Seinen Namen erhielt die Schafgarbe wahrscheinlich vom griechischen Helden Achilles, das war der Held mit der Achillesferse. Tatsächlich wurde die Pflanze bereits im Altertum verwendet, um z.B. Wunden zu heilen oder Blutungen zu stillen. Auch die Indianer in Amerika und die Menschen in China nutzen (bzw. nutzten) schon seit tausenden von Jahren die Kraft der Schafgarbe.
Da die Schafgarbe vor allem im Beckenbereich eine entkrampfende Wirkung besitzt, wird sie besonders bei Frauenbeschwerden eingesetzt.
Die Schafgarbe hilft dem gereizten Magen, sie wirkt auf einen nervösen Magen genau so wie eine kleine Massage von innen her, so daß sich die schmerzhaften Krämpfe auflösen. Daher kommt wohl auch der Volksname "Bauchwehkraut". Dafür verantwortlich sind die enthaltenen Inhaltsstoffe Chamazulen und das Asparagin.
Außerdem wirken die ätherischen Öle der Schafgarbe appetitanregend, auch bei einer leichten Erkältung kann die Schafgarbe helfen. Dazu nehme man zwei Teelöffel Schafgarbenkraut, die man in eine Tasse kochendes Wasser gibt, dann 15 Minuten ziehen läßt und schließlich absiebt. Trinken Sie davon 2 bis 3 Tassen am Tag.
Die Sammelzeit der Schafgarbe reicht vom Juli bis in den August. Hier ist das erblühte Kraut besonders wirksam. Man kann die Pflanze dann einfach auspressen und den Saft trinken. Aus getrockneter Schafgarbe kann man in späteren Zeiten auch einen Tee herstellen.
Schafgarbe hilft unter anderem bei Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit. Die darin enthaltenen Wirkstoffe (z.B. Alkaloide) regen auch den Kreislauf an, verbessern den Blutfluß zum Herzen und stärken das Immunsystem.
Die Schafgarbe soll der Legende nach aus den rostigen Spänen von Achilles Speer entstanden sein. Dieser Speer konnte nicht nur verletzen, sondern auch heilen. Achilles heilte im Trojanischen Krieg vieler seiner Mitkämpfer mit Schafgarbe.
Überhaupt wurde die Schafgarbe von Soldaten gern zur Heilung ihrer Wunden verwendet.
Indianer kannten ebenfalls schon die Wundheilungskraft der Schafgarbe.
Laut einer Sage aus Irland war die Schafgarbe die erste Pflanze, die Jesus als Kind gepflückt hat. Deshalb soll die Schafgarbe Glück bringen.
Schafgarbe soll gebrochene Herzen trösten und heilen.
Die Schafgarbe ist die Blume für alle, die am 16. Januar geboren wurden.
In der Blumensprache steht sie für Kummer und Sorgen, aber auch für Genesung.
Sie gehört zum Planeten Venus.
Von Druiden wurde die Schafgarbe zur Heilung verwendet, zudem verwendetet sie sie zur Vorhersage des Wetters.
Man schrieb die Schafgarbe dem heiligen Johannes zu, sie wurde am Vorabend des Johannistages um Häuser und Kirchen gepflanzt, so daß diese vor bösen Geistern und vor Krankheit geschützt seien.
Laut Sage sollen Hexen die Schafgarbe auch in ihren Zaubertränken und -formeln verwendet haben.
Wenn man einen Zweig Schafgarbe an seine Augenlider hängt, soll man sehen, wer gerade an einen denkt.
"Fiebermittel" - Der Sage nach
Plücken Sie mit der linken Hand ein Blatt der Schafgarbe, sprechen Sie dabei den Namen des Patienten, essen Sie anschließend das Blatt. So soll Fieber verschwinden.
Die Schafgarbe hatte auch den Beinamen "Jod der Wiesen und Felder". Dies deutet auf die wichtige Wirkung der Schafgarbe hin.
An Friedhöfen sollen deshalb so viele Schafgarben wachsen, weil sie die Toten daran erinnern sollen, dass sie während ihres Lebens zu wenig Schafgarbe zu sich nahmen.
Schafgarbe in einem Brautstrauß soll dafür sorgen, daß die Liebe mindestens sieben Jahre andauert.
Wenn eine Frau bei Vollmond eine Schafgarbe vom Grab eines jungen Mannes pflückt und diese unter das Kopfkissen legt, so soll sie von ihrem Zukünftigen träumen.
Wenn man wissen will, ob man von seinem Partner wirklich geliebt wird, kitzelt man sich mit Schafgarbe in der Nase und spricht den Satz: "Garbe, oh Garbe, bei diesem sanften Hieb Nase, so blute, wenn mein Schatz mich liebt"
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um die Schafgarbe
Tee
Einen Teelöffel Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und nach 15 Minuten absieben.
Badezusatz zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung und bei Gliederschmerzen Aufguss von 250 bis 1000 g Schargarbe in 2 bis 3 Liter Wasser auf ein Vollbad.
Blutdruckausgleichender Tee
Der folgende Tee ist blutdruckausgleichend, d.h. zu hoher Blutdrock wird gesenkt, zu niedriger wird angehoben.
30 g Mistel
30 g Hirteltäschel
20 g Johanniskraut
20 g Schafgarbe
Alles miteinander gut vermischen und je Tasse ca. einen Teelöffel. Mit kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, danach absieben. Drei Tassen pro Tag.
Schafgarbe kann als blutstillendes Mittel bei Gebärmutterblutungen und bei Menstruationsbeschwerden angewendet werden.
Hildegard von Bingen beschrieb die Wirkung der Schaftgarbe folgendermaßen:
"Wenn ein Mensch durch einen Unfall verwundet ist, soll man, nach Auswaschen der Wunde mit Wein, Schafgarbe leicht in Wasser kochen und das Wasser etwas ausdrücken und sie so noch warm zart über den Verband binden, der auf der Wunde liegt, und so nimmt es der Wunde das Eitern und Geschwürigwerden und heilt die Wunde. Wer eine innerliche Verletzung erlitt, so daß er geprügelt oder innerlich verletzt wurde, der pulvere die Schafgarbe und trinke dieses Pulver in warmen Wasser."