Nachtkerze
(Oenothera biennis)

 

Die Nachtkerze kommt ursprünglich aus Nordamerika. Sie wurde dort von den Indianern als Nahrungsmittel verwendet und auch schon zur Linderung von Hautkrankheiten angewandt. Sie zermahlten dazu die Samen und legten das Pulver auf die entsprechenden Stellen. Die Nachtkerze kam jedoch schon im 17. Jahrhundert zu uns und verbreitete sich aufgrund Ihrer Heilkräfte schnell in ganz Europa.

Der Name Nachkerze kommt übrigens daher, weil sich die Blüte erst am Abend öffnet.

In den letzten Jahren wurde speziell der Samen der Pflanze, vor allem das daraus gewonnene Öl, gründlicher untersucht. Dieses Öl enthält die für den Menschen wichtigen ungesättigten Fettsäuren. Ungesättigte Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel des Menschen. Sie sind nötig für den Zellaufbau des Menschen und sind auch entzündungshemmend.

Die Nachtkerze wächst auf trockenen, steinigen und sandigen Böden, in Steinbrüchen und auf Dämmen. Sie ist weit verbreitet und ziemlich anspruchslos. Sie blüht von Juni bis August. Für Heilzwecke verwende man die frisch gepflückten Sprossspitzen oder die an der Pflanze getrockneten Samen.

Die Nachtkerze zeigt gute Wirkung bei äußeren Hautvererkrankungen, aber auch bei trockener und rissiger Haut. Die Haut wird wieder deutlich besser und geschmeidiger. Auch Ekzeme gehen zurück. Sie wird zudem häufig für Kosmetika verwendet bzw. beigemischt.

Die moderne Medizin verwendet die Nachtkerze inzwischen bei Neurodermitis, Arthritis und Diabetes. Nachtkerzenöl beruhigt und pflegt sehr trockene und irritierte Haut. Es steigert die Hautfeuchtigkeit, reduziert zuverlässig Rauheit und Juckreiz und ist dadurch auch zur unterstützenden Pflege bei Neurodermitis hervorragend geeignet. Prostaglandinen regulieren die weiblichen Sexualhormone und helfen so zum Beispiel gegen Unfruchtbarkeit, Menstruationsbeschwerden und das Prämenstruelle Syndrom. Zudem wird es bei hyperaktiven Kindern eingesetz, um sie zu beruhigen. Aber auch ein zu hoher Cholesterinspiegel kann mit der Nachtkerze behandelt werden. Außerdem wirkt die Nachtkerze gefäßerweiternd und stimuliert den Muskelaufbau.

Das Nachtkerzenöl aktiviert den Stoffwechsel, steigert die Leistungsfähigkeit und sorgt für allgemeines Wohlbefinden innerlich wie äußerlich. In Südamerika wurde die Nachtkerze des weiteren auch bei Verletzungen oder Prellungen angewandt, sowie bei Magen- und Darmbeschwerden oder Halsentzündungen. Selbst die Folgen von Allergien kann sie lindern.

Eine Anwendung bei Multipler Sklerose verhilft den Erkrankten zu einem besseren Wohlbefinden, besserer Beweglichkeit und Sehvermögen, während Krämpfe und Zuckungen zurückgehen.

Eine weitere interessante Anwendung ist die Einnahme von Nachtkerze während eines Alkoholentzuges, da sie die Entzugserscheinungen lindert und die Leberwerte bessert.

Persönliche Erfahrungen mit der Nachtkerze
Während der Heizperiode von Herbst bis Frühling benutze ich eine Hautcreme mit dem Inhaltsstoff der Nachtkerze, um trocken und schuppige Haut vorzubeugen bzw. zu behandeln.
Bisher habe ich gute Erfahrungen damit gemacht.

Volksnamen
Schinkenwurzel, Rapontikawurzel, chupa-sangre ("Bluttrinker" Name der Nachtkerze in Südamerika)

Wo wächst die Nachtkerze
Auf Schuttplätzen, Bahndämmen, Böschungen, Steinbrüchen

Blütezeit
Juni bis August

Inhaltsstoffe
Eiweiß, Lignin, Zellulose, Ölsäure, Linolsäure, Gamma-Linolensäure

Wirkung und Anwendung von die Nachtkerze

  • Brustschmerzen während der Regel
  • Arthritis
  • Zu hoher Cholesterinspiegel
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Entzündete Gelenke
  • Diabetes
  • Multiple Sklerose
  • Neurodermitis
  • Hauterkrankungen
  • Trockene Haut
  • Rissige Haut
  • Hautekzeme
  • Schleimlösend bei Husten
  • Keuchhusten
  • Bronchitis
  • Lindert Asthmaanfälle
  • Durchfall
  • Magen- und Darmkrämpfe
  • Entzündungshemmend
  • Asthma
  • Typhus
  • Magen- und Blasenleiden

Verwendete Pflanzenteile
Samen, Wurzel, Kraut

Anwendungsbeispiele für die Nachtkerze

Bei Menstruationsbeschwerden
Zwei Teelöffel gemahlene Samen, in den Tagen vor der Menstruation unter das Essen gemischt, helfen gegen Menstruationsbeschwerden.

Waschung oder Kompressen
15 Gramm getrocknete Sprossspitzen mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergiessen. Den Aufguss zehn Minuten ziehen lassen, dann absieben. Entzündete Hautstellen mit dem Aufguss vorsichtig abwaschen oder mit im Aufguss getränkten Mullbinden belegt. Bei Bedarf nach drei Stunden wiederholen.

Für die Innere Anwendung werden drei Gramm getrocknete Sprossspitzen in eine Tasse gegeben und mit 100 ml kochendem Wasser überbrüht. 10 Minuten ziehen lassen, dann absieben. Von dem Tee wird drei mal täglich eine frisch aufgebrühte Tasse getrunken.


Vorsicht
Bis die Wirkung der Nachtkerze eintritt, kann es einige Tage dauern.
Während der Schwangerschaft oder Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.
Bei Epilepsie ist erhöhte Vorsicht geboten.
Dies gilt nicht nur für die innerliche Anwendung sondern auch für eine äußerliche Anwendung, da nicht nachgewiesen ist, inwieweit der Wirkstoff durch die Haut aufgenommen wird.

 

 



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