Augentrost

(Euphrasia officinalis)

Wie man dem Namen schon entnehmen kann, wirkt der Augentrost bei Augenerkrankungen, Entzündungen der Augenlider, der Augen-Bindehäute und der Augen selbst können damit behandelt werden. Auch bei ermüdeten Augen ist die Pflanze wirksam. Sie ersetzt zwar keine Brille, kann aber helfen, dass Sehkraft bestehen bleibt bzw. wieder hergestellt wird.

So reicht es bei müden oder gereizten Augen aus, die Augen mit einem Tee aus Ausgentrost auszuspülen. Stellen Sie dazu einen Tee aus Augentrost her und geben Sie 5 Körnchen Salz dazu. Dann die Augen damit auswaschen.

Verwendung finden die Blätter der Pflanze, die man in der Blütezeit, die im Spätsommer ist, pflückt. Schneiden Sie dazu die oberen blühenden und blättrigen Teile des Augentrost ab, reinigen Sie die Pflanzenteile und entfernen Sie die verholzten Teile. Dann in einer dünnen Schicht ausbreiten und trocknen lassen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Anteil der Wirkstoffe der Pflanze um so höher ist, je größer die Pflanze selbst ist. Größere Pflanzen haben als so eine größere Wirkung.

Aus dem Kraut kann man einen Tee zubereiten, mit dem man, wie oben erwähnt, auch die Augen auswaschen kann. Aber auch bei Husten kann man den Augentrost einsetzen. Früher gab man schwachen Kindern einen Tee aus Augentrost, damit sie stärker werden. Ein Tee aus Augentrost kann zudem bei Kopfschmerzen, Nervenleiden, Krämpfen und Schlaflosigkeit eingesetzt werden. Er hilft auch bei Augenschwäche, bei Heiserkeit, bei leichten Magenbeschwerden, Halsschmerzen und Husten.

Eine Spülung mit Augentrost hilft bei tränenden Augen, bei Bindehautentzündungen, gegen Lichtempfindlichkeit oder bei überanstrengten Augen.

Der Augentrost wurde bereits im Mittelalter erwähnt.

Erscheinungsbild

Oft einjährig. Der Augentrost ist ein Halbschmarotzer, er ernährt sich durch umgebende Graswurzeln.
Die Stengel stehen aufrecht, sind verzweigt, die Blätter sind gegenständig, haben eine länglich ovale Form, sie sind scharf gesägt.
Die Blüten sind weiß, die Krone ist bis zu 2 cm lang, hat 2 Lippen, sie weist violette Streifen auf. Der Schlund ist gelb.

Volksnamen

Augen- oder Augustinuskraut, Hirnkraut, Ziegerkraut, Tageleuchte, Spöttlich, Milchdieb

Wirkung und Anwendung von Augentrost

  • Augenbeschwerden
  • Augenbrennen
  • Bindehautentzündungen
  • Blutarmut
  • Entzündeten Augen
  • Gerstenkorn
  • Lichtempfindlichkeit
  • Lidrandentzündung
  • Tränenfluss
  • Überanstrengung der Augen
  • Verdauungsstörungen
  • Husten
  • Kopfschmerzen
  • Nervenleiden
  • Krämpfe
  • Schlaflosigkeit
  • Tränende Augen
  • Überanstrengte Augen
Wissenschaftliches zum Augentrost
Die Kommission E und die ESCOP empfehlen den Augentrost nicht ausdrücklich. Spätere Studien zeigten aber die Wirkung bei Bindehautentzündungen.

Interessantes zum Augentrost

Der Name Euphrasia entstammt dem Griechischen und heißt so viel wie "Frohsinn".

Der Name ist Programm: Der Augentrost ist ein Trost für die Augen bei Bindehautentzündungen, bei Augenkrankheiten allgemein.

Wäscht man sich im Frühling mit dem ersten Augentrost, den man findet, seine Augen aus, so bekommt man das ganze Jahr keine Augenprobleme.

Augentrost ist eine Gewitterpflanze, er zieht die Blitze an. Deswegen darf man ihn auch nicht in der Hosentasche tragen, da man sonst vom Bitz erschlagen wird. Und auch im Haus soll er nicht sein, denn das würde ebenfalls vom Blitz getroffen werden.

Dioskurides erwähnt den Augentrost, er setzte ihn in Augenwässern ein.

Schon im Mittelalter war die Wirkung des Augentrost bekannt.
Culepeper schrieb z.B.: Augentrost hat die Macht, im Alter die Sehkraft zu bessern.

Im düsteren Mittelalter verräucherte man den Augentrost, um hellsichtig zu werden.

Der Augentrost wird auch Heudieb genannt
Da der Augentrost ein Halbschmarotzer ist, der sich seine für Überleben wichtigen Nährstoffe durch die Wurzeln anderer Pflanzen "beschafft", sorgte er auf Felder natürlich dafür, dass die anderen Pflanzen nicht so gut gedeihen konnten. Zudem ist er kleiner als das umgebende Gras, er bleibt also auf den ersten Blick unsichtbar.
Deshalb nennen die Bauern ihn auch den "Heudieb".

In Italien heiß der Augentrost Luminella, was so viel wie Licht für die Augen bedeutet.
In England sagt man Eyebright dazu: Augenglanz. Die Pflanze ist also überall sehr beliebt (es sei denn bei den Bauern).

Noch schöner ists in Frankreich - Dort heißt der Augentrost Casselunette - Brillenbrecher. Man kann also getrost die Brille wegwerfen, wenn man den Augentrost verwendet.

Man sagt, daß, wenn der Augentrost besonders üppig blüht, es einen haren Winter gibt.

In einem alten Rezept findet man folgendes:Augentrost mitsamt der Reben zu Wein vergären lassen und diesen ein Jahr lang trinken. Dies vertreibt "die Dunkelheit aus den Augen". Nach dem Jahr wurden dann "die Brillen hinweg gethan und allerley Schrift gelesen".

"Wann diß Kräutlein anfanget zu blühen / soll man es sammeln / und ein Wasser daraus brennen. Diß Wasser wird fürnemlich gebrauchst zu den dunklen und blöden Augen / dieselbige klar und lauter zu machen: Desgleichen auch zu den hitzigen Augen / man soll aber jederzeit Morgens und Abends fürnemlich einen guten Schluck darvon thun: Man kann auch die Wasser gebrauchen wider die Verstopfung der Leber / auch zu der Gelbsucht/..."
Tabernaemontanus


Eigenschaften des Augentrost

Entzündungshemmend, verdauungsfördernd, zusammenziehend, appetitanregend.

Standort

Wo findet man Augentrost: Halbtrockenrasen, Berghänge und -wiesen, Wälder und Weiden

Blütezeit
Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober

Geruch und Geschmack
Der Geruch ist balsamisch, der Geschmack ist scharf und bitter

Gesammelt wird das ganze Kraut im Zeitraum: Juni - Oktober.

Wirkstoffe

Gerb- und Bitterstoffe, ätherische Öle, Flavonoide, Aucubin, Catapol, Harz

Anwendungsmöglichkeiten
Kompressen, Augenbäder, Tee, Umschläge

Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Augentrost

Tee
Nehmen Sie einen Teelöffel Augentrost, den Sie mit einer Tasse Wasser aufkochen lassen und danach warm oder auch kalt für Umschläge verwenden. Innerlich kann dieser Aufguss schluckweise angewendet (getrunken) getrunken werden.

Gegen Gerstenkorn
Nehmen Sie 5 Esslöffel Augentrostkraut und 250 ml kochendes Wasser. Zehn Minuten ziehen lassen, dann absieben, ein Tuch damit tränken und auflegen.

Augenspülung
1 Esslöffel Fenchel-Samen mit 1/4 l Wasser aufkochen lassen, 1 Teelöffel Augentrost und 1/4 Teelöffel Kochsalz dazu, 10 Minuten ziehen lassen. Mischung abfiltern und die Kräuter im Tuch als Augenpresse verwenden.
Der Sud eignet sich als Augenspülung.

Bindehautentzündung
1 Esslöffel Samen mit 1/4 l Wasser aufkochen lassen, 1 Teelöffel Augentrost und 1/4 Teelöffel Kochsalz dazu, 10 Minuten ziehen lassen. Mischung abfiltern und die Kräuter im Tuch als Augenpresse verwenden.
Der Sud eignet sich als Augenspülung.

Entzündete Augen, Lichtempfindlichkeit, Lidrandentzündung, bei Tränenfluss, bei überanstrengten Augen, Augenbeschwerden allgemein
1 Teelöffel Augentrost mit einer Tasse Wasser aufkochen und warm oder kalt zu Umschlägen verwenden.

Dekorationen
Der Augentrost ergibt übrigens auch einen schönen kleinen Wildkräuterstrauß, der ein Zimmer hübsch dekorieren kann.

Vorsicht

Wenn Sie Augentrosttee für Ihre Augen verwenden, müssen Sie unbedingt auf Hygiene achten! Deshalb den Tee auch wirklich kochen und immer, für jede Anwendung neu, zubereiten! Infektionen am Auge können schwere Folgen haben und bis zu einer dauerhaften Sehminderung führen!



Heilkräuter-Verzeichnis

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z










Thema: Heilkräuter


Der Beitrag "Augentrost" wurde 37827 mal gelesen.

Kommentar schreiben  Druckansicht  Seitenanfang 
Beurteilen 



0.0796430110931396 sec. to build



Weisheit des Tages:
Alt ist man dann, wenn man nicht mehr zusammen mit seinen Zähnen schläft.

...powered by a lot of Coffee...





 

 

 


Bleiben Sie immer auf dem Laufenden via Facebook



 


Ätherische Öle als kostenlose
Android-App





Nach oben

 

"Lass die Nahrung Deine Medizin sein und die Medizin Deine Nahrung"
Hippokrates
Impressum