Hier wird der gelbe Enzian beschrieben, der von altersher
in der Naturheilkunde eine bedeutendere Stellung als der blaue
Enzian hat. Vor noch gar nicht langer Zeit war der gelbe Enzian
den Bauern in den Alpen ein lästiges Unkraut, das man
auszurotten versuchte. Inzwischen ist die Pflanze so stark
zurückgegangen, daß sie unter Naturschutz steht.
Der Gelbe Enzian kommt ursprünglich aus den Karpaten.
Der gelbe Enzian wird ca. einen Meter hoch und hat einen kahlen,
aufrechten Stengel. Seine Blütezeit ist von Juni bis
August, die Wurzeln kann man im März sowie im Oktober
und November sammeln und danach reibigen und trocknen.
Der Enzian ist ausgesprochen bitter, er wird daher z.B. zur
Anregung der Magensaftbildung eingesetzt.
Man verwendet in der Naturheilkunde nur die Wurzel des gelben
Enzian, die sehr viel Bitterstoffe enthält. Alle anderen
Inhaltsstoffe sind nur von geringer Bedeutung, zum Beispiel
der Gehalt an Gerbstoffen. Dies macht den gelben Enzian hervorragend
geeignet bei der Verwendung als Magentonikum, da eine unerwünschte
Reizwirkung entfällt. Aber auch Appetitlosigkeit,
Blähungen,
Magenschwäche und mangelnde
Gallesekretion kann mit Enzian behandelt werden.
Im Altertum wurden mit dem Enzian auch Wurmerkrankungen behandelt,
diese Wirkung ist aber nicht belegt und wird heute kaum mehr
angewendet.
Wissenschaftlich erwiesen ist, daß Enzian Magenbeschwerden
lindert. Er sollte aber dann nicht genommen werden, wenn Magen-
und Darmgeschwüre vorhanden sind.
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Enzian
Tee
Ein Teelöffel der zerschnittenen Wurzel und mit 250 ml. kochendem Wasser
übergiessen. Fünf Minuten ziehen lassen und danach absieben. Vor dem
Essen trinken. Dieser Tee hilft die Verdauung in Gang zu bringen.
Enzian-Tee bei Magenleiden, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen
Einen Teelöffel Enzianwurzel mit 250 ml Wasser kalt ansetzen, etwa fünf
Stunden stehen lassen, danach absieben.
Den Tee eine halbe Stunde dem Essen langsam trinken.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!