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Wacholder

Der Wacholder (Juniperus Communis L.), genauer dessen Beeren, wirken sanft entwässernd und können schon beim kleinsten Hinweis auf eine Blasenentzündung helfen.



Wenn man in den Süden Deutschlands kommt und so durch die Landschaft wandert, dann kommt man manchmal durch Gebiete, die man Wacholderheide nennt. Es ist eine besondere Landschaft, die vom Wacholder geprägt wird. Doch Vorsicht: Die kleinen spitzen Nadeln können auch ganz schön piksen!


Bekannt als Gewürz im Sauerkraut

Den Wacholder kennen viele als Gewürz, zum Beispiel im Sauerkraut. Die kleinen schwarzen Beeren haben einen wunderbar sauren Geschmack, wenn man sie zerbeißt.

Der Wacholder ist aber nicht nur zum Essen da, er ist auch eine uralte Heilpflanze, die schon seit jeher von Menschen zur Heilung von gesundheitlichen Beschwerden verwendet wird.

Die antiseptischen Eigenschaften des Wacholders machte man sich im Mittelalter, als die Pest durch Europa wütete, zu Nutze: Man verbrannte auf den Dorfplätzen Wacholderholz - der dadurch entstehende Rauch sollte die Pest zurückdrängen.


Wirkt antiseptisch

Ähnliches geschah auch in Krankenzimmern, wo der Rauch für eine schnelle Genesung und gegen eine weitere Verbreitung der Krankheiten sorgen sollte.

In unserer Zeit kommt es immer wieder verstärkt in Mode, das Holz mitsamt den Beeren zu verräuchern, der Trend geht auch hier wieder Richtung Ursprünglichkeit und "altes Wissen".

Und auch das sehr widerstandsfähige Holz des Wacholders wird immer öfters verwendet, zum Beispiel zur Herstellung von Gehstöcken oder langlebigem und robustem Möbel.


Aber Vorsicht: Der Wacholder ist leider in einigen Gegenden in seinem Bestand gefährdet, er steht deshalb unter Naturschutz. Der Wacholder war zudem im Jahr 2002 der Baum des Jahres, was wohl auch an der Gefährdung liegt und uns den Wacholder wieder ins Bewusstsein bringen sollte. Nur die Beeren dürfen gepflückt werden - der Rest ist tabu!

Über den Wacholder

Der Wacholder gehört zur Familie der Zypressengewächse.

Er ist eine immergrüne Pflanze, die auf mageren Wiesen und kargen Böden wächst.

Wacholder wächst sehr langsam und wird als Strauch maximal 1,5 Meter groß. Es gibt aber auch säulenartige Wacholderbäume, die über 10 m groß sind - Wacholder ist also eine sehr eigensinnige Pflanze.

Wacholder mag viel Licht, nur dann kann er richtig wachsen. Zudem bevorzugt er saure und nicht zu feuchte Böden, man findet ihn auch in der Nähe von Mooren.

Das Holz des Wacholders ist rötlich bis gelblich gefärbt, es enthält kein Harz, was relativ außergewöhnlich ist, und es ist weich und elastisch, aber von großer Festigkeit.


Spitze stachelige Blätter

Die Blätter des Wacholders sind nadelig und haben richtige kleine Spitzen, an denen man sich schnell wehtun kann. Diese Blätter werden maximal 1 cm lang und tragen in ihrer Mitte einen hellen Streifen.

Die Blüten, die im Frühjahr wachsen, sind eigentlich unspektakulär, gelblich grün.

Der Wacholder ist übrigens geschlechtlich, d. h. weibliche und männliche Blüten kommen auf unterschiedlichen Pflanzen vor. Es braucht also immer mindestens 2 Pflanzen, damit die Blüten bestäubt werden können.

Die Blütezeit ist von April bis Juni und bietet den Bienen im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle.


Sammelzeit erst nach dem ersten Frost

Die Sammelzeit der reifen Beeren, die sehr aromatisch riechen, ist nach dem ersten Frost, also meist Ende Oktober bis Ende November, das Holz schneidet man im Februar und März. Die Früchte werden getrocknet und können dann u. a. als Gewürz oder Heilmittel verwendet werden.

In der Naturheilkunde hat besonders Pfarrer Kneipp die Wacholderbeeren bei rheumatischen Leiden empfohlen, zudem sah er eine blut- und magenreinigende Wirkung. Kneipp schrieb dem Wacholder auch eine schweißtreibende und nervenstärkende Wirkung zu, er empfahl ihn auch bei körperlicher und geistiger Erschöpfung oder auch gegen Migräne.

Er empfahl als "Kneippsche Kur", am ersten Tag 2 Beeren zu essen, dies dann bis 12 Beeren zu steigern (also jeden Tag eine Wacholderbeere mehr), und dann wieder zu 2 Beeren zurückzukommen (also jeden Tag eine Beere weniger).


Hoch geschätzt von Kräuterpfarrer Künzle

Kräuterpfarrer Künzle schätzte den Wacholder so sehr, dass er ihn fast überall dazu mischte - außer in Tees, die gegen Fieber oder andere "hitzige" Beschwerden sein sollten.

Wacholder hat eine starke harntreibende Wirkung, wirkt desinfizierend, hilft bei Verdauungsbeschwerden, er reinigt das Blut, hilft bei Gliederschmerzen oder bei Hautproblemen.

Die schleimlösenden Eigenschaften kann man sich bei einer Erkältung zu Nutze machen, ebenso die wärmende Wirkung.

Äußerlich angewendet als Bad wirkt Wacholder antirheumatisch und erfrischt.


Geschichtliches und Sagen um den Wacholder

"Vor dem Holunder zieh den Hut, vor dem Wacholder geh in die Knie."

In Märchen und Sagen las man oft, dass der Wacholder ein rätselhaftes bzw. geheimnisvolles Gewächs sei und vor Hexen, Zauberern und anderen dämonischen Wesen schützte.

Um das Haus gepflanzt sollte er als Schutz vor Hexen und bösen Geistern dienen.




Wirkung und Anwendung von Wacholder

  1. Appetitlosigkeit
  2. antirheumatisch
  3. Arthritis
  4. Blasenleiden
  5. blutreinigend
  6. Bronchitis
  7. chronische Hautleiden
  8. Durchfall
  9. entschlackt und entwässert
  10. Entzündungen der Harnwege
  11. Gelenkentzündungen
  12. Gicht
  13. grippale Infekte
  14. Hexenschuss
  15. Hautprobleme
  16. Husten
  17. Magen- und Darmbeschwerden
  18. Muskelrheuma und Nierenbeckenentzündungen
  19. Nierengrieß
  20. reguliert die Verdauung
  21. Rheuma
  22. Sodbrennen
  23. Wassersucht
  24. keimtötend
  25. fördert die Durchblutung




Übersicht


Volksnamen

Krammetbeere, Kranawitter, Mandel, Feuerbaum, Krammetsbeerenstrauch, Kranawitten, Kranewitt, Machandel, Reckholder, Weckhalter, Räucherstrauch, Reckholder, Wachtelbeerstrauch, Weckholder, Weihrauchbaum



Verwendete Pflanzenteile

Verwendet werden die Früchte



Geruch und Geschmack

Der Geruch ist harzig und würzig, der Geschmack am Anfang süßlich, geht dann aber in einen würzig herben Geschmack über.



Inhaltsstoffe

Im Wacholder sind ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Juniperin und Invertzucker enthalten.



Verwendungsmöglichkeiten

Es eigenen sich die Beeren, man kann auch Tee, Mus, Inhalationen, Bäder oder Saunadüfte daraus herstellen. Zudem als Gewürz oder als Schnaps.



Sammelzeit

Die reifen schwarzen Beeren werden von September bis November gesammelt, das Holz von den Stämmen und Ästen, Beerenzapfen und Sprossen von Mai bis in den Oktober.



Wo findet man Wacholder

Heiden, Moorboden, Steppen



Verwechslungsgefahr

Wacholder kann mit dem Sadebaum verwechselt werden.

Dieser hat aber schuppenförmige Blätter, die Sprossen duften nach dem Zerreiben unangenehm. Sadebaum ist giftig.

Wacholder kann zudem mit der Thuja, dem Lebensbaum, verwechselt werden. Dieser trägt in jungen Jahren nadelförmige Blätter, im Alter aber schuppige Blätter. Er ist sehr giftig!





Rezepte und Anwendungen rund um den Wacholder






Tee 1

1 Teelöffel Beeren mit 250 ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten absieben.



Tee 2

1 Teelöffel getrocknete Wacholderbeeren auf eine Tasse Tee, kalt ansetzen und kurz aufkochen. 15 Minuten ziehen lassen, dann absieben.

Dieser Tee wird ungesüßt und schluckweise, langsam getrunken. Die Menge reicht für einen Tag.



Bad bei Rheuma und Gicht

100 g zerkleinerte Beeren mit 1/2 l Wasser bedecken, 15 Minuten lang kochen und den Sud ins Badewasser geben. Hilft bei Rheuma, Gicht und Erkrankungen der oberen Atemwege.



Bei Rheuma und Gelenkschmerzen

Ein Leinen- oder Baumwolltuch mit der eins zu eins mit Wasser gemischten Tinktur tränken und um das schmerzende Gelenk wickeln.



Wacholderspiritus

Ein Wacholderspiritus hilft von außen angewandt bei Gelenkbeschwerden oder auch bei rheumatischen Beschwerden.

Einen solchen Spiritus stellen Sie folgendermaßen her: Zerdrücken Sie ca. 20 g Wacholderbeeren, übergießen Sie diese dann mit hochprozentigem Alkohol, lassen Sie dies dann 2 Wochen stehen und schütteln Sie ab und an gut durch.

Dann absieben und in eine Flasche füllen.

Reiben Sie diesen Spiritus auf die betroffenen Körperstellen auf, mehrmals pro Tag.



Wacholderschnaps

100 g zerdrückte Beeren 14 Tage in Alkohol stehen lassen, mehrmals schütteln.

Dann filtern.


Ideal zum Einreiben gegen Ischias, Gicht und Rheuma.


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Gegen Frauenbeschwerden


Ein Wacholdertee eignet sich auch bei typischen Frauenbeschwerden wie dem prämenstruellen Syndrom. Der Unterleib wird besser durchblutet und fördert dadurch den monatlichen Zyklus.


Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!




Hinweise

Der Wacholder steht unter Artenschutz!


Vorsicht: Man sollte den Wacholder nicht länger als 4 Wochen anwenden, zudem sollten schwangere Frauen besser darauf verzichten.


Nicht bei Nierenerkrankungen verwenden!



Wacholder in der Küche


Wacholder ist ein wohlschmeckendes Gewürz - das ist auch bei uns bekannt. Fast überall in Europa gilt der Wacholder als Beigabe zu Wildgerichten oder auch zu fettreichen Fleischgerichten.


In skandinavischen Ländern gibt man die Wacholderbeeren auch zu Pökelmischungen hinzu - hiermit pökelt man immer noch Elchfleisch, um es haltbar zu machen.


Das Aroma der Beeren ist, nachdem man sie mit einem Mörser zerstoßen hat, zum einen mild, aber zum anderen auch sehr kräftig und würzig. Es passt gut zu Knoblauch oder auch zu süßen Speisen. Man kann sie als Würze zu Schwein, Lamm oder Wild geben, oder auch als Gewürz zu Pasteten zugeben.


Wichtig: Mörsern Sie die Beeren wirklich erst direkt vor dem Gebrauch, sonst verfliegt das Aroma.


Ansonsten passen die Beeren auch zu Rind, Kohl, Gans, Ente, Äpfeln, aber auch in Verbindung mit anderen Gewürzen wie Kümmel, Pfeffer, Majoran, Bohnenkraut, Thymian, Sellerie, Knoblauch, Rosmarin oder Lorbeere.








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Zypressengewächse

Die Zypressengewächse sind Sträucher oder auch Bäume, die als besonderes Kennzeichen nadelförmige oder auch schuppenförmige Blätter tragen.

Zu diesen Zypressengewächsen zählen auch der Lebensbaum (Thuja) oder die Zypresse.








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Letzte Änderung am Mittwoch, 25.2.2015, 15:36:50 Uhr


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