen

"...Wer sich schröpfen lassen will, muss dies nüchtern tun ... Indessen ist das Schröpfen für junge Menschen mehr geeignet als für alte Menschen... Der Aderlass eignet sich für alte Menschen mehr..."

Beim Schröpfen wird in einem Glas mittels Feuer ein Vakuum erzeugt, welches die unter der Haut vorhandene Lymphe und die darin befindlichen schleimhaltigen Säfte an sich zieht. Der Patient sollte nüchtern zum Schröpfen gehen. Bei alten Menschen würde sich anbieten, nur 1 x im Monat zu schröpfen und auf einen regelmäßigen Aderlass (1- bis 2-mal/Jahr) zu achten.

"Schröpfen ist zu jeder Zeit nützlich und gut, damit die schädlichen Säfte und Schleime, die sich im Menschen befinden, vermindert werden ... Die aber viel weiches und fettes Fleisch haben, können sich in einem Monat zweimal durch Schröpfen Blut entziehen lassen..."

Das Schröpfen ist ein mögliches Entgiftungsverfahren bei Hildegard, das die schlechten und verschleimten Säfte (Lymphe) aus dem Körper zieht.

Diäthinweise für Rheuma- und Gichtkranke

"... Für solche, die Gicht haben, ist die Zwiebel gekocht besonders gut...

Das Essen von Hirschleber nimmt die Gicht...

Wird Dill gekocht, beseitigt er den Gichtstoff...

... Bertram ist gut zu essen (als Gewürz), weil er die Fäulnis mindert..."

Gebet - Göttliche Gebote

"Wie die Mühle mit Hilfe des Wassers das Korn zum Genüsse zermahlt, will ich alle deine Gebote mitten im Sturzbach des Leibes meiner schwachen Menschennatur erforschen und eifrig erfüllen."

Kräftespiel -Die Schlemmerei - Die Enthaltsamkeit

Die Schlemmerei:

"Gott hat alles geschaffen, sollte ich es mir daher an irgendetwas fehlen lassen? ... auch Gott will ja, dass der Mensch Sorge trage für sein leibliches Wohl."

Die Enthaltsamkeit:

"... Du stopfst dich so voll du Schlemmer, dass deine Adern beinahe platzen und sich in Krämpfen winden. Wie der Regenguss das Land umwühlt, so bringt auch der unmäßige Genuss von Fleisch und Wein dem Menschen nur gotteslästerliche Verblendung!"

Die Brennnessel als "Frühjahrsputz"

"... wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen des Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt ..."

Das Brennnesselöl gegen Vergesslichkeit

"Ein Mensch, der gegen seinen Willen vergesslich ist, soll eine Brennnessel nehmen, sie zu Brei zerstampfen und ein wenig Olivenöl beigeben. Wenn er schlafen geht, soll er seine Brust und Schläfen damit einreiben und dies oft tun, und die Vergesslichkeit in ihm wird abnehmen..."

Dieses Mittel wirkt prompt bei jenen Menschen, die noch nicht vergesslich sein wollen. Ist der Mensch bereits abgestumpft oder senil, wirkt es nicht mehr.

Rezept:

Frische, bei zunehmendem Mond gepflückte Brennnessel zerstoßen, den Saft auspressen oder im elektrischen Entsafter Frischsaft gewinnen und mit etwas Olivenöl vermengen. Vor dem Schlafengehen, zuerst die Brust und dann beide Schläfen - die Reihenfolge wie angegebenen einhalten - einreiben. Diese Einreibungen über eine längere Zeit (1 - 2 Monate) hinweg tun.

Die Sterne

"Die Sterne lassen manchmal viele Zeichen an sich sehen, je nachdem, was die Menschen gerade tun und wie sie sich dabei verhalten. Aber sie offenbaren weder die Zukunft noch die Gedanken der Menschen, sondern nur das, was der Mensch bereits als seine Absicht kundgetan hat oder in Wort und Tat kundtut, weil dies die Atmosphäre aufnimmt. Sie teilt es den Sternen mit, und sie offenbaren auf diese Weise sogleich die Werke des Menschen. Gott schuf die Sterne zum Dienst am Menschen..."

Hildegard sagt damit ganz klar, dass es keine Astrologie, also Deutung aus den Sternbildern, gibt. Hildegard von Bingens "Astronomie" ist eine ganz präzise Deutung des jeweiligen Jahresteils (Monats) und des damit übertragenen Charakterzuges, den jener Mensch erhält, der in diesem Monat geboren ist. Hildegard meint aber auch, dass alle Worte und Taten wie Wellen in die Atmosphäre gehen, um dann zurückzukehren, gute wie böse.

Das Farnbad gegen Gicht, Rheuma, Arthritis oder Arthrose

"... Denn wer an Gicht leidet, der nehme Farn, wenn er grün ist,

und er koche ihn in Wasser, und in diesem Wasser bade er oft, die Gicht wird weichen."

Die Schlüsselblume

Die Schlüsselblumen zur Aromatherapie gegen Depressionen

"...Aber dieses Kraut empfängt hauptsächlich seine Kräfte von der Kraft der Sonne. Daher unterdrückt es die Melancholie im Menschen ... Daher lege dieser Mensch das Kraut auf das Fleisch und an sein Herz, damit es davon warm werde..."

Man ruhe ca. 1 Stunde mit einer Handvoll gelber Schlüsselblumen auf das Herz gelegt und fühlt sich danach wie befreit von seiner Schwermut.

Der Spitzwegerich

"... und wer von Stechen geplagt wird, koche seine Blätter im Wasser, und nachdem das Wasser ausgedrückt ist, lege er diese warm auf den Ort, wo es schmerzt, und das Stechen wird weichen."

Hier ist es gleich, ob Spitzwegerich oder Breitwegerichblätter benutzt werden. Man kocht eine Handvoll im Wasser, drückt sie leicht aus und macht für etwa eine Stunde damit eine Kompresse. Das hat sich bei rheumatischen Schmerzen schon oft bewährt.

Der fünfte Monat

"Das harte Ringen der Natur geht in diesem Jahresteil über zu einer lieblichen, leichten Zeit. Der Mai trägt die herrlichsten Düfte der Blüten und macht so die Herzen der Menschen froh. Man kann hier schon deutlich die ersten sprießenden Früchte erkennen, die vor allem den stark ausgeprägten Geschmackssinn des Menschen erfassen. Der Mensch, der in diesem Monat geboren wurde, hat von Natur aus viel Freude mitbekommen, ihm fehlt die Kälte und der Starrsinn. Mit aller Schärfe seiner Vernunft, unterscheidet er von Grund auf alles ihm Sichtbare. Nur so kann er seiner Natur entsprechend sorglos, glücklich leben."

Die richtige Vene beim Aderlass

"...Wer nämlich viel Phlegma im Kopf oder in der Brust hat oder wem der Kopf dröhnt, so dass dadurch sein Hörvermögen erheblich gestört ist, soll der Kopfader Blut entnehmen, sich jedoch vorsehen, dass er dort nicht viel Blut entnimmt... denn sonst verschlechtern sich dadurch die Augen ...

Wer aber ein trauriges Herz oder eine gedrückte Stimmung hat und wer in einer Seite oder in der Lunge Schmerzen hat, soll an der Mittelader Blut entnehmen, aber nur wenig, damit er die Kraft des Herzens behält...

Wenn jemand in der Leber oder in der Milz Schmerzen hat oder wenn jemand im Hals oder im Rachen Atembeschwerden verspürt oder wer an einer Augenschwäche leidet, soll an der Leberader Blut entnehmen und es wird ihm besser gehen..."

Der Arzt oder Heilpraktiker, der mit Hildegard-Heilkunde vertraut ist, entscheidet, welche Vene für den Patienten die entscheidende ist.

Das Rosenöl

.Aber die Rose ist auch gut zu Tränken und zu Salben und allen Heilmitteln ... und sie sind um so besser, wenn ihnen Öl von der Rose beigefügt wird..."

Also allen selbst hergestellten Salben etwas Rosenöl beifügen.

Die Heilsalbe aus Rosen

"... Die Rose werde genommen und zur Hälfte davon Salbei unter Beigabe von frischem Fett, das zerlassen ist. Und dies soll gleichzeitig in Wasser gekocht werden, damit daraus eine Salbe werde, und wo der Mensch vom Krampf oder von der Lähmung geplagt wird, dort soll er mit der Salbe gesalbt werden, und es wird ihm besser gehen..."

Lebensregel - Über das Essen und Trinken

"Wenn also ein Mensch isst und trinkt, werden seine Gefäße mit dem Saft von den Speisen und Getränken ausgefüllt und erwärmt, und jener Saft wärmt in den Gefäßen das Blut und die Flüssigkeit, und das Blut, das im Fleisch ist, zieht vom Saft in den Gefäßen seine rote Farbe an."

Da das eigene Wohlbefinden sehr von der richtigen Ernährung abhängt, sollte man immer darauf achten, dass man "das Richtige" isst. Hildegards Ernährungshinweise basieren auf der "Subtilität" (Heilwert der Lebensmittel), der "Viriditas" (Grünkraft/ Lebensenergie) und auf der "Discretio", dem Maßhalten. Als Grundlage der "richtigen" Ernährung nach Hildegard steht an erster Stelle der Dinkel.

Die Akelei

"... Und der, in dem Skrofeln zu wachsen beginnen, der esse oft rohe Akelei und die Skrofeln nehmen ab."

Skrofeln sind geschwollene Lymphdrüsen am Hals, auch Polypen gehören dazu. Der Kranke sollte nach Hildegard eine Akeleipflanze im Garten, Blumenbeet oder auf der Fensterbank haben und täglich ein frisches Blatt davon essen. Auch bei beginnender Mandelentzündung hat sich diese Anwendung bestens bewährt. Im Winter ersatzweise Akeleitinktur aus der Apotheke verwenden (1 - 3 Tropfen direkt in den Mund geben).

Gebet - Klage der Seele im Leib

"Ach, ach, du faulende Asche, warum nur bin ich jemals in dich hineingesenkt worden von meinem Gott, in deine Bedürfnisse derart verstrickt, dass ich auf teuflische Einflüsterung böse Werke mit dir vollbringe?"

Die Veilchensalbe

"Nimm Veilchensaft und zum dritten Teil dieses Saftes Olivenöl und gemäß der Menge des Veilchensaftes Bockstalg ... die Körperstelle, wo Krebse den Menschen anfressen, salbe damit rund-herum ein und auch darüber ...Aber auch andere Geschwüre reibe mit der Salbe ein, wo der Mensch zu leiden hat. Und wenn einer am Kopf leidet, salbe ihn damit quer über die Stirn."

Die Veilchensalbe ist hervorragend bei Brustkrebs, als Narbensalbe, bei starken Kopfschmerzen und Herpes.

Der Weizen

"... Und wenn man rechtes Mehl aus Weizen macht, dann ist das aus diesem Mehl gemachte Brot gut für Gesunde und Kranke und bereitet rechtes Fleisch und rechtes Blut im Menschen. ..Wer aber Weizen ungemahlen mit ganzen Körnern kocht und nicht in der Mühle gemahlen, und ihn so wie eine andere Speise isst, der bereitet in sich weder rechtes Blut noch rechtes Fleisch, sondern viel Schleim, so dass der Weizen kaum verdaut wird..."

Als Feinmehl und überhaupt in jeder Form ist der Dinkel jedem anderen Mehl vorzuziehen.

Das Roggenbrot

"... Das aus ihm (dem Roggen) bereitete Brot ist für gesunde Menschen gut und macht sie stark. Und für jene ist es gut, die fettes Fleisch haben, weil es ihr Fleisch mindert, aber dennoch macht es sie stark. Aber für jene, die einen kalten Magen haben, und dadurch sehr entkräftet werden, ist er nachteilig, weil ihre Schwäche ihn nicht zur Verdauung bewältigen kann..."

Die Edelsteine - Der Saphir

"...Aber auch ein Mensch, der ganz von Gicht geplagt ist, so dass er im Kopf und in seinem übrigen Körper wegen allzu großer Bedrückung keine Geduld haben kann, der lege diesen Stein in seinen Mund, und die Gicht in ihm wird weichen ... Und wer im Zorn stark bewegt wird, der lege sogleich den Saphir in seinen Mund, und so wird der Zorn gelöscht und weicht von dem Kranken ..."

Der Saphir hilft bei Gicht, Rheuma oder Ungeduld, wenn man ihn in den Mund nimmt. Immer einen Stein ohne Fassung oder Metall verwenden!

Kräftespiel - Die Wollust, Unzucht - Die Keuschheit

Die Wollust:

"Diese Figur von einem Gottesbild, die will ich in den Schmutz ziehen, wenn es Gott auch noch so lästig ist. Auf diese Weise nämlich kann ich alle verderben. Denn ich habe schließlich meine eigene Herrlichkeit...

Mag der Himmel seine eigene Gerechtigkeit haben - auch die Erde hat ihre Verpflichtungen..."

Die Keuschheit:

"Auf deinem Lager, auf dem du dich rumwälzt, möchte ich nicht liegen - wo du gleichsam die Schändung herausforderst. Ich sitze im hellen Licht der Sonne und schaue nur auf den König der Könige, da ich meine guten Werke aus freien Stücken wirke. Im Wohlklang des frohen Lebens besitze ich die Freuden der Redlichkeit und Schamhaftigkeit und es wird weder durch die Schmähungen der Unzucht gestört, noch durch die Unkeuschheit besudelt..."

Die Rose - Die Lilie - Der Salbei

"... und wer jähzornig ist, der nehme die Rose und weniger Salbei und zerreibe es zu Pulver. Und in jener Stunde, wenn der Zorn ihm aufsteigt, halte er es an seine Nase. Denn der Salbei tröstet, die Rose erfreut ...Auch der Duft der Lilie erfreut das Herz des Menschen und bereitet ihm richtige Gedanken..."

Mischen Sie Ihr eigenes Duftöl aus Rosenöl, Lilienöl und Salbeiöl und erfreuen Sie damit Herz und Seele.

Die Gewürze - Das Salz

"Das Salz ist sehr warm, etwas feucht und zu vielerlei nützlich. Wenn der Mensch Speisen ohne Salz isst, so wird er innerlich schlapp (lau). Isst er sie aber mäßig mit Salz temperiert, stärkt und heilt es ihn. Zu stark gesalzene Speisen machen ihn innen trocken und schädigen ihn, denn zu viel Salz trocknet die Lunge aus, weil diese nach Feuchtigkeit verlangt. Auch greift das Salz dann auf die Leber über und verletzt sie etwas, obwohl die Leber stark ist und mit dem Salz fertig werden kann. Darum soll der Mensch jede Speise so salzen, dass das Salz nicht vor der Speise herausschmeckt."

Beim Salzen ist wieder "Maßhalten" angesagt. Hildegard zeigt uns, dass der mäßige Salzgenuss wichtig für den Körper ist.

Die Tiere

Der Hund

"Der Hund ist sehr warm und er hat für sich etwas Gemeinsames und Natürliches im Gebaren des Menschen und daher spürt und versteht er den Menschen und liebt ihn und verweilt gerne bei ihm... Und der Hund merkt den Hass und den Zorn und die Unredlichkeit im Menschen, und er knurrt dann oft gegen ihn... Wenn aber ein Dieb im Hause ist oder ein Mensch, der den Willen zum Stehlen hat, dann knurrt er gegen ihn und ergrimmt und hat ein anderes Verhalten gegen ihn als gegen einen anderen Menschen, und er geht ihm nach und prüft mit der Nase dessen Geruch ... und auf diese Weise kann der Dieb erkannt werden..."

Da Hildegard in ihren Visionen die gesamte Schöpfung schauen durfte, finden wir in ihrer "Physica" auch sehr viele Tiere beschrieben.

Die Edelsteine

"... Und so entstehen die Edelsteine vom Feuer und vom Wasser,

daher haben sie auch Feuer und Feuchtigkeit in sich, und sie enthalten auch viele Kräfte und viele Wirkungen der Kunstwerke, so dass vielerlei Arbeiten mit ihnen gemacht werden können, und zwar solche Werke, die gut und ehrbar und dem Menschen nützlich sind ... Die übrigen Steine, die in verschiedenen Erden und verschiedenen Gegenden entstanden sind, und die sich verschiedene Naturen und verschiedene Farben aus den Erden, in denen sie entstanden sind, zuziehen, diese taugen nicht viel als Heilmittel..."

Edelsteine, die bei Hildegard also nicht als Heilmittel aufgeführt sind, haben aber eine allgemeine positive Ausstrahlung und können als Schmucksteine gesammelt werden.

Die Harmonie zwischen Leib und Seele

"Solange Körper und Seele miteinander zu leben haben, tragen sie einen gewaltigen Konflikt miteinander aus, da die Seele leidet, wo immer das Fleisch an Sünden ergötzt wird... Die Seele hebt ihren Leib und hält ihn für ein schönes Gewand und eine erfreuliche Zier ... Der Mensch wandte sich "gegen Norden", die Gegend der Gottesferne ... seitdem ist das Verhältnis Seele-Leib belastet, und es fällt oft schwer, die beiden in Übereinstimmung zu bringen..."

An diesen Texten kann man erkennen, wie wichtig es für Hildegard ist, die eigenen Schattenseiten (Kummer, Sorgen, Leiden) näher zu betrachten und eine gute Einstellung dazu zu gewinnen, um Körper und Seele in Einklang und Harmonie zu bringen, wozu nach ihrer Ansicht auch das Verhältnis des Menschen zu Gott gehört.

Der Wermutwein

"Der Wermut ist sehr warm und sehr kräftig und ist der wichtigste Meister gegen alle Erschöpfungen ... Und wenn der Wermut frisch ist, zerstoß ihn, und drücke seinen Saft durch ein Tuch, und dann koch Wein mit Honig ein wenig, und gieß diesen Saft in den Wein, so dass derselbe Saft den Wein und den Honig an Geschmack übertrifft, und trink diesen nüchtern vom Mai bis zum Oktober jeden dritten Tag, und es unterdrückt die Melancholie in dir, und es macht deine Augen klar, und es stärkt das Herz, und es lässt nicht zu, dass die Lunge krank wird, und es wärmt den Magen und reinigt die Eingeweide, und es bereitet eine gute Verdauung."

Rezept:

3 l naturreinen Wein mit ca. 240 - 400 g naturreinem Honig aufkochen und ca. 50 ml frisch gepressten (bei zunehmendem Mond, kurz vor Vollmond im April oder Mai ernten und essen!) Wermutsaft dazugeben. Noch warm in saubere (sterile) Flaschen füllen und sofort verschließen. Kühl aufbewahren. Getrunken wird von Mai bis Oktober jeden dritten Tag nüchtern ein Likörglas voll. Dies stärkt alle inneren Organe, hilft gegen Erschöpfungszustände, unterstützt Herz- und Kreislauf, ist anzuwenden bei Verdauungsschwächen jeder Art genauso wie bei allen Nierenschwächen und Depressionen. Außerdem stärkt der Wermutwein die Lunge, wärmt den Magen und ist gleichzeitig als Reinigungsmittel für unseren Körper anzusehen. Auch die Augen profitieren von ihm.

Die wahre Liebe

"... Der Mensch ist himmlisch und irdisch. Himmlisch ist er durch das Wissen um das Gute in seiner vernunftbegabten Seele, und durch die Erkenntnis des Bösen ... Die Liebe, die mit der Enthaltung von Sünden den Glauben begründet und die Reinheit in der Kraft der Geduld auferbaut, gleicht einer Säule, die die vier Wände eines Hauses trägt ... Der Heilige Geist entzündet dich mit dem Feuer seiner Liebe, damit du ihm unermüdlich in Liebe und Treue dienst, bis du einst würdig wirst, ein lebendiger Stein des himmlischen Jerusalem zu sein ... Und so ordnete er in uns die Liebe. Die Liebe ist nämlich ein unauslöschliches Feuer, aus dem die Funken des wahren Glaubens sprühen..."

Die Mutterkrautsalbe

"Ein Mensch aber, der an stechenden Schmerzen leidet, der vermische Mutterkrautsaft mit Kuhbutter und er salbe sich, wo es schmerzt, und er wird geheilt werden."

Die Mutterkrautsalbe hat sich bewährt bei Darmkoliken, prämenstrualen Schmerzen, Adnexschmerzen und Krämpfen.

Die Edelsteine - Der Hyazinth

"... Dieser Stein vermag viel gegen Trugbilder... Wer aber schon in Sinnlichkeit brennt, der blicke einen Hyazinth eindringlich an."

Die Edelsteinmedizin wirkt gerade bei den so genannten "schweren oder unheilbaren" Krankheiten oft unterstützend und mit einem verblüffenden Ergebnis.

Die Empfängnis eines Menschen

"... danach kommt der Hauch des Lebens und berührt dieses Gebilde, ohne dass es die Mutter weiß, wie ein heftiger warmer Wind und strömt hinein ...Aber noch ist in dieser Gestalt eine so große Schwäche, dass sie sich nicht bewegen kann, sondern nur daliegt, schläft und nur wenig atmet ... Nun bewegt sich das Kind, und die Mutter fühlt es und von da an bleibt es immer in Bewegung."

Die Edelsteine - Der Amethyst

"... Ein Mensch aber, der Flecken in seinem Gesicht hat, der mache den Amethyst mit seinem Speichel feucht, und mit dem so befeuchteten Stein bestreiche er die Flecken ... Und er wärme auch Wasser am Feuer, und er halte den Stein über das Wasser ... und lege ihn auch in das Wasser ... mit diesem Wasser wasche er oft sein Gesicht und er wird eine zarte Haut und schöne Farbe im Gesicht haben..."

Bei Pigmentflecken im Gesicht, Altersflecken und Hautunreinheiten einen Amethysttrommelstein mit Speichel befeuchten und über die Stelle reiben. Wäscht man sich oft mit dem Kondenswasser des Amethysts (Stein über kochendes Wasser halten), erhält man eine schöne Haut.

Die Edelsteine - Der Amethyst

"... Und wenn eine Spinne den Menschen an seinem Körper gestochen hat, so streiche er dort mit dem Stein über den Stich und er wird geheilt werden..."

Der mit Speichel befeuchtete Amethysttrommelstein hat sich bestens bewährt bei jeder Art von Insektenstich, wo Gift in den Körper gelangt. Man heftet hierzu den befeuchteten Stein am besten mit einem Pflaster über die betroffene Stelle.

Die Lust des Menschen

"... Die weibliche Lust kann man mit der Sonne vergleichen ... Würde die Frau immer in der Hitze ihrer Lust verbleiben, wäre sie nicht fähig zur Empfängnis und zur Zeugung ...Wenn die Lust im Weibe aufsteigt, ist sie bei ihr geringer als beim Mann ... Wenn beim Mann der Sturm der Leidenschaft ausbricht, wirbelt er in ihm wie ein Mühlenrad herum..."

Die Edelsteine - Der Sardonyx

"... Und er hat wirksame Kräfte in seiner Natur, und verleiht den fünf Sinnen des Menschen einige Kraft, und er ist für sie ein gewisses Heilmittel... Denn wenn der Mensch ihn bei sich auf seine nackte Haut legt und ihn auch oft in seinen Mund nimmt, so dass sein Atem ihn berührt, ihn dann wieder herausnimmt und ihn dann wieder in sich nimmt, dann werden davon der Verstand, das Wissen und alle Sinne seines Körpers gestärkt, und so werden von diesem Menschen der große Zorn und die Dummheit und die Liederlichkeit weggenommen..."

Dieser Stein stärkt unter anderem unsere fünf Sinnesorgane und ist eine wichtige Hilfe bei Konzentrationsschwäche. Zur Kräftigung der Sinnesorgane trägt man am besten einen Anhänger, den man öfters in den Mund stecken sollte.

Das Feuer der Seele -Das Temperament des Menschen

"Die Seele des Menschen ist feuriger Natur. Sie zieht die vier Elemente an und befähigt dadurch den Menschen, sehend, hörend und auf ähnliche Weise aktiv herumzugehen. Die Seele ist eine gewisse Kraft im Menschen wie das Feuer im Wasser. Der Mensch könnte nicht ohne Seele leben, wie auch das Wasser nicht ohne das Feuer fließen könnte, wenn es das Feuer nicht in sich spüren würde."

Je nachdem, welches Element besonders im Menschen vorherrscht, so ist es nach Hildegard mit seinem Temperament bestellt. Ist es die Luft, haben wir nach Hildegard eher einen "luftigen Menschen", einen "Luftikus", ist es hingegen die Erde, ist dieser Mensch eher "schwerfällig", bodenständiger. Das Wasser lässt eher auf einen "kaltblütigen" und das Feuer auf einen "heißblütigen" Menschen schließen.

Die Schwertliliensalbe

"Die Schwertlilie ist warm und trocken und ihre ganze Kraft liegt in der Wurzel, und ihre Grünkraft steigt in die Blätter auf. Im Mai aber nimm den Saft ihrer Blätter und mache Fett in einer Schüssel flüssig und füge diesen Saft bei und bereite so eine Salbe, so dass diese grün erscheint. Und jenen, der die kleine Krätze hat, den salbe oft mit dieser Salbe und er wird geheilt werden."

Diese Salbe ist eine hervorragende Hilfe bei kleineren Hautproblemen. Sie hat sich vor allem bei Kindern mit Ausschlägen, Rötungen etc. bewährt. Da diese Salbe speziell im Mai hergestellt werden soll, verwenden wir als Fett am besten die Mai-Butter von Kühen. Diese Butter kann schnell ranzig werden, daher sollte man die Salbe in kleine Portionen aufteilen, einen Teil im Kühlschrank aufbewahren und den Rest einfrieren.

Rezept:

Butter weich werden lassen und den Saft von ausgedrückten Schwertlilienblättern dazugeben, bis die Salbe richtig tiefgrün verfärbt ist.

Die Schwertlilie als Schönheitsmittel

"Und wer im Gesicht harte Haut hat wie Rinde, oder wer dort beulig ist, oder wer eine schlechte Farbe hat, der drücke den Saft ihrer Blätter aus und gieße ihn in ein Gefäß zum Wässer aus großen Flüssen ... und er erwärme dies gleichzeitig ein wenig. Und so wasche er sein Gesicht mit diesem Wasser und diesem mäßig erwärmten Saft, und dies tue er oft, und es macht eine angenehme Haut und eine gute und schöne Farbe im Gesicht."

Hier haben wir das ideale Schönheitswasser. Man gibt den Saft von Schwertlilienblättern in destilliertes Wasser und erwärmt dieses etwas. Mit diesem erwärmten Schwertlilienwasser wäscht man das Gesicht und eventuell den Körper. Fahle, welke und faltige Haut sieht gleich strahlender aus.

Der sechste Monat

"In diesem Monat machen die Früchte Fortschritte und ihre Reifung liegt schon in der Luft. Dieser trockene Monat prägt den Früchten Wachstums- und Vermehrungskraft ein. Der Mensch, der in diesem Monat geboren ist, hat seine Wärme von der Natur und kann sie, richtig entwickelt, zu voller Reife bringen. Er hat aber auch starke Schultern, um jede Arbeit, sowohl körperlich als auch geistig auf sich zu nehmen und sie zu Ende zu führen. Dazu ist vor allem der zweite Sinn, das Gehör, das Zuhören, für ihn ein wichtiges Detail. Und so wie die berühmte Schafskälte im Juni eine Abkühlung in der Natur mit sich bringen kann, wird diesem Menschen als besondere Charakterstärke, oft durch ernüchternde Abkühlung seines übereifrigen Tuns, auch ein konsequentes Durchhaltevermögen, selbst bei den schwierigsten und weniger vorteilhaften Unternehmungen gegeben."

Der Hauswurz gegen männliche Unfruchtbarkeit

"... Und wenn ein Mann in seinem Samen trocken wäre, so dass ihm, ohne dass er ein Greis wäre, der Samen fehlt, soll er so lange Hauswurz in Ziegenmilch einlegen bis der Hauswurz ganz von jener Milch durchtränkt ist, und dann soll er sie in dieser Milch kochen unter Beigabe einiger Eier, so dass es eine Speise sein kann. Und so soll er es während drei oder fünf Tage essen, und sein Samen wird die Zeugungskraft wieder erlangen, und er wird Kinder bekommen..."

Diese Zubereitung hilft nur bei männlicher Unfruchtbarkeit, nicht aber bei Unfruchtbarkeit der Frau.

Der Mond und das Sammeln von Kräutern

"Wenn edle, gute Kräuter bei zunehmendem Mond vom Erdboden abgeschnitten oder mit den Wurzeln aus der Erde gezogen werden, wenn sie in vollem Saft stehen, eignen sie sich besser zur Zubereitung von Latwergen, Salben und jeder Medizin, als wenn man sie bei abnehmendem Mond sammelt."

Also Kräuter zur Herstellung von Heilmitteln immer bei zunehmendem Mond ernten!

Das Johanniskraut

"Das Johanniskraut ist kalt und taugt für das Vieh auf der Weide. Für die Medizin jedoch taugt es nicht viel, weil es ein verwildertes und vernachlässigtes Kräutlein ist."

Das viel gepriesene Johanniskraut ist bei Hildegard nicht zu Heilzwecken und zur Heilmittelherstellung zu gebrauchen. Es ist ein Kraut, das lediglich für die Tiere auf der Weide - Kühe, Schafe, Ziegen - nützlich ist.

Die Ursache für die Monatsblutung

"Wie ein starker Wind auf einem Fluss einen Sturm auslöst, so wird auch in allen Säften der Frau eine stürmische Bewegung ausgelöst, so dass diese Säfte sich mit dem Blut mischen, dabei ziemlich blutig werden und so mit dem Blut gereinigt werden... Vom fünfzigsten oder manchmal auch sechzigsten Lebensjahr an bekommt die Frau im Bereich ihrer Leibesöffnungen Komplikationen und trocknet dort aus..."

Man sieht an dieser Aussage Hildegards, wie wichtig es ist, das eine Frau recht lange die Monatsregel hat.

Die Mutterkraut-Sauna bei verhaltener Monatsblutung

"... sie soll damit solange fortfahren, wie sie im Bade sitzt, damit durch die Säfte jener Kräuter ihre Haut und ihr Fleisch von außen und ihre Gebärmutter innerlich erweicht werden und die Gefäße der Gebärmutter, die verschlossen sind, geöffnet werden..."

Diese - vielleicht umständehalber nicht für jeden durchführbare - Anwendung wird empfohlen bei verhaltener Monatsblutung, Ausbleiben oder Fehlen der Menstruationsblutung und schmerzhafter Regelblutung.

Rezept:

Die gleiche Menge Mutterkraut und Rainfarn (je ca. 70 g) sowie etwas mehr Königskerzenkraut (ca. 90 g) im klaren Wasser ca. 5 Minuten kochen, abseihen, die Kräuter und das Kochwasser mit in die Sauna nehmen. Die warmen Kräuter in der vorbereiteten (aufgeheizten) Sauna auf einen Hocker geben, auf den sich die Frau setzt und dabei die warmen Kräuter bis zum Nabel hinauf auflegen. Sobald die Kräuter erkaltet sind, gibt man sie wieder ins heiße Kochwasser, erwärmt sie so und beginnt den Vorgang von neuem. 3- bis 5-mal wiederholen. Bei verhaltener Monatsregel sollte dies täglich einmal solange durchgeführt werden, bis sich die Regelblutung wieder einstellt, aber mindestens über 5 - 15 Tage. Unbedingt genauestens an die Anleitung halten!

Der Lindenspanring

"Aber nimm vom Stamm, nicht aber von den Zweigen dieses Baumes die Rinde weg bis zum weißen Holz, wenn er im Sommer grünt, und dann schneide vom Holz Späne, und lege das in einen durchbohrten, goldenen Ring .... Und trag jenen Ring immer an deinem Finger, so dass die Wärme deines Fingers zu jenem Span aufsteige und die Kraft jenes Spans deinen Finger und dessen Adern berühre, und dies (ist) eine sehr starke Kraft gegen die gefährlichsten Krankheiten des Menschen und hält sie vom Menschen fern..."

Mit diesem Ring gibt uns hier Hildegard ein außergewöhnliches Heilmittel zur Hand gegen die schwersten und gefährlichsten Krankheiten und Seuchen.

Der Weinessig

"Der Essig kommt vom Wein und ist nützlich für alle Speisen, dass er den Speisen so zugegeben wird, dass er ihnen den Geschmack nicht wegnimmt, sondern ein wenig wahrgenommen wird. So reinigt der Essig, mit der Speise genommen, den Unrat im Menschen und mindert die Säfte und die Speise nimmt den rechten Weg in ihm."

Der Honig

"... ein Mensch, der dick ist und der oft Honig isst, bekommt Schleim und Auszehrung davon. Aber wenn ein dürrer und magerer Mensch gekochten Honig isst, wird er nicht sehr davon geschädigt. Der gekochte Honig, wenn er sehr gut abgeschäumt ist, schadet dem Fetten und Mageren, dem Gesunden und Kranken nicht viel. Aber wenn jemand die Honigwabe mit dem Wachs isst, erregt das die Melancholie in ihm..."

Honig ist bei Hildegard ein wichtiges Mittel zur Herstellung von verschiedenen Heilmitteln. Keinesfalls aber sollte er als Zuckerersatz genommen werden, da er nach Hildegard die Gesundheit nicht fördert und eher sogar schaden kann. Zum Süßen lieber Roh-Rohrzucker (Succanat) verwenden.

Die Morgenröte

"Dass die Sonne am Morgen, wenn sie aufgeht, rot ist, kommt von der Kälte und Feuchtigkeit der Atmosphäre .... Ähnlich ist es spät am Tag, wenn die Sonne gegen Abend rot ist. Dies kommt von der Kälte in der Atmosphäre, weil dann die Sonne im Ozean versinkt."

Das Wacholderdampfbad

"Aber nimm auch seine grünen Zweiglein und koche sie in Wasser, und mach mit diesem Wasser ein Dampfbad."

Man macht aus einigen Wacholderzweigen einen Absud, indem man sie ca. 10 - 20 Minuten in Wasser kocht und dieses dann abseiht. Daraus kann man einen Saunaaufguss machen. Dieses Mittel wirkt gegen Fieber, vor allem bei allergischen Hautausschlägen und ihren Nebenwirkungen.

Das unvernünftige Fasten

"Wenn manche Menschen auf übertriebene Weise beim Essen enthaltsam sind, so dass sie ihrem Körper die richtige, angemessene Stärkung durch das Essen nicht gewähren, und wenn dann auch noch die einen inkonsequent und leichtfertig und die anderen mit vielen schweren Krankheitserscheinungen zu tun haben, dann kommt es manchmal vor, dass in ihrem Körper sozusagen heftige Unruhen entstehen, weil die Elemente in ihnen gegeneinander aufgebracht werden..."

Wer vernünftiges Fasten durchführen will, sollte dies unter fachlicher Anleitung, am besten in einer Gruppe Gleichgesinnter tun. Jemand, der durch Krankheit geschwächt ist, probiere es (nach Absprache mit seinem Arzt) mit einer Dinkel-Reduktions-Fastenkur. An 3 Tagen in der Woche wird nur gekochter Dinkel in jeder Form - Grieß, Flocken, Schrot, Kernotto etc. -zu sich genommen, eventuell zusammen mit gekochtem Gemüse oder Obst. Zwischen diesen Dinkel-Tagen wird immer ein Normalkosttag eingelegt.

Warum der Mensch nicht schwimmt

"Weil der Körper des Menschen schwer ist und weil er mit den Händen arbeitet, mit den Füßen geht, eine aufrechte Körperhaltung hat und auch nicht viel vom Wesen der Luft und des Wassers hat, kann er von Natur aus nicht im Wässer schwimmen, es sei denn, dass er dies einmal von selber lernt. Die Tiere aber haben die Kraft in den Beinen, gehen nach vorn geneigt und werden wie vom Wind an den Beinen bewegt. Daher können einige von ihnen von Natur aus schwimmen, weil sie so, wie sie an Land nach vorn geneigt gehen, auch im Wässer nach vorn geneigt schwimmen. Das tut der Mensch nicht, weil er völlig aufrecht geht und sich beim Schwimmen nach vorn beugt und sich ausstreckt."

Hier können wir nachlesen, dass der Mensch eben nicht von Natur aus schwimmen kann. Dies wird heute häufig falsch dargestellt, wenn es um das "Babyschwimmen" geht. Man sollte es nicht damit verwechseln, dass das Kleinkind sich zwar im warmen Wasser (Badewasser) wohl fühlt, jedoch nur mit der haltenden, sicheren Hand des Vaters oder der Mutter.

Die Kräfte der vier Elemente

"...Als Gott die Welt erschuf, festigte er sie durch die vier Elemente, nämlich Feuer, Wässer, Luft und Erde... Das Feuer besitzt fünf Kräfte nämlich Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Luft und Bewegung ... Die Luft hat vier Kräfte, nämlich sie sendet den Tau aus, bringt alles Grün hervor, lässt den Windhauch wehen, wodurch sie alles reifen lässt... Das Wässer besitzt fünfzehn Kräfte, nämlich die Wärme, die Luft, die Feuchtigkeit, das Überfluten, die Geschwindigkeit, die Beweglichkeit, den Bäumen gibt es den Saft, den Früchten den Geschmack, den Pflanzen das Grün... es trägt Vögel, ernährt Fische, lässt Tiere in seiner Wärme leben, hält die Reptilien in ihrem Schaum zurück und hält alles am Leben... Die Erde hat sieben Kräfte; teilweise ist sie im Sommer kalt und im Winter warm, hat die Kraft wachsen und welken zu lassen in sich, bringt die Keime hervor, erhält die Lebewesen am Leben und trägt alles..."

Die Gesichtsfarbe eines kranken Menschen

"Wenn ein Mensch krank im Bett liegt und rot im Gesicht ist, hat er in Folge kranker Eingeweide ein krankes, giftiges Blut. Und deshalb ist er im Gesicht rot.... Ein solcher Mensch ist nicht traurig, sondern ziemlich fröhlich, und er ist in seiner Krankheit erträglich. Wer während seiner Krankheit blass und mager ist, bei dem verbindet sich die Schwarzgalle mit einer Lähmung, so dass er davon kalt wird. Wegen dieser Kälte ist er im Gesicht blass und sein Fleisch gedeiht nicht und wächst nicht an ihm. Ein solcher Mensch ist während seiner Krankheit traurig und neigt leicht zum Zorn."

Die Gesichtsfarbe des Kranken zeigt den Menschen seiner Umgebung bereits, ob man es mit einem angenehmen oder gereizten Patienten zu tun hat.

Die Edelsteine -Der Kristall (Bergkristall)

"... und wem die Augen sich verdunkeln, der wärme den Kristall an der Sonne, und so warm lege er ihn oft auf die Augen. Und weil (seine) Natur vom Wasser ist, zieht er die üblen Säfte aus den Augen, und so wird jener (Kranke) besser sehen."

Die Lebensregeln - Bewegung und Ruhe, d. h. der gesunde Lebensrhythmus zwischen Arbeit und Freizeit

"...Wenn ein Mann, der körperlich gesund ist, lange umhergeht oder lange aufrecht steht, nimmt er davon nicht viel Schaden ... wer aber gebrechlich ist, soll sitzen ... weil aber das Weib schwächer als der Mann ist ... soll es nur mäßig gehen oder stehen ... Wer dagegen auf dem Pferd reitet, nimmt dadurch kaum Schaden, weil er sich an der frischen Luft befindet."

Man weiß heute, wie wichtig genügend Bewegung an frischer Luft ist, vor allem, um genügend Sauerstoff zu haben, Aggressionen abzubauen und mit Lärm und Stress besser fertig zu werden.

Optimal sind hier Gartenarbeit, Reiten, Wanderungen. Jedoch sollte sich jeder nur so viel zumuten wie er körperlich auch verträgt. Auch hier gilt das rechte Maß!

Der Petersilien-Honigwein (Der Herzwein)

"Aber wer im Herz oder in der Milz oder in der Seite Schmerzen hat, der koche Petersilie in Wein und füge etwas Essig und genug Honig bei, und dann siebe er es durch ein Tuch, und so trinke er oft, und es heilt ihn."

Hier haben wir den schon sehr berühmt gewordenen Herzwein. Es ist ein Universalherzmittel, das Herzleiden verhindern und bereits vorhandene Herzleiden ausheilen kann, ganz gleich ob dieses Herzleiden psychischer oder physischer Natur ist. Selbst Kindern kann man einige Tropfen bis zu einem Teelöffel geben. Für einen Erwachsenen reichen normalerweise 1 - 2 Likörgläser pro Tag. Er wird auch in Fastenkursen als Herz-Kreislauf-Mittel gereicht und ist (am Abend vor dem Schlafengehen genommen) ein hervorragendes Schlafmittel.

Der Gelbe Enzian zur Herzstärkung

"Wer aber solchen Schmerz des Herzens leidet, wie wenn es kaum an seinem Strang hinge, der pulverisiere Enzian, und er esse dieses Pulver in Suppen."

Eine Suppe - frei von den Küchengiften: Lauch, Linsen, Schweinefleisch, Aal - bereiten und 1/4 TL Enzianpulver darüber streuen (nicht mitkochen!). Diese Suppe bei Bedarf täglich essen.





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