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Das Kräuter-Verzeichnis

Sagen und Geschichten zu Kräutern und Pflanzen

Es ranken um die teilweise uralten Heilkräuter manchmal interessante Mythen und Geschichten. Hier sind einige davon zusammengefasst.

Akelei
Alraune
Angelika
Apfel
Aronstab
Bachbunge
Baldrian
Bärlauch
Beifuss
Beinwell
Berufkraut
Dill
Efeu
Eiche
Estragon
Farn
Fenchel
Frauenmantel
Holunder
Hopfen
Immergrün
Isländisches Moos
Lavendel
Löwenzahn
Malve
Mistel
Linde
Johanniskraut
Kamille
Kerbel
Knoblauch
Königskerze
Lavendel
Liebstöckel
Malve
Mutterkraut
Petersilie
Pfefferminze
Ringelblume
Rosmarin
Salbei
Schafgarbe
Schnittlauch
Schöllkraut
Thymian
Wacholder
Wegwarte
Weide
Wermut

 

Geschichtliches und Sagenhaftes zur Akelei

Hildegard von Bingen empfahl sie bei Fieber und Milchschorf.

Die Akelei galt als Symbol für Demut, aber auch für Sexualkraft (deshalb Venuswagen), denn die Akelei war im Altertum der Fruchtbarkeitsgöttin Freya geweiht.

Tabernaemontanus schrieb
"So einem Mann seine Krafft genommen / und durch Zauberey oder andere Hexenkunst zu den ehelichen Wercken unvermöglich worden were / der trinck stätig von dieser Wurtzel und dem Samen / er genieset / und kompt wieder zurecht"
Die Akelei wurde also als Aphrodisiakum empfohlen.

Matthioli empfahl die Akelei einem Bräutigam, der durch Hexerei "zu den ehelichen Werken ungeschickt" geworden war.

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Geschichtliches und Sagen um die Alraune
Die Alraune war früher die bekannteste aller Zauberpflanzen, da die Gestalt der Wurzel an die Gestalt des Menschen erinnert.

Man glaubte, die Alraune verhelfe seinem Besitzer zu Geld und Ehre, heile Krankheiten, galt als potenzsteigerndes Mittel und half Frauen bei der Geburt.

Hildegard v. Bingen beschreibt die Alraune als magisch und erotisch stimulierend.

Früher glaubte man, daß ein Mann, der von einer Frau am St. Agnes-Abend am 20.1. eine Alraunewurzel geschenkt bekam, sich in sie verlieben würde.


Da stehen sie umher und staunen,
vertrauen nicht dem hohen Fund;
der eine faselt von Alraunen,
Der andre von dem schwarzen Hund

(aus Goethes Faust)

Die klügsten Waldgeister sind die Alräunchen,
langbärtige Männchen mit kurzen Beinen,
Ein fingerlanges Greisengeschlecht.
Woher sie stammen, man weiß es nicht recht,

Heinrich Heine

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Geschichten und geschichtliches zur Angelika
Man sagt, die Angelika blüht am 29. September, dem Tag des Erzengels Michael. Dieser Engel soll einem Mönch in einem Traum gezeigt haben, daß man mit Angelika die Pest heilen kann.

Früher verwendete man die Angelika für allerlei Zauber, zum Beispiel einen Verjüngungstrank. Sie wurde aber auch vielerorts als Heilmittel angewendet. Auch gegen Alokoholsucht, dem Rauchen oder gar der Tollwut wurde sie eingesetzt.

Eltern gaben Ihren erwachsenen Kinder ein Pulver aus Angelika in den Wein, so daß "die tobende Lust der jungen Menschen" gemäßigt wurde...

Die Angelika gehört zu all jenen, die am 11. Juli geboren wurden. Sie steht für Inspiration und leichte Schwermut. Sie gehört zudem zur Sonne und zum Sternzeichen Löwe.

Der Angelika schrieb man magische Kräfte zu. So soll sie z.B. vor Hexerei schützen, weil keine ehrbare Hexe Angelika anwendete.

Während der Pest wurde den Menschen geraten, Angelika zu kauen, damit sie sich nicht ansteckten.

Der Duft von Angelika soll, der Sage nach, inspirieren und neue Gedanken und Lösungen zeigen.

Paracelsus lobte ihren Saft als »höchste Arznei« gegen innere Infektionen.

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Geschichtliches und Sagen um den Apfel

Der Apfel war ein Symbol für Vergänglichkeit, zudem auch ein Symbol für die Erde.

Der Apfel wurde vielen Göttinnen zugeordnet, z.B. Ischtar, Venus, Hera oder Iduna.

Avalon, die Apfelinsel, war bei den Kelten ein heiliger Ort. An Samhain, dem höchsten Fest der Kelten, das in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November gefeiert wird, ist der Apfel ein Symbol für den Tod und die Wiedergeburt. Heutzutage feiert man bei uns an diesem Tag Halloween...

Tatort Schweiz, im Jahre 1291: Wilheilm Tell verweigerte sich vor einem hohen Herren zu verbeugen, musste deswegen zur Strafe mit seiner Armbrust auf einen Apfel schießen, der aus dem Kopf seines Sohnes lag. Natürlich traf er und wurde so zum Nationalheld in der Schweiz und bekannt in aller Welt.

"Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.”
Martin Luther

Könige tragen einen Reichsapfel, welcher die Erdkugel symbolisiert. Der Träger symbolisiert damit seine Macht über die Erde.

Im alten Griechenland, zur ersten überlieferten Olympiade im Jahre 776 vor Christi, bekam der Sieger einen Apfel als Preis für seine Leistungen.

"An apple a day keeps the doctor away" - Jeden Tag ein Apfel hält den Doktor fern.

Friedrich Schiller lies sich vom Geruch eines angefaulten Apfels in einer Schublade inspirieren.

Der Apfel als Liebespflanze
Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen,
so ist mein Freund unter den Jünglingen.
Seine Frucht ist meiner Kehle Süße.
Er labet mich mit Äpfeln,
denn ich bin krank vor Liebe

Salomon

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Geschichtliches und Sagen um den Aronstab

Etliche Weiber brennen aus Kraut/Wurzel und Blumen vom Aron ein kräfftig Wasser, welches das Gesicht schön macht und die Runtzel vertreibt
Tabernaemontanus über die "Pflanze der Schönheit" - den Aronstab

Wenn früher die jungen Damen zum Tanze gingen, sollten sie Aronstab in die Schuhe legen und sagen: "Zehrwurzelkruat, ich zieh dich in meine Schuh,
ihr Junggesellen, lauft mir alle zu"

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Geschichten und geschichtliches zur Bachbunge
Hildegard von Bingen schrieb
"Die Bachbunge ist von warmer Natur, und wer daraus ein Mus kocht unter Beigabe von Fett oder Öl und sie so ißt, der erleichtert seinen Bauch durch Abführen wie mit einem Trank. Und auch gegessen unterdrückt sie die Gicht."

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Geschichtliches und Sagen um den Baldrian

Geschichtliches, Sagen und nachdenkliches rund um den Baldrian


  • Katzen finden den Baldrian sehr sexy - Im Baldrian sind Pyridinalkaloide enthalten, die für Katzen als Sexuallockstoff funktionieren: Sie wälzen sich jauchzend auf den Boden, wenn sie dem Baldrian zu nahe kommen...

    Früher goss man bei der Butterherstellung die Milch auch durch einen Baldriankranz, damit die bösen Hexen die Herstellung nicht verdarben und die Butter nicht verzaubern konnten.

    "Baldrian" kommt wohl vom alten nordischen Gott Baldur, der für Hilfe und Wohltätigkeit stand.

    Laut einer Sage nahm ein Würzburger Goldschmied jeden Tag eine Messerspitze Baldrianwurzelpulver zu sich, bis ins hohe Alter. Und auch im hohen Alter hatte er so gute Augen, dass er einen Löwen auf eine Nadel gravieren konnte - Der Baldrian hat nämlich auch eine besondere Wirkung auf die Augen.

    Man sagte dem Baldrian nach, dass er Wut und Zorn erregen würde, wenn man ihn etwas kaute.Baldrian
    Und so kam man unter anderem auf die glorreiche Idee, dass ein Scharfrichter, der zu weich für seinen Beruf war, vor einer Hinrichtung Baldrianwurzel kauen musste, damit er seine Arbeit gut verrichten konnte...

    Der Baldrian als Hexenkraut half alles Böse abzuwehren, ja auch den Teufel sollte es im Zaum halten. "Baldrian, Dost und Dill - kann die Hex` nicht wie sie will."

    Schon im 5. Jahrhundert gab es erste Eintragungen in Kräuterbüchern, jedoch nicht unbedingt als entspannendes Mittel.

    Das alte Heilkraut spielte schon bei den Hippokratinern eine Rolle, dort als krampflösendes Mittel oder bei Frauenbeschwerden.
    Deshalb bekam der Baldrian wohl auch den Namen Krampfkraut.

    Zeitweise galt der Baldrian sogar als eine Art Allheilmittel.

    Dioskurides empfahl den Baldrian als wärmendes Heilmittel mit einer den Harn treibenden und die Menstruation fördernden Eigenschaft. Er verwendete allerdings nicht den Namen Baldrian, sondern "Phu".

    Baldrian soll auch für Ratten attraktiv sein - Das wusste wohl auch der berühmte Rattenfänger von Hameln, der den Geruch des Baldrian verwendet haben soll, um die Ratten zu ködern.

    Wenn man einen Baldrianstrauß in einem Zimmer aufhängt, so bewegt er sich, sobald eine Hexe das Zimmer betritt - so ein alter Aberglaube. Und auch vor böser Zauberei und Verzauberungen sollte der Baldrian schützen - Man trug immer ein Stück der Wurzel bei sich.

    Laut Überlieferung soll Maria Magdalena Jesus Christus die Füße mit einem Öl aus dem indischen Narden-Baldrian eingesalbt haben. Das ist auch der Grund dafür, dass man auf manchen alten Altären auf den Tafelbildern den Baldrian abgebildet findet.

    Die heilige Hildegard von Bingen empfahl den Baldrian bei Gichtbeschwerden. Andere Kräuterkundige ihrer und späterer Zeit priesen ihn bei Atemnot, bei einer Sehschwäche, bei Kopfweh und auch gegen Husten.

    Ach ja, die gute alte Zeit... war ja so aufregend, dass die armen Leute damals bestimmt die beruhigende Wirkung benötigt hätten - leider wussten sie nichts davon. Denn erst im 19. Jahrhundert entdeckte man die die Nerven beruhigenden und die Nerven stärkenden Eigenschaften des Baldrian.

    Übrigens weist auch schon der lateinische Name auf diese Wirkung hin: Valeo bedeutet so viel wie "ich fühle mich wohl".

    Der Baldrian, genauer gesagt der Duft davon, wurde im Mittelalter auch gegen die Pest verwendet  - geholfen hat's wohl nichts...

    Und um beim Duft zu bleiben: Der Duft sollte ebenfalls vor Hexen schützen - diesmal ging es allerdings um das Vieh im Stall.Baldrian

    Hildegard empfahl übrigens auch, aus Baldrianpulver, zusammen mit Dinkelmehl und Wasser, Fladen herzustellen, die man dann gegen Bauchkrämpfe oder auch Neuralgien (Nervenschmerzen) essen konnte.

    Im Gegensatz zu anderen Beruhigungsmitteln ist der Baldrian kein Lustkiller, sogar das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Man sagte früher: "Wenn Mann und Weib Baldrian in Wein trinken, macht das gute Freundschaft"... was wohl etwas über die Freundschaft hinausging...

    Ein Tipp noch für Bräute: Geben Sie Ihrem Bräutigam ein Sträußchen Baldrian, das er bei sich tragen soll. Denn die Elfen straften die frischgebackenen jungen Ehemänner gerne mit Impotenz, was in der Hochzeitsnacht besonders hinderlich sein kann... - so zumindest laut Sage.

    Ich schrieb ja beim Schöllkraut schon mal darüber, dass man sagt, dass die Heilkräuter dort wachsen, wo sie gebraucht werden. Daran musste ich denken, als ich vor Kurzem Folgendes las: Der Baldrian, der ja eigentlich mehr in bewaldeten Gebieten zu Hause ist, ist inzwischen immer öfters in den besiedelten Gebieten zu finden. Wenn man nun bedenkt, dass der Baldrian ja eine beruhigende Wirkung auf die gestresste Seele hat, scheint sich die alte Weisheit zu bestätigen, nämlich dass der Baldrian in unserer hektischen Zeit zu uns kommt, damit er uns helfen kann.

     

        „Weitgeschätzt ist auch die Verwendung als Schlafmittel."
        S. Kneip

        "Wenn Du Baldrian in den Mund nimmst und jemanden küsst, gewinnt die Person Dich gleich lieb"

        „Daß im Baldrian etwas Besonderes stecken muss, darüber belehren uns die Katzen, die er so betäubt, dass sie sich in ihm wälzen."
        S. Kneipp

        „Baldrianwasser des Morgens nüchtern...bewahret denselben Tag vor der gifftigen Contagion dess bösen pestilentzischen Luffts.“

        "Jüngling, trage eine Baldrianwurzel in der Tasche und sage den Zauberspruch: Baldrian, greif mir dran! Dann kann dir die Maid nichts verweigern".

        "Nimm Baldrian in den Mund und küsse die, die du haben willst; sie gewinnt dich gleich lieb."

        Im Lorscher Arzneibuch wird der Baldrian ebenfalls beschrieben: Baldrian gleicht zu viel Schlaf als auch zu wenig Schlaf aus, er befreit von Erschöpfung und Trägheit.

        "Eines der besten Nervenmittel, das ich kenne, zur Stärkung und Regulierung des Nervensystems, wo es monatelang gebraucht wird. Ich habe dadurch langwierige Nervenschwäche und Nervenkrankheiten, Hysterie, Krämpfe aller Art verschwinden sehen."Baldrian
        Hufeland, 1825

        "Gepulverizyert unnd getrunken treibet den harn. Legt das stechen in den seiten. Bringet den frauen ire zeit. Ist ein Theriacks wider gifft und die pestilenz. Das wasser gedistillyret davon ist gut für ynnerliche geschwulst. Für die würm im bauch den kinden geben. Für die feigwarzen mit ain tüchlin übergelegt. Ist gut denen so bayn und glyder entzwey gefallen seind. Erwärmt die kalten adern und glyderen. Heylet allerley wunden. In den wein gemischt und getruncken behalt das gycht. Man mag es auch in die augen thun. Macht schwitzen. Nüchtern getruncken ist gut für den bösen lufft der Pestilenz."
        Otto Brunfels

        "Mit Wein gesotten, stillet das Kraut die schmerzen und locket die blume der frauen vervor."
        Hieronymus Bock

        "Esst Baldrian und Bibernell, so sterbts net so schnell"

        „Eßt Bibernellen und Baldrian
        so geht euch die Pest nicht an“

        "Trinkt Baldrian, so kommt ihr alle davon". - Gemeint war auch hier die Pest.

        "Alle Formen von nervösen Zuständen, ob im Krampf oder im Schmerz, verlangen den Baldrian!"
        S. Kneipp

    Mehr Geschichten und Sagen zu vielen vielen Heilpflanzen unter
    http://www.kraeuter-verzeichnis.de/sagen/sagen.shtml


 

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Sagenhaftes zum Bärlauch
Eine alte Bauernregel besagt:
Bärlauch im Mai erspart das ganze Jahr den Arzt und die Arznei.

Der Name des Bärlauchs kommt angeblich davon, daß Bären sich nach ihrem Winterschlaf den Bauch mit diesem Kraut vollzuschlagen. Deswegen dachte man, daß dieses Kraut Bärenkräfte verleiht.

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Geschichtliches und Sagenhaftes zum Beifuss
Für die alten Germanen Beifuss als die mächtigste aller Pflanzen: Mugwurz - Machtwurz!

Ein alter Brauch besagt, daß man mit einem aus Beifuss geflochtenen Gürtel umlegte, damit um das Sonnenwendsfeuer tanzen soll und anschließend diesen Gürtel im Feuer verbrennen soll, damit man das ganze Jahr vor Krankheit geschützt ist.

Im alten Rom legte man sich Beifußblätter in die Sandalen, um die Füße vor Übermüdung zu schützen.

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Geschichtliches und Sagen um den Beinwell

Bereits Dioskurides erwähnte lobend den Beinwell.

Hildegard von Bingen empfahl Beinwell als eines der wertvollsten Heilkräuter der Volksmedizin. Sie pries sogar einen Kuchen aus Mehl, Beinwellblättern und Honig als Heilmittel an. Sie nannte Beinwell "Consolida" vom lateinischen "consolidare" = befestigen. Dieser Begriff hat sich im Apothekerlatein bis heute erhalten.

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Geschichtliches über das Berufkraut
Man verwendete früher das Berufkraut gegen Verzauberung und den bösen Blick. Babys, besonders Mädchen, sollten durch ein Bad mit Berufkraut vor bösen Mächten geschützt werden. Man verwendete das Berufkraut zur Überwindung von Hürden in der Magie. Um Verrückte zu heilen, band man ihnen Berufkraut an die Stirn.

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Geschichtliches zum Dill
Angeblich nahmen Frauen früher am Tag der Hochzeit Dillsamen mit in die Kirche und sagten folgendes Sprüchlein leise vor sich hin:
"Ich hab' Senf und Dill, mein Mann muss tun, was ich will
wenn ich rede, schweig du still"

Zudem dachte man, daß Dill im Schuh einer Braut beim Mann oder als Angeklagter vor dem Richter Glück brächte.

An einer Stalltür angebrachte Dillbündel sollten böse Hexen abhalten, unter dem Kopfkissen gelegter Dill sollte Alpträume, Schnarchen oder auch Mondsüchtigkeit verhindern.

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Geschichtliches und Sagen um den Efeu
In Griechenland dem Gott Baccus geweiht, der durch eine schnellwachsende Efeuranke vor den Blicken der rachsüchtigen Gattin des Zeus gerettet wurde.

In der Heilkunde wurde er bereits von Hippokrates und Dioskurides empfohlen.

Wenn ein Hühnerauge quält, ein kleingefaltetes Efeublatt auflegen, Pflaster darüber, jeweils nach 24 Stunden zweimal wiederholt, dann läßt sich das Hühnerauge schmerzlos ablösen.

Wenn der Efeu erst einmal Halt gefunden hat, so löst er sich nicht so leicht von seinem Partner - Dieses machte ihn zum Symbol für Treue und Unsterblichkeit.

Mädchen trugen zum 1. Mai einen Efeukranz, auf daß er den Geliebten herbeigelockt werden sollte.

Eine schöne Geschichte aus Tristan und Isolde besagt, daß nach dem Tod der Beiden sie auf verschiedenen Seiten einer Kirche begraben wurden. Aus ihren Gräbern wuchs Efeu, der sich auf dem Dach der Kirche vereinigte. So waren sie auch im Tode miteinander verbunden.

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Sagenhaftes zur Eiche
Einmal vor alten Zeiten waren die Ochsenhalter gar so schlimm und ausgelassen. Sie fluchten, schalten, sangen schlechte Lieder und übten allerlei böse Streiche zum Ärger der übrigen Leute. Das beobachtete einstmals der Teufel bei einem Rundgang auf der Erde und bekam Lust, die Ochsenhalter allesamt zu holen. Gott jedoch sprach zum Bösen: „So lange Blätter an den Bäumen hangen, darfst du nicht nach den Ochsenhaltern gelangen." Der Teufel denkt sich: „Kommt nur der Spätherbst, dann mach ich meine Ernte." Der Spätherbst kam, die Blätter fangen an zu fallen und fallen ab bis auf die der Eichen, besonders der Wintereiche. Der Böse wartet noch eine Weile, die Schneeflocken kommen schon heran, die Ochsenhalter haben sich bereits in gute Ruhe begeben, aber die Eichenblätter wollen noch immer nicht herabfallen. Endlich springt der Böse voll Wut auf die Eichbäume hinauf und will das Laub mit den Zähnen herunterreißen. Er zerriß dabei wohl die Blätter, aber sie fielen dennoch nicht herab. Daher sehen die Blätter der Eichen wie von Zähnen zerbissen aus. Auf diese Art wurden die Eichen die Schutzbäume der Viehhirten.
Quelle: Sagenreise ins Pielachtal, Sagen, Erzählungen, Geschichten - aus dem reichen Sagenschatz des Pater Willibald Leeb.

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Sagenhaftes zum Estragon

Laut Sage bekam der Estragon seinen lateinischen Namen von der römischen Göttin Diana.

Im französischen bedeutet das Wort Estragon so viel wie kleiner Drache. Dies kommt daher, daß die dünnen langen Blätter des Estragon Zungen von Drachen ähneln und die Wurzeln, die aufgerollt und verdreht sind, wie ein Schlangenkörper aussieht.

Wenn man unter Zahnschmerzen leidet, so soll man Estragonwurzeln kauen.

Zur Vorbeugung gegen Erschöpfung soll man sich Estragonzweige in die Schuhe legen.

Bereits im alten Rom nahmen die Soldaten Estragon gegen Erschöpfung.

Im alten Indien stellte man einen Trank aus Estragon und Fenchel her, der Stärke verleihen sollte.

Früher glaubte man, daß durch Estragon Schlangenbisse geheilt werden können und Stiche von Wespen gelindert werden würden. Im alten England verwendete man Estragon zur Steigerung des Appetits.

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Geschichtliches zum Farn
Hildegard von Bingen
"Der Farn ist warm und trocken und hat auch ein mittleres Maß an Saft.
Der Teufel flieht die Pflanze, und sie hat gewisse Kräfte, die an die der Sonne gemahnen, weil sie wie die Sonne das Dunkle erhellt. Sie vertreibt so Trugbilder, fantasias, und deswegen lieben sie die bösen Geister nicht. An dem Platze, an dem sie wächst, übt der Teufel sein Gaukelspiel selten aus, und das Haus, an dem der Teufel ist, meidet und verabscheut sie. Blitz, Donner und Hagel fallen dort selten ein, und auf dem Acker, auf dem sie wächst, hagelt es selten. Wer den Farn bei sich trägt, ist sicher vor den Nachstellungen des Teufels und vor bösen Anschlägen auf Leib und Leben."

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Geschichtliches und Sagen um den Fenchel
Tradionell bekamen Frauen nach der Entbindung Fenchel geschenkt... um Fliegen vom Baby abzuhalten und um mit einem daraus zubereiteten Tee die Milchproduktion anzuregen.

Fenchel am Johannistag in die Schlüssellöcher des Hauses gesteckt, ließ die unerwünschten Geister das ganze Jahr nicht mehr herein!

"Begierde zum Essen, stärcket die leiblichen Geister und mehret den natürlichen Samen/ richtet die hangenden Mannsruten wieder auf"
Plinius
Fenchel macht also müde Männer wieder munter!

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Geschichtliches um den Frauenmantel
Johannes Trojan
Das Kräutlein treibt ein rundes Blatt
Wie keines ringsherum es hat.
Mit zierlich eingekerbtem Rand
Ist für den Tau es angespannt,
Recht als ein Schälchen hingestellt,
in welches Perl`auf Perle fällt.
So hebt es auf des Himmels tau,
der niedersinkt auf Flur und Au`,
Manch Elflein gegen Morgen kommt,
das dürstet, dem zu trinken frommt,
Schöpft aus dem Schüsselchen und spricht:
Ein bessres Labsal gibt es nicht

Tabernaemontanus
Dieses Kraut in Regenwasser, oder aber Löschwasser, darin die Schmied das glühende Eisen ablöschen, gesotten und mit demselbigen Wasser die heimlichen Örter der Weiber gewaschen, dringet es dieselbigen zusammen als wenn sie Jungfrauen werend."

Künzle
"Der Tee vom Frauenmänteli ist lieblich und angenehm; mit Schlüsselblüemli gemischt, geht er über den chinesischen Tee und ist weit gesünder als dieser; er beruhigt die Nerven und gibt gesunden Schlaf."

"Wenn eine Frau, die weiche Brüste hat, in die Badstube geht
und im Ausgang ein mit Sinau genetztes Tüchlein überlegt,
bekommt sie straffe Brüste".

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Geschichtliches und Sagen um den Holunder

Früher pflanzte man den Holunder zum Schutz gegen böse Geister und gegen den Blitzeinschlag um sein Haus.

In einem alten Glauben sagt man, daß ein Toter seine Ruhe gefunden hat, wenn ein auf sein Grab gepflanzter Holunder-Strauch zu wachsen anfängt.

Im alten Rom färbten sich die feinen Damen ihre Haare mit Holundersaft.

"Wer Holunder bei sich trägt, schreckt vor Ehebruch zurück" - naja, Volksglaube... ob's hilft?

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Geschichtliches zum Hopfen

Pippin, der Vater Karls des Großen, schenkte im Jahr 768 Hopfengärten („humlonarie") an die Abtei St. Denis bei Paris. Vermutlich diente schon seit dem 8. Jahrhundert der Hopfen zur Haltbarmachung des Bieres. Das gehopfte Bier war also wohl eine Erfindung der Mönche.

Mesue der Jüngeren, Araber und sicher kein Biertrinker, schrieb dem Hopfen folgende Wirkung zu: Hopfen reinigt Hopfen das Blut, er soll die Gelbe Galle vertreiben. Gelbe Galle steht übrigens die Melancholie, also heutzutage nennt man es Depressionen. Zudem sprach er dem Hopfen eine Wirkung bei Asthma, Leber- und Milzleiden, gegen Fieber und Entzündungen zu.

Hildegard von Bingen hob die Haltbarmachung von Getränken hervor. Die Äbtissin meint außerdem in ihrer ‚Physica’, daß der Hopfen Melancholie, also den Saft der Milz, die Schwarze Galle, verstärke und damit Trauer bereite. Gegensätzliche Angaben also zu Mesue. Tatsächlich scheint Hopfen also keinerlei Wirkung bei Depressionen zu haben.

Albertus Magnus schrieb, daß der Hopfen den Kopf beschwere. Man könnte eine schlaffördernde Wirkung des Hopfens ableiten, die inzwischen medizinisch bestätigt ist.

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Sagen um das Immergrün
Immergrün steht für Treue.

Man verwendete es früher als "Jungfernkranz", also als Hochzeitsschmuck.

Culpeper
"Die Blätter gemeinsam von Mann und Frau gegessen,
verursachen Liebe zwischen beiden".

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Geschichtliches und Sagen um den Lavendel
Im Mittelalter verwendete man den Lavendel gegen die Pest.

Hildegard von Bingen empfahl "Lavendelwein" gegen Lungenbeschwerden:
"Wer Lavendel mit Wein oder, wenn er keinen Wein hat, mit Honig und Wasser kocht und oft lauwarm trinkt, der mildert den Schmerz in der Leber und in der Lunge und die Dämpfigkeit seiner Brust".

Reibt man einen Brief mit Lavendelblüten ein, so sollen alle Wünsche, die darin geschrieben sind, in Erfüllung gehen.

Parfümiert man seine Wäsche mit Lavendel, so sollen widerborstige Männer gefügig werden.

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Geschichtliches und Sagen um den Löwenzahn

Der Volksname Bettpisser weist auf seine harntreibende Eigenschaft hin.

Nach Hexenglauben erfüllt sich jeder Wunsch, wenn man sich mit Löwenzahn den Körper einreibt.

Im 11. Jahrhundert berichteten bereits arabische Ärzte von der heilenden Wirkung des Löwenzahns.

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Geschichtliches und Sagen um die Malve

Die Malvensamen galten bei Frauen als ein sehr starkes Aphrodisiakum.

Früher verwendete man die Malve als Schwangerschaftstest: Eine Frau urinierte auf die Malve. Wenn diese Malve nach einigen Tagen verdorrte, war die Frau nicht schwanger.

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Geschichtliches und Sagen um die Mistel
Früher hängte man Mistel an die Hauswände, weil man glaubte, daß sie vor Feuer schützen würde. Zudem dachte man, daß die Mistel Glück bringt, aber nur denjenigen, die sie geschenkt bekamen. Kaufen gilt nicht!

Druiden verehrten die Mistel als die heiligste aller Pflanzen. Sie wurde nur während eines Gottesdienstes und auch nur mit einer goldenen Sichel geschnitten. Zudem durfte sie dabei nicht zu Boden fallen.

In "Asterix und Obelix" war die Mistel eine wichtige Zutat des Zaubertrankes, der unbesiegbar machte.

Laut Sage wurde das Kreuz, an dem Christus starb, aus dem Baum der Mistel gefertigt. Aus Scham trocknete dieser Baum ein und verwandelte sich in die heutige Mistel, die viel Gutes für die Menschen bringt.

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Sagen zum Isländischen Moos
Als Christus einst als Bettler verkleidet auf der Erde wandelte, um die Menschen zu prüfen, kam er zu einem stolzen Bauernhause. Darin herrschte Übermuth und Reichthum und die Bäurin badete sich anstatt in Wasser in fetter Milch. Dieser Überfluß rührte aber vom Misere (dem isländischen Moos) her, das auf allen Feldern und Wiesen üppigst wuchs und die Kühe milchreich machte. Jesus bat die stolze Bäurin um ein Almosen. Er ward mit harten Worten von der Thüre gewiesen. Da sprach Christus:
"Misere
Wachs unterm Schnee"

Seitdem verschwand im Thale das isländische Moos und mit ihm der Segen. Es ist nur mehr hoch auf den Bergen zu finden.
Quelle: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz Vinzenz Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 263, S. 163.

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Geschichtliches und Sagen um die Linde
Als Siegfried aus der Nibelungen-Sage sich im Blut des erschlagenen Drachens unverwundbar badete, heftete sich ein Lindenblatt an seine Schulter, verhindert den vollkommenen Schutz, und unter einer Linde stirbt er von der Hand des grimmigen Hagen.

"Schon um die Linde war es voll und alles tanzte schon wie toll!"
Goethe

Bei den Germanen galt die Linde als heiliger Baum, dessen Holz man bei rituellen Verbrennungen der Toten verwandte.

Häufig erscheinen Linden in Sagen erscheinen als Sammelplatz der Hexen.

"Das Wasser aus der Blüet gebrennt/ wird hoch gerühmet wider die Fallende sucht der jungen Kinder: wil man aber diesen Tranck etwas stärcker haben/ soll man ein drittheil Päonienwasser darzu vermischen. Es wird auch sonst gebraucht wider den Schlag/ den Schwindel und andere kalte Gebresten dess Hirns. Wen der Schlag getroffen hat/ der nimm Lindenblüetwasser/ Mayenblumenwasser/ unnd schwartz Kirschenwasser/ vermische sie durch einander/ und trincke jederzeit ein Untz darvon. Diss Wasser getruncken/ ist gut den versehrten Därmen/ von der rohten Ruhr/ wird von etlichen auch für das Bauchgrimmen geben. Das Wasser von Lindenblüet/ vertilget die Flecken im Angesicht."
Tabernaemontanus

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Sagen um das Johanniskraut

Geschichtliches um das Johanniskraut


Johanniskraut

Johanniskraut

Der Legende nach wuchs unter dem Kreuz Christi Johanniskraut, welches die Blutstropfen Christi mit seinen Blüten auffing. Daher auch der Name "Blut Jesu Christi".

Einer anderen Sage nach wuchs aus dem Blut Johannes des Täufers das Johanniskraut, nachdem er geköpft wurde und das Blut auf die Erde tropfte.

Johanniskraut wurde von den Christen als "Kraut des Himmels" gesehen, da sich die Blüten strahlenförmig zum Himmel neigen.

Bei Plinius d.Ä. (23-79 n. Chr.) findet man einen Hinweis über ein Kraut "Hypereikon" das bei Verbrennungen eingesetzt wurde.

Eine heidnische Tradition war, daß Mädchen einen Kranz aus Johanniskraut zur Sommersonnenwende trugen, um eine Verbindung zum Licht und der Sonne herzustellen.

In Irland ist das Kraut auch heute noch unter dem Namen St. Johns Wort bekannt. Außerdem gab es den Brauch, unter striktem Schweigen in der Johannisnacht einen Strauß aus 7 oder 9 Blumen zu pflücken, damit diese, unters Kopfkissen gelegt, im Traum den Bräutigam erscheinen lassen.

Zudem ist überliefert, daß es einen Brauch gab, das Johanniskraut aufs Dach zu legen oder am Herd zu verbrennen und folgenden Spruch zu sagen um Gewitter zu besänftigen: "Ist denn da keine alte Frau, die kann plücken Hartenau, damit sich das Gewitter stau?"

  • "von etlichen auch Fuga demonum genent, darumb/
    daz man meynet/
    wo solichs kraut behalten würt/
    da kum der teuffel nicht hyn/
    mög auch kein gespenst bleiben/
    und darumb bereuchert man in ettlichen landen die kindbetterin damit
    lasßen es aber vor segnen uff unser Frawen uffart tag/
    und haben also ir kurtzweyl damit."
    Otto Brunfels

  • "Lege Johanniskraut zwischen die Käse, so wachsen keine Würmer darin."

  • "So einer durch zauberische Liebe von Sinnen gekommen und unsinnig worden, dem kann man folgendermaßen helfen: Nehmet Johanniskraut anderthalb Hand voll/ edlen Dorant zwei Hand voll/ und siedet daßelbige in drei Maß Wein/ davon laß den Kranken trinken abends. "

  • "Es ist nicht möglich, daß eine bessere Arznei für Wunden in allen Ländern gefunden wird."
    ... sagte Paracelsus über das Johanniskraut

 

 

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Sagen-haftes zur Kamille

Im alten Ägypten wurde die Kamille dem Gott der Sonne gewidmet.

Im alten England gehörte die Kamille zu den neun heiligen Kräutern.
Bei der Krönung von Königen in England hat derjenige, der König wird, immer ein Kamille-Sträußchen dabei. Dies ist angeblich auch heute noch so.

Laut Sage soll die Kamille mit dem heiligen Johannes in Verbindung stehen, man brachte daher am Johannistag, dem 24. Juni, einen Kranz aus Kamille an die Haustür an, so daß man vor Donner, Blitz und Sturm geschützt war.

In alten deutschen Sagen stehen Kamillenblüten für die Seelen von Soldaten, die unter einem Fluch gestorben waren.

Früher glaubte man, daß der Rauch der Kamille Zauberkräfte hätte, der Unglück abwenden sollten.

Früher war es in einigen europäischen Ländern üblich, daß, wenn man zur Kirche ging, einen Strauß Kamille mitbrachte.

Im alten Ägypten verwendete man die Kamille unter anderem bei Krankheiten wie Erkältungen, Schmerzen, Fieber, allerlei Frauenkrankheiten und Schüttelfrost.

Im alten Rom verwendete man die Kamille als Mittel gegen Schlangenbisse. Zudem verwendete man sie als beruhigendes Mittel bei Depressionen, Schlafstörungen und Hysterie.

In der Neuzeit verwendete man die Kamille bei Malaria und bei Schwindsucht, man räucherte Kamilleblätter und verwendete den Rauch gegen Asthma und Schlaflosigkeit.

Alte (und noch aktuelle) Anwendungen von Kamille:
Bei Heuschnupfen oder einer verstopften Nase soll man mit Kamillentee inhalieren.
Einen ersten Korn kann man mithilfe von Kamillentee behandeln.
Bei überanstrengten Muskeln sollte man Kamille mit in das Badewasser geben, dies soll auch bei Blasenentzündungen helfen.

Für verwendete man Kamillentee, den man zusammen mit den Schalen von Orangen aufkochte, als Waschwasser.

Früher verwendete man die Kamille zum Aufhellen der Haare. Kamille hat eine ausbleichende Wirkung auf Haare, besonders auf blonde Haare. Wenn man im Sommer seine Haare nach dem Waschen mit einer Spülung aus Kamille ausspült und dann in die Sonne geht, ist dieser Effekt besonders gut zu beobachten.

Früher schenkte man älteren Menschen einen Strauß aus Kamille und einem Zweig Salbei, der für die Weisheit und die Gelassenheit des Alters stand.

Die Kamille ist die Pflanze derjenigen, die am 17. Dezember Geburtstag haben. Sie steht für Kraft und ist der Sonne zugeordnet.

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Sagen-haftes zum Kerbel

Der Kerbel gehörte in jedes Hexen-Sortiment, aus dem man Tränke und Seiten herstellte.

Im Altertum war der Kerbel eine wertvolle Heilpflanze. Man stellte aus ihm Augenwasser her oder verwendete ihn als Kompresse bei Augenentzündungen oder bei Blutgerinnseln. Man badete Frauen, die in den Wehen lagen, in einem Absud mit Kerbel.

Laut alter Lehrbücher soll der Kerbel gegen Schluckauf helfen. Zudem soll man Kerbelblätter auf Insektenstiche reiben, damit die Schmerzen schneller vergehen.

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Geschichtliches zum Knoblauch
Bei den alten Griechen war es verboten, nach dem Verzehr von Knoblauch einen Tempel zu betreten, man hätte die Götter erzürnen können. Auch bei der römischen Oberschicht galt das Essen von Knoblauch seit der Kaiserzeit als unfein.

Der griechischen Arzt Dioskurides beschrieb in seiner Materia Medica, dem wichtigste Arzneibuch der Antike (1. Jh. nach Chr.), den Knoblauch. Er schrieb der Pflanze beachtenswerte Wirkungen zu: sie soll sich nicht nur zur Stärkung der Verdauung, bzw. gegen Verdauungsbeschwerden und zur Abwehr von Darmwürmern eignen, sondern wird auch besonders als ein Mittel gegen Vergiftung gelobt, gleichgültig, ob diese durch einen Tierbiss, oder durch das Trinken von verdorbenen Wasser hervorgerufen worden ist. Auch bei Erkältungskrankheiten wie Husten und rauhen Hals wurde Knoblauch eingesetzt und nicht zuletzt bei Hauterkrankungen.

Hildegard von Bingen schrieb nieder, daß nur der roh verzehrte Knoblauch seine Kräfte vollständig weitergeben kann. Sie empfiehlt aber auch, den Knoblauch nur maßvoll zu essen, „damit das Blut im Menschen nicht übermäßig erwärmt werde.“

In der Neuzeit wurde Knoblauch vor allem gegen die verschiedensten Arten von Darmkrankheiten eingesetzt, so auch durch Albert Schweitzer in Afrika.

Wahrscheinlich schon seit Urzeiten galt der Knoblauch als eine Schutzpflanze vor Vergiftung sondern auch als Atropäikum, als ein Mittel das vor Bosheit und Zauber schützt. Dieser Aspekt hat sich in den Romanen über Dracula und in den Vampirfilmen bis heute erhalten.

Der Sage nach wuchs der Knoblauch dort, wo der Teufel beim Verlassen des Paradieses seinen linken Fuß hinsetzte.

In der Antike verwendete man den Knoblauch zur Steigerung der Libido und der Potenz.
Ein altes ägyptisches Papyrus erwähnt den Knoblauch zur Geburtshilfe, bei Menstruationsstörungen und Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane.
Übrigens hat man heutzutage herausgefunden, daß die natürliche Gleitflüssigkeit der Frauen die gleichen Betandteile enthält wie das flüchtige Öl des Knoblauchs. Und wenn man dazu noch den Leitspruch der Homöopathie nimmt - Ähnliches mit ähnlichem - kann man sich also vorstellen, daß der Knoblauch tatsächlich eine Wirkung auf die weiblichen Geschlechtsorgane hat.

Leonhart Fuchs
"Knoblauch macht Neygung zum Schlaff und Lust zu den ehelichen Wercken".

Matthioli
"Wer die ehelichen Wercke nicht schaffen kann, der esse Knoblauch".

In Sanskrit, der Sprache des Hinduismus, bedeutet sein Name soviel wie Ungeheuer-Totschläger. Dies deutet darauf hin, daß er eine starke Kraft besitzt.

Auch die alten Griechen und Römer kannten den Knoblauch.
Der Sage nach rettete Odysseus seine Mannen vor der Kirke dadurch, daß er eine Pflanze namens Moly in ihren Wein gegeben hat. Dieses Moly war wahrscheinlich eine wilde Art des Knoblauch.

Früher haben die Menschen Knoblauch an sich getragen, damit sie vor bösen Einflüssen geschützt waren. Jeder von uns kennt natürlich die Geschichte von den Vampiren, die angeblich gegen Knoblauch allergisch waren. Zudem setzte man den Knoblauch als Aphrodisiakum ein, er sollte die Gefühle der Liebenden verstärken.

Es gibt auch Länder, in denen der Knoblauch verboten war, und zwar wegen seines Geruchs.

Der Knoblauch gehört zum Planeten Mars.

Matrosen trugen immer eine Knoblauchzehe bei sich, weil sie dachten, daß so ein Schiffbruch vermieden werden kann.

In Frankreich legte man einem Baby bei der Taufe eine Knoblauchzehe auf die Lippen, dies sollte für Gesundheit und Glück sorgen.

Blinden Kühen hängte man eine Knoblauchzehe um, sie sollte die Sehkraft wiederherstellen.

In deutschen Bergwerken trugen die Arbeiter eine Knoblauchwurzeln zum Schutz vor bösen Geistern, die in den Bergwerken wohnten.

Mexikanische Mädchen verwendeten Knoblauch dazu, wenn sie einen unliebsamen Verehrer abservieren wollten.

Kampfhähne wurden vor einem Kampf mit Knoblauch gefüttert, da man dachte, sie würden dadurch aggressiver werden.

Im alten Rom aßen die Soldaten Knoblauch, um mutiger zu werden.

Spanische Stierkämpfer legten eine Knoblauchzehe in die Arena, weil sie dachten, daß der Stier dann von ihnen ablassen würde.

Wenn man im Traum Knoblauch ißt, so soll das bedeuten, daß Geheimnisse bald ans Licht kommen werden.

Ein uralter Rat besagt, daß, wenn man 13 Tage lang 13 Knoblauchzehen als Kette um den Hals trägt, und dann am 13. Tag zu Mitternacht an eine Kreuzung geht, da die Kette hochwerfe und schnell nach Hause laufe, Gelbsucht geheilt werden würde.

Im alten Ägypten setzte man den Knoblauch wegen seiner Heilkraft ein. Bereits in Inschriften der großen Pyramiden von Gizet findet man den Geldbetrag, der für Knoblauch ausgegeben wurde, damit die Arbeit gesund und bei Kräften blieben.

Galen, ein Arzt aus dem alten Griechenland, bezeichnete den Knoblauch als Allheilmittel.

Man berichtet, daß Leprakranke durch das Essen von Knoblauch schneller wieder gesund wurden.

Tatort Marseille, 1726: Die Zeit der Pest
Da zu dieser Zeit viele Häuser leer standen und ein allgemeines Chaos herrschte, war es gang und gäbe, daß in Häusern eingebrochen wurde um Plünderungen und Diebstähle vorzunehmen. Eines Tages nahm die Polizei vier Diebe fest, die Leichen plünderten. Bei ihnen fand man Masken, die mit Knoblauch, Essig und anderen Kräutern getränkt waren. Als man sie fragte, warum sie solche Masken trugen, antwortete sie, daß diese Maske sie vor der Pest schützen sollten.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts aßen französische Priester, die zu dieser Zeit in den Elendsvierteln Londons ihren Dienst taten, viel Knoblauch, damit sie vor einem sehr ansteckenden Fieber geschützt blieben

Schon seit jeher setzt man den Knoblauch zur Behandlung von Wunten ein, heutzutage weiß man, daß der Knoblauch antiseptisch ist.

Die Soldaten im Zweiten Weltkrieg verwendeten Umschläge mit Knoblauchsaft, die sie auf ihre Wunden gaben, so daß die Wunden nicht eiterten.

Zur Vorbeugung von Keuchhusten soll man eine Knoblauchzehe in die Schuhe liegen.

Wenn man ein Loch im Zahn hat, so soll man Knoblauchblei in dieses Loch geben, zumindest so lange, bis man beim Zahnarzt ist.

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Geschichtliches und Sagen um die Königskerze

Amulette aus der Wurzel der Königskerze sollten vor bösen Kräften und Unholden schützen.

Hippokrates erwähnte die Königskerze als Mittel zur Wundbehandlungen.

Hildegard von Bingen setzte die Blätter der Königskerze als Heilmittel gegen Schwermütigkeit ein.

Aristoteles verwendete die Königskerze zum Fischfang. Er streute den Samen ins Gewässer, die enthaltenen Saponine sollten die Fische betäuben, sodaß sie leichter zu fangen seien.

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Geschichtliches und Sagen um den Lavendel
Im Mittelalter verwendete man den Lavendel gegen die Pest.

Hildegard von Bingen empfahl "Lavendelwein" gegen Lungenbeschwerden:
"Wer Lavendel mit Wein oder, wenn er keinen Wein hat, mit Honig und Wasser kocht und oft lauwarm trinkt, der mildert den Schmerz in der Leber und in der Lunge und die Dämpfigkeit seiner Brust".

Reibt man einen Brief mit Lavendelblüten ein, so sollen alle Wünsche, die darin geschrieben sind, in Erfüllung gehen.

Parfümiert man seine Wäsche mit Lavendel, so sollen widerborstige Männer gefügig werden.

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Geschichtliches und Sagen um den Liebstöckel
"Liebstöckel, kräftiges Kraut, dich zu nennen im duftenden Dickicht
Heißt mich die Liebe, mit der ich im Gärtchen alles umfasse.
Zwar durch Saft und Geruch, so glaubt man, soll diese Pflanze
Schaden den Zwillingssternen der Augen und Blindheit bewirken.
Aber die kleinen Samen der Pflanze pflegen doch manchmal als Beisatz
Andrer Arznei durch fremdes Verdienst sich Lob zu erwerben "

Walahfrid Strabo

Der Liebstöckel zählt zu den Liebespflanzen. Will der Geliebte nicht so richtig anbeißen, soll die Frau ihm einen Sud von Wurzeln und Blättern in sein Badewasser geben.

"Wurzel und Samen des Liebstöckel treiben den Harn und verhelfen Männern und Frauen nicht nur zu unkeuschen Gelüsten, sie tun es auch mit Begierde und Wonnen hernach".
Dioscorides

Mädchen aus Norditalien trugen ein Liebstöckl-Sträußchen unter dem Rock, um dem Auserwählten zu gefallen.

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Geschichtliches und Sagen um die Malve

Die Malvensamen galten bei Frauen als ein sehr starkes Aphrodisiakum.

Früher verwendete man die Malve als Schwangerschaftstest: Eine Frau urinierte auf die Malve. Wenn diese Malve nach einigen Tagen verdorrte, war die Frau nicht schwanger.

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Geschichtliches zum Mutterkraut
Dioskurides erwähnte in der Antike bereits vom Mutterkraut. Er schätzte es als hochwertige Heilpflanze. Der Name kommt von seiner Verwendung bei Schwangerschaftsbeschwerden – es löst die Menstruation aus und die Ablösung der Plazenta.

Einsatzgebiete damals war überwiegend die Frauenheilkunde, es sollte die Geburt erleichtern und Menstruationsbeschwerden zu linden. Aber auch bei Fieber und bei Kopfschmerzen setzte man es ein.

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Geschichtliches und Sagen um die Petersilie

Im alten Griechenland trug man bei festlichen Anlässen Petersilienkränze auf dem Kopf. Die Petersilie sollte der Trunkenheit vorbeugen.

"Wer im Herzen oder in der Milz oder in der Seite Schmerzen leidet- der koche Petersilie in Wein, unter Zugabe von etwas Weinessig und reichlich Honig und seihe durch ein Tuch ab. Den so zubereiteten Herzwein trinke er oft , und es heilt ihn."
Hildegard von Bingen

Wer schon mal Petersilie zum Keimen bringen wollte, der weiß, das das sehr lange dauert. Der Grund dafür, so dachte man früher, ist der, daß die Petersilie neunmal zurück zum Teufel geht, bevor sie keimt. Allerdings könne man dies verhindern, indem man am Karfreitag aussät. An diesem Tag hat der Teufel keine Macht.

Zudem dachte man, daß die Person bald sterben würde, die ausgesät hat, wenn die Petersilie nicht aufgeht.

Im alten Griechenland war angeblich den Kriegern Athens die Petersilie verboten, weil sie die sexuellen Energien aufheizt, dachte man.

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Geschichtliches um die Pfefferminze
Die Pfefferminze wurde wohl schon im alten Ägypten verwendet, zumindest fand man Reste der Pfefferminze in altägyptischen Gräbern.

Die heute am häufigsten anzutreffende Form der Pfefferminze ist durch eine zufällige Kreuzung im 17. Jahrhundert entstanden. In der Nähe eines Krausminzenfeldes (auch Grüne Minze genannt) in England wuchsen wilde Bachminzen und durch Befruchtung bildete sich dann die Pfefferminze. Wegen ihrer Eigenschaften wird sie seither kultiviert.

Laut einer Sage nach besuchte der Gott der Unterwelt, Hades, nur sehr selten die Welt oben. Als er jedoch doch einmal dort war, verliebte er sich in die Nymphe Minthe. Diese war verzückt von dem Glanz seines goldenen Wagens, der von schwarzen Pferden gezogen wurde. Hades, der versuchte, Minthe zu verführen, hatte allerdings ein Problem mit seiner Ehefrau, der Königin Persephone. Diese nämlich war davon gar nicht begeistert und verwandelte kurzerhand die Arme Minthe in eine Pflanze, die man heutzutage als Minze kennt.

Hexen sollen angeblich Poleiminze zu einen Getränk verarbeitet haben, welches bei denen, die es tranken, schielen auslöste.

Früher glaubte man, daß die Minze Glück bringen würde, wenn man sie am 24. Juni, dem Geburtstag des heiligen Johannes, fand.

Die Minze gehört zu den Menschen, die am 25. Februar Geburtstag haben und steht für Leidenschaft, Tugend und Weisheit. Die Minze gehört zum Planeten Venus.

Man fand bereits ägyptischem Grabstätten Reste von Minze, daher geht man davon aus, daß sie den Toten in der anderen Welt helfen sollten.

Im Mittelalter waren in vielen Klostergärten Minze-Pflanzen angepflanzt.

Früher träufelte man mit Honig vermischte Minze bei Ohrenschmerzen in die Ohren.

Bei Frauen, die Wehen hatten, pulverisierte man Minze, vermischte sie mit Wein und gab dies den Frauen gegen ihre Schmerzen.

Im alten Griechenland empfahl Aristoteles die Minze als Aphrodisiakum, warnte allerdings davor, zu viel davon zu nehmen. Den Soldaten der damaligen Zeit wurde geraten, vor einer Schlacht davon nichts zu essen, da diese gesteigerte Männlichkeit ihrem Mut und ihrer Kraft im Wege stehen würde.

Die Minze kommt auch in der Erzählung aus 1001 Nacht vor. Scheherazade, die Erzählerin der Geschichte, solle angeblich jeden Tag vor Sonnnenaufgang, mit Minze gebadet haben.

Im alten Rom und bei den alten Griechen war der Duft von Minze sehr beliebt. Unter anderem stellte man aus Minze Kränze her, die bei Festen aufgesetzt wurden, zudem wurde Minze auf den Tisch gestellt und auf dem Boden verteilt.

Bräute trugen früher einen Kranz aus Minze, der als Symbol des Glückes diente.

Zudem gaben die Menschen im alten Griechenland Minze in ihr Badewasser und rieben sich die Arme damit ein, damit sie mehr Kraft bekämen.

Im Volksmund sagt man der Minze nach, daß sie Insekten vertreibt. Tatsächlich verstreute man im Mittelalter Minze auf dem Boden, so daß keine Fliegen ins Haus kamen. Auch in Metzgereien stellte man Minze auf, so daß keine Fliegen an das Fleisch kamen.

Die Minze wurde schon immer als einer der wichtigsten Bestandteile von Mundwässern verwendet.

"Wenn man Minze auf Bienenkörbe verteilt, werden Bienen angelockt."
Sage

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Ringelblume - Geschichtliches

Aus alten Zeiten wird überliefert: Trägt man vor dem ins Bett gehen eine Salbe aus mit Sommerkräutern getrockneter, zermahlenener und mit Honig und Essig verrührter Ringelblume auf, so träumt man nachts von der einen, ganz großen Liebe.

Über Jahrhunderte hinweg stand die Ringelblume bei Bauern als "Wetterprophet" in hohem Ansehen, denn sie faltet ihre Blüten zusammen, wenn schlechtes Wetter mit Regen aufzieht. Bei vielen Völkern wird die Ringelblume als Symbol für die Unvergänglichkeit geschätzt, weil sie so langlebig ist und den ganzen Sommer über immer wieder blüht. Aus diesem Grund war sie eine beliebte Grabpflanze und trug auch den Namen "Totenblume".

Von Theophrast und auch von Dioskurides wird eine Droge "Klymenon" erwähnt, die mit grosser Wahrscheinlichkeit mit unserer Ringelblume identisch ist.

Im Mittelalter wird die Ringelblume erstmals bei Hildegard von Bingen erwähnt. Man kann dies als Indiz dafür nehmen, daß Calendula, bzw. das „Ringele", wie sie bei der Äbtissin vom Rupertsberg genannt wird, bereits im 12. Jh. Bestandteil der Volksmedizin gewesen ist. Hildegard beschrieb die Ringelblume als kalt und feucht, empfahl sie gegen „Vergiftungen" durch üble Speisen bei Mensch und Tier (Rind und Schaf). Gegen „vellen" und Grind am Kopf empfiehlt sie die äußere Anwendung mit Speck, bei Grind mit Teig vermischt.

Albertus Magnus (um 1200-1280), ein großer Gelehrter des Mittelalters, beschrieb die Ringelblume folgendermaßen: "Sponsa solis sive solsequium est herba habens folia spissa, sed non magna, florem citrinum, qui claudit se sole occidente et aperit oriente. Frigida et humida est. Trita confert morsui venenatorum, posita super vulnus. Sed succus eius confert oppilationibus splenis et hepatis."

Übersetzt bedeutet das so viel wie:
"Sonnenbraut ist ein Kraut, das dicke, aber nicht große Blätter hat und eine zitronengelbe Blüte, die sich bei Sonnenuntergang schließt und beim Aufgang öffnet. Sie ist kalt und feucht. Zerrieben hilft sie beim Biss giftiger Tiere, wenn man sie auf die Wunde legt. Ihr Saft hilft bei Verstopfungen der Milz und der Leber."

Hieronymus Bock über die Ringelblume
"Das Pulver von der Rinden gemischet mit Fenchelsamensafft, Wein vnd ein wenig Öl, diß alles gesotten Biss es dick würt; demnach thu darzu einwenig wachß, machs zur Salben vnd bestreich das Miltz damit, desgleichen den kalten Magen, es hilfft."

Tabernaemontanus (1520 - 1590) schrieb in seinem Kräuterbuch
"Der Safft von Ringelblumen in die Ohren gethan /soll die Würm darin tödten. Zu den Wehetagen der Zähn / soll man des Saffts ein gut Theil in Mund nehmen / ein Zeitlang darinn behalten / soll den Schmertzen bald benehmen."

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Geschichtliches und Sagen um den Rosmarin
"Und da ist Rosmarin, das ist für die Treue" (In Shakespears Hamlet bindet Ophelia Hamlet einen Rosmarinkranz als Zeichen der Treue)
Hamlet

Früher dachte man, daß man im Schlaf von bösen Träumen verschont bliebe, wenn man den Duft von Rosmarineinatmet.

Die Ägypter gaben ihren Toten Rosmarinzweige in die Hände, um die Reise in das Land der unsterblichen Seelen mit ihrem Duft zu versüßen.

In London war es Anfang des 18. Jahrhunderts üblich, daß jeder Trauergast, der einen Sarg zum Friedhof begleitete, vom Diener des Hauses einen Zweig Rosmarin überreicht bekam. Dieser Riosmarinzweig stellte ein Symbol für die Erinnerung an den Toten dar, er half jedoch auch, den Gestank des Todes zu übertünchen. Sobald der Sarg ins Grab gelegt war, warfen alle Trauergäste ihre Rosmarinzweige ins Grab hinab.

Rosmarin das Weihnachtskraut
Im 19. Jahrhundert war Rosmarin eine beliebte Weihnachtsdekoration. Seine purpurne Farbe entstammt laut Sage dem Mantel der Jungfrau Maria, sein Duft stamme von den Gewändern Christi.
Laut Sage wächst ein Rosmarin-Busch niemals höher als Jesus Christus groß war. Chorsänger trugen Rosmarinzweige am Weihnachtsmorgen als Zeichen der Erlösung.


Rosmarin als Symbol für Fruchtbarkeit
Im alten Griechenland weihte man den Rosmarin der Göttin Aphrodite und galt als ein Symbol für Fruchtbarkeit.

Zur Zeit Karls des Großen war der Rosmarin in Europa als Hochzeitsblume bekannt. Wenn eine Frau einen man mit Rosenblüten berührte, so stand eine Hochzeit bevor.

Wenn du dich schwach fühlst,
dann koche die Blätter des Rosmarin
und wasche dich damit, bis du glänzt.
Wenn du am Rosmarin riechst,
wird es dich jung erhalten.
Banckes Kräuterbuch - 1525

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Geschichtliches und Sagen um den Salbei

Der Name ist Programm: Im lateinischen bedeutet salvare = heilen, salvere = gesund sein, daher leitet sich der Name des Salbeis ab.

"Leuchtend blühet Salbei ganz vorn am Eingang des Gartens,
Süß von Geruch, voll wirkender Kräfte und heilsam zu trinken.
Manche Gebresten der Menschen zu heilen, erwies sie sich nützlich,
Ewig in grünender Jugend zu stehen hat sie sich verdient.
Aber sie trägt verderblichen Zwist in sich selbst: denn der Blumen
Nachwuchs, hemmt man ihn nicht, vernichtet grausam den Stammstrieb,
Läßt gierigem Neid die alten Zweige ersterben."

Wahlafrid Strabo

"Unter allen Stauden ist kaum ein Gewechs über die Salbey,
denn es dienet dem Arztet, Koch, Keller, Armen und Reichen"
Hieronymus Bock

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Geschichten und geschichtliches zur Schafgarbe
Die Schafgarbe soll der Legende nach aus den rostigen Spänen von Achilles Speer entstanden sein. Dieser Speer konnte nicht nur verletzen, sondern auch heilen. Achilles heilte im Trojanischen Krieg vieler seiner Mitkämpfer mit Schafgarbe.

Überhaupt wurde die Schafgarbe von Soldaten gern zur Heilung ihrer Wunden verwendet.

Indianer kannten ebenfalls schon die Wundheilungskraft der Schafgarbe.

Laut einer Sage aus Irland war die Schafgarbe die erste Pflanze, die Jesus als Kind gepflückt hat. Deshalb soll die Schafgarbe Glück bringen.

Schafgarbe soll gebrochene Herzen trösten und heilen.

Die Schafgarbe ist die Blume für alle, die am 16. Januar geboren wurden.
In der Blumensprache steht sie für Kummer und Sorgen, aber auch für Genesung.
Sie gehört zum Planeten Venus.

Von Druiden wurde die Schafgarbe zur Heilung verwendet, zudem verwendetet sie sie zur Vorhersage des Wetters.

Man schrieb die Schafgarbe dem heiligen Johannes zu, sie wurde am Vorabend des Johannistages um Häuser und Kirchen gepflanzt, so daß diese vor bösen Geistern und vor Krankheit geschützt seien.

Laut Sage sollen Hexen die Schafgarbe auch in ihren Zaubertränken und -formeln verwendet haben.

Wenn man einen Zweig Schafgarbe an seine Augenlider hängt, soll man sehen, wer gerade an einen denkt.

"Fiebermittel" - Der Sage nach
Plücken Sie mit der linken Hand ein Blatt der Schafgarbe, sprechen Sie dabei den Namen des Patienten, essen Sie anschließend das Blatt. So soll Fieber verschwinden.

Die Schafgarbe hatte auch den Beinamen "Jod der Wiesen und Felder". Dies deutet auf die wichtige Wirkung der Schafgarbe hin.

An Friedhöfen sollen deshalb so viele Schafgarben wachsen, weil sie die Toten daran erinnern sollen, daß sie während ihres Lebens zu wenig Schafgarbe zu sich nahmen.

Schafgarbe in einem Brautstrauß soll dafür sorgen, daß die Liebe mindestens sieben Jahre andauert.

Wenn eine Frau bei Vollmond eine Schafgarbe vom Grab eines jungen Mannes pflückt und diese unter das Kopfkissen legt, so soll sie von ihrem Zukünftigen träumen.

Wenn man wissen will, ob man von seinem Partner wirklich geliebt wird, kitzelt man sich mit Schafgarbe in der Nase und spricht den Satz:
"Garbe, oh Garbe, bei diesem sanften Hieb
Nase, so blute, wenn mein Schatz mich liebt"

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Sagen-haftes zum Schnittlauch

Der Schnittlauch war schon im Altertum eine beliebte Heilpflanze. Die alten Chinesen nannten ihn das "Juwel der Gemüsepflanzen" und nahmen den Schnittlauch zum Kochen und zum heilen.

Schnittlauch wurde von abergläubischen Menschen im ganzen Haus verteilt, so daß sie vor dem bösen Blick geschützt waren.

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Geschichtliches und Sagen um das Schöllkraut
Chelidon kommt aus dem griechischen und bedeutet Schwalbe. Einer Sage nach haben Schwalben ihre Jungen gegen drohende Erblindung mit Schöllkraut behandelt.

Als Heilpflanze wurde bei abnehmendem Mond ihr Saft auf die Warzen geträufelt und nach mehrfacher Anwendung verschwanden diese. Diese Wirkung hat sie natürlich auch noch heute, die Sache mit dem Mond kann man aber auch weglassen.

Das Schöllkraut war die Lieblingspflanze von Maria Treben.

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Geschichtliches und Sagen um den Thymian

In alten Kräuterbüchern heißt es über den Thymian
"er treibt die Schleime aus dem Körper und stärkt Brust und Lungen ... macht auch guten Atem und beseitigt das Keuchen"

Um die antiseptische Wirkung des Thymians wußten schon die alten Ägypter, sie verwendeten ihn zu Mumifizierungszwecken.

Mutig und stark dank Thymian
Sowohl die Griechen als auch die Römer opferten ihren Göttern Thymian. Die getrockneten Zweige dienten als Räucherstäbchen und sollten den Menschen Mut und Kraft verleihen. Dabei ging es vor allem um körperliche Kraft. Deshalb badeten römische Legionäre, bevor sie in die Schlacht zogen, in einem Thymianbad.

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Geschichtliches und Sagen um den Wacholder
"Vor dem Holunder zieh den Hut,
vor dem Wacholder geh in die Knie."

In Märchen und Sagen las man oft, daß der Wacholder ein rätselhaftes bzw. geheimnisvolles Gewächs sei und vor Hexen, Zaubern und anderen dämonischen Wesen schützte.
Um das Haus gepflanzt sollte er als Schutz vor Hexen und bösen Geistern dienen.

In den Pestzeiten des Mittelalters war er der wichtigste Schutz vor Ansteckung mit dieser Krankheit. Man räucherte mir ihm Häuser, ja ganze Dörfer aus.

Ein Trank aus den Wacholder-Beeren angeblich soll angeblich die Gabe verleihen, in die Zukunft sehen zu können.

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Sagenhaftes über die Wegwarte
Laut einer Sage wartete die Geliebte eines jungen Ritters, der an einem Kreuzzug teilnahm, am Wegrand vor dem Stadttor mit ihren Hofdamen auf seine Rückkehr. Doch der Ritter kam nicht mehr zurück. Auch als sie schon nicht mehr an eine Rückkehr des Ritters glaubten, weigerte sich das Burgfräulein, die Hoffnung aufzugeben. Und so konnte man diese kleine Gruppe noch lange Tag für Tag vor dem Stadttor warten sehen. Schließlich hatte der Himmel ein Einsehen. Das Burgfräulein wurde mit seinen Hofdamen in Blumen - Wegwarten - verwandelt, wobei die Hofdamen in blaue und die unglückliche Geliebte in eine weiße Wegwarte verwandelt wurden.

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Geschichtliches und Sagen um die Weide
Die Weide war im Volksglauben der Baum der Hexen und Geister und hatte den Ruf, Unfruchtbarkeit und Impotenz zu bewirken.

"Zauberstäbe" der Hexer und Hexen waren früher oft aus Weidenholz.

Die Weide wurde Demeter geweiht, der Göttin der Fruchtbarkeit der Erde.

Aus dem Wirkstoff der Weidenrinde wird ein Bestandteil des Aspirins hergestellt.

Zur Linderung der Lust und Unkeuschheit pflanzte man in Klostergärten die Weide an.

Weidenzweige sollen als Zaubermittel gegen Eifersucht helfen. Früher trugen viele junge Männer einen kleinen Weidenzweig am Revers ihres Hutes...

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Geschichtliches zum Wermut

Nach Dioskurides sollen die alten Ägypter den Wermut als Somi gekannt haben, welcher Name in der Form Saam schon im Papyrus Ebers vorkommt.

Nach Plinius trugen die Isispriester bei Festlichkeiten Zweige von "absinthium marinum" umher, dessen Geheimname bei ihnen "Herz des Geiers" war. In der klassischen Antike überhaupt ist der Wermut wohl bekannt gewesen, jedoch läßt sich infolge der flüchtigen botanischen Beschreibungen in der Literatur der Griechen und Römer nicht immer entscheiden, ob der gewöhnliche Wermut oder eine andere Art, z. B. A. pontica, A. arborescens, A. maritima usw., gemeint ist.

Theophrast berichtet eine Sage, nach der die Schafe am Pontus das "apkinthion" fräßen und dadurch die Galle verlören.

Nach Dioskurides, der verschiedene Absinthiumarten kennt, ist die gewöhnliche Art ein bekanntes Kraut, die beste Sorte davon wachse am Pontus und in Kappadokien. Dioskurides schildert ihn als erwärmend, adstringierend und verdauungsbefördernd. In der Propontis und in Thrakien wird daraus ein Wein bereitet, der als sehr gesund gilt. Mit Essig getrunken lobt er ihn als ein gutes Mittel gegen Vergiftung durch Pilze, mit Wein gegen Ischias und Vergiftung durch den Schierling.

Ein Zeichen der allgemeinen Wertschätzung des Wermuts war, daß bei den latinischen Festen der Sieger im Wettrennen mit Stiergespannen auf dem Kapitol einen Wermuttrank zu sich nahm. Lukretius erzählt, daß man den Kindern, die Wermut gegen Würmer erhielten, Honig um den Rand des Bechers schmierte. Galenus nennt ihn als antifebriles Mittel. Auch sonst wird er bei den römischen und griechischen Ärzten viel erwähnt.

Im Mittelalter begegnen wir dem Wermut zum ersten Male im "Hortulus", dem Lehrgedichte des Abtes Walafridus Strabus (9. Jahrhundert), dann bei der Hl. Hildegard, die ihn "wermuda" nennt. Für das hohe Ansehen, das die Pflanze genoß, spricht, daß ihr Tabernaemontanus in seinem Kräuterbuche nicht weniger als 13 Folioseiten widmet. Die wichtigsten Anwendungen waren die als Wundmittel, gegen Cholera und Pest, Rheumatismus, Lähmungen, Gelbsucht, Wassersucht, Skorbut, Bleichsucht, Magenleiden, Frauenleiden, Epilepsie usw. Boerhaave empfahl ihn gegen Malaria.


Jedoch nicht nur in der Heilkunde, sondern auch sonst hatte man viel Verwendung für die Pflanze. So soll sie zur Verhinderung des Rausches gedient haben und ein beliebtes Mittel gegen Katzenjammer gewesen sein. Als einfaches und gutes Floh- und Lausmittel wird in R. Minderers "Kriegsarzneibüchlein für den Dreißigjährigen Krieg" folgende Vorschrift gegeben: "Willst du von Ungeziefer gesichert sein, so tauche dein Hemd in einen Absud von Wermut und Hufabschnitzeln von Pferden in halbverdünnter Lauge und laß es trocknen: so kommt dir keine Laus hinein, während sonst eine im Hemd stürbe und viele Tausende mit ihrer Leiche gehen." Der Brauch, den Matthiolus berichtete, daß man die jungen Blätter in Eierkuchen buk, scheint heute in Vergessenheit geraten zu sein. Die appetitanregende Eigenschaft der Pflanze hielt man für so groß, daß es genügte, die Blätter nur in die Schuhe zu legen, und darauf zu gehen, daß "die lust zur Speiß komme". Auch in der sympathetischen Medizin und als dämonenabwehrendes Mittel hat der Wermut, der als Bestandteil von Hexensalben und -tränken galt, im Volke eine gewisse Rolle gespielt.

Wie beliebt der Wermut noch heute ist, zeigt der bergische Spruch "Wärmot ist för alles got". Das, was man als Absinthschnaps bezeichnet, ist kein Wermutwein, sondern ein Wermut destillat. In der Basler Gegend benutzt man den Absinthschnaps als Abortivum, auch im Kaukasus wird er als wehentreibendes Mittel verwendet.

Die Verwendung des Absinthlikörs scheint erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich aus Algerien eingeführt worden zu sein. Der Absinthgenuß hatte sich besonders in den schweizerischen und französischen Großstädten rasch verbreitet. Infolge der sehr schädlichen Wirkung (Schwindel, Muskelzuckungen, Krämpfe, Erbrechen, Bewußtlosigkeit, epilepsieähnliche Anfälle) setzte um 1900 eine lebhafte Bewegung zur Bekämpfung des Absinthismus ein, die zu einem völligen Verbot der Herstellung und Einfuhr in Deutschland, in der Schweiz, in Italien und Holland und zu einer Einschränkung von Anbau, Fabrikation und Konsum in Frankreich führte.

Mönche im Mittelalter mischten Wermut in ihre Tinte, um das Papier später vor Tierfraß zu schützen.

Der Rauch schütze angeblich Kinder vor dem Teufel. Sie sollte einen davor bewahren eine Hexe zu werden. Kleine Kinder und Tiere wollte man mit Wermut vor dem Bösen schützen. Außerdem war die Pflanze ein traditioneller Grabschmuck.

In der Antike stellte man Absinth her, weil man glaubte, er helfe gegen die Degeneration des Gehirns.

In Ägypten war der Wermut eine wichtige Pflanzen, die Priesterinnen der Isis verwendeten sie bei ihren Ritualen.

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