Die Mariendistel ist wohl eine der schönsten und größten
Disteln. Eigentlich kommt sie aus Südeuropa, Nordafrika
und Kleinasien. Sie ist eine zweijährige Pflanze, die
im Altertum hauptsächlich als Gemüse bekannt war
und als Heilpflanze kaum Beachtung fand. Erst Hildegard
von Bingen erwähnte die Pflanze als Mittel gegen Seitenstechen.
Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte man die positive Wirkung
auf die Leber, die später auch wissenschaftlich belegt
wurde. Der Name leitet sich von einer Legende ab, nach der
Maria beim Stillen einige Tropfen Muttermilch über die
Blätter vergossen hat, so daß sich die typische
weiße Marmorierung gebildet hat.
Erkennen kann man die Pflanze an ihren großen, grün
weiß marmorierten Blättern. Am Ende des Stengels
sitzt eine einzelne Blüte, die purpurrot ist. Die Mariendistel
ist eine zweijährige Sommerpflanze, die von Juli bis
August blüht. Eine Verwendung in der Naturmedizin finden
die Früchte ohne die Haarkrone. Diese Samen sind im August
und September reif und werden an der Luft sehr gründlich
getrocknet.
Trockenextrakte der Mariendistel enthalten den Wirkstoffkomplex
Silymarin. Dieser Wirkstoffkomplex kann bei der Behandlung
von entzündlichen Lebererkrankungen,
Leberzirrhose oder auch durch Lebergifte, wie zum Beispiel
Alkohol, hervorgerufene Entzündungen helfen. Silymarin
steigert zusätzlich die Regenerationsfähigkeit der
Leberzellen. Tee aus Mariendistel kann bei Verdauungsbeschwerden
helfen.
Volksnamen
Christi Krone, Fieberdistel, Frauendistel, Heilandsdistel,
Liebfrauendistel, Marienkörner, Milchdistel, Stechkörner
Verwendete Pflanzenteile
Samen mit Schale
Wirkstoffe
Flavon Bitterstoff biogene Amine Gerbstoff Farbstoff
Sammelzeit
Gesammelt wird im August und September
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um die Mariendistel
Tee
Ein Teelöffel der Früchte mit 250 ml Wasser kochen, 10 bis 20 Minuten
ziehen lassen, danach absieben. Langsam, schluckweise trinken, 3 Tassen am Tag.
Der Tee kann auch mit Pfefferminze gemischt werden, um eine Steigerung der Wirksamkeit
zu erreichen.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!