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Das Kräuter-Verzeichnis

Wiesenschaumkraut

Das Wiesenschaumkraut(Cardamine pratensis) wurde von der Stiftung Naturschutz zur Blume des Jahres 2006 erkoren.

Dies aber leider auch deswegen, weil das Wiesenschaumkraut immer seltener wird - denn leider ist die einst weit verbreitete Pflanze immer mehr im Rückgang begriffen.

Schon früh im Frühjahr erblüht das Wiesenschaumkraut. Die Blütezeit reicht von März bis in den Juni. Und wie der Name schon sagt, wenn das Wiesenschaumkraut erblüht, sieht es aus, als wären die Wiesen von einem farbigen Schaum bedeckt. Eine Wohltat nach dem langen Winter. Tatsächlich kann das Wiesenschaumkraut eine ganze Wiese in ein wunderbares Blütenmeer verwandeln. Die Blüte des Wiesenschaumkrauts ist teils unterschiedlich gefärbt, manchmal erscheint die zarte blasse Farbe wie weiß, tatsächlich geht die Färbung jedoch von weiß über blasslila bis blassrosa. Die Blütenblätter sind durchzogen von kleinen violetten Äderchen.

Das Wiesenschaumkraut findet sich deutschlandweit auf vielen Wiesen, richtig große Bestände sind allerdings immer seltener.


Interessantes zum Wiesenschaumkraut

Der Name Wiesenschaumkraut entstammt wohl der Tatsache, dass sich an der Pflanze des Öfteren Schaum befindet. Diesen Schaum wiederum produziert die Larve der Schaumzirkade, die sich in den Stängel bohrt, um sich vor seinen Feinden zu schützen.

Früher sagte man in England, dass, wenn man sich den Schaum an einem Maimorgen in seine Augen reibt, dann könnte man die Elfen sehen.

Vorsicht: Glaubt man dem alten Volksglauben, so verursacht das Pflücken des Wiesenschaumkrautes ein Gewitter mit Blitzschlag!

Das Wiesenschaumkraut war früher in der Landwirtschaft eine Zeigerpflanze für die Ernte und das Wetter. Wenn viel Wiesenschaumkraut wuchs, so bedeutete dies, dass es wenig Heu geben würde. So entstand auch der Name Hungerblume.

Das Wiesenschaumkraut ist übrigens essbar, allerdings kennt man es kaum noch als Nahrungsmittel, z. B. als Beigabe zu einem Salat. Der Geschmack ist etwas kresseartig und scharf. Am stärksten schmecken die untersten Blätter vor der Blüte, später sind sie leicht bitter. Allerdings kann man dann die Knospen und Blüten mitsamt den Samenständen verwenden. Im Wiesenschaumkraut sind Senföle enthalten, das gibt den Geschmack. Und zudem sind sie antibiotisch, regen die Bronchialsekretion an und fördern die Verdauung.

Die Schoten des Wiesenschaumkrautes schleudern ihre Samen wie in kleinen Explosionen bis zu 2 m weit aus.

Der Name „Cardamine“ kommt aus dem Griechischen und leitet sich wohl vom "kárdamon" ab, was man mit Kresse übersetzen kann. „Pratensis“ ist lateinisch und bedeutet, dass die Pflanze auf der Wiese wächst, also eine freiwachsende Pflanze ist.

Der Schaum, der sich am Wiesenschaumkraut bildet, gibt der Schaumzikade Schutz vor Feinden. Der Blütennektar dient anderen Insekten, wie zum Beispiel dem Aurorafalter, als Nahrung im frühen Jahr und ist daher sehr wichtig für die Insekten.

Der Schaum der Pflanze wird auch Kuckucksspeichel oder Hexenspucke genannt.

Der volkstümliche Name „Muttertagsblume“ kommt wohl daher, weil das Wiesenschaumkraut gerne zum Muttertag geschenkt wurde. Leider jedoch verlieren die Blüten schnell die Blätter und der Straus dürfte nicht lange Freude machen.

Der Volksname "Bettbrunzer" zeigt die harntreibende Wirkung des Wiesenschaumkrautes an.

"Die Wiese schäumt,

nein, nicht vor Wut,

es geht ihr ganz besonders gut.

Der Lenz ist da, hat sie geküsst

und ob er sie beschenken müsst,

hat er sie lila eingeschäumt.

Sie hat davon schon lang geträumt.

Sie räkelt sich im zarten Kleid,

doch ziert’s sie nur für kurze Zeit."

Annegret Kronenberg


Beschreibung

Das Wiesenschaumkraut wird bis zu bis zu 6o cm groß. Das Wiesenschaumkraut gehört zur Familie der Kreuzblütler und hat einige bekannte Verwandte, so zum Beispiel die Kresse, den Meerrettich, den Senf oder den Rettich.

Wiesenschaumkraut gehört zu den ausdauernden Pflanzen, braucht aber feuchten Grund zum überleben.

Aus dem Wurzel-Rhizom erwächst eine Grundrosette, die manchmal auch im Winter noch grün bleibt. Die unteren Stängelblätter haben keine Stiele.

Der eigentliche Stiel der Pflanze ist hohl und rund. Die Blütenblätter können weiß, rosa oder auch violett sein. Die Blüten stehen in Doldentrauben.

Die Staubbeutel in der Blüte sind gelb. Die Schoten sind bis zu 40 mm lang. In der Reife entspringen aus den Schoten längliche hellbraune Samen, teilweise über zwei Meter weit.

Das Wiesenschaumkraut hat dünne und kriechende Wurzeln.

Interessant ist übrigens auch, dass sich die Fortpflanzung sowohl geschlechtlich (per Samen) als auch ungeschlechtlich vollzieht. Denn wenn die Grundblätter das Erdreich berühren, wachsen daraus Wurzeln und bilden Ableger.


Wirkung und Anwendung von Wiesenschaumkraut

  1. Frühjahrsmüdigkeit
  2. Leberschwäche
  3. Rheuma
  4. blutreinigend
  5. Skorbut
  6. Diabetes
  7. Hauterkrankungen

Übersicht



Verwendete Pflanzenteile

Verwendet wird das Kraut


Volksnamen

Wilde Kresse, Bettbrunzer, Marienblume, Kuckucksblume, Fleischblume, Blauer Brunnenkressich, Maiblume, Storchenschnäbeli, Schaumkraut, Strohblume, Wasserkraut, Hungerblume, Harnsamen, Wiesenkresse, Gauchblume, Weinblume


Französischer Name

Cardamine des prés, cressonette

Englischer Name

Milkmaid, cuckoo-flower, meadow-cress

Italienischer Name

Billeri


Blütezeit

Die Blütezeit geht von März bis Juni


Wo findet man das Wiesenschaumkraut

Auf feuchten Wiesen, an Wegesrändern, an Ufern und in lichten Wäldern, in Parks


Sammelgut

Gesammelt wird das ganze Kraut


Sammelzeit

Die Sammelzeit geht von April bis in den Mai


Selber sammeln

Schneiden Sie mit einer Schere das Kraut ab und verwenden Sie es frisch.


Inhaltsstoffe

Glucosinolate, Kalium, Glykoside, Eisen, Bitterstoffe, Magnesium, Vitamin C, Schwefel, ätherische Öle


Rezepte und Anwendungen



Anwendung

Das Wiesenschaumkraut stärkt und belebt, es hat eine blutreinigende Wirkung.

Die Leber und Nieren werden angeregt, das Wiesenschaumkraut hilft gegen Blutarmut, gegen Unterleibsschmerzen, gegen Rheuma, bei Hautausschlägen, bei einer geschwächten Immunabwehr, bei der sogenannten Wassersucht. Zudem ist es verdauungsfördernd, es erhöht den Gasfluss, es regt unseren Stoffwechsel an, es treibt den Harn, es hilft gegen Würmer und wurde früher wegen seines Vitamin-C-Gehaltes auch gegen Skorbut eingesetzt.


Im Wiesenschaumkraut sind Senfölglykoside enthalten, die im Frühjahr nach dem langen Winter unser Blut reinigen. Zudem werden Leber und Nieren angeregt, der Körper wird entschlackt.


Auch die enthaltenen Bitterstoffe regen die Leber zu einer verstärkten Tätigkeit an.


Die entschlackende Wirkung kann man sich auch bei manchen Hautausschlägen zu Nutze machen.


Die enthaltenen Mineralien, wie etwa Eisen, Magnesium und Kalium, helfen uns über die Frühjahrsmüdigkeit hinweg und sind natürlich generell wichtig für unseren Körper.


Ein Tee aus getrockneten Blättern beruhigt unsere Nerven, er löst Verkrampfungen auf. Äußerlich, als Auflage oder Umschlag, hilft er bei rheumatischen Beschwerden oder auch bei Gichtbeschwerden.

Tee

Nehmen Sie zwei Teelöffel Kraut und übergießen Sie es mit 250 ml heißem Wasser, dann zehn Minuten ziehen lassen, dann absieben. Mehrere Tassen pro Tag trinken.


Presssaft

Zerdrücken Sie eine Pflanze und fangen Sie den Saft auf. Pro Tag drei Esslöffel davon nehmen.


Gegen Rheumabeschwerden

Tränken Sie ein Leintuch mit dem oben genannten Tee und legen Sie es auf die betroffenen Stellen auf.


Hexenwissen

Eine Blütenessenz aus dem Wiesenschaumkraut zeigt uraltes vergessenes Wissen. Auch gegen die eigene Entfremdung soll sie helfen.


Brotaufstrich mit Wiesenschaumkraut

Nehmen Sie etwas Wiesenschaumkraut,

eine kleine Zwiebel,

ein halbes Pfund Quark,

etwas Milch oder Sahne,

dazu etwas Salz und Pfeffer.

Hacken Sie das Wiesenschaumkraut und die Zwiebel klein, geben Sie es in den Quark, geben Sie die Milch, Sahne, Salz und Pfeffer dazu, dann gut verrühren. Man kann auch etwas Schnittlauch zugeben. Dann auf das Brot streichen.














Fotogalerie















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Kurzinfo
Wiesen-Schaumkraut
  • Standort an feuchten Wiesen, Wäldern, Gewässer. Wächst gerne im Halbschatten.
  • Aufrecht stehende Pflanze, wird bis zu 30 cm groß.

    Stängel ist hohl und gerillt.


  • Die Grundblätter stehen in einer Rosette.
  • Die Stängelblätter sind gefiedert.
  • Die Blütenfarbe reicht von Weiß bis Zart-violett.
  • Die Vermehrung erfolgt per Aussaat oder Teilung.
  • Jungen Knospen und Blätter der Pflanze schmecken bitter-scharf. Man kann sie in Salate, Quark oder in Suppen verwenden.









Letzte Änderung am Mittwoch, 25.2.2015, 15:32:48 Uhr






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