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Mit Kamille inhalieren,
Salbei gurgeln - inzwischen
ist die Verwendung von Heilkräutern wieder auf dem Vormarsch.
Das Wissen um die Wirkung der Pflanzen wurde von Generation
zu Generation weitergegeben.
Allerdings können auch Heilkräuter Nebenwirkungen
haben, wie zum Beispiel das Johanniskraut
und der Sonnenhut,
die unter Verdacht geraten sind, die Zeugungs- und Empfängnisfähigkeit
zu verringern. Oder auch Kawa-Kawa,
das Leberversagen und sogar Todesfälle verursachen kann.
Grundregeln
Die Wissenschaft kann inzwischen einzelne Pflanzenstoffe
isolieren und ihre Heilkraft bestätigen. Einige Wirkstoffe
bauen Pharmafirmen schon seit langem chemisch nach.
So zum Beispiel Salicylsäure, ein schmerzstillender
Wirkstoff aus der Weidenrinde.
Sie wird seit über 100 Jahren in Form von Acetylsalicylsäure
gegen Kopfschmerzen eingesetzt. Durch diese Forschung werden
erwünschte Wirkungen der Pflanzen bestätigt, aber
auch Nebenwirkungen sichtbar.
Grundsätzlich sollte man sagen, daß eine Selbstbehandlung
mit Pflanzen nur bei leichten Beschwerden erfolgen sollte.
Verschwinden diese Beschwerden nach einigen Wochen nicht oder
kommen sie zurück, wenn man das Mittel abgesetzt hat,
sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Man sollte auch im Hinterkopf behalten, daß sich viele
Heilpflanzen nicht zur Daueranwendung eignen. So schwächt
der Sonnenhut zum
Beispiel das Immunsystem, wenn man es über längere
Zeit einnimmt. Oder Schafgarbentee,
der den Blutdruck senkt und die Verdauung unterstützt,
kann geringe Mengen giftiges Thujon enthalten. Er sollte deswegen
nicht in starker Dosierung über einen längeren Zeitraum
getrunken werden.
Das Sammeln von Kräutern sollte nur dann erfolgen, wenn
man wirklich weiss, was man da so sammelt. Wer sich nicht
auskennt, verwechselt möglicherweise ähnlich aussehende
Kräuter oder verwendet die falschen Teile einer Pflanze.
Und es gibt ja durchaus Heilpflanzen, die giftige "Doppelgänger"
haben.
Zudem können Kräuter am Rande gedüngter oder
gespritzter Wiesen mit Schadstoffen belastet sein. Man sollte
daher lieber auf getrocknete Kräuter und Tinkturen aus
der Apotheke zurückgreifen. Außerdem kann der Apotheker
dann über mögliche Risiken informieren.
Und natürlich gibt es auch giftige
Pflanzen, die man besser meiden sollte, wenn man nicht
genau weis, wie man sie richtig anwendet.
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