Von der Eiche verwendet man in der Naturheilkunde nur die
Rinde. Diese sammelt man im Frühling, genauer im März
und im April. Am besten verwendet man die Rinde von jungen
Bäumen, wo man die Rinde vom Stamm und den jungen Zweigen
schält. Danach trocknet man die Rinde sonnig oder in
Zugluft.
In der Naturheilkunde nützt man die Eichenrinde innerlich
als Tee z.B. gegen Durchfall
und Magen- und Darmkatarrhen. Dazu bereitet man einen Tee
aus einem TL der Rinde auf eine Tasse Wasser. Davon sollte
man dreimal am Tag eine Tasse trinken.
Äußerlich angewendet als Badezusatz hilft die Rinde
der Eiche u.a. gegen Erfrierungen, Verbrennungen, Hämorrhoiden
und Pilzbefall. Aber auch bei Fußschweiß kann
ein Absud helfen.
Die in der Eichenrinde enthaltenen Gerbstoffe können die oberen Haut- und Schleimhautschicht
anregen, das Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern.
Aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes setzte man die Rinde zum gerben von Leder ein. Inzischen verwendet man keine Eichenrinde mehr, man verwendet chemische Mittel. In der Pflanzenheilkunde jedoch hilft die Eiche immer noch der Haut, etwa bei entzündlichen Hauterkrankungen, bei Schleimhautentzündungen im Mundbereich, aber auch z.B. bei
Durchfall, wenn die Darmwand gereizt ist.
Man löst im Frühling die Rinde von jungen Zweigen ab, da bei älteren Zweigen der enthaltene Gerbstoff zum Großteil in andere, nicht gerbende Stoffe umgewandelt wurden.
Diese Gerbstoffe
haben eine zusammenziehende Wirkung. Sie dichten deshalb offene und/oder entzündete
Hautbereiche ab und lindern einen bestehenden Juckreiz.
Wenn man unter Durchfall
leidet, können Gerbstoffe verhindern, daß zu viel Wasser ins
Darminnere strömt. Trinken Sie hierzu einen Tee aus einem Gramm Eichenrinde, die sie mit 250 ml kaltem Wasser ansetzen, dann
kurz aufgekochen lassen und 5 Minuten ziehen lassen, dann absieben. Trinken Sie dreimal am Tag eine
Tasse des Tees, jeweils eine halbe Stunde
vor den Hauptmahlzeiten.
Für Umschläge oder Spülungen
verwenden Sie 20 Gramm Eichenrinde, die Sie zusammen mit einem
Liter Wasser auf die gleiche Art und Weise herstellen.
Sagen-haftes zur Eiche
Einmal vor alten Zeiten waren die Ochsenhalter gar so schlimm
und ausgelassen. Sie fluchten, schalten, sangen schlechte
Lieder und übten allerlei böse Streiche zum Ärger
der übrigen Leute. Das beobachtete einstmals der Teufel
bei einem Rundgang auf der Erde und bekam Lust, die Ochsenhalter
allesamt zu holen. Gott jedoch sprach zum Bösen: So
lange Blätter an den Bäumen hangen, darfst du nicht
nach den Ochsenhaltern gelangen." Der Teufel denkt
sich: Kommt nur der Spätherbst, dann mach ich
meine Ernte." Der Spätherbst kam, die Blätter
fangen an zu fallen und fallen ab bis auf die der Eichen,
besonders der Wintereiche. Der Böse wartet noch eine
Weile, die Schneeflocken kommen schon heran, die Ochsenhalter
haben sich bereits in gute Ruhe begeben, aber die Eichenblätter
wollen noch immer nicht herabfallen. Endlich springt der Böse
voll Wut auf die Eichbäume hinauf und will das Laub mit
den Zähnen herunterreißen. Er zerriß dabei
wohl die Blätter, aber sie fielen dennoch nicht herab.
Daher sehen die Blätter der Eichen wie von Zähnen
zerbissen aus. Auf diese Art wurden die Eichen die Schutzbäume
der Viehhirten.
Quelle: Sagenreise ins Pielachtal, Sagen,
Erzählungen, Geschichten - aus dem reichen Sagenschatz
des Pater Willibald Leeb.
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um die Eiche
Gurgelwasser und Spülung mit Eichenrinde
Gurgelwässern und Spülungen mit Eichenrinde helfen bei Schleimhautentzündungen
im Mund- und Rachenbereich.
Nehmen Sie dazu zwei Eßlöffel Eichenrinde und drei Tassen Wasser,
kochen Sie dies auf. Nach fünf Minuten absieben.
Sie können mehrmals täglich mit der aufgewärmten Abkochung gurgeln.
Umschläge mit dieser Abkochung werden mehrmals täglich auf die betroffenen
Hautstellen gelegt.
Zahnfleischentzündung
Gurgeln Sie stündlich mit Eichenrindentee. 2 Teelöffel Eichenrinde
mit 1 Tasse Wasser 15 Minuten lang köcheln lassen, absieben und damit den
Mund ausspülen. Die Wirkstoffe der Eichenrinde sind entzündungshemmend.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!