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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Hildegard von Bingen - Weisheiten

Das Würzen

"...Wenn der Mensch isst und trinkt, dann lenkt ein im Menschen angelegtes Leitungssystem den Geschmacksstoff und den Feinstoff und den Duftstoff davon dem Gehirn zu und fördert seine Durchwärmung, indem er dessen Gefäßwärme auffüllt..."

Diese Aussage Hildegards zeigt deutlich, dass das richtige und harmonisch gewürzte Essen nicht nur gut schmeckt, sondern auch auf den Körper wie ein helfendes Medikament wirkt.

Die Edelsteine

"Gott aber hatte den ersten Engel wie mit wertvollsten Steinen geziert, in deren Anblick Luzifer die Gottheit sich spiegeln sah und daraus seine Weisheit schöpfte; und in ihnen erkannte er, dass Gott viele Wunder wirken wollte; daraufhin erhob sich sein Sinn (Denken, Verstand) - weil der Edelsteinschmuck, der ihn zierte, im Lichte Gottes funkelte - in der Meinung, er selbst könne ähnliches und mehr als Gott vollbringen, und daher wurde sein Glanz ausgelöscht. Aber, so wie Gott Adam zu einer besseren Beziehung wieder zurückgewann, so hat auch Gott nicht zugelassen, dass weder die Schönheit noch die Kraft dieser wertvollen Edelstein zugrunde gehen, sondern er wollte, dass sie auf der Erde sein sollten zur Zierde, für Segnungen und für die Heilkunde."

Die Heilkraft der Edelsteine ist sehr groß und gerade der Kranke ohne Hoffnung auf Besserung seiner Beschwerden sollte die Edelsteine zu seiner Gesundung mit einbeziehen.

Die Edelsteine - Der Rubin

"Wenn bei einem Menschen eine Krankheit, irgendein Fieber oder die Gicht oder eine andere Veränderung im Säftehaushalt auftritt, lege einen Karfunkel um Mitternacht weil sich da dessen Kraft besonders gut entfaltet - über den Nabel des Kranken. Lasse ihn aber nur so lange über dem Nabel des Kranken hegen, bis der Mensch spürt, dass er von dem Stein etwas erwärmt wird und entferne ihn dann sofort. So vertreibt dieser Stein alle möglichen Krankheiten vom Menschen und besiegt sie."

Den Rubin setzt man bei plötzlichen Krankheiten wie Virusgrippen, Masern und anderen Infektions- und Massenerkrankungen ein, da er eine große Heilwirkung hat. Besonders bei stark fiebernden Kindern hat sich seine von Hildegard beschriebene Anwendung sehr bewährt. Achten Sie darauf, dass die Dauer der Anwendung keinesfalls 20 Minuten überschreitet! Wegen seiner großen Heilkraft muss man ihn auch mit Vorsicht und Sorgfalt benutzen, d. h. außerhalb einer Heilbehandlung sollte man ihn niemals als Schmuckstück auf die bloße Haut bringen!

"Wenn jemand Kopfschmerzen hat, lege er einen Karfunkel für so lange auf seinen Scheitel, bis die Stelle sich dort von dem Stein erwärmt hat, und entferne ihn dann sofort, weil die Kraft dieses Steines seinen Kopf schneller und stärker durchdringt als die kostbarste Salbe dies tun könnte, und so wird er Erleichterung finden."

Der Rubin hilft prompt bei Kopfschmerzen, nicht bei Migräne. Nicht länger als 20 Minuten aufliegen lassen, weil die Wirkung sonst ins Gegenteil umschwenkt.

Feuer, Wasser, Luft und Erde

"...Im Menschen sind Feuer, Luft, Wasser und Erde und aus ihnen besteht er... es wirken alle Elemente mit ihm und er mit ihnen..."

Hildegard sieht die Heilung, das Heilwerden des Menschen, im Zusammenhang mit der Schöpfung. Der Mensch steht hier in der Mitte des Kosmos in enger Wechselwirkung mit den vier Weltelementen: Feuer, Wasser, Luft und Erde, aus denen die Welt, aber auch das Gefüge des menschlichen Körpers besteht. Wenn der Mensch die kosmischen Gesetze missachtet und die Schöpfung auf brutale Weise zerstört, hat dies nach Hildegard auch beachtliche, ja sogar katastrophale Folgen für seine Gesundheit.

Die Heilung

"... Und so sind denn in allen Geschöpfen Gottes Wunderwerke eingeborgen, in den Tieren und Fischen und Vögeln, in den Kräutern und Blumen und Bäumen..."

Zur Heilung führt bei Hildegard ein Leben in Harmonie und Übereinstimmung mit sich und seiner Umwelt. Sie zeigt diesen Weg anhand ihrer 6 Lebensregeln:

  1. Die Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen.
  2. Das richtige Essen und Trinken
  3. Den Rhythmus von Bewegung und Ruhe, also von Arbeit und Freizeit, finden.
  4. Das Schlafen und Wachen als ausgewogene Kräfte begreifen.
  5. Die Kunst der Ausscheidung und Absonderung krankmachender Säfte
  6. Die Heilkraft erhalten in der Ausübung christlicher Tugenden.

Kräftespiel - Die Verstocktheit - Das Seelenheil

Die Verstocktheit: "Welche Verdienste und welchen Nutzen habe ich? Nur das Feuer! Denn ich und die Art, aus der ich geboren bin, wir wollen nichts anderes. Allem Strahlenden fliehe ich und lehne es ab, lichten Werken zu folgen... Ich bin zur Plünderung der Seelen da und will nichts wissen vom Schmucke der leuchtenden Dinge..."

Das Seelenheil: "Du bist der Pfeil des Satans, der unheilvoll im Dunkeln schwirrt... Die Seligen aber erheben sich mit dem Heer der Engel unterm Banner des Glaubens und stürmen gar mächtig gegen dich an... In der Taufe und mit den sieben Gaben des Heiligen Geistes, die uns der Heiland in seiner Menschwerdung schenkte, ertränken sie dich wie in der Sintflut des Wassers..."

Das Sivesanpulver

"... Und dieses Pulver erhält ihm, der gesund ist, die Gesundheit, und den Kranken stärkt es und verschafft dem Menschen Verdauung. Es verleiht ihm Kräfte und vermittelt eine schöne und gute Gesichtsfarbe. Es nützt jedem Menschen, sei er gesund oder krank, wenn er es nach dem Essen nimmt."

Das Sivesanpulver - ein Universalmittel für alle, die gesund werden und bleiben wollen! Es hilft vor allem bei Kreislaufschwäche, Wetterfühligkeit und hat sich hervorragend bei Menschen mit allgemeiner Kraftlosigkeit bewährt. Auch Kindern gibt man es gerne gegen Appetitlosigkeit und bei Abmagerung.

Anwendung: 1 Msp. auf 1/4 Glas warmen Wein geben und nach dem Mittagessen zu sich nehmen. Bei Kindern 1/4 Msp. auf 1 Esslöffel warmen Wein.

Der Buchsbaum

"Und ein Mensch, der Ausschläge... an seinem Körper hat, zerstoße die Rande und seine Blätter und drücke ihren Saft aus, und füge dem etwas weniger Süßholz bei, und er wärme es in einem Wein. Und so warm soll er es oft trinken, und es vertreibt den Schmerz und das Gift des Ausschlags aus dem Körper, so dass es nicht in den Leib eindringt. Und er mische sogleich dem vorgenannten Saft dieses Baumes etwas Baumöl bei, tauche eine Feder ein, und er salbe sich damit sanft um den Ausschlag und um seine Kruste. Und dies tue er oft, und er wird geheilt werden."

Die Blätter und die Rinde des Buchsbaumes sind ein wichtiges Mittel zur unterstützenden Behandlung bei allen Hautausschlägen wie Allergien, Neurodermitis etc...

Anwendung: 1 ml Buchsbaumsaft mit 1/2 TL Süßholzpulver in VA Wein erwärmen und mehrmals täglich davon trinken und 1 ml Buchsbaumsaft mit 10 ml Olivenöl vermischen und mit einer Feder die betroffenen Stellen oft leicht damit einstreichen.

Der Galgant

"... und wer Herzweh hat und wer im Herz schwach ist, der esse bald genügend Galgant, und es wird ihm besser gehen..."

Dieses vielseitige Gewürz ist eines der wichtigsten Heilmittel bei Hildegard. Man setzt es ein bei Schwindel, Schwäche, bei Angina-Pectoris-Anfällen, als Mittel gegen Viruserkrankungen, bei Magen- und Darmkrämpfen, Durchblutungsstörungen und Erschöpfungszuständen.

"Der Galgant ist warm und hat keine Kälte in sich und ist heilkräftig..."

Rezept: Galgantsauce (zu Gemüse, Fenchel, Hühnchen oder Dinkelrisotto)

Eine helle Grundsauce aus 1 EL Butter, 2 EL Dinkelmehl, 1/2 l Wasser, Hühner- oder Gemüsebrühe, 1 kleinem Lorbeerblatt, 1/2 Zwiebel, 1 kleiner Knoblauchzehe, Salz und Muskat herstellen, 1 TL Galgant daruntermischen, mit Sahne, Crème fraîche und eventuell einem Eigelb, das man in der nicht mehr kochenden Sauce verquirlt, verfeinern.

Der Dinkel

"Der Dinkel ist das beste Getreide, und er ist warm und fett und kräftig, und er ist milder als andere Getreidearten, und er bereitet dem, der ihn isst, rechtes Fleisch und rechtes Blut, und er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen. Und wie auch immer (die Menschen) ihn essen, sei es in Brot, sei es in anderen Speisen, er ist gut und mild. Und wenn einer so krank ist, dass er vor Krankheit nicht essen kann, dann nimm die ganzen Körner des Dinkels und koche sie in Wasser, unter Beigabe von Fett oder Eidotter, so dass man ihn wegen des besseren Geschmacks gern essen kann, und gib das dem Kranken zu essen, und es heilt ihn innerlich wie eine gute und gesunde Salbe."

Der Dinkel ist das Urgetreide und bei Hildegard das Heilmittel überhaupt. Der Dinkel sollte die Basis jeder Ernährung sein. Ihn gibt es als Nudeln, Flocken (statt Haferflocken) Kernotto (Dinkelreis), Dinkelkaffee oder als Ganzkorn, Mehl oder Schrot und als Dinkelbier.

Die Heilkraft des Dinkels

"...er kräftigt... er bereitet rechtes Fleisch und rechtes Blut und er macht einen frohen Sinn..."

Der Dinkel hilft bei Müdigkeit, Leistungsabfall, bei Herz- und Kreislaufschwäche, bei Angina pectoris, Allergien, gestörtem Kalkstoffwechsel, bei Infektionsanfälligkeit, Leber- und Nierenerkrankungen, um nur einiges zu nennen. Er wirkt "wärmend", also durchblutungsfördernd, ist "fettend", trägt also zur Verbesserung des Nervenstoffwechsels bei, ist "hochwertig" durch den Gehalt an essentiellen Aminosäuren, "bringt eine gute Verdauung" und ein besseres Muskelfleisch, "bildet gutes Blut" und ist ein hervorragendes stimmungsaufhellendes, natürliches Psychopharmakon.

Der Dinkel - Allgemeine Ratschläge
  1. Dinkelkost allgemein bringt eine Senkung der Cholesterinwerte im Blut.
  2. Diabetiker können deutlich Insulin einsparen (immer in Absprache mit dem Arzt) beim Genuss von Dinkelkörnern.
  3. Dinkelkleie hat sich bestens bewährt bei hohen Cholesterinwerten und für Diabetiker.
  4. Dinkelkörner führen eher ab, während Dinkelmehl eher stopft.
  5. Dinkelschleimsuppe für Durchfallkranke und Frischoperierte (nie Haferschleimsuppe verabreichen).
  6. Dinkelkörner helfen Gallensteine verhindern.
  7. Dinkel erzeugt rasch ein Sättigungsgefühl, das lange anhält.
  8. Dinkelkaffee bringt eine gute Verdauung und führt leicht ab.
  9. Dinkelbier ist ein stärkendes Getränk, das im Geschmack dem Weißbier gleichgesetzt werden kann.
  10. Der Dinkelspelz bietet zur besseren Durchblutung eine hervorragende Füllung für Kissen, Decken, Matratzen usw. Er hilft zum Beispiel bei Verspannungen, Schmerzen und Schlafproblemen.

Die Rohkost

"Wenn ein Mensch rohe Äpfel, rohe Birnen, rohes Gemüse oder andere Rohkost zu sich nimmt, die weder durch Erhitzen, noch durch eine andere Zubereitungsart ausgeglichen wurden, können sie auch im Magen-Darm nicht leicht zu Ende aufgeschlossen werden, weil sie vorher nicht ausgeglichen wurden. Die schlechten Säfte dieser Speisen, die durch Erhitzen oder eine Beigabe von Salz oder Essig hätte abgefangen oder neutralisiert werden sollen und somit nicht abgefangen und entfernt wurden, wenden sich der Milz zu und ändern sie, so dass sie anschwillt und schmerzt..."

Hildegard warnt vor Rohkost, da diese eine schlechte Durchblutung auslösen kann und zu Milzerkrankungen führen kann. Man sollte also alle Speisen vor dem Gebrauch kochen oder garen und Salate mit einer Soße von Essig, Salz, Öl und Gewürzen beizen, was den rohen Zustand des Salates verändert.

Die Seele

"Die Kräfte der Seele: Die Seele des Menschen, die vom Himmel herab von Gott kommt, ihn belebt und vernünftig macht, stirbt nicht, wenn sie den Menschen verlässt, sondern geht den Belohnungen für das Leben oder den Qualen ewiger Verdammnis entgegen, um ewig weiterzuleben."

Kräftespiel - Die Hartherzigkeit -Die reuige Umkehr

Die Hartherzigkeit: "Was macht es mir aus, dass ich nicht seufzen und weinen kann, denn viele gehen in ihrem Kummer zugrunde... Denn alle Gnade, die Gott verleihen will, gewährt er auch. Warum dann sollte ich mich dafür so hart anstrengen?"

Die reuige Umkehr: "... warum wird Gott Vater genannt? Wohl deshalb, damit seine Kinder ihn anrufen. Denn er schenkt ihnen in seiner Huld alles Gute und deshalb erkennen sie ihn als ihren Gott. Und ich trinke vom Honigtau seines Segens, aus der Zerknirschung meines Herzens lächle ich ihm zu und rufe ihn noch froh unter Tränen zu Hilfe..."

Die Küchengifte

Der Lauch

"Und roh gegessen ist er so schlecht und verderblich für den Menschen wie ein giftiges unnützes Kraut, weil er das Blut und die Fäulnis und die Säfte des Menschen ins Gegenteil verkehrt..."

Die Zwetschge

"...es ist schädlich und gefährlich, die Frucht dieses Baumes zu essen... so gefährlich wie das Essen von einem Giftkraut..."

Die Erdbeere

"... auch die Früchte, nämlich die Erdbeeren, verursachen gleichsam einen Schleim im Menschen, der sie isst, und sie taugen weder dem gesunden noch dem kranken Menschen zum Essen..."

Erdbeeren verschleimen den Nebenhöhlenbereich, sie führen zu Allergien, Ekzemen und verstärkt zu Mittelohrentzündungen.

Der Pfirsich

"... Die Frucht dieses Baumes zu essen taugt weder für einen Gesunden noch für einen Kranken, weil sie die gute Säftemischung im Menschen zerstört und Schleim in seinem Magen erzeugt..."

Pfirsiche fördern die Verschleimung besonders im Magen- und Darmbereich, können also Stoffwechselstörungen verschlimmern.

Die Süßholzwurzel

"... ist von gemäßigter Wärme und bereitet dem Menschen eine klare Stimme... macht seinen Sinn mild und erhellt seine Augen und erweicht seinen Magen zur Verdauung..."

Die Süßholzwurzel wirkt auf das Gemüt, klärt die Augen und verhilft zu einer guten Verdauung (auch als Tee oder Lakritze).

Gebet - Sequenz zu Ehren Mariens

"Dass du dich im Windhauch des Sehens und Suchens der Heiligen erhobst. Da die Zeit kam, da du in deinen Zweigen blühen solltest, klinge dir Gruß und Gruß entgegen, weil Sonnenglut wie Balsamgeruch in dir kochte."

Das richtige Frühstück

"Für einen körperlich gesunden Menschen ist es für eine gute Verdauung gut und gesund, dass er bis ungefähr kurz vor Mittag oder gegen Mittag auf ein Frühstück verzichtet..."

Der Aderlass

"... wenn bei einem Menschen die Gefäße mit Blut überfüllt sind, müssen sie durch einen Aderlass von dem schädlichen Schleim und den durch die Verdauung gelieferten Fäulnisstoffen gereinigt werden..."

Der Aderlass ist eines der wichtigsten Reinigungsverfahren der Hildegard-Heilkunde mit sehr großer Heilwirkung. Es ist verständlich, dass jedes Heilmittel, jede geplante Kur und jede Regeneration besonders schnell wirksam werden kann, wenn vorab alle Giftstoffe, auch die Schwarzgalle, kunstgerecht beseitigt wurden. Der rechte Zeitpunkt und die richtige Ader sind Voraussetzung eines richtig angesetzten Aderlasses, ebenso die Ernährung und das Verhalten des zur Ader gelassenen Menschen.

"Eine richtig bemessene Blutentziehung beseitigt die schlechten Säfte und sorgt für den Körper wie sanfter Regen, der leise und angemessen in richtiger Menge auf die Erde fällt, sie bewässert und befähigt, Frucht zu bringen..."

Der regelmäßige Aderlass ist auch für den Gesunden eine wertvolle Unterstützung, da er eine Immunstimulation, eine starke Anregung der körpereigenen Selbstheilungskräfte bewirkt. Er verbessert den Allgemeinzustand des Menschen, bewirkt eine Umstimmung bei chronischen Erkrankungen, wirkt entzündungswidrig, blutreinigend, stoffwechselanregend und verbessert die Fließfähigkeit des Blutes, was zur Verminderung der Gefahr eines Herzinfarkts und Schlaganfalls deutlich beiträgt. Der Aderlass ist vor allem bei Rheumatikern, Gichterkrankten, unter Arthrose leidenden Menschen und Allergikern ein absolutes "Muss".

Die Schwarzgalle

"Die Schwarzgalle ist jedem Menschen eigentümlich, und zwar seit der ersten Versuchung durch den Teufel, weil der Mensch mit dem Essen des Apfels Gottes Gebot übertreten hat. Von jenem Essen an hat sich die Schwarzgalle in Adam und seinem ganzen Geschlecht entwickelt und ist die Ursache jeder schweren Krankheit."

Die Schwarzgalle ist bei Hildegard von Bingen ein Stoff, der, wenn erstark vermehrt im Körper auftritt, zu Zornesausbrüchen oder stillem Kummer führen kann und die großen chronischen Krankheiten verursacht. Sie wird nach Hildegard durch falsche Lebensweisen, wie z. B. unmäßiges Essen, Diätfehler und Fehlernährung um ein vielfaches vermehrt und führt so zu einer schleichenden Vergiftung des Körpers.

Gebet - Erlösende Reue

"Warum bin ich geboren zu solchen großen Vergehen? Mit meiner Seele sündigte ich gegen dich, meinen Gott.

Zu dir seufze ich auf, der sich gewürdigt hat, anzunehmen Adams Gestalt aus der Jungfrau.

So vertraue ich fest darauf, dass du mich nicht verachtest, sondern von meinen Sünden befreist.

Durch deiner heiligen Menschheit Antlitz nimm mich in Gnaden nun auf, denn ich bereue von Herzen."

Der zweite Monat

"Dies ist der Monat der Reinigung. Es reinigt sich die Natur von allem Krankhaften. So auch die Seele des Menschen. Vergleicht man sie mit dem Saft eines Baumes, durch den alle Früchte dieses Baumes gedeihen, so werden durch die Seele des Menschen alle Werke verwirklicht. Dieser Mensch hat von der Natur eine starke, eine bezwingende Kraft mit einem äußerst klaren und präzisen Überblick von Situationen mitbekommen. Die Kälte der Jahreszeit zeigt sich bei ihm nur durch seine etwas kühlere Art. Er ist niemand, der seine Gefühle zur Schau stellt, sondern einen klaren Kopf behält."

Das Mutterkraut

"... Und wer in den Eingeweiden Schmerzen hat, der koche Mutterkraut mit Wasser und Fett oder Öl, und er gebe feinstes Mehl dazu und so bereite er die Suppe und esse sie, und er heilt die Eingeweide.

Rezept: Mutterkrautsuppe

4 - 5 Mutterkrautblätter (oder etwas unverdünnten Mutterkraut-Frischpflanzensaft nehmen) klein schneiden, in 1/2 l Wasser und ein wenig (Sonnenblumen-) Öl kurz aufkochen. Dann verrührt man 2 - 3 EL Dinkelfeinmehl in etwas kaltem Wasser und bereitet damit auf kleiner Flamme eine Suppe. Gewürzt wird mit etwas Salz, Muskat und Bertram. Die Mutterkrautsuppe ist eine wirksame Hilfe bei vielen Frauenkrankheiten, besonders bei Periodenschmerz.

Die Viriditas - Die Grünkraft

"... Ich, die höchste und feurige Kraft, habe jedweden Funken von Leben entzündet... Die Luft lebt im Grünen und Blühen... ohne die Schönheit lebensgrüner Acker - ohne den Segen Gottes - brachliegen wird... weil Gott Gott und Mensch ist, aus dem alle grünende Lebenskraft quillt..."

Hildegard von Bingen beschreibt in allem, was die Schöpfung hervorbringt, die Grünkraft. Die Grünkraft ist in den Speisen, den Pflanzen, den Edelsteinen, aber auch in einer positiven Lebenseinstellung. Bei Hildegard ist die Viriditas das Leben überhaupt, die Lebensenergie, die nur von Gott kommen kann. Ein Mensch, dem der Bezug zum Schöpfer dieser Kraft fehlt oder dem der Glauben verloren ging, der besitzt nach Hildegard keine persönliche Viriditas und Grünkraft. Er "vertrocknet", er erkrankt und seine Seele verkümmert durch Trauer und Missmut. Nach Hildegard kann der Mensch gerettet werden, wenn er sich besinnt und zu seinem Glauben an Christus zurückfindet.

Die Edelsteine - Der Beryll

"... Und wenn ein Mensch gerade Gift isst oder trinkt, dann soll er alsbald vom Beryll in Quellwasser oder in anderes Wasser mäßig schaben, und er soll sogleich trinken, und so mache er es während fünf Tagen, indem er einmal nüchtern trinkt, und das Gift wird er entweder durch Übelkeit ausspeien oder es wird durch ihn durch das Hinterteil hinausgehen..."

Das Beryllpulver ist ein hervorragendes Entgiftungsmittel. Anwendung: Bei stark verdorbenem Magen oder Lebensmittelvergiftungen an fünf aufeinander folgenden Tagen eine kleine Prise in Wasser einrühren und nüchtern trinken. Das Mittel ersetzt allerdings niemals den Arztbesuch oder einen Klinikaufenthalt!

"... und wer den Beryll immer bei sich hat und oft in seiner Hand hält und ihn oft ansieht, der streitet nicht leicht mit anderen Menschen, sondern er bleibt ruhig."

Der Beryll als Schmuckstück (Anhänger oder Kette) sollte häufig getragen oder mitgeführt und angeschaut werden.

Die Subtilität

"... ist warm, und jene Wärme hat die richtige Mischung..." "Für einen Gesunden gut zu essen..." "... taugt einem Kranken und Geschwächten nicht zum Essen..."

Der Begriff der Subtilität wird vor allem in der Ernährungslehre Hildegards gebraucht. Hildegard meint damit das Beziehungsverhältnis, den Zweck, den Gott in die Naturdinge legte und die für uns verborgen sind in Pflanzen, Tieren und Steinen. Nehmen wir Lebensmittel zu uns, denen die Subtilität fehlt, wie zum Beispiel bei konservierten oder lang haltbar gemachten oder durch Bestrahlung veränderten Lebensmitteln, so können sie uns vielleicht sättigen, es fehlt ihnen aber die Viriditas, die Grünkraft und Frische, um unseren Körper richtig zu ernähren.

Das Schweinefleisch

"... und es ist weder für gesunde noch für kranke Menschen gut zu essen, weil es im Menschen weder den Schleim noch andere Schwächen vermindert, sondern vermehrt, weil seine Wärme sich zur Wärme des Menschen hinzufügt, und (dies) erregt im Menschen Stürme in seinen Sitten und Taten, was schlecht ist. Aber ein Mensch, der sehr krank ist, so dass er an seinem Körper abnimmt und dürr ist, der esse mäßig von jungen Schweinchen, während er krank ist, damit er von ihrer Wärme dazu gewinnt, und nachdem er genesen ist, esse er nicht mehr von den Schweinchen, weil dies wiederum Krankheiten in ihm vermehren würde..."

Das regelmäßige Essen von Schweinefleisch und -wurstwaren sollte nach Hildegard vom Speiseplan gestrichen werden. Ausnahmen gibt es bei körperlich schwachen und kraftlosen Menschen, die jedoch nur bis zu einer Verbesserung ihres Zustandes das Fleisch vom jungen Schwein zu sich nehmen sollten.

Die Augentypen - Feurige Augen

"Wer feurige Augen hat, die einer schwarzen Wolke neben der Sonne ähnlich sind, hat sie naturgemäß vom warmen Südwind erhalten. Sie sind gesund, weil sie von der Wärme des Feuers stammen. Staub und jeder üble Gestank schadet ihnen, weil die Helligkeit nicht auf den Staub und die Reinheit nicht auf einen unbekannten Gestank achtet."

Feurige Augen haben nichts mit einem feurigen Blick zu tun. Es sind jene Augen, die einen Pupillarring haben. Diese so genannten "Südwindaugen" reagieren äußerst empfindlich auf Staub, sind aber ansonsten sehr gesund.

Der Frankenwein - Das Augenmittel bei allen Augentypen

"Wenn sich ein Mensch zu Bett legt, soll er seine Lider mit reinem Frankenwein befeuchten, aber so, dass er dabei den Augapfel nicht berührt. Das nimmt die Eiterung hinweg, welche den Augen der Schläfer anhaftet und das Sehen verschlechtert."

Das Bestreichen der Augenlider mit Frankenwein hat sich als besonders schnell wirkendes Mittel bei Bindehautentzündung, verklebten und vereiterten Augen bewährt. Auch tagsüber sollte man diese öfters wiederholen. Gleich bei Beginn einer Augenentzündung angewandt, hilft diese Behandlung "Schlimmeres" abzuwenden.

Gebet - Gottsuche

"Fürchten will ich dich, Gott meinen Herrn; wer wird mir helfen, wenn vor dir ich stehe und wer mich befreit bei deinem schrecken erregenden Gericht?"

Die Weinrautensalbe

"...Wenn ein Mensch in den Nieren und in den Lenden manchmal Schmerzen hat... reibe er sich um die Nieren und die Lenden kräftig am Feuer ein, wo es ihn schmerzt..."

Die Weinrautensalbe ist eines der wichtigsten Mittel bei allen Nierenleiden!

Anwendung: Sowohl beim Bluthochdruck, der ja häufig von schlecht arbeitenden Nieren herrührt, sowie auch bei Nierenschmerzen, sollte man diese Salbe täglich am offenen Feuer oder wenn dies nicht möglich ist, mit einer Rotlichtlampe bestrahlt, einreiben. Der Erfolg ist verblüffend! Man sollte diesen Vorgang ca. 5 - 8 Minuten durchführen, bis eine deutliche Rötung und eine damit verbundene Durchblutung erfolgt ist.

Kräftespiel - Die Zwietracht - Die Eintracht

Die Zwietracht:

"Den Süden mag ich nicht und vom Osten wende ich mich ab... Der Westen trägt nur die Finsternis und der Norden hat fest in der Hand, was im Finstern bewegt wird.... Ich verhalte mich in jeder Lage, so wie es mir gefällt..."

Die Eintracht:

"Könntest du denn den Himmel und seine Naturgesetze zerstören? Keineswegs!... Du möchtest dein Reich im Niemandsland aufrichten, bist aber dort in allen Dingen nur unnütz, da du die Werke Gottes lästerst. Denn gerade das ist das Nichts, das alles Guten entbehrt..."

Der Diptam

"... Denn der Stein wächst von fetter Natur im Menschen. Wenn er so zu wachsen beginnt, pulverisiere der Kranke Diptam und esse dieses Pulver oft mit Weizenbrot, und er hindert den Stein am Wachsen. Und der Mensch, in dem der Stein wuchs, der lege das Diptampulver in Essig, der mit Honig vermischt ist, und er trinke dies oft nüchtern, und der Stein in ihm wird zerbrochen..."

Fettstoffwechselstörungen sind oft die Ursache, warum Blasensteine wachsen. Bemerkt man also Harngrieß oder kleine Steinchen im Urin, esse man mehrmals täglich (ca. 3 x 1 TL) Diptampulver auf Weizenbrot. Bei größeren Steinen, die bereits Ärger machen, sollte man das Pulver in nur leicht verdünntem Weinessig mit Honig vermischt, nüchtern trinken, und der Stein wird sich auflösen.

Das Bibernellmischpulver

"... Mutterkümmel, ein Drittel Pfeffer und ein Viertel Bibernell zusammen gegeben und fein gepulvert soll er auf Brot streuen und essen. Es räumt in seinen Eingeweiden mit den unrechten warmen und kalten Säften auf, die den Menschen zum Erbrechen reizen."

Dieses Mittel hilft schnell bei Schwangerschaftserbrechen. Es ist jedoch auch ein wichtiges Heilmittel, wenn der Brechreiz zum Beispiel von erkrankten Nieren ausgeht.

Das Veilchenfett

"Auch ein Mensch, der Schwere im Kopf hat oder in den Nieren, oder der irgendwo von Lähmung geplagt wird, der presse Veilchensaft durch ein Tuch und er gebe genügend Bockstalg hinzu und zum halben Teil des Talgs altes Fett. Und dies zerlasse er gleichzeitig in einer Schüssel und so mache er eine Salbe, und damit salbe er sich am Kopf und anders, wo es schmerzt, und es wird ihm besser gehen."

Dieses Veilchenfett ist nicht zu verwechseln mit der Veilchensalbe (die nicht mit Fett, sondern mit Olivenöl bereitet wird).

Anwendung: Mit Veilchenfett häufig, d. h. täglich, die Nieren einreiben, um diese anzuregen; aber auch bei Kopfschmerzen (Veilchenfett als Packung 1 Stunde einziehen lassen) oder bei rheumatischen Schmerzen und Lähmungen einreiben.

Der dritte Monat

"Der dritte Monat kommt mit einem wilden Wirbel. Er kann gewaltige Unwetter mit sich führen, doch setzt er auch mit seinen vielfachen Winden die Keime der Erde in Bewegung. Mit dieser kraftvollen Art will die Natur die gefrorene Jahreszeit wachrütteln, in Bewegung setzen, damit der Frühling kommen kann. So auch der Mensch; er kann durch seinen stürmischen Charakter und seinen Hang zur Anerkennung sehr viel bewegen. Er muss jedoch vorerst seinen Hochmut, seinen Sturm, überwinden, oft durch leidvolle Erfahrungen, bevor seine Werke zu fruchten beginnen."

Das Ulmenholz

"... Und wer von der Gicht geplagt wird, soll von ihrem bloßen Holz ein Feuer anzünden und sich sogleich am Feuer wärmen. Und die Gicht wird zur Stunde weichen."

Das Ulmenholz wird von Hildegard besonders empfohlen bei Gicht und Rheuma. Das Ulmenholzfeuer bietet sich an, um Salben anzuwenden.

Lebensregel - Die Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen

"... Dem Feuer verdankt er das Sehen, der Luft das Gehör, dem Wasser die Bewegung und der Erde seinen Gang...Aus einem Saft oder aus zwei oder aus drei kann der Mensch nicht bestehen, sondern aus vier, damit sie sich gegenseitig regulieren. So wie die Erde aus vier Elementen, die miteinander harmonieren."

Der Mensch sollte nach Hildegard Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen: Feuer, Luft, Wasser und Erde. Da diese Elemente sowohl im Menschen, wie auch im gesamten Kosmos zu finden sind, bedeutet es für den Menschen, auch die kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu achten und nicht zu zerstören, um in voller Lebensfunktion und guter Lebensqualität zu existieren.

Die Lebensregeln bei Hildegard von Bingen

"Die Elemente sind... im Menschen, nämlich das Feuer, die Luft, die Erde und das Wasser, und sie wirken mit ihren Kräften in ihm...Wenn die... Säfte im Menschen die richtige Ordnung und das rechte Maß einhalten, befindet er sich im Zustand der Ruhe und Gesundheit. Wenn sie sich aber gegenseitig bekämpfen, machen sie ihn... schwach und krank..."

Um seine Gesundheit zu erhalten oder auch wieder zu erlangen, muss der Mensch nach Hildegard stets darauf bedacht sein, gewisse Regeln, die so genannten Lebensregeln, einzuhalten.

Kräftespiel - Die Sorge für das Irdische -Die Sehnsucht nach dem Himmlischen

Die Sorge für das Irdische: "Welche Besorgnis wäre denn wichtiger als alle Sorge um die Welt?"

"Die Sehnsucht nach dem Himmlischen:...Wie der Leib nicht leben könnte ohne die Seele, so wächst auch keine irdische Frucht ohne die Gnadenkraft Gottes... Ich habe in der Höhe meine Heimat."

Die Augentypen und die Charakterzüge des Menschen

"Wer Augen hat, die einer Sturmwolke ähneln, welche weder ganz feurig noch ganz trüb, sondern ziemlich grau ist, der ist unbeständig, leichtsinnig und verschlagen. Er ist jedoch lernfähig, so dass er alle Arbeiten, die er nicht kennt, leicht begreift und für alle Zukunft beherrscht.

"Wer schwarze oder trübe Augen hat, wie manchmal eine Wolke aussieht, der ist klug und hört auf gute Ratschläge, fühlt sich jedoch bei allem, was er tut, beengt."

"Wer graue Augen hat, ist manchmal leichtsinnig, manchmal voreilig oder sehr ausgelassen oder faul oder unordentlich; er führt jedoch alles, was er tut, gut zu Ende.

"...Wer feurige Augen hat, die einer schwarzen Wolke dicht neben der Sonne ähnlich sind, der ist klug, hat einen scharfen Verstand und neigt zum Jähzorn. "

"Wer Augen hat, die einer Wolke ähnlich sind, in der sich der Regenbogen zeigt, der ist ziemlich wechselhaft, das heißt manchmal traurig, manchmal fröhlich; er führt jedoch einen ehrbaren Lebenswandel."

Die Augentypen - Braune (schwarze) Augen

"Wer schwarze oder trübe Augen hat, so wie manchmal eine Wolke ist, hat sie hauptsächlich von der Erde bekommen. Sie sind stärker und schärfer als andere Augen und behalten lange ihre Sehschärfe... werden aber leicht von der Erdfeuchtigkeit und der Feuchtigkeit der Gewässer und Sümpfe geschädigt..."

Braunäugige Menschen haben eine bessere Sehschärfe als alle anderen Augentypen. Beschwerden können aber im Bereich von Seen, Küsten und Sumpflandschaften auftreten.

Die Augentypen - Grüne (trübe) Augen

"Wer Augen hat, die einer trüben Wolke ähnlich sind, weder ganz feurig noch ganz trüb, sondern etwas graublau... hat sie von der feuchten Erde bekommen... Sie werden weder von feuchter Luft noch Staub auch nicht von üblem Gestank oder strahlendem Glanz eines Gegenstandes geschädigt, worunter die Sehschärfe anderer Augen leidet..."

Dieser Augentyp ist selten und unempfindlicher als die blauen, feurigen und gemischten Augen.

Die Augentypen - Gemischte (verschiedenfarbige) Augen

"Wer Augen hat, die einer Wolke ähnlich sind, in der der Regenbogen erscheint, hat sie von der Luft mit ihren unterschiedlichen Strömungen bekommen, die weder gleichmäßig feucht noch trocken sind und daher sind sie schwach. Bei warmer Luft haben sie ein schlechtes Sehvermögen... in reiner, regnerischer Luft aber sehen sie scharf. Jedes strahlende Licht, nämlich von der Sonne, dem Mond, den Lichtern, den Edelsteinen, den Metallen und allen anderen Dingen, ist für sie schädlich..."

Menschen, die gemischte Augen haben, sind extrem empfindlich gegenüber allem Glänzenden, Glitzernden und Flimmernden. Es sind die so genannten "Fernsehaugen", da dieses "Geflimmere" die Augen stark ermüdet und belästigt. Aber auch glitzerndes Wasser, Metall oder anderes Material stört diese Augen und man muss häufig bereits Sonnenbrillen tragen, wo andere noch keine benötigen. Sogar Lesen und vor allem die Arbeit am Computer ist für diese Augen anstrengend.

Die Augentypen - (Graue) Blaue Augen

"Ein Mensch mit grauen, dem Wasser ähnlichen Augen, bezieht sie in erster Linie aus der Luft. Daher sind sie schwächer als andere Augen, weil sich die Luft durch den unterschiedlichen Hauch von Wärme, Kälte und Feuchtigkeit öfters verändert. Diese Augen werden auch leicht durch üble, ungesunde, feuchte Luft und Nebel geschädigt."

Der blauäugige Mensch reagiert auf Luftverschmutzung und Zugluft empfindlicher als andere Augentypen und muss hier besonders Acht geben.

Die Augentypen

"Die Pupille des Auges hat Ähnlichkeit mit der Sonne; die schwarze oder graue Farbe um die Pupille hat Ähnlichkeit mit dem Mond und das Weiß weiter außerhalb Ähnlichkeit mit den Wolken."

Hildegard beschreibt außer der Zusammensetzung und Funktion der Augen auch die Irisfarbe. Sie unterscheidet fünf Augentypen und gibt jeweils entsprechende Heilmittel für den passenden Augentyp.

Gebet - Unwürdigkeit

"Im Innersten meiner Seele, Herr, erkenne ich mich als Asche und Moder. Einer zitternden Feder gleich sitze ich ängstlich im Schatten."

Der Mutterkümmel

"Für den Gesunden ist er jedoch gut zu essen, weil er ihm einen guten Verstand bereitet und jenem milde Wärme einbringt, der zu warm ist. Aber jedem schadet er, der krank ist, wenn er ihn isst, weil er die Krankheit in ihm auflodern lässt, ausgenommen jenem, der in der Lunge Schmerzen leidet. Ein Mensch, der gekochten oder gebratenen Käse essen will, streue Kümmel darauf, damit er nicht davon Schmerzen leidet, und so esse er."

Da gerade Käse bei vielen Menschen Übelkeit oder Bauchschmerzen hervorruft oder gar stark aufbläht, sollte man Mutterkümmel auf den Käse zur besseren Verdauung streuen. Vorsicht jedoch bei kranken Menschen, vor allem Herzkranken; für diese ist der Mutterkümmel äußerst schädlich, weil er die Erkrankung nur noch mehr fordert.

Der Hafer

"... er bereitet einen frohen Sinn und einen reinen und klaren Verstand, und er macht ihnen eine gute Farbe und gesundes Fleisch... für jene aber, die sehr krank und kalt sind, ist er zum Essen nicht bekömmlich, weil der Hafer immer Wärme sucht..."

Der Leinsamen

"... Der Lein ist warm und taugt nicht zum Essen. Aber wer in der Seite Schmerzen hat, der koche Leinsamen in Wasser, er tauche ein leinenes Tuch in jenes warme Wasser ein, und ohne jenen Samen lege er das Tuch oft auf seine Seite und jener Schmerz, obwohl er stark ist, wird etwas gemildert und lässt nach... Und wer irgendwo an seinem Körper vom Feuer gebrannt wurde, der koche stark Leinsamen in Wasser, und er tauche ein leinenes Tuch ins Wasser und lege es warm auf jene Stelle, wo er gebrannt wurde, und es zieht die Verbrennung heraus."

Leinsamen empfiehlt Hildegard nur äußerlich, auf keinen Fall zum inneren Gebrauch. Er ist ein hervorragendes Heilmittel bei Verbrennungen, Sonnenbrand und Hautschäden. Der Schmerz lässt sehr rasch nach und es bleiben keine oder nur ganz unscheinbare Narben zurück.

Ganze Leinsamenkörner (ca. 3 EL auf 1 L Wasser) 10 Minuten kochen und abseihen. Ein frisch gebügeltes (keimfreies) Leinentuch (es muss echtes Leinen sein!) mit dem warmen (ca. 40°) Leinsamenwasser tränken und auf die verbrannte Stelle legen.

Die Gewürznelke

"... wenn jemand Kopfschmerzen hat, so dass ihm der Kopf brummt, wie wenn er taub wäre, esse er oft Nelken, und das mindert das Brummen, das in seinem Kopf ist.... Wenn daher die Wassersucht schon im Menschen zu wachsen beginnt, esse jener oft Nelken, und sie unterdrücken die Krankheit, weil ihre Kraft in die Eingeweide jenes Menschen übergeht...Aber auch die Wärme des Markes des Menschen schwitzt wiederholt und verursacht Fußgicht in ihm... wenn jener oft Nelken isst, geht ihre Kraft in das Mark jenes Menschen und verhindert, dass die Fußgicht wächst..."

Täglich 3 - 4 Gewürznelken kauen, hat sich bei der Nierenwassersucht (Nierensklerose) bewährt, aber vor allem bei der so genannten Großzehengicht, die besonders oft bei Dialysepatienten auftritt. Auch Menschen, die durch ihren Bluthochdruck häufig Kopfbrummen haben, sollten dieses Gewürz täglich essen.

Die inneren Organe des Menschen

"Die Seele ist feurig, luftartig und feucht, und sie besitzt das ganze Herz des Menschen. Die Leber erwärmt das Herz, die Lunge bedeckt es, und der Magen ist im Körper des Menschen ein innerer Raum für die Aufnahme der Speisen. Das Herz ist der Sitz des Wissens, die Leber der Sitz des Gefühls, die Lunge ist wie eine Blattader der Vernunft, und der Mund ist das Sprachrohr für das, was der Mensch äußert, und der Empfänger dessen, was den Körper erquickt; er bringt die Stimme hervor, nimmt aber die Stimme nicht auf. Aber das Ohr nimmt die Stimme auf, bringt aber die Stimme nicht hervor..."

Diese Aussage Hildegards zeigt, dass im Menschen von Natur aus immer eine ganzheitliche Situation herrscht. Die Organe sind nach Hildegard auch für das Seelenleben und das Geistige in uns verantwortlich.

Der Mond und sein Einfluss

"...Wenn der Mond zunimmt und voll wird, dann vermehrt sich auch das Blut im Menschen, und wenn der Mond abnimmt, dann nimmt auch das Blut im Menschen ab. Wenn nämlich das Blut im Menschen bis zum vollen Stand zugenommen hat und wenn es dann im Menschen nicht wieder abnehmen würde, würde er ganz und gar zerbersten."

Diese Erklärung Hildegards zeigt, wie sehr der Mensch als Mikrokosmos einen Teil des gesamten Kosmos darstellt, mit den gleichen natürlichen Gesetzmäßigkeiten: Der Mond sorgt nicht nur für Ebbe und Flut in den enormen Wassermengen des Ozeans, sondern wirkt auch im menschlichen Körper.





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