Das Kräuter-Verzeichnis



Weißdorn

Der Weißdorn kann bei einer leichten Herzschwäche eine medizinische Therapie unterstützen und helfen, das Wohlbefinden des Erkrankten zu bessern.



Der erste Teil des griechischen Namens des Weißdorns, das „Crataegus“, bedeutet so viel wie „fest“ oder auch „stark“, was sich auf das auffällig harte Holz bezieht, das besonders gern auch von Heimwerkern verwendet wird. Die Beinamen des Weißdorns "oxycantha" und "akantha" bedeuten so viel wie „spitz“ und „Stachel“, sie weisen also auf die Dornen hin.


Beides zusammen zeigt aber noch einen weiteren "praktischen" Zusammenhang: Das Weißdornholz wurde von den alten Griechen verwendet, um daraus Speere herzustellen - sehr harte und sehr spitze Speere...



Aussehen des Weißdorns

Der Weißdorn ist eine bis zu 10 Meter hohe Pflanze, die als Strauch oder auch als Baum wachsen kann. Das Holz ist rötlich und hart, die Rinde ist dunkelgrau und glatt. Die Pflanze sieht sehr knorrig aus, sie treibt viele Äste aus. An den jungen Trieben wachsen bis zu 2 cm lange Dornen.


Die Blätter sind kurz gestielt, gesägt und 3- bis 5-lappig. Ältere Blätter sind ledrig.


Die Blüten sind weiß und wachsen in Rispen. Sie duften allerdings nicht besonders gut, eher unangenehm, etwas an Wanzen erinnernd. Der Geschmack der Blüten ist etwas bitter.


Die Früchte sind rot, eiförmig und fleischig, die Samen sind hart. Die Früchte schmecken mehlig und etwas säuerlich, junge Blätter schmecken leicht nussig.


Man findet den bei uns vorkommenden Weißdorn an Waldrändern und an Feldern, oder natürlich auch in Gärten.


Die Pflanze mag besonders weit offene und gerne auch besonders windige Plätze, sie sieht schön aus und sie wird tatsächlich bis zu 500 Jahre alt.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni, zu dieser Zeit werden auch die Blüten gesammelt.



Enthält viel Vitamin C

In der Naturheilkunde werden außerdem die Blätter und die Früchte verwendet. Die Beeren des Weißdorns enthalten sehr viel Vitamin C.


Die Blätter sammelt man von April bis zum Juni, die Früchte können von September bis November geerntet werden. Aus diesen drei Bestandteilen kann Saft ausgepresst werden.


Lange bekannt als Heilmittel ist der Weißdorn noch nicht: Erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts taucht er als Heilpflanze in Aufzeichnungen auf.


Der Weißdorn hat eine erst sanfte und unschädliche Wirkungsweise. Deswegen muss man ihn auch über längere Zeit anwenden, damit er seine Wirkung entfachen kann. Schnelle kurzfristige Ergebnisse kann man damit nicht erzielen.


Hervorragende Wirkung als Herzmittel.

Die Blätter, Blüten und die Beeren des Weißdorns haben eine stärkende Wirkung auf den Herzmuskel und werden bei Kreislaufbeschwerden eingesetzt, besonders bei älteren Menschen, bei denen sie das Herz beleben und pflegen. Aber auch für jüngere Menschen, die oft stressgeplagt sind, ist diese Heilpflanze eine wunderbare Vorbeugung gegen eine zu frühzeitige Abnutzung des Herzmuskels. Am wirksamsten ist die Pflanze zur Blütezeit, denn dann sind die meisten Wirkstoffe in ihr enthalten – deshalb sollte man zur Blütezeit selber ernten. Pflücken Sie alle Pflanzenteile und trocknen Sie sie an einem luftigen Ort im Schatten.

Um einen Tee daraus herzustellen, nehmen Sie 2 TL der Mischung und geben Sie sie in 250 ml kochendes Wasser, lassen Sie den Tee 5 Minuten lang ziehen und sieben Sie dann ab.


Jedoch sollte man gerade bei Herzerkrankungen nicht auf eigene Faust das „herumdoktern“ an sich oder anderen ausprobieren, die Einnahme sollte unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden!


Schulmedizinisch empfohlen wird der Weißdorn ebenfalls bei leichten Herzrhythmusstörungen als auch bei Druck- und Beklemmungsgefühlen in der Herzgegend.



Sagen und Sagenhaftes zum Weißdorn

  1. „Bei der menschlichen Natur ist das Wichtigste, um gesund und ausdauernd zu sein, dass der Blutumlauf im ganzen Körper in Ordnung ist. Man kann sagen: der wird wohl zu den Glücklichsten gehören, bei dem keine Blutstörungen stattfinden. Es wird aber auch kein Unglück für den Menschen geben, das größer sein kann, als wenn der Blutlauf in große Unordnung geräth.“

    Sebastian Kneipp, der ein großer "Fan" des Weißdorns war


  2. Schon im Altertum wurde der Weißdorn von Dioskurides oder auch Plinius empfohlen, da sie bei Milzerkrankungen, bei Nierensteinen oder auch bei einer Brustfellentzündung helfen kann.

    Hieronymus Bock verwendete den Weißdorn bei Leibesschmerzen, der berühmte Paracelsus bemerkte erstmals seine besondere Wirkung für das Herz.


Übersicht




Volksnamen des Weißdorns

Man nennt den Weißdorn auch Hagedorn, Saurauch, Hageapfel, Heckendorn, Mehlbeeren, Mehlfässchen, Christdorn



Wo findet man Weißdorn?

Hänge, Hecken, Wälder, Gärten



Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, Vitamin C, ätherische Öle, Flavonoide, Amine, Procyanidine



Blütezeit

Von Mai bis in den Juni



Geruch und Geschmack des Weißdorns

Die Blüten duften unangenehm, der Geschmack ist leicht bitter. Die Blätter schmecken leicht nussig, die Früchte säuerlich und mehlig.



Sammelzeit

Die jungen Blätter sammelt man von April bis in den Mai, die Blüten mitsamt den Blättern von Mai bis in den Juni, die Früchte sammelt man im September.



Formen der Anwendung

Als Tee, in Fertigkapseln, die Blütenknospen und die jungen Blätter kann man als Gemüse oder in Salaten verwenden, aus den Früchten kann man Saft und Marmelade herstellen.



Verwendete Pflanzenteile

Verwendet werden die Blütenknospen und die jungen Blätter für einen Salat, die Früchte für eine Marmelade oder um einen Saft daraus herzustellen.

Und natürlich wird auch ein Tee aus den Blättern und den Blüten hergestellt.




Verwechslungsgefahr

Der Weißdorn kann mit der Schlehe verwechselt werden.


Allerdings wachsen bei der Schlehe die Blüten bereits an einem blattlosen Ast, beim Weißdorn wachsen erst die Blätter und dann die Blüten.


Außerdem ist die Schlehe nicht giftig, es kann also zu keinen Vergiftungen kommen.









Traditionelle Verwendung des Weißdorns

Der Weißdorn an sich wurde wohl in Europa (bzw. weltweit) schon in der Steinzeit verwendet, allerdings wohl weniger als Heilkraut, sondern eher als Nahrungsmittel.


Auch später stellte man aus den Früchten eine Art Mus her, das in Notzeiten den Speiseplan erweitern sollte. Übrigens wird in manchen Gegenden auch heute noch ein solches Mus zubereitet, aber nicht etwa, weil dort eine Hungernot herrscht, sondern weil‘s eben gut schmecken kann.


Wird in Indien bei Schlafstörungen verwendet

Auch in Indien ist der Weißdorn bekannt, allerdings weniger aufgrund seiner herzstärkenden Eigenschaften, sondern mehr wegen seiner guten Eigenschaften gegen Schlafstörungen aller Art. Der Weißdorn hilft nämlich auch bei Einschlafstörungen, bei Durchschlafbeschwerden als auch gegen Nervosität. Zudem wird er dort während der Vorbereitung vor einer Geburt verwendet.


Besonders die Früchte des Weißdorns erwähnt die uralte vedische Medizin. Hier finden Sie Erwähnung bei Leiden wie Nierenerkrankungen, zur Entwässerung des Körpers oder auch gegen Bluthochdruck. Außerdem wurde dort der Weißdorn auch vorbeugend gegen eine Arterienverkalkung oder zur allgemeinen Kräftigung empfohlen.


Soll vor dem Bösen schützen

Und auch in Indien hat der Weißdorn eine spirituelle Schutzfunktion, man füllt z. B. Weißdornblätter in kleine Täschchen, damit diese dann vor dem Bösen schützen sollen und gleichzeitig das Glück anziehen sollen. Auch vor schlechten Energien im eigenen Haus soll dies helfen.


Die alten Chinesen, die ja schon einige Tausend Jahre mehr Erfahrung mit Heilkräutern haben als wir Westeuropäer, setzten ebenfalls auf den Weißdorn als Heilkraut. Hier wurden aber ausschließlich die Früchte eingesetzt. Sie wurden bei einer gestörten Verdauung, bei Bauchschmerzen und Blähungen als auch bei Durchfall empfohlen.

Allerdings kannte man hier schon die Affinität zum Herzen, denn man empfahl die Früchte bei Herzschmerzen.


Wirkung und Anwendung von Weißdorn

  1. Altersherz
  2. Angina Pectoris
  3. Bluthochdruck
  4. Durchfall
  5. fördert Durchblutung der Herzkranzgefäße
  6. Herzinfarkt - Nachbehandlung
  7. Herzrhythmusstörungen
  8. Kreislaufbeschwerden
  9. Schlaflosigkeit
  10. steigert Leistungskraft des Herzmuskels
  11. vorbeugend gegen zu schnelle Abnutzung des Herzens
  12. Wassersucht

Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Weißdorn






Ein Weißdorntee

Sie brauchen dafür

1 Teelöffel Blätter und Blüten, die Sie mit einer Tasse siedendem Wasser übergießen, abgedeckt eine viertel Stunde stehen lassen, dann absieben. 4mal pro Tag 1 Tasse davon trinken, nach Belieben mit Bienenhonig süßen.



Weißdorn-Tee gegen Erkältungen

Sie brauchen dazu

20 g Hagebutten, jeweils 15 g Weißdornblätter und -blüten, Holunderblüten, Lindenblüten, Thymian.

Alles miteinander mischen und in ein gut verschließbares Glas geben.

Bei Erkältungsbeginn 2 Teelöffel der Mischung in eine Tasse kochendes Wasser geben, zehn Minuten stehen lassen, dann absieben und 4 Tassen pro Tag davon trinken.


Tee - z. B. bei Grippe

2 Teelöffel Blätter und Blüten mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen und nach 15 Minuten absieben.



Die Weißdornbeeren

...verwendet man ja kaum für Tees, in Form eines Muses empfiehlt sich die Frucht aber als Stärkungsmittel. Tinkturen und Kräuterweine haben diese stärkende Wirkung ebenso, man kennt sie meist wegen ihrer den Kreislauf und das Herz stärkende Eigenschaften.



Bei Arterienverkalkung

Teemischung aus 3 Teilen Mistel, je 2 Teile Schachtelhalm und Weißdornfrüchte.

Dreimal täglich 1 Tasse trinken.



Ein Weißdornfrüchtetee gegen Schlaflosigkeit und auch gegen Atemnot

Nehmen Sie 3 Esslöffel getrocknete Weißdornfrüchte, die Sie in 500 ml Wasser für 12 Stunden lang ansetzen, dann kurz erhitzen, sieben und dann trinken.



Ein Tee aus Weißdorn kann nicht nur bei zu hohem Blutdruck helfen, sondern er kräftigt auch das Kreislaufsystem bei einem zu niedrigen Blutdruck.



Man kann aus den Früchten und Blüten übrigens auch eine Tinktur herstellen, die man dreimal pro Tag anwenden kann. 30 Tropfen auf etwas Zucker sollten genügen.


Mehr Fotos


Tipps zum Ernten und Sammeln des Weißdorn


Im Mai und im Juni ernten Sie am besten die schönen weißen Blüten des Weißdorns..


Sie können die Blätter in den warmen Monaten zwischen Mai und September ernten, auch wenn die Pflanze nicht mehr blüht.


Die roten Früchte wachsen zwischen August und September an der Pflanze, man sammelt sie möglichst reif.


Alle Teile des Weißdorn werden schnell und möglichst schonend getrocknet.


Die Blätter und die Blüten trocknet man nicht in der grellen Sonne, sondern eher im Schatten, dann kann man sie in einer Dose aufbewahren.


Früchte lässt man erst einmal liegen, bevor man sie endgültig trocknet. Dies geschieht ebenfalls halbschattig und in einem gut belüfteten Raum.


Die Haltbarkeit aller Teile beträgt maximal ein Jahr, man darf also jedes Jahr auf Neuem ernten gehen.



Weißdorn im Garten anbauen


Der Weißdorn stellt keine Ansprüche an die Bodenqualität. Lehmiger Boden wird von ihm aber bevorzugt. Er mag allerdings einen weitest gehend hellen Wuchsort mit viel Sonne.

Die einfachste Variante des Anpflanzens im eigenen Garten geschieht mit einem gekauften Steckling, den man einpflanzt. Dies geschieht idealerweise im Frühjahr.


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Weißdorn nicht selbstständig anwenden, erst den Arzt befragen!

Kann bei längerer Behandlung zu Magen- und Darmproblemen führen.
















Ähnliche Themen:

Ähnliche Themen:




Kommentare

Es sind keine Kommentare vorhanden...




Es wurde für den Beitrag "Weißdorn" abgestimmt



4.5 von 5 Kürbissen, basierend auf
37 abgegebenen Stimmen.


Auch abstimmen







Einen Kommentar schreiben 


Druckansicht 


Beurteilen 


Der Beitrag "Weißdorn" wurde 58511 mal gelesen.





Thema: Heilkräuter
0.0835330486297607 sec. to build - WOW :) - Thanks to WEBGO.DE


  • Weissdorn
  • Weissdorn
  • Weissdorn
  • Weissdorn
  • Weissdorn
  • Weissdorn
  • Weissdorn
  • Weissdorn
  • Weissdorn
  • Weissdorn
  • Weissdorn
       

Hier können Sie weiterlesen:









Wissenschaftliches

Die Kommission E nennt eine Anwendungsmöglichkeit von Weißdorn bei einer nachlassenden Leistungsfähigkeit des Herzens, einem schwachen Kreislauf oder bei nervösen Herzbeschwerden. Weißdorn weitet die Blutgefäße und erleichtert dadurch die Durchblutung, auch die des Herzens. Zudem wird die Kraft des Herzens gestärkt, was zu einer Senkung der Schlagfrequenz führen kann.








Letzte Änderung am Montag, 29.12.2014, 11:33:21 Uhr




Teilen Sie diesen Beitrag
zum Seitenanfang