Der Gundermann wird auch Gundelrebe genannt.
Er erblüht von Mai bis Juli, man kann das Kraut selbst zur selben Zeit
sammeln. Man trocknet es in dünnen Schichten an einem schattigen Platz.
Der Gundermann har ein ähnliches Wachstum wie der Efeu. Er kriecht am Boden entlang, und sobald er etwas findet, an dem er hochwachsen kann, rankt er in die Höhe. Die Triebe des Gundermanns werden bis zu einem
Meter lang. Man hat früher zur Walpurgisnacht auch Kränze aus ihm geflochten.
Da der Gundermann schnellwächst, bedeckt er schon nach einem Jahr große Flächen. Man setzt ihn deshalb im Garten oft als schnell wachsenden Bodenbedecker ein.
Zerreibt man ein Blatt der Pflanze zwischen seinen Fingern, so entsteht ein herber bis würziger Duft. Zudem bemerkt man, daß die Haut sehr gut aufeinander gleitet. Das kommt von dem enthaltenen Öl, das übrigens auch für die hautheilenden
Eigenschaften des Gundermanns ist.
Als Heilmittel kennt man den Gundermann schon seit dem 12. Jahrhundert.
Der Gundermann kann verwendet werden u.a. bei Durchfällen und bei Magenkatarrhen,
er erleichtert das Abhusten bei Lungenerkrankungen und asthmatischen Anfällen,
zudem wirkt er appetitsteigernd.
Äußerlich eingesetzt wird Gundermann als Gurgelmittel oder als Badzusatz,
der bei Hautkrankheiten helfen kann.
Geschichtliches um den Gundermann
Die heilige Hildegard von Bingen empfahl schon damals, das Gundermann-Kraut heiß aufzukochen und
dann bei Ohrentzündungen oder auch bei Ohrensausen warm in ein Tuch gehüllt auf das entsprechende Ohr aufzulegen.
Der Name "Steinumwickler" kommt wohl daher, daß der Gundermann bei allerlei Steinleiden hilft, so z.B. bei Leberleidenm, Nierenleiden und Blasenleiden. Zudem löst der Gundermann auch die Harnsäure.
Sammelzeit
Die Sammelzeit ist von Mai bis in den Juli
Warnung
Die Pflanze darf in keinem Fall zur Selbsttherapie verwendet werden, da sie
giftige Bestandteile enthält.
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Gundermann
Tee
2 Teelöffel mit heissem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen
lassen. Dieser Tee hilft gut bei Husten, denn die Blätter der Gundelrebe
wirken schleimlösend.
Wirkt stärkend bei langen Krankheiten
1 Teelöffel getrocknetes oder 2 Teelöffel frisches Kraut mit einer Tasse
kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten zugedeckt ziehen
lassen.
Tinktur
Dazu schneidet man 1 bis 2 Hand voll Gundelrebenkraut klein
und gibt es in ein Schraubdeckelglas, so daß es locker ganz
gefüllt ist, dann füllt man mit 45%igem Weingeist
auf.
3 Wochen stehen lassen und absieben.
Davon nimmt man bei Bedarf 3 x 30 Tropfen, Kinder die Hälfte.
Wundöl
Frische Gundelrebenblätter (von Mai bis Juni) sammeln,
falls Erde daran ist, trocken abschütteln bzw. nur die
sauberen Blätter verwenden, aber nicht waschen, weil
zu viel Wasser das Wundöl zu sehr verdünnen würde.
Ein Schraubglas locker füllen und dann die Blätter
fest auf ein Drittel des Volumens zusammen pressen und an
einen hellen, sonnigen und warmen Ort stellen. Nach einigen
Tagen hat sich am Glasboden eine helle Flüssigkeit angesammelt
- diese vorsichtig absieben und in einer dunklen Glasflasche
an einem kühlen Ort aufbewahren.
Bei Bedarf, Watte mit dem Öl tränken und eitrige,
schlecht heilende Wunden mehrmals täglich damit bestreichen.
Badesud
Bei Ausschlägen, Ekzemen, Ischiasleiden und Gichteignet
sich die Gundelrebe als Badekraut zur Kräftigung der
Muskeln und Gelenke.
5 handvoll Gundelrebenkraut in 5 Liter Wasser auskochen, absieben
und dem Badewasser zufügen. Für Teilbäder reicht
entsprechend weniger, z.B.2 Hand voll Gundelreben auf 2 Liter
Wasser ausgekocht.
Gesichtswasser
Bei unreiner Haut und Akne hilft Gundelreben-Gesichtswasser(nur sagen)
1 handvoll Kraut mit ½ l kochendem Wasser überbrühen,
kurz aufkochen, abkühlen lassen und absieben, das klärt
die Haut und entfernt Hautunreinheiten.
Gegen Ohrgeräusche
Gundelreben-Saft
Bei Ohrgeräuschen und Ohrensausen träufelt man ausgepressten
Gundelreben-Saft ins Ohr. Zusätzlich sollte man Gundelrebentee
trinken.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!