Das Bilsenkraut ist eine der ältesten Giftpflanzen, die die germanischen Völker kennen. Im Mittelalter wurde die Pflanze als Betäubungsmittel bei operativen Eingriffen verwendet. Aber auch als Mittel gegen Schädlinge, wie Ratten und Mäuse, wurde das Bilsenkraut verwendet.
Aber auch für allerlei kurioses, wie etwa die Flugsalbe der Hexen, muss das Bilsenkraut herhalten.
Und sogar dem Bier war das Bilsenkraut früher zugesetzt worden, um die Wirkung zu verstärken.
Die Pflanze wird 30 bis 60 cm hoch und hat schmutzig-grüne, eiförmige Blätter. Die Blüten sind schmutzig gelb und bilden einen glockenartigen Kelch. Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Man findet die Pflanze auf auf Schuttplätzen.
Das Bilsenkraut ist verwandt mit der Tollkirsche und dem Stechapfel.
Diese drei Pflanzen sind besonders giftig, deswegen sollten unwissende die Finger von diesen Pflanzen lassen und sich auf keinen Fall selbst damit behandeln.
Obwohl die Pflanze sehr giftig ist, findet sie trotzdem eine Anwendung in der Naturheilkunde.
Es können damit erfolgreich Krampfzustände im Magen- und Darmbereich behandelt werden und Unruhezustände verbessert werden. Eine weitere Anwendung ist das Bilsenkraut als Salbe, mit der man verschiedene Schmerzzustände erfolgreich bessern kann.
Sagen um das Bilsenkraut
Sie kennen Shakespeare und damit auch Hamlet, den Prinzen von Dänemark? Und erinnern sich bestimmt auch an die Textpassage, in der Hamlets Vater als Geist seinem entsetzten Sohn begegnet und ihm beschreibt, wie er ermordet wurde vom eigenen Bruder? Ein Mord aus Neid, um das Königreich und die Frau des Bruders für sich zu gewinnen!
„Laß kurz mich sein“, erzählt der Geist des Vaters dem Sohn Hamlet, „ich schlief in meinem Garten, wie ich’s gewohnt war jeden Nachmittag, da schlich in meine Sicherheit dein Onkel mit Saft verfluchten Schierlingskraut im Fläschchen und tropfte in die Pforten meiner Ohren tödlichen Absud… So wurde ich im Schlaf durch Bruders Hand geprellt um Leben, Krone, Königin…“ (Übersetzung von Erich Fried).