Bärlauch
(Allium ursinum)

 

Der Bärlauch ist ein Verwandter des Knoblauch und ist in fast ganz Europa zu finden.

Der Bärlauch, der inzwischen wieder gerne in der Küche verwendet wird, wächst wild in Auen und Wäldern.

Die Blätter des Bärlauch, die man üblicherweise im Frühjahr sammelt, eignen sich gut für Suppen und Saucen.

Leider geht das Armona des Bärlauch beim Trocknen ziemlich stark verloren, man sollte also immer frischen oder eingefrorenen Bärlauch verwenden.

Bärlauch als Heilpflanze

Schon im alten Rom wurde der Bärlauch als Arzneipflanze verwendet.

Ein volkstümlicher Name des Bärlauch ist Waldknoblauch, dieser Name deutet auf seine enge Verwandschaft mit dem Knoblauch hin.

Man verwendet die jungen Blätter des Bärlauchs.
In rohen und kleingeschnittenen Blättern oxidiert der schwefelhaltige Inhaltsstoff Alliin zum medizinisch wirksamen Allicin. Dieses Allicin ist ein natürliches Antibiotikum, das Pilze abtöten kann.

Der Bärlauch hilft aber auch bei Verdauungsbeschwerden, bei Magen-Darm-Problemen und gegen Blähungen, Bärlauch regt den Appetit an und er senkt den Cholesterinspiegel. Bärlauch ist hilfreich für die Funktionen von Leber- und Galle, er regt die Harnbildung an, Bärlauch senkt den Blutdruck, er hat eine regulierende Wirkung auf den Fettstoffwechsel und schützt sogar gegen Arterienverkalkungen.

Traditionell wird der Bärlauch auch gegen Darmparasiten eingesetzt.

Im Bärlauch ist außerdem sehr viel Vitamin C enthalten, er enthält auch viele gesunde ätherischen Öle. So zum Beispiel schwefelhaltiges Lauchöl, das die Leber und die Galle anregt und auf den Fettstoffwechsel normalisierend wirkt. Im Bärlauch sind zudem viele Mineralsalze in hohen Konzentrationen enthalten, zudem Schleimstoffe, die die Ausscheidung von Sekreten aus den Atemwegen fördern.

Bärlauch hat einen fast zwanzigfach höheren Adenosingehalt als der Knoblauch. Dieses Adenosin hat die positiven Eigenschaften der Vitamine A und C und des Mineralstoffes Selen zusammen in sich vereint.

Besonders wichtig sind die Auswirkungen des Bärlauch auf Magen und Darm: Er heilt eine erkrankte Darmflora, dabei werden aber nur die Darm-Pilze abgetötet, die der natürlichen Darmflora fremd sind. Natürliche und nützliche Pilzstämme im Darm verschont der Bärlauch, so daß eine natürliche Darmflora wieder aufgebaut werden kann.

Es empfiehlt sich daher, nach jeder Darmbehandlung mit z.B. Penicillin regelmäßig Bärlauch zu sich zu nehmen, so daß der Darm sich wieder normalisieren kann.

Übrigens hat ein zehntausendstel Gramm Allicin die gleiche Wirkung wie 25 Einheiten Penicillin. Dies wurde schon im Jahre 1944 eine amerikanische Studie bewiesen und so das Allicin (und somit den Bärlauch) als natürliches Antibiotika bewiesen.

Bärlauch steigert auch die Durchflußgeschwindigkeit des Blutes in den Adern um nachgewiesenen 30 %. Er enthält Adenosin, das die kleinsten Gefäße erweitert. Zudem verhindert Bärlauch das Verkleben der roten Blutkörperchen aneinander. Kurz gesagt: Wer Durchblutungsbeschwerden hat, sollte Bärlauch zu sich nehmen!

Aber das ist noch nicht alles:
Wussten Sie schon, daß der Bärlauch die positiven Eigenschaften der folgenden drei Heilkräuter in sich vereint?

Die des Knoblauch, der die periphere Durchblutung steigert, die des Ginkgo biloba – der die Gehirndurchblutung erhöht und die der Echinacea – die das Immunsystem stärkt und belebt?

Im Bärlauch sind 30% mehr schwefelhaltige Stoffe enthalten als im Knoblauch. Die Cholesterinwerte im Blut werden reguliert und so das Ablagern von Cholesterin vermindert.

Man sagt dem Bärlauch auch nach, daß er das Sexualverlangen bei Männern und Frauen anregt.

Auch bei Hautproblemen wie Akne, Ekzemen und Ausschlägen ist der Bärlauch ein empfehlenswertes Kraut.

Zudem hat der Bärlauch eine entschleimende Wirkung, er löst Verschleimungen und wirkt auswurffördernd. Dabei beruhigt er die Atemwege. Er regt den Appetit an lindert Schwächezustände, ist wassertreibend und verleiht dem Stuhl das notwendige Volumen.

Bärlauch wirkt entgiftend, so befreit er unseren Körper z.B. von Blei.

Der Bärlauch ist hervorragend geeignet im Rahmen einer Frühjahrskur.

Sagen über den Bärlauch

Eine alte Bauernregel besagt:
Bärlauch im Mai erspart das ganze Jahr den Arzt und die Arznei.

Der Bärlauch bekam seinen Namen angeblich daher, weil die Bären nach ihrem Winterschlaf sich ihren Bauch mit diesem Kraut vollfrasen. Man dachte, daß sie deswegen zu ihren Bärenkräften kamen.

Volksnamen
Hexenzwiebel, Wilder Knoblauch, Wilder Knofel, Zigeunerlauch, Knoblauchrauke, Waldknoblauch, Waldherre, Ramsen, Wilder Knoblauch, Bärenkraut, Bärenlauch, Judenzwiebel, Latschenknofel, Wurmlauch, Zigeunerzwiebel

Wo findet man den Bärlauch?

Der Bärlaiuch wächst gern schattig, in einem kalkhaltigen, humosen, nährstoffreichen, lockeren, feuchten Boden. Er kommt häufig in Laubmischwäldern oder speziell in Buchenwäldern vor, generell bevorzugt er einen hohen Grundwasserspiegel (z.B. an einem Flußufer). Er bildet meist ausgedehnte Bestände.

Inhaltsstoffe des Bärlauch

Fast wie im Knoblauch finden sich Inhaltsstoffe, die den Bärlauch sehr gesund machen, überwiegend aber Schwefelverbindungen und ätherische Öle:
Methylcycteinsulfoxid und dessen Abbauprodukte Methylallylthiosulfonat und Methanthiol, Dimethylthiosulfonat und Divinylsulfid.

Wirkung und Anwendung von Bärlauch

  • Bärlauch ist blutzucker-und cholesterinsenkend
  • Appetitanregend
  • Blähungen
  • Bronchitis
  • Antibiotisch
  • Entschlackend
  • Senkt den Cholesterinspiegel
  • Frühjahrskur
  • Schleimlösend
  • Desinfizierend
  • Verdauungsbeschwerden
  • Arteriosklerose
  • Hautausschläge
  • Stärkt das Immunsystem
  • Wirkt durchblutungsfördernd
  • Entzündungshemmend
  • Verdauungsstörungen
  • Bluthochdruck
  • Pilztötend

Verwendete Pflanzenteile
Man verwendet die jungen, am besten frischen, Blätter.
Die Bärlauch-Zwiebel ist erheblich kleiner als die des Knoblauch, wird daher seltener verwendet.

Vorsicht bei der Ernte im Freien!
Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem Maiglöckchen.
Den Bärlauch erkennt man am besten daran, daß man ihn zwischen den Fingern reibt: Es bildet sich dann der typische Knoblauch-Geruch.


Bärlauch, der Knoblauch ohne Nebenwirkungen

Jeder, der Knoblauch mag, wird den Bärlauch lieben: Bärlauch schmeckt dem Knoblauch sehr ähnlich, ihm fehlt aber fast gänzlich der üble Knoblauch-Geruch.

Wen wundert es also, daß der Bärlauch in den letzten Jahren immer öfters in der Küche verwendet wird?

Anwendungsbeispiele

  • Die frischen Blätter nimmt man fein gehackt ein. Sie können auch ähnlich wie Schnittlauch oder Knoblauch als Gewürz oder in Salatmischungen verwendet werden. Als Teedroge hat Bärlauch nurmehr geringe Bedeutung.

  • Für eine entschlackende Frühjahrskur ist man täglich über 2-3 Wochen eine Handvoll frisch gehackte Blätter.

  • Saft
    Frisch gehacktes Kraut in einem Tuch kräftig auswinden. Von dem gewonnenen Saft mehrmals täglich 10-20 Tropfen einnehmen.
    Frischpflanzenpressaft gibt es auch als Fertigpräparat im Handel.

  • Tinktur
    3 g frisches Kraut in 100 ml 70%igem Alkohol ansetzen,
    gelegentlich schütteln. 2 Wochen dicht verschlossen stehen lassen
    und absieben. Von der Tinktur 10-20 Tropfen auf Zucker oder mit
    wenig Wasser nach den Mahlzeiten einnehmen.

  • Kompresse
    Frische, zerstampfte Blätter in ein Tuch einschlagen
    und für einige Minuten auf die betroffenen Partien legen.

  • Bärlauch reguliert den Blutdruck
    Besonders praktisch am Bärlauch ist, daß er den Blutdruck nach oben und nach unten ausgleicht.
    Er senkt also hohen Blutdruck und hebt niedrigen Blutdruck an. Oder anders ausgedrückt: Bärlauch tut jedem gut!
    Und so "nebenbei" reinigt er den Magen, die Leber, den Darm, die Niere und die Galle.

Vorsicht
Frischen Bärlauch nicht in der Schwangerschaft anwenden, er steht im Verdacht, Aborte auslösen zu können.

Man kann den Bärlauch leicht mit dem Maiglöckchen verwechseln, einer giftigen Pflanze. Auch besteht eine Verwechslungsgefahr mit der giftigen Herbstzeitlosen. Deshalb bitte nur dann selbst sammeln, wenn man weiß, was man da so sammelt... Am besten unterscheidet man die Beiden dadurch, daß Bärlauch, wenn man das Blatt zwischen den Fingern reibt, nach Knoblauch riecht.

 

 

 

 

 

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