2. Der (Ober-)Schenkelguß

 


Schenkel01

Anwendung des Schenkelgußes durch Patient

Der (Ober-)Schenkelguß bildet die Fortsetzung des Kniegusses gegen den Unterleib zu, schließt jedoch als eigentlicher Schenkelguß dessen Begießung aus. Er besteht darin, daß außer den beim Knieguß begossenen Fußstellen die Schenkel mit in Behandlung gezogen werden. Die erste Kanne Wassers benetzt ziemlich rasch die ganze Länge der Beine von den Zehen bis zum Unterleib; die folgenden mögen nahezu gleichmäßig vertheilt auf dieselben spülen. Patienten, welche noch das Stehvermögen haben, nehmen diesen Guß (und wohl jeden andern) besser in stehender Haltung, sie haben dabei den Vortheil, daß das aus der Kannenröhre ausfließende Wasser beim Hinablaufen Wade und Schienbein gleichmäßiger und gleichzeitiger benetzt; und gleichmäßiges und gleichzeitiges Uebergießen zähle ich stets zu den guten Eigenschaften eines Gusses.

Schenkel02

Anwendung des Schenkelgußes

Die Wirkung des Schenkelgusses ist die erhöhte Wirkung eines Kniegusses; daher könnte er jederzeit diesen letzteren vertreten und ersetzen. Als Vertreter aber geht, es ihm wie den Ersatzmännern bei öffentlichen Äemtern: er kommt in meinem Wasseramte selten zur Verwendung. Er bildet die naturlichste Brücke, den natürlichsten Uebergang vom Knieguß zum Unterguß, erhöhtem, verstärktem Schenkelguß. Schenkelguß im weiteren Sinne des Wortes. So oft im Folgenden und in allen meinen Schriften der Name Schenkelguß erscheint, habe ich (immer möchte ich sagen) den verstärkten Schenkelguß im Auge.

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