Als Süßholz bezeichnet man die Wurzel der Süßholzpflanze. Süßholz ist wahrscheinlich allen von uns bekannt, denn aus ihm, besser gesagt aus seinem Saft, stellt man die leckere Lakritze her. Auch wenn der Anteil von Süßholz immer weiter absinkt ist das Süßholz immer noch ein wesentlicher Bestandteil der Lakritze. Von ihr kommt nicht nur der Geschmack, auch die dunkle Farbe rührt vom Süßholz.
Lakritzsaft ist übrigens nicht nur was für den Gaumen: Er hat schaumbildende Eigenschaften und wird daher auch Feuerlöschmitteln zugesetzt.
Das Süßholz gehört zu den ausdauernden Pflanzen, es erblüht im Juni und im Juli. Selbst sammeln kann man die Wurzelstöcke von September bis Oktober. Danach werden sie getrocknet.
Ursprünglich stammt das Süßholz aus Südeuropa und dem Orient.
Schon in der Antike und im Mittelalter war die Wirkung des Süßholzes bekannt.Die alten Griechen und die alten Ägypter nahmen das Süßholz zum Beispiel gegen Asthma, Husten, bei Heiserkeit oder bei Beschwerden in der Brust. In der TCM, der traditionellen chinesischen Medizin, ist das Süßholz eines der 50 Basiskräuter.
Wie schon erwähnt, bezeichnet man mit Süßholz die Wurzel der Süßholzpflanze. In dieser Wurzel ist der Inhaltsstoff Glycyrrhizin enthalten, der dem Süßholz seinen typischen Geschmack verleiht.
Die Süßkraft des Süßholz ist übrigens ca. 50mal so hoch wie die des Rohrzuckers, also sehr süß. Neben dem enthaltenen Glycyrrhizin gibt es im Süßholz noch andere sehr wirksamerStoffe, z.B. die Saponine. Saponine gelten als entzündungshemmend und schleimtreibend bzw. schleimlösend.
In der Naturheilkunde verwendet man das Süßholz zur Heilung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, als Abführmittel, bei Husten, es stärkt zudem den Blutdruck.
Gesammelt wird im März und im April, zudem im September und Oktober
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um das Süßholz
Süßholz gegen Hustenreiz
Der Inhaltsstoff Glycyrrhizin des Süßholz macht es nicht nur süß, er hat auch eine entzündungshemmende und schleimlösende bzw. auswurffördernde Wirkung.
Man setzt das Süßholz deswegen gerne in Hustensäften ein. Zähflüssiges Sekret in den Bronchien wird verflüssigt und leichter abgehustet.
Zusätzlich hemmt der Wirkstoff Glycyrrhizin das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Viren. Bei Husten ist reichlich Süßholztee also genau das Richtige!
Nehmen Sie dafür einen halben Teelöffel fein geschnittenes Süßholz und übergießen Sie dies mit einer Tasse kochendem Wasser. Fünfzehn Minuten ziehen lassen und mehrmals am Tag eine warme Tasse dieses Tee's trinken.
Süßholz - Nicht zu viel davon!
Eine übermäßige Einnahme von Süßholz kann zu ähnlichen Nebenwirkungen wie die von Kortison führen. In Maßen eingenommen (und nicht über einen längeren Zeitraum) ist Süßholz bei unterschiedlichen Beschwerden jedoch sehr heilsam.
Als weitere Folge einer zu langen oder zu hohen Einnahme kann Bluthochdruck, Ödeme oder Kaliummangel sein. Schwangere Frauen oder Menschen, die diesbezüglich bereits vorbelastet sind, sollten grundsätzlich keine Süßholzwurzel verwenden.
Süßholz schützt die Magenschleimhaut
Man setzte es früher deshalb auch gegen Magengeschwüre und Geschwüre des Zwölffingerdarms ein. Da die Wirkung jedoch nicht mit heutigen modernen Mitteln mithalten kann und die Erkrankungen relativ schwerwiegend sind, werden heutzutage überwiegend Antibiotika bei diesen Erkrankungen eingesetzt.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!