Die Pflanze findet man ursprünglich im europäischen Norden, also z.B. in Island, Grönland oder Nordengland. Jedoch auch in östlichen Gebieten, z.B. am Baikalsee und Transsilvanien, wächst die Angelika.
Man findet die Angelika an Gräben und Ufern, auf feuchten Wiesen, in flachen Mooren oder in Gebüschen. Zudem hat sie eine Vorliebe für Erlenwälder. Auch in verwilderten Hausgärten ist sie vereinzelt anzutreffen.
Die Angelika gehört zur Familie der Doldenblütler.
Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Wasserschierling, deshalb sollte man die Pflanze sehr gut kennen, bevor man sie sammelt.
Der echte Engelwurz kommt bei uns nur vereinzelt vor. Er ist wegen seinen großen Dolden von Bienen umschwärmt. Noch heute wird in nördlichen Ländern Engelwurz als Gemüse gegessen.
Der Engelwurz wurde lange Zeit von der Schulmedizin unterschätzt: In ihm enthalten sind unter anderem Gerbstoff und Vitamin B 12, die in unserem Körper Glückshormone freisetzen. Dies kann bei leichten depressiven Verstimmungen helfen.
Angelika selbst sammeln
Man gräbt die Wurzeln von mindestens zweijährigen Pflanzen aus, wäscht sie gründlich, spaltet sie der Länge nach und läßt sie in einem warmen Raum trocknen. Bewahren Sie die getrocknete Wurzel dann gut abgeschlossen auf, da Insekten anscheinend besonders darauf stehen...
Man sagt, die Angelika blüht am 29. September, dem Tag des Erzengels Michael. Dieser Engel soll einem Mönch in einem Traum gezeigt haben, daß man mit Angelika die Pest heilen kann.
Früher verwendete man die Angelika für allerlei Zauber, zum Beispiel einen Verjüngungstrank. Sie wurde aber auch vielerorts als Heilmittel angewendet. Auch gegen Alkoholsüchtig, dem Rauchen oder gar der Tollwut wurde sie eingesetzt.
Eltern gaben Ihren erwachsenen Kinder ein Pulver aus Angelika in den Wein, so daß "die tobende Lust der jungen Menschen" gemäßigt wurde...
Die Angelika gehört zu all jenen, die am 11. Juli geboren wurden. Sie steht für Inspiration und leichte Schwermut. Sie gehört zudem zur Sonne und zum Sternzeichen Löwe.
Der Angelika schrieb man magische Kräfte zu. So soll sie z.B. vor Hexerei schützen, weil keine ehrbare Hexe Angelika anwendete.
Während der Pest wurde den Menschen geraten, Angelika zu kauen, damit sie sich nicht ansteckten.
Der Duft von Angelika soll, der Sage nach, inspirieren und neue Gedanken und Lösungen zeigen.
Paracelsus lobte ihren Saft als "höchste Arznei" gegen innere Infektionen.
Sammelzeit
Man sammelt im frühen Frühjahr oder im Spätherbst
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um die Angelika
Die Angelika wird als Tee eingenommen oder als Tinktur verwendet.
Nehmen Sie für einen Tee einen halben Teelöffel der Wurzel auf eine Tasse Wasser.
Setzen Sie den Tee kalt an. Zur Einnahme des Tees kochen Sie ihn dann kurz auf und lassen ihn 5 Minuten ziehen.
Trinken Sie davon täglich bis zu zwei Tassen.
Abführender Tee
Angelikawurzel 10 g Enzianwurzel 10 g Rhabarber 20 g Süßholz 20 g
Zubereitung und Gebrauch: 1 Eßlöffel der Mischung auf 1 Tasse kochendes Wasser, ziehen lassen; morgens 2 Tassen im Abstand von 15 Minuten nüchtern trinken.
Angelikahautöl
1/2 Liter Olivenöl mit 5% Essenz mischen.
Angelikalikör
60 gr Angelikasamen
8 gr Samen des Fenchels
8 gr Samen des Anis
6 gr Samen des Korianders
Geben Sie dazu einen Liter Branntwein.
Dies lassen Sie 8 Tage lang ziehen und geben dann ein halbes Kilo Zucker, gelöst in einen Liter Wasser, dazu.
Dieser Likör hilft gegen Blähungen und regt die Verdauung an.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!
Pfarrer Kneipp empfahl die Angelika als wundschließendes Mittel und zusammenziehendes Mittel bei kleinen Geschwüren.
Sonstiges
Der Sage nach wurde die Angelika dem Menschen von einem Engel gezeigt, was sich auch im Namen niederschlug - Engelwurz.
Vorsicht
Bei zu hoher Dosierung können Nervenlähmungen auftreten.
Nicht einsetzen bei Magen- und Darmgeschwüren, da die Angelika die Produktion von Säure anregt.
Lange Sonnenbäder und intensive UV-Bestrahlung sollten vermieden werden, während man Angelika anwendet.
Es können Hautentzündungen auftreten.