Der Spitzwegerich gehört zu den ausdauernden Pflanzen, er erblüht zwischen Mai und September. Seine Blätter kann man vom Juni bis in den September selbst sammeln. Danach werden sie schonend getrocknet, man sollte darauf achten, daß sie nicht braun werden.
Spitzwegerich ist überall zu finden. Er gilt sogar als Unkraut.
Wegen seiner besonderen Heilwirkung wird der Spitzwegerich auch als „Heilwegerich“ gerühmt.
In der Naturheilkunde wird der Saft der Pflanze schon lange gegen Wunden und bei Insektenstichen eingesetzt. Dazu sollte man gleich nach dem Insektenstich frische, zerriebene Blätter auf die betroffene Stelle legen. Die Wirkung des Spitzwegerich ist inzwischen auch wissenschaftlich belegt.
Der Spitzwegerich enthält einen antibiotischen Stoff, das Aucubin, welches allerdings nicht so wirkungsvoll ist wie das allseits bekannte Penicillin, das ist trotzdem bei Verletzungen, bei einer Bronchitis oder bei Entzündungen wunderbar wirkt. Neben den Schleimstoffen, die der Spitzwegerich enthält, finden sich zudem Gerbstoffe und Kieselsäure. Außerdem gehört der Spitzwegerich zu den wenigen Pflanzen, die die Produktion von Interferon beim Menschen anregen. Dies erhöht die Abwehrkräfte gegen Viren in den Luftwegen.
Spitzwegerich hat eine besondere Wirkung auf die Lungen: Die enthaltenen Glykoside lindern bei Hustenanfällen die Beschwerden und helfen sogar bei einer Lungenentzündung.
Inhalieren Sie dazu viermal am Tag mit Spitzwegerich. Nehmen Sie dazu zwei EL des Spitzwegerichkrautes, brühen Sie dies in einer Schüssel auf und inhalieren Sie schließlich damit.
In der Naturheilkunde setzt man den Spitzwegerich bei Husten ein, bei Heiserkeit, bei Bronchialkatarrhen und auch bei Keuchhusten.
Frischen Saft der Pflanze, den man mit Zucker oder Honig süßt, empfiehlt man bei Kindern gegen Husten.
Äußerlich angewendet helfen die Blätter des Spitzwegerichs bei Blutergüssen, bei Prellungen, bei Verbrennungen und bei Insekten- oder Bienenstichen. Dazu werden die Blätter zerdrückt und auf die Stelle aufgelegt.
Zudem hilft der Saft der Pflanze als Gurgelmittel bei entzündeten Mandeln oder als Spülung bei Augenbeschwerden.
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Spitzwegerich
Spitzwegerich-Saft bei Wunden, Akne, Geschwüren und Quetschungen
Reinigen Sie den Spitzwegerich (Blätter) und pressen Sie aus Ihnen den Saft heraus. Dazu können Sie auch einen Entsafter benutzen. Tragen Sie den Saft auf die betroffenen Stellen auf.
Ein Spitzwegerichsirup bei Husten …
… oder allen anderen Erkrankungen der Atmungsorgane.
Nehmen Sie dazu 4 Handvoll junger Spitzwegerichblätter, einen Liter Wasser, ein halbes Pfund Bienenhonig, 750 g braunen Zucker.
Die Spitzwegerichblätter gründlich waschen und zerkleinern. Dann im Wasser eine Stunde lang kochen lassen. Dann absieben und den Honig und den Zucker beigeben. Nochmals aufkochen. Den Sirup relativ heiß in eine Flasche füllen und gut verschließen. Der Sirus hält relativ lange (ca. 6 Monate), dennoch gut beschriften (Herstellungsdatum!).
Nehmen Sie bei Bedarf mehrmals am Tag einen Esslöffel davon.
Der Sirup kann übrigens aufgrund seiner hohen Süßigkeit auch gut für Kinder eingesetzt werden.
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Spitzwegerichbonbons gegen Husten
Nehmen Sie dazu ca. 100 g junge, frische Spitzwegerichblätter, einen Anisstern, einen Esslöffel getrockneten Thymian, 500 ml Wasser, 750 g braunen Zucker und 25 g Butter.
Den Spitzwegerich gut waschen und zerkleinern, dann zusammen mit dem Anisstern und dem Thymian im Wasser 30 Minuten lang kochen lassen. Absieben und danach den Zucker einrühren, danach die Butter ebenfalls einrühren. So lange einkochen lassen, bis alles zähflüssig geworden ist.
Die Masse dann auf Backpapier auslegen und erkalten lassen.
Eine Spitzwegerichsalbe gegen Insektenstiche
Nehmen Sie zwei Handvoll frischer, junger Spitzwegerichblätter, einen Viertelliter Olivenöl, dazu ungefähr 20 g Bienenwachs und 15 Tr. Teebaumöl
Den Spitzwegerich gut waschen und zerkleinern, abtrocknen und im Öl für eine halbe Stunde sanft erhitzen. Vorsicht: Nicht zu heiß werden lassen!
Dann über Nacht stehen lassen, erst am nächsten Tag absieben.
Das Teebaumöl zugeben, schwach erhitzen und das Bienenwachs unterrühren.
In ein Gefäß füllen und beschriften. Die Salbe ist ca. ein Jahr lang haltbar.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!