Die Mistel wurde früher
von den Druiden für allerlei Zauber und Medizin verwendet.
Die ältesten Aufzeichnungen über die Mistel reichen
bis in das fünfte Jahrhundert vor Christus.
Die Mistel ist ein Schmarotzer, der von Nadelhölzern
und Laubbäumen lebt. Deswegen ist es auch nicht leicht,
die Mistel einfach ausfindig zu machen, da sie ja auf den
oben genannten Bäumen lebt. Am besten findet man die
Mistel, wenn im Herbst die Blätter gefallen sind. Dann
erkennt man die Mistel als rundliches Nest auf den Bäumen.
Die Rinde der Mistel ist gelbgrün. Sie hat ledrige Blätter
und bleiche, gelbe Blüten. Die Blütezeit ist von
März bis April, die Reifezeit der Beeren ist im Dezember.
Eine Verwendung in der Naturmedizin haben die Zweige mit Blättern.
Diese erntet man am besten im März und im April. Die
Zweige werden schonend getrocknet und dann geschnitten.
Geschichtliches und Sagen um die Mistel
Früher hängte man Mistel an die Hauswände,
weil man glaubte, daß sie vor Feuer schützen würde.
Zudem dachte man, daß die Mistel Glück bringt,
aber nur denjenigen, die sie geschenkt bekamen. Kaufen gilt
nicht!
Druiden verehrten die Mistel als die heiligste aller Pflanzen.
Sie wurde nur während eines Gottesdienstes und auch nur
mit einer goldenen Sichel geschnitten. Zudem durfte sie dabei
nicht zu Boden fallen.
In "Asterix und Obelix" war die Mistel eine wichtige
Zutat des Zaubertrankes, der unbesiegbar machte.
Laut Sage wurde das Kreuz, an dem Christus starb, aus dem
Baum der Mistel gefertigt. Aus Scham trocknete dieser Baum
ein und verwandelte sich in die heutige Mistel, die viel Gutes
für die Menschen bringt.
Inhaltsstoffe
Viscotoxin, triterpenoide Saponine, Cholin und Histamin
Verwendete Pflanzenteile
Verwendet wird das Kraut
Sammelzeit
Gesammelt wird im März bis April
Wo findet man Mistel: Als Schmarotzer auf Bäumen
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um die Mistel
Tee
2 gehäufte Teelöffel Mistel mit 250 ml kaltem Wasser übergießen
und 12 Stunden stehen lassen. Danach absieben. Zum Trinken erwärmen. 2
Tassen pro Tag trinken.
Arterienverkalkung
Teemischung aus 3 Teilen Mistel, je 2 Teile Schachtelhalm und Weißdornfrüchte.
Dreimal täglich 1 Tasse trinken.
Aufguss und Absud
Gegen Rheumatismus, Ischias und Nervenentzündungen nehmen Sie eine halbe
handvoll getrockneter Pflanzen pro Liter Wasser für Verbände, Lotionen
und Kompressen.
Blutdruck-Ausgleichender Tee
Der Folgende Tee ist Blutdruck-Ausgleichend, d.h. zu hoher Blutdrock wird gesenkt,
zu niedriger wird angehoben.
30 g Mistel
30 g Hirteltäschel
20 g Johanniskraut
20 g Schafgarbe
Alles miteinander gut vermischen und je Tasse ca. einen Teelöffel. Mit
kockendem Wasser übergiessen, 5 Minuten ziehen lassen, danach absieben.
Drei Tassen pro Tag.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!
Vorsicht
Die Pflanze sollte nicht zur Selbsttherapie verwendet werden,
da es bei längerer Anwendung zu Leberschädigungen
kommen kann. Die Mistel (besonders die Früchte) ist hoch
giftig!
Für Patienten mit Leukämie oder Lymphomen nicht
geeignet.