Die Pfefferminze war die Arzneipflanze des Jahres 2004.
Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus mehreren der etwa
20 verschiedenen Minzearten. Unsere einheimischen Wildformen
sind die grüne Minze, die Wasserminze, die Waldminze
und die rundblättrige Minze. Diese Kreuzung ist ein sehr
empfindliches Geschöpf. Sie muß alle drei Jahre
umgepflanzt werden, um zu verhindern, daß sie zu einer
krausblättrigen Form verwildert. Deren Geruch und Geschmack
ist nicht angenehm.
Bei Übelkeit und Brechreiz ist Pfefferminztee wegen
seiner leicht betäubenden Wirkung auf die Magenschleimhaut
hilfreich. Außerdem wird Pfefferminzöl gern zum
Einreiben bei Rheuma, Gicht
und Nervenschmerzen benutzt.
Die Pfefferminze wirkt anregend, auswurffördernd, beruhigend,
desinfizierend, entzündungshemmend, galletreibend, kramplösend
und verdauungsfördernd.
Bei Muskelschmerzen kann Pfefferminzöl, auf die Haut
aufgetragen, die Schmerzen lindern.
Zudem vertreibt Pfefferminze im Garten Ameisen, Erdflöhe
und Kohlweißfliegen.
Geschichtliches um die Pfefferminze
Die Pfefferminze wurde wohl schon im alten Ägypten verwendet,
zumindest fand man Reste der Pfefferminze in altägyptischen
Gräbern.
Die heute am häufigsten anzutreffende Form der Pfefferminze
ist durch eine zufällige Kreuzung im 17. Jahrhundert
entstanden. In der Nähe eines Krausminzenfeldes (auch
Grüne Minze genannt) in England wuchsen wilde Bachminzen
und durch Befruchtung bildete sich dann die Pfefferminze.
Wegen ihrer Eigenschaften wird sie seither kultiviert.
Laut einer Sage nach besuchte der Gott der Unterwelt, Hades,
nur sehr selten die Welt oben. Als er jedoch doch einmal dort
war, verliebte er sich in die Nymphe Minthe. Diese war verzückt
von dem Glanz seines goldenen Wagens, der von schwarzen Pferden
gezogen wurde. Hades, der versuchte, Minthe zu verführen,
hatte allerdings ein Problem mit seiner Ehefrau, der Königin
Persephone. Diese nämlich war davon gar nicht begeistert
und verwandelte kurzerhand die Arme Minthe in eine Pflanze,
die man heutzutage als Minze kennt.
Hexen sollen angeblich Poleiminze zu einen Getränk verarbeitet
haben, welches bei denen, die es tranken, schielen auslöste.
Früher glaubte man, daß die Minze Glück bringen
würde, wenn man sie am 24. Juni, dem Geburtstag des heiligen
Johannes, fand.
Die Minze gehört zu den Menschen, die am 25. Februar
Geburtstag haben und steht für Leidenschaft, Tugend und
Weisheit. Die Minze gehört zum Planeten Venus.
Man fand bereits ägyptischem Grabstätten Reste
von Minze, daher geht man davon aus, daß sie den Toten
in der anderen Welt helfen sollten.
Im Mittelalter waren in vielen Klostergärten Minze-Pflanzen
angepflanzt.
Früher träufelte man mit Honig vermischte Minze
bei Ohrenschmerzen in die Ohren.
Bei Frauen, die Wehen hatten, pulverisierte man Minze, vermischte
sie mit Wein und gab dies den Frauen gegen ihre Schmerzen.
Im alten Griechenland empfahl Aristoteles die Minze als Aphrodisiakum,
warnte allerdings davor, zu viel davon zu nehmen. Den Soldaten
der damaligen Zeit wurde geraten, vor einer Schlacht davon
nichts zu essen, da diese gesteigerte Männlichkeit ihrem
Mut und ihrer Kraft im Wege stehen würde.
Die Minze kommt auch in der Erzählung aus 1001 Nacht
vor. Scheherazade, die Erzählerin der Geschichte, solle
angeblich jeden Tag vor Sonnnenaufgang, mit Minze gebadet
haben.
Im alten Rom und bei den alten Griechen war der Duft von
Minze sehr beliebt. Unter anderem stellte man aus Minze Kränze
her, die bei Festen aufgesetzt wurden, zudem wurde Minze auf
den Tisch gestellt und auf dem Boden verteilt.
Bräute trugen früher einen Kranz aus Minze, der
als Symbol des Glückes diente.
Zudem gaben die Menschen im alten Griechenland Minze in ihr
Badewasser und rieben sich die Arme damit ein, damit sie mehr
Kraft bekämen.
Im Volksmund sagt man der Minze nach, daß sie Insekten
vertreibt. Tatsächlich verstreute man im Mittelalter
Minze auf dem Boden, so daß keine Fliegen ins Haus kamen.
Auch in Metzgereien stellte man Minze auf, so daß keine
Fliegen an das Fleisch kamen.
Die Minze wurde schon immer als einer der wichtigsten Bestandteile
von Mundwässern verwendet.
"Wenn man Minze auf Bienenkörbe verteilt, werden
Bienen angelockt." Sage
Verwendete Pflanzenteile
Verwendet werden die Blätter
Inhaltsstoffe
Ätherisches Öl (u.a. Menthol), Gerbstoffe, Bitterstoffe,
Enzyme
Sammelzeit
Gesammelt wird im Frühsommer vor der Blüte
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um die Pfefferminze
Nervenstärkend
Je 1 Teelöffel Minze, Melisse und zerstoßene Anissahmen mit 1 Tasse kochendem
Wasser überbrühen. 10 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb gießen. Bei Bedarf
eine Tasse trinken. Mit Honig süßen.
Herzneurose
Teemischung aus 2 Teilen Fenchel, 3 Teilen Pfefferminzblätter und 4 Teilen
Baldrian.
1 Teelöffel davon kalt 1/4 Liter Wasser ansetzen (mindestens 2 Stunden)
und danach aufkochen. Langsam trinken.
Badezusatz zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung und für
eine wohltuende Wirkung auf die Nerven
Aufguss von 250 bis 500 g Pfefferminz in 2 bis 3 Liter Wasser auf ein Vollbad.
Bei empfindlichem Magen
20 g Tausendgüldenkraut
50 g zerstossene Kümmelfrüchte
40 g Kamillenblüten
40 g Pfefferminzblätter
2 Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergiesen und
10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.
Nach Bedarf 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.
Bei nervösem Magen mit verbundener Appetitlosigkeit
30 g Kamillenblüten
30 g Thymiankraut
30 g Baldrianwurzel
15 g Pfefferminze
2 Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergiesen und
10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.
Nach Bedarf 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.
Bei Gallenbeschwerden
30 g Löwenzahnwurzel
30 g Pfefferminzblätter
15 g Kurkumawurzelstock
2 Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergiesen und
10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.
Nach Bedarf 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.
BeiDurchfall
20 g Kamillenblüten
20 g Thymiankraut
20 g Pfefferminzblätter
10 g Salbeiblätter
2 Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergiesen und
10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.
Nach Bedarf 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.
Pfefferminztee beruhigt nicht nur bei Magenbeschwerden, sondern wirkt sogar
entzündungshemmend. Die Wirkstoffe in einem frisch aufgebrühtem Tee
wirken vorbeugend gegen Sodbrennen nach dem Verzehr von fetten Speisen.
Der Tee wirkt sich somit positiv auf den gesamten Organismus aus.
Bauchschmerzen
Bauchschmerzen wird man mit diesem Tee einfach und schnell los: Geben Sie je
einen Esslöffel Fenchel- und Kümmelsamen sowie getrocknete Minzeblätter
in eine Teekanne. Übergiessen Sie das Ganze mit heißem Wasser und
lassen Sie es etwa zehn Minuten ziehen.
Bei Müdigkeit hilft Pfefferminz-Milch
Fühlen Sie sich müde und abgeschlagen? Machen Sie sich schnelle eine
erfrischende Pfefferminz-Milch: Einen Eßlöffel getrocknete Pfefferminze
mit 1/4 l kochender Milch aufgießen. Fünf Minuten ziehen lassen und
schluckweise trinken.
Pfefferminze in der Naturkosmetik
Gesichtswasser bei fettiger, unreiner Haut
Zwei gut gehäufte Eßlöffel Pfefferminze ungefähr zwei Minuten
lang in 500 ml Wasser kochen, danach absieben. Geben Sie dann einen halben Liter
Obstessig hinzu. Zwei Tage stehen lassen, dann noch zwei Esslöffel Rosenwasser
hinzu geben.
Bevor Sie das Gesichtswasser auftragen, sollten Sie ein Gesichtsdampfbad nehmen
(am besten wiederum mit Pfefferminze).
Erfrischendes und hautreinigendes Bad Pfefferminze erfrischt die Haut und reinigt sie zugleich. Nehmen Sie für
ein solches Bad ein Säckchen aus Leinen oder einen Strumpf, den Sie mit
ca. 4 handvoll Pfefferminze füllen. Geben Sie dies dann in heißes
Wasser und warten Sie ca. 30 Minuten. Dann das Säckchen oder den Strumpf
gut ausdrücken. Diesen Sud können Sie jetzt dem Badewasser zugeben.
Pflegeöl mit Pfefferminze
Übergiessen Sie eine handvoll Pfefferminze mit einem halben Liter Olivenöl.
Dies muß nun für zwei Wochen an einem warmen Ort stehengelassen werden,
danach absieben und in eine dunkle Flasche umfüllen.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!