Die Familie der Schachtelhalme ist wohl eine der ältesten
Pflanzenfamilien auf der Erde, man hat in Versteinerungen
Exemplare gefunden, die weit mehr als 300 Milionen Jahre alt
sind.
Seinen Namen bekam der Schachtelhalm übrigens daher,
weil die einzelnen Teile des Hohlstammes quasi verschachtelt
ineinandergesteckt sind. Das Zinnkraut vermehrt sich übrigens
nicht durch Blüten, vielmehrt vermehrt es sich durch
Sporen.
Bauern mögen das Zinnkraut überhaupt nicht: Die
Wurzeln reichen so tief in den Boden, daß man sie nur
sehr mühsam herausbekommt. Und bleibt nur ein bißchen
davon über, so wächst das Zinnkraut bald wieder
nach. Kein Wunder also, daß man es in der Landwirtschaft
eher als Unkraut ansieht.
Zinnkraut gehört zu den mehrjährigen Pflanzen.
Es hat unterirdische, schwarze Wurzeln, die einen Frühlings-
und einen Sommertrieb ausbilden. Aus diesen Trieben kann man
Tee's herstellen.
Während der Schachtelhalm im Frühjahr eine blassgelbliche
Pflanze ist, die sehr schnell wieder verschwindet, wachsen
im Sommer grüne Triebe, die man früher z.B. zum
Putzen von Metall genutzt hat. Daher kommt übrigens auch
der Name Zinnkraut. Diese grünen Stängel können
im Sommer geerntet werden, man trocknet sie am besten an einem
schattigen, gut gelüfteten Platz. Daraus läßt
sich ebenfalls Tee herstellen.
Die typische Sammelzeit ist im Sommern. Dabei sollte man
vorwiegend jüngere Pflanzen selbst sammeln, da sie wesentlich
mehr an Kieselsäure enthalten.
Durch die großen Mengen an Kieselsäure, die der
Schachtelhalm enthält, wird der Schachtelhalm bei Nierenkrankheiten
eingesetzt.
Die Kieselsäure macht das Zinnkraut auch sehr interessant
für die Naturkosmetik. Sie hilft bei Problemen mit dem
Bindegewebe, verbessert die Elastizität der Haut, ist
wichtig für den Aufbau von neuen Knochen, gesunden Zähnen
und für gesunde und harte Finger- und Fußnägel.
Kieselsäure strafft die Haut und verbessert deren Durchblutung.
Zudem hat Kieselsäure eine adstringierende Wirkung, sie
zieht also z.B. Poren zusammen, was besonders nützlich
ist bei Erkrankungen wie Akne, entzündeter oder unreiner
Haut.
Geschichtliches und Sagenhaftes zum Zinnkraut
Zinnkraut kannte man schon in der Antike. Man nannte es im
alten Griechenland auch Hippuris = Pferdeschwanz, da die Triebe
einem Pferdeschwanz gleichen.
Dioskorides erwähnte
den Schachtelhalm als Mittel, das den Harn treibt und Blutungen
stillt.
Pfarrer Kneipp
machte die gleichen Erfahrungen mit dem Ackerschachtelhalm.
Bis heute wird diese blutstillende Wirkung verwendet, zudem
kann man Ackerschachtelhalm zur "Blutreinigung"
in Kuren einsetzen.
Wirkung und Anwendung von Zinnkraut
Asthma
Akne
Blasenleiden
Blutungen
Brüchige Fingernägel
Durchblutungsstörungen
Entzündete Haut
Erhöht die Elastizität des Bindegewebes
Fördert Knochenaufbau
Frostbeulen
Gicht
Haarschäden
Hämorrhoiden
Hautentzündungen
Hautleiden
Hautunreinheiten
Husten
Kieselsäuregehalt ist immunstimulierend
Krampfadern
Nierenleiden
Prostataleiden
Rheumatische Beschwerden
Rheumatischen Erkrankungen
Schwache Menstruation
Unreine Haut
Wasserstauungen
Wassersucht
Wirkt auch gegen Mehltau bei Zimmerpflanzen
Wirkt positiv auf Haare, Haut und Fingernägel
Wundheilung
Wirkt positiv auf Haare, Haut und Fingernägel
Inhaltsstoffe Kieselsäure bzw. Siliciumdioxyd (6-9%, in der
lebenden Pflanze und bis 10 % in gelöster Form), außerdem
Saponine (Equisetonin), Flavonoide, Kalium.
Wo findet man Zinnkraut: Äcker, Ödland, Böschungen
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um das Zinnkraut
Innerlich
Man trinkt Schachtelhalm üblicherweise als Tee.
Kochen Sie den Tee mindestens 15 Minuten, damit sich alle Wirkstoffe aus der
Pflanze lösen.
Möchte man den Schachtelhalm zur Blutstillung benutzen nutzt man den Presssaft.
Äusserlich
Man kann den Schachtelhalm als Badezusatz benutzen, als Wickel oder als Auflage.
Kochen Sie dazu größere Mengen Tee.
Auflage und Wickel werden in den Tee getaucht und auf die betroffenen Stellen
gelegt.
Badezusatz bei Hautproblemen
Abkochung von 500 bis 1000 g Zinnkraut in 3 bis 4 Liter Wasser auf ein Vollbad
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!
Vorsicht
Man sollte keine harntreibenden Tee's verwenden, wenn im Körper
Wasserstauungen durch eine Leistungsminderung (Insuffizienz)
des Herzens oder der Nieren hervorgerufen wurden. Dann besser
den Arzt befragen!