Seinen Namen erhielt die Schafgarbe wahrscheinlich vom griechischen
Helden Achilles. Denn dieser hatte gelernt, die Heilkräfte
der Pflanze zu nutzen.
Tatsächlich wurde die Pflanze bereits im Altertum verwendet,
um Wunden zu heilen und Blutungen zu stillen. Auch die Indianer
in Amerika und die Menschein China nutzen (bzw. nutzten) schon
seit tausenden von Jahren die Kraft der Schafgarbe.
Da die Schafgarbe besonders im Beckenbereich eine entkrampfende
Wirkung besitzt, wird sie besonders in der Frauenheilkunde
eingesetzt.
Die Sammelzeit der Schafgarbe ist im Juli und August. Hier
ist das blühende Kraut besonders wirksam. Man kann die
Pflanze dann einfach auspressen und den Saft trinken. Aus
getrockneter Schafgarbe kann man in späteren Zeiten auch
einen Tee herstellen.
Schafgarbe
hilft unter anderem bei Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit.
Die darin enthaltenen Wirkstoffe (z.B. Alkaloide) regen auch
den Kreislauf an, verbessern den Blutfluß zum Herzen
und stärken das Immunsystem.
Geschichten und geschichtliches zur Schafgarbe
Die Schafgarbe soll der Legende nach aus den rostigen Spänen
von Achilles Speer entstanden sein. Dieser Speer konnte nicht
nur verletzen, sondern auch heilen. Achilles heilte im Trojanischen
Krieg vieler seiner Mitkämpfer mit Schafgarbe.
Überhaupt wurde die Schafgarbe von Soldaten gern zur
Heilung ihrer Wunden verwendet.
Indianer kannten ebenfalls schon die Wundheilungskraft der
Schafgarbe.
Laut einer Sage aus Irland war die Schafgarbe die erste Pflanze,
die Jesus als Kind gepflückt hat. Deshalb soll die Schafgarbe
Glück bringen.
Schafgarbe soll gebrochene Herzen trösten und heilen.
Die Schafgarbe ist die Blume für alle, die am 16. Januar
geboren wurden.
In der Blumensprache steht sie für Kummer und Sorgen,
aber auch für Genesung.
Sie gehört zum Planeten Venus.
Von Druiden wurde die Schafgarbe zur Heilung verwendet, zudem
verwendetet sie sie zur Vorhersage des Wetters.
Man schrieb die Schafgarbe dem heiligen Johannes zu, sie
wurde am Vorabend des Johannistages um Häuser und Kirchen
gepflanzt, so daß diese vor bösen Geistern und
vor Krankheit geschützt seien.
Laut Sage sollen Hexen die Schafgarbe auch in ihren Zaubertränken
und -formeln verwendet haben.
Wenn man einen Zweig Schafgarbe an seine Augenlider hängt,
soll man sehen, wer gerade an einen denkt.
"Fiebermittel" - Der Sage nach
Plücken Sie mit der linken Hand ein Blatt der Schafgarbe,
sprechen Sie dabei den Namen des Patienten, essen Sie anschließend
das Blatt. So soll Fieber verschwinden.
Die Schafgarbe hatte auch den Beinamen "Jod der Wiesen
und Felder". Dies deutet auf die wichtige Wirkung der
Schafgarbe hin.
An Friedhöfen sollen deshalb so viele Schafgarben wachsen,
weil sie die Toten daran erinnern sollen, dass sie während
ihres Lebens zu wenig Schafgarbe zu sich nahmen.
Schafgarbe in einem Brautstrauß soll dafür sorgen,
daß die Liebe mindestens sieben Jahre andauert.
Wenn eine Frau bei Vollmond eine Schafgarbe vom Grab eines
jungen Mannes pflückt und diese unter das Kopfkissen
legt, so soll sie von ihrem Zukünftigen träumen.
Wenn man wissen will, ob man von seinem Partner wirklich
geliebt wird, kitzelt man sich mit Schafgarbe in der Nase
und spricht den Satz:
"Garbe, oh Garbe, bei diesem sanften Hieb
Nase, so blute, wenn mein Schatz mich liebt"
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um die Schafgarbe
Tee
Einen Teelöffel Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen
und nach 15 Minuten abseihen.
Badezusatz zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung und bei
Gliederschmerzen
Aufguss von 250 bis 1000 g Schargarbe in 2 bis 3 Liter Wasser auf ein Vollbad.
Blutdruck-Ausgleichender Tee
Der Folgende Tee ist Blutdruck-Ausgleichend, d.h. zu hoher Blutdrock wird gesenkt,
zu niedriger wird angehoben.
30 g Mistel
30 g Hirteltäschel
20 g Johanniskraut
20 g Schafgarbe
Alles miteinander gut vermischen und je Tasse ca. einen Teelöffel. Mit
kockendem Wasser übergiessen, 5 Minuten ziehen lassen, danach absieben.
Drei Tassen pro Tag.
Schafgarbe kann als blutstillendes Mittel bei Gebärmutterblutungen und
bei Menstruationsbeschwerden angewendet werden.
Hildegard von Bingen beschrieb die Wirkung der Schaftgarbe folgendermaßen:
"Wenn ein Mensch durch einen Unfall verwundet ist, soll man, nach Auswaschen
der Wunde mit Wein, Schafgarbe leicht in Wasser kochen und das Wasser etwas
ausdrücken und sie so noch warm zart über den Verband binden, der
auf der Wunde liegt, und so nimmt es der Wunde das Eitern und Geschwürigwerden
und heilt die Wunde. Wer eine innerliche Verletzung erlitt, so daß er
geprügelt oder innerlich verletzt wurde, der pulvere die Schafgarbe und
trinke dieses Pulver in warmen Wasser."
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!