Das Kräuter-Verzeichnis



Weide

Die Weide (Salix alba), genauer gesagt die Weidenrinde, trägt Wirkstoffe in sich, die der Acetylsalicylsäure (ASS) ähnlich sind - dem weltbekannten Schmerzmittel. Sie wird deshalb bei schmerzhaften Erkrankungen, zum Beispiel Rückenschmerzen und Arthrose, verwendet.




Beliebt als Osterzweig

Man kennt die Weide von den Zweigen, die man sich zu Ostern in die Wohnung stellt. In der freien Natur gibt es viele verschiedene Weidenarten. Diese bevorzugen allesamt feuchte Standorte.


Die männlichen und weiblichen Weidenkätzchen wachsen auf verschiedenen Bäumen, zur Befruchtung werden die Samen per Luft, Wasser und Insekten übertragen.


Die Weide hat die Fähigkeit, nach Verletzungen oder Brüchen erneut zu wachsen, deshalb hat sie auch den Titel "Baum der Unsterblichkeit".


Die Blätter und Rinde der Weide wurden in alten Texten aus Assyrien, Sumer und Ägypten als Heilmittel gegen Schmerzen und Fieber genannt.


Die Verwendung der enthaltenen Salicylsäure zur Verringerung der Schmerzen geht mindestens bis auf Hippokrates (440 - 377 v. Chr.) zurück.

Es wurde auch von Dioskurides im 1. Jahrhundert n. Chr. für Schmerzen des unteren Rückens empfohlen.



Verwendung in der traditionellen Naturheilkunde finden bei uns nicht die Blüten oder Blätter, sondern die Rinde der Weide.


Acetylsalicylsäure, der Kopfschmerzwirkstoff, den Bayer unter dem Namen Aspirin verkauft, stammt übrigens auch aus der Weidenrinde.




Geschichtliches und Sagen um die Weide

Die Weide war im Volksglauben der Baum der Hexen und Geister und hatte den Ruf, Unfruchtbarkeit und Impotenz zu bewirken.


"Zauberstäbe" der Hexer und Hexen waren früher oft aus Weidenholz.


Die Weide wurde Demeter geweiht, der Göttin der Fruchtbarkeit der Erde.


Aus dem Wirkstoff der Weidenrinde wird ein Bestandteil des Aspirins hergestellt.


Zur Linderung der Lust und Unkeuschheit pflanzte man in Klostergärten die Weide an.


Weidenzweige sollen als Zaubermittel gegen Eifersucht helfen.


Früher trugen viele junge Männer einen kleinen Weidenzweig am Revers ihres Hutes...


Im Mittelalter dann in Vergessenheit geraten, kam die Weide als blutungsstillendes Mittel im 17. Jahrhundert wieder in den Fokus der Medizin, hier durch den englischen Botaniker Nicholas Culepeper, der ebenfalls schon die schmerzlindernde Wirkung erkannte.



Die getrocknete Rinde einer drei - bis sechsjährigen Weide enthält viele chemische Verbindungen, einschließlich der zur Heilung verwendeten Stoffe Glykosid, Salicin, Tannin und Harz.

Diese Stoffe sind schmerzlindernd, helfen bei Erkältungen und fiebrigen Zuständen, Blasenentzündungen, Kopfschmerzen, Neuralgien und Rheuma.


Eine Abkochung der Rinde wird äußerlich für langsam heilende Schürfwunden, Geschwüre und Verbrennungen eingesetzt.


Homöopathisch verwendet man die Weide für die gleichen Beschwerden. Als Bachblüte gilt die Weide als passendes Mittel bei Trauer und dem Verlust der Liebe, sie stellt das Gleichgewicht von Optimismus und Humor und negativen Gefühlen wieder her.


Die Wirkung der Salicylsäure wurde von Reverend Edward Stone an die Royal Society in England gemeldet und veröffentlicht, das war im Jahre 1763.


1897 "erfand" Felix Hoffmann eine synthetische Version des Salicins. Die Droge wurde mit dem Namen "Aspirin " von der Firma Bayer AG produziert und ist bis heute im Handel.


Neueste Untersuchungen bestätigen, dass die Weide nicht nur gegen Schmerzen im unteren Rücken hilft, sondern auch, kombiniert mit Mutterkraut oder alleine, die Häufigkeit von Migräneattacken und deren Intensität und Dauer vermindert.




Wirkung und Anwendung der Weide

  1. antiseptisch
  2. entzündungshemmend
  3. Erkältungen
  4. Fieber
  5. fiebersenkend
  6. Gicht
  7. grippale Infekte
  8. Kopfschmerzen
  9. Magen-Darm-Beschwerden
  10. Migräne
  11. Rheuma
  12. rheumatische und neuralgische Schmerzen
  13. schmerzlindernd
  14. Wundheilung

Übersicht



Volksnamen

Bruchweide, Fellhornrinde, Felbern, Fieberweide, Grauweide, Hanfweide, Hartrinde, Kamprinde, Katzenstrauch, Knackrinde, Korbweide, Lorbeerweide, Maiholzrinde, Purpurweide, Salweide, Weihbuschen, Katzenbusch, Maiholz



Verwendete Pflanzenteile

Verwendet wird die Rinde und vereinzelt die Blätter



Inhaltsstoffe

Glykosid, Salicin, Gerbstoffe



Sammelzeit

Die Rinde und die Blätter im Frühjahr



Standort

Teiche, Bachufer, Flussufer, feuchte Wiesen, Auwälder



Rezepte und Anwendungen rund um die Weide






Erkältungstee

Zwei Teelöffel Weidenrinde mit einem Liter kaltem Wasser übergießen und 3 Stunden stehen lassen. Danach 5 Minuten aufkochen und absieben. Täglich drei Tassen trinken.



Tonikum gegen unreine Haut

200 ml Alkohol (45%)

1 Esslöffel Weidenrinde

1 Teelöffel Beinwellwurzel

1 Teelöffel Thymian

1 Teelöffel Rosmarin

Alle Zutaten zusammen zehn Tage ziehen lassen. Danach abfiltern und die unreine Haut damit zweimal pro Tag bestreichen.



Weide steht in Verbindung zu...

  1. dem Ogham-Buchstaben S

  2. Planeten Mond

  3. Gottheit Artemis, Brigantia, Diana, Hecate, Helice, Luna, Orpheus, Selene

  4. Element Wasser

  5. Farbe Silber, Weiß

  6. Stein Mondstein, Quarz

  7. Polarität Feminin

  8. Heilung, Weisheit

  9. Wahrsagen, Flexibilität, Wachstum, Heilung, Phantasie, Unsterblichkeit, Intuition, Erneuerung, Visionen und Vitalität

Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Weidenrinde sollte nicht mit Aspirin zusammen eingenommen werden.


Die Weide nicht in der Schwangerschaft verwenden.


Ebenfalls nicht bei Geschwüren oder anderen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Ebenso nicht bei Tinnitus.


Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder stillen.


Man sollte Weidenrinde nicht bei Kindern unter 16 Jahren verwenden, die unter einer Erkältung, Grippe oder Windpocken leiden.













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Thema: Heilkräuter
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Hier können Sie weiterlesen:



Wissenschaftliches

Die Kommission E nennt eine Anwendungsmöglichkeit von Weidenrinde zur Behandlung von fieberhaften Erkrankungen, auch bei rheumatischen Beschwerden oder Kopfweh.

Verantwortlich dafür ist das enthaltene Salicin.








Letzte Änderung am Dienstag, 14.7.2015, 13:37:36 Uhr




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