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Bei trockener Witterung, vielleicht wenn du vom Felde heimkehrst, oder wenn du hinausgehst, den Stand der Saaten zu betrachten, mache einen Abstecher und sammle da diese, dort jene Heilkräuter. Was auf trockenem Grunde wächst, gar an sonnigen Berghalden, verdient den Vorzug, und welche Pflanzen du in der schönsten Blüthezeit sammelst, diese werden dir die herrlichste und in Leiden die gesegnetste Frucht bringen. Manches der Kräuter und Kräutchen wächst in deinem Gras- oder Gemüsegarten, am Haus oder an der Scheune. Du brauchst nur dem zehnjährigen Knaben oder deinem kleinen Mädchen es vorzumachen, wie sie es anstellen sollen, und du verlierst beim Sammeln der Kräuter keinen Augenblick und bereitest deinen Kindern eine Freude. Die Garten- und Feldkräuter sollen jedes Jahr erneuert d.h. neugesammelt, die alten weggegeben werden.
Jede Hausmutter versteht es, jedweden Thee zu bereiten. Von den getrockneten Kräutern (über das Trocknen lies das auf der vorhergehenden Seite Gesagte) nimmt sie zu einer Tasse, soviel sie mit drei Fingern fassen kann, gießt in das Pfännchen über die Theeblätter oder Blüthen sprudelndes Wasser und läßt es einige Minuten auskochen. Dann schüttet sie den fertigen Thee ab.
In dieser Weise bereiteter Thee hat den feinsten Geschmack mit dem besten, jeder Pflanze eigentümlichen Aroma; aber es ist nicht der kräftigste Thee.
Bei mir werden die Kräuter durch längere Zeit förmlich abgekocht, gründlich ausgesotten, daß auch nicht ein Theilchen der Heilkraft verloren geht, vielmehr alle im Wasser gefangen wird.
Die Art des Einnehmens, ob tassen-, ob löffelweise, ist bei jeder einzelnen Krankheit genau angegeben.
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