Amazon.de Widgets
Das Kräuter-Verzeichnis

Brennnessel - Brennnesseltee

Brennnessel (Urtica dioica) treibt den Harn, man muss also oft Wasserlassen, was sich bei einer gutartigen Prostatavergrößerung oder bei leichten Harnwegsinfekten positiv auswirkt.

"Brennnessel"

Die Brennnessel liebt die Menschen, sie wächst überall dort, wo auch die Menschen wohnen. Und wie heißt doch das alte Sprichwort: was sich liebt, das neckt sich? Naja, sie liebt uns halt, und deshalb brennt sich auch so typisch, wenn man ihr zu nahe kommt.

Die Brennnessel wurde schon im Altertum verwendet, und auch im Mittelalter war sie beliebt - Die Brennnessel nutzte man für alles Mögliche genutzt - von Frauen und von Männern.

Das Brennen der Brennnessel schätzten die antiken Römerinnen, zum Beispiel wenn sie unter Rheuma litten oder Gicht hatten. Sie schlugen sich dann mit Büscheln auf ihre Gelenke, bis sich alles heiß anfühlte und die Durchblutung auf Hochtouren lief. Denn dann lies der Schmerz nach. Das Gleiche machten auch Liebepaare, die ihre sexuelle Glut weiter entfachen wollten (Stichwort "brennende Liebe"). Die gesteigerte Durchblutung erhöhte die Empfindlichkeit der Sexualorgane. Zudem können Brennnesselsamen und die Wurzeln der Brennnessel Männern helfen, die Schwierigkeiten haben, in Fahrt zu kommen. Dazu verwendet man einen Absud der Samen oder der Wurzeln und trinkt ihn regelmäßig.

Die Frauen kannten früher ein Rezept, das die Regelblutung anregen kann: Ein Absud aus Brennnesselblättern und Myrrhe regt die Blutung an.

Gegen Nasenbluten hilft ein Presssaft aus der Brennnessel.

Im alten Griechenland zerstampfte man die Blätter und gab etwas Salz dazu - fertig war eine Wundauflage die bei frischen Wunden, entzündeten oder eitrigen Wunden halt. Die Wunden heilten dann besser ab.

Bei geschwollenen Drüsen, Geschwüren oder bei einer Lungenentzündung empfahl man damals schon die jungen Pflanzentriebe der Brennnessel in Form von Gemüse, also als Beigabe zur Nahrung.

Die Hexen der alten Kelten wussten bereits um die blutreinigende Wirkung, die auch bei Vergiftungen half. Dazu empfahlen Sie einen Tee, den sie aus den Blättern herstellten.

Außerdem kannte man schon im Mittelalter die harntreibenden Eigenschaften, man setzte die Brennnessel zudem als die Fruchtbarkeit steigerndes Mittel ein, oder auch gegen Haarausfall.

Die Brennnessel wächst sowohl auf sonnigen als auch schattigen Standorten. Sie liebt feuchte, humose, nährstoffreiche Böden. Sie ist stickstoffliebend und eine Stickstoffzeigerpflanze.

Wohl jedem Kind bekannt

Wohl jeder kennt aus seiner Kindheit die Brennnessel - dieses Brennen auf der Haut, wenn man mit den zackigen Blättern in Berührung gekommen ist. Trotz dieser unangenehmen Erfahrung sollte man die Brennnessel als Heilpflanze nicht verkennen.

Die Brennnessel wird bis zu 150 cm hoch, hat lang gestielte Blätter, die sich kreuzgegenständig gegenüber stehen und länglich bis spitzeiförmig sind. Sie sind grob gesägt.

Der Pflanzenstängel ist aufrecht und nicht verzweigt, typisch vierkantig.

Sowohl am Stängel als auch an den Blättern sind die das Brennen hervorrufende Härchen.

Die Blüten sind unscheinbar und klein, von grünlicher Farbe.

Die Wurzeln der Pflanze sind gelb und weit verzweigt.

Die Brennnessel ist eine mehrjährige Pflanze, von der es mehrere verschiedene Arten gibt. Die Blütezeit ist von Juli bis September, Erntezeit ist von Mai bis September.


Brennnessel in der Heilkunde

In der Naturheilkunde verwendet man die Blätter und die Wurzeln. Sie wirken heilend auf die Harnwege und die Atemorgane, bei Magen- und Darmkatarrhen, zur Blutreinigung, gegen Hautunreinheiten und auch bei rheumatischen Beschwerden.

Wissenschaftlich ist inzwischen erwiesen, dass Brennnesseln stark entwässernd auf unseren Körper wirken.

In der Brennnessel ist viel Provitamin A enthalten, viele Mineralsalze und auch Eisen. Diese Stoffe sorgen für die Kopfhaut, sie kräftigen sie und verhindern in gewissem Umfang Haarausfall. Wenn Sie also unter Problemen mit der Kopfhaut leiden, so könnten Sie vier Wochen lang ein Shampoo verwenden, dem Brennnesselextrakte zugesetzt sind.

Steigert die Durchblutung

Da die Brennnessel die Durchblutung steigert, galt und gilt sie als aphrodisierend. So soll etwa die Zugabe von 2 Teelöffeln Brennnesselsamen in ein Müsli die Lust steigern. Und auch Verräucherungen aus den Blättern sollen die Libido steigern.


Geschichtliches und Sagen um die Brennnessel

Besonders ältere Menschen schätzten angeblich die Brennnesselsamen, weil sie das Gedächtnis wieder besserten und "das Feuer in die Lenden" zurückbringt.

Das "Urtica" im botanischen Namen kommt vom lateinischen "urere", was so viel wie „brennen“ bedeutet.

Der Name Donnernessel leitet sich vor der angeblichen Wirkung gegen Blitzschlag ab.

Albrecht Dürer sah in der Brennnessel eine von Gott geschenkte Pflanze. In einem seiner Werke erkennt man einen Engel, der mit einer Brennnessel in seiner Hand zum Thron Gottes emporfliegt.

Laut Aberglaube ist die Brennnessel die Nadel des Teufels, die Waldrebe ist das Garn dazu.

Die Indianer in Amerika verwenden frischen Brennnesselsaft gegen Schwächezustände. Auch böse Einflüsse soll sie aus dem Haus fernhalten.

Zigeuner empfehlen einen Brennnesseltee gegen zu niedrigen Blutdruck. In Stutenmilch gekocht gilt die Brennnessel in Norwegen als gutes Mittel bei Keuchhusten.

Die Brennnessel soll auch Glück bringen - so soll ein Brennnesselgemüse, das man am Gründonnerstag isst, das ganze Jahr vor Geldsorgen schützen.

Die Brennnessel ist auch eine wichtige Pflanze für die Schmetterlinge. Für viele Arten ist sie für die Raupen eine wichtige Futterpflanze. Für manche Arten, wie den Admiral oder den kleinen Fuchs, sind sie sogar die einzigen Pflanzen, die sie fressen.

Harry Potter verwendet gegen Furunkel einen Zaubertrank aus der "Nessel".


Wirkung und Anwendung von Brennnessel

  1. appetitanregend
  2. blutreinigend
  3. blutstillend
  4. Durchfall
  5. fördert die Blutbildung
  6. gegen Blattläuse
  7. haarwuchsfördernd
  8. harntreibend
  9. Harnwegserkrankungen
  10. Rheumatismus
  11. schleimlösend
  12. stoffwechselanregend
  13. Rheuma
  14. Arthritis
  15. blutreinigend bei Hautkrankheiten
  16. stimuliert die Verdauungsdrüsen
  17. milchbildend
  18. blutzuckersenkend
  19. entgiftend
  20. stoffwechselanregend

Übersicht



Hauptwirkung der Brennnessel

Brennnessel wirkt harntreibend und blutreinigend


Verwendete Pflanzenteile

Verwendet wird das Kraut, die Wurzeln und der Samen


Inhaltsstoffe

Nesselgift, Vitamine, Mineralien, Histamin, Sekretin, Lignane, Lectine, Gerbstoffe, Phytosterole


Sammelzeit

Gesammelt wird von Mai bis September, die Samen im Frühherbst


Wo findet man Brennnessel:

Gärten, Schuttplätze, Ödland

Die große Brennnessel wächst in ganz Europa, auch in Nordafrika, Amerika, Kanada, Alaska. In tropischen Regionen wächst sie jedoch nicht.


Blütezeit

Die Blütezeit reicht von Mai bis in den Oktober hinein


Geruch und Geschmack

Die Pflanze ist geruchlos, schmeckt sehr würzig herb und aromatisch


Typische Anwendungsgebiete

Rheumatische Beschwerden, Nierenentzündungen, Blasenentzündungen, Gicht, Hauterkrankungen, Blutarmut, zur Blutreinigung, bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei Prostatabeschwerden


Verwendungsmöglichkeiten

Als Tee, Einreibung, als Presssaft, als Auflauf, als Haarwaschmittel, als Suppe, als Spinat, als Salat, als Tinktur, für Bäder


Volksnamen

Donnernessel, Donnernettel, Dudelkolbe, Estekraut, Feuerkraut, Gichtrute, Große Neddeln, Hanfnessel, Nessel, Saunessel, Senznessel, Tausendnessel, Teufelskraut, Tissel, Tittenkölbl, Zingel


Verwechselungsgefahr

Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit der Taubnessel, die aber keine Brennhaare hat (also nicht brennt) und die sehr hübsche Blüten trägt.


Rezepte rund um die Brennnessel



Brennnesseltee

1 bis 2 Teelöffel des fein geschnittenen Krautes mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 3 bis 4 Minuten ziehen lassen.


Die Brennnessel hat eine besondere Wirkung auf den Stoffwechsel: Man setzt sie unter anderem häufig in Frühjahrskuren ein, wo sie dann zur Ausspülung der Schlacken aus dem Körper, die sich im Winter angesammelt haben, hilfreich ist.


Brennnessel hat zudem vielfältige Anwendungsmöglichkeiten: Natürlich primär als Tee, aber auch als Salat, in Suppen oder gekocht wie Spinat.


Viele, gerade ältere Männer, kennen eine Haartinktur, die man in die Kopfhaut einmassiert und die gegen Haarausfall im Alter vorbeugen bzw. helfen soll.


Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!







Die Brennnessel in der Küche


Brennnessel kann man auch wunderbar in der Küche verwenden: Man kann sie kochen oder auch in Öl einlegen.

Am besten ist es, wenn man junge Triebe verwendet. Man kann daraus Gemüse, Suppen und Aufläufe herstellen. Der Brennnesselspinat ist wohl das bekannteste Rezept.


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Bei innerlicher Anwendung kann es bei der Verwendung älterer Pflanzen wegen ihrer Nesseln zu Magenreizung und Nierenschädigung kommen.

Bei Wasseransammlungen im Körper wegen eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit darf man Brennnesseln nicht als Heilmittel anwenden!

Es kann zu Magen- und Darmbeschwerden kommen.

Es kann zu Hautausschlägen kommen.

Es kann zu bei empfindlichen Menschen nach der Einnahme von Wurzelpräparaten zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Nehmen Sie nicht mehr als 12 g Blätter oder 6 g der Wurzeln pro Tag zu sich.







Fotogalerie















Ähnliche Themen:

Ähnliche Themen:





Kurzinfo
Brennnessel
  • Herkunftsgebiete: Europa, Asien, nördliches Afrika

    Pflanzenbeschreibung: wächst aufrecht stehend, buschig, wird bis zu 1.5 Meter groß


  • Die Stängel sind vierkantig
  • Die Blätter sind eiförmig, sie sind grob gesägt
  • Die Blüten sind kaum auffällig, grünfarbig, sie stehen in Rispen an den Achseln der Blätter
  • Standort: in der Sonne oder im Halbschatten, auf humusreichen und stickstoffreichen Erdböden
  • Die Heilpflanze im Garten stellt keine Ansprüche
  • Verwendungsmöglichkeiten: Junge Blätter oder das ganze Kraut können in Frischform in Salat oder auch wie Spinat verzehrt werden.
  • Brennnessel reinigt das Blut und regt unseren Stoffwechsel an.
  • Ein Tee kann hilfreich sein gegen Rheuma, Gicht und Blasenbeschwerden.
  • Bäder können bei Nervenschmerzen helfen.
  • Brennnesseljauche kann man zum Düngen im Garten verwenden, die (stinkende) Brühe zur Schädlingsabwehr.









Letzte Änderung am Dienstag, 24.2.2015, 15:15:23 Uhr


Wissenschaftliches zur Brennnessel

Die Kommission E und die ESCOP empfehlen die Brennnessel bei Entzündungen der Harnwege, bei rheumatischen Beschwerden, zudem die Brennnesselwurzel bei Erkrankungen der Prostata.

Enthaltene Stoffe können Entzündungen hemmen, Tierversuche zeigten eine schmerzlindernde Eigenschaft und zudem eine harntreibende Wirkung.

Gegen Harnwegsinfektionen

Stellen Sie aus dem Brennnesselkraut und den Blättern einen Aufguss her, oder pressen Sie den Saft aus der Pflanze. Regelmäßig zu sich genommen durchspült dies die Blase und die Niere, es kann sogar Nierengrieß vorbeugen. Dies ist inzwischen auch wissenschaftlich belegt.

Fertige Teemischungen aus der Apotheke, die gegen Leberbeschwerden und Galleerkrankungen helfen, enthalten ebenfalls oftmals Brennnesselblätter.





zum Seitenanfang