Das Gänsefingerkraut ist eine einheimische Pflanze und
gehört zu den ausdauernden Kräutern. Die Blütezeit
ist von Mai bis September, gesammelt wird von Mai bis in den Juli,
die Wuzelstöcke von März bis in den Oktober. Beim
Sammeln sollte man darauf achten, daß das Kraut nicht
verstaubt oder von Krankheiten befallen ist. Getrocknet wird
es schattig bei Zugluft.
Verwendung in der Naturheilkunde finden vor allem die Blätter,
jedoch auch die Blüten und Wurzeln.
Eine genaue Festlegung der Wirksamkeit des Gänsefingerkraut
ist schwer. Es wird als wirksames Mittel gegen Magenbeschwerden
und Durchfall
beschrieben, bei Magen- und Darmkatarrhen, diese Wirkung ist
aber nicht nachgewiesen. Ebenso soll es bei Koliken helfen,
schmerzlindernd während der Menstruation sein und bei
starken Blutungen in der Menstruation helfen. Zudem hat das
Gänsefingerkraut eine beruhigende, entzündungshemmende
und schmerzstillende Wirkung.
Krampflöser Gänsefingerkraut
Eine besondere Wirkung zeigt das Gänsefingerkraut dann,
wenn es darum geht, Krämpfe zu lösen. Das Gänsefingerkraut
löst Krämpfe, besonders in Muskeln der so genannten
glatten Muskulatur, Muskeln also, die selbständig arbeiten,
also ohne unser besonderes Zutun. Diese Muskeln findet man
z.B. im Herzen, der Gebärmutter und im Darm. Aufgrund
dieser Wirkung hilft das Gänsefingerkraut bei Krämpfen
während der Periode, bei Krämpfen im Darm, einem
krampfhaften Husten oder auch bei Krämpfen in den Waden.
Selbst bei Angina Pectoris (Herzenge) kann es sich positiv
auswirken.
Schon Pfarrer Kneipp schwor auf den Gänsefinger, aus
dem er einen Milchauszug herstellte.
Sagen-haftes zum Gänsefingerkraut
Das Gänsefingerkraut wird erstmals in einem Kräuterbuch
im 15. Jahrhundert erwähnt. Tatsächlich verwendet
wurde es aber wohl schon von den alten Germanen.
Früher grub man am Johannistag, bevor die Sonne aufging,
die Wurzeln des Gänsefingerkrautes aus und stellte ein
Amulett daraus her, welches helfen sollte, die Liebe eines
Menschen geschenkt zu bekommen.
Verwendete Pflanzenteile
Verwendet werden die Blätter, das Kraut und die Wurzeln
Sammelzeit
Gesammelt wird von Mai bis September
Wirkstoffe
Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide
Wo findet man Gänsefingerkraut: Wegränder, Äcker
Englisch
Silverweed
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um das Gänsefingerkraut
Zwei gehäufte Teelöffel Gänsefingerkraut mit 250 ml kochendem
Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.
Diesen Tee möglichst heiß trinken. Zwei bis drei Tassen täglich.
Zur Verstärkung der Wirkung kann Pfefferminze
und Melisse
beigegeben werden.
Gegen Bauchschmerzen während der Regel
Zwei quadratische Stücke dünnen Stoff über einander legen und
an drei Seiten zunähen. Dann das enstandene Kissen mit dem Heilkraut befüllen
und die offene Seite zunähen. Das Kraut wirkt krampflösend und eignet
sich deshalb bestens bei allen Arten von Unterleibsschmerzen. Das Kissen erst
für etwa zwanzig Minuten auf der Heizung erwärmen, danach auf den
schmerzenden Unterleib legen. Wenn die Kräuter nicht mehr duften, den Inhalt
des Säckchens erneuern.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!