Enzian, Gelber
(Gentiana Lutea)

 

Hier wird der gelbe Enzian beschrieben, der von altersher in der Naturheilkunde eine bedeutendere Stellung als der blaue Enzian hat. Vor noch gar nicht langer Zeit war der gelbe Enzian den Bauern in den Alpen ein lästiges Unkraut, das man auszurotten versuchte. Inzwischen ist die Pflanze so stark zurückgegangen, daß sie unter Naturschutz steht.

Der Gelbe Enzian kommt ursprünglich aus den Karpaten. Der gelbe Enzian wird ca. einen Meter hoch und hat einen kahlen, aufrechten Stengel. Seine Blütezeit ist von Juni bis August, die Wurzeln kann man im März sowie im Oktober und November sammeln und danach reibigen und trocknen.

Der Enzian ist ausgesprochen bitter, er wird daher z.B. zur Anregung der Magensaftbildung eingesetzt.

Man verwendet in der Naturheilkunde nur die Wurzel des gelben Enzian, die sehr viel Bitterstoffe enthält. Alle anderen Inhaltsstoffe sind nur von geringer Bedeutung, zum Beispiel der Gehalt an Gerbstoffen. Dies macht den gelben Enzian hervorragend geeignet bei der Verwendung als Magentonikum, da eine unerwünschte Reizwirkung entfällt. Aber auch Appetitlosigkeit, Blähungen, Magenschwäche und mangelnde Gallesekretion kann mit Enzian behandelt werden.
Im Altertum wurden mit dem Enzian auch Wurmerkrankungen behandelt, diese Wirkung ist aber nicht belegt und wird heute kaum mehr angewendet.

Wissenschaftlich erwiesen ist, daß Enzian Magenbeschwerden lindert. Er sollte aber dann nicht genommen werden, wenn Magen- und Darmgeschwüre vorhanden sind.

Volksnamen
Bergfieberwurzel, Bitterwurzel, Jänzene, Jäuse, Sauwurz, Zergang, Zinalwurz

Wirkung und Anwendung von Enzian

  • appetitanregend
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Blutarmut
  • Kreislaufbeschwerden
  • Leber- und Gallenbeschwerden
  • Magenbeschwerden
  • Magenerkrankungen
  • Magenverkrampfung
  • Mangelhafte Gallenabsonderung und Magensekretionsbildung
  • Nervenschwäche
  • Ohnmachtsanfällen
  • Übelkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Verdauungskrankheiten

Wirkstoffe
Alkaloide, Berberin, Bitterstoffglykoside, Gentiobiose, Gerbstoffe

Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Enzian  

Tee
Ein Teelöffel der zerschnittenen Wurzel und mit 250 ml. kochendem Wasser übergiessen. Fünf Minuten ziehen lassen und danach absieben. Vor dem Essen trinken. Dieser Tee hilft die Verdauung in Gang zu bringen.

Enzian-Tee bei Magenleiden, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen
Einen Teelöffel Enzianwurzel mit 250 ml Wasser kalt ansetzen, etwa fünf Stunden stehen lassen, danach absieben.
Den Tee eine halbe Stunde dem Essen langsam trinken.

Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!

Mehr Rezepte mit Enzian


Vorsicht
Bei manchen Menschen löst Enzian Kopfschmerzen aus.

Bitte NICHT selbst sammeln, da die Pflanze vom Aussterben bedroht ist!

 

Enzian als ätherisches Öl

 

 

 

 


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