Die Linde ist ein bei uns sehr weit verbreiteter Baum, der
uns wunderbaren Schatten spendet und der oft an Versammlungsplätzen
wächst. In Städten wird der oft verwendet, um Straßen
und Plätze zu begrünen.
Der Baum erblüht zwischen Juni und Juli, seine Blüten
kann man zur gleichen Zeit sammeln. Danach trocknet man sie,
und zwar so lange, bis sie eine gelbgrüne Farbe annehmen.
In der Naturheilkunde wendet man Lindenblüten vorbeugend
gegen Erkältungen an, ein Tee aus Lindenblüten treibt
den Schweiß, regt den Appetit an, wirkt Nervenberuhigend, sogar bei Rheuma kann die Linde helfen. Die Blüten der
Linde sind ein wichtiges Mittel bei Grippe und Fieber.
Lindenblüten helfen zudem bei Schlafproblemen, gegen
Rheuma, bei Magenverstimmungen, gegen Gicht, den Hexenschuss
als auch bei Nieren- und Blasensteinen. Lindenblüten
sind außerdem krampflösend.
Die hustenreiz-lindernde Wirkung kommt übrigens durch
den Anteil von Schleimstoffen, die in den Lindenblüten
enthalten sind. Daneben finden sich hohe Anteile an ätherischen
Ölen, Mangan, Gerbstoffen, Vitamin C, Vitamin P (das
wichtig ist für den Energiehaushalt in den Körperzellen,
es hemmt Entzündungen und entgiftet den Körper).
Geschichtliches und Sagen um die Linde
Als Siegfried aus der Nibelungen-Sage sich im Blut des erschlagenen
Drachens unverwundbar badete, heftete sich ein Lindenblatt
an seine Schulter, verhindert den vollkommenen Schutz, und
unter einer Linde stirbt er von der Hand des grimmigen Hagen.
"Schon um die Linde war es voll und alles tanzte
schon wie toll!" Goethe
Bei den Germanen galt die Linde als heiliger Baum, dessen
Holz man bei rituellen Verbrennungen der Toten verwandte.
Häufig erscheinen Linden in Sagen erscheinen als Sammelplatz
der Hexen.
"Das Wasser aus der Blüet gebrennt/ wird hoch
gerühmet wider die Fallende sucht der jungen Kinder:
wil man aber diesen Tranck etwas stärcker haben/ soll
man ein drittheil Päonienwasser darzu vermischen. Es
wird auch sonst gebraucht wider den Schlag/ den Schwindel
und andere kalte Gebresten dess Hirns. Wen der Schlag getroffen
hat/ der nimm Lindenblüetwasser/ Mayenblumenwasser/ unnd
schwartz Kirschenwasser/ vermische sie durch einander/ und
trincke jederzeit ein Untz darvon. Diss Wasser getruncken/
ist gut den versehrten Därmen/ von der rohten Ruhr/ wird
von etlichen auch für das Bauchgrimmen geben. Das Wasser
von Lindenblüet/ vertilget die Flecken im Angesicht." Tabernaemontanus
Verwendete Pflanzenteile
Verwendet werden die Blüten
Inhaltsstoffe
Ätherisches Öl, Farnesol, Saponine, Gerbstoffe
Sammelzeit
Gesammelt wird im Juni und Juli
Wo findet man Linde: Parkanlagen, Waldränder
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um die Linde
Tee
Lindenblütentee gehört zu den bekanntesten volksmedizinischen Rezepten.
Man verabreicht ihn gegen Erkältungskrankheiten und um eine Schwitzkur
anzuregen. Außerdem hat er vorbeugende Wirkung, kurbelt die Abwehrkräfte
an. Wegen seiner wassertreibenden Wirkung trinkt man ihn gegen Blasen- und Nierenleiden.
Zwei Teelöffel Blüten mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen
und nach 10 Minuten absieben. Dreimal täglich trinken.
Ein solcher Lindenblütentee ist alternativ zum Kamillentee auch bei Magen-Problemen
zu empfehlen. Zudem sorgt er dafür, daß Giftstoffe aus der Niere
ausgeleitet werden und er hat eine entschlackende Wirkung.
Badezusatz für eine wohltuende Wirkung auf die Nerven
Aufguss von 500 bis 1000 g Lindenblüten in 3 bis 4 Liter Wasser auf ein
Vollbad
Auflage gegen müde Haut und Fältchenbildung
Drei Teelöffel getrocknete Blüten mit 250 ml kochendem Waser übergießen,
10 Minuten ziehen lassen, danach absieben und abkühlen lassen. Morgens
und abends für ca. 10 Minuten mittels eines getränkten Tuches lauwarm
auf das vorher gereinigte Gesicht legen.
Linden-Blüten-Bad zur Beruhigung, bei Depressionen, Nervenschmerzen
und Nervosität
Übergießen Sie etwa zwei Hand voll Lindenblüten mit einem Liter
kochendem Wasser und lassen Sie dies 20 Minuten ziehen. Danach absieben und
dem Badewasser zugeben.
Lindenblüten-Bad Geben Sie frische Lindenblüten in ein Leinensack und geben Sie dies
dann in das Badewasser. Es wird eine schweißreibende Wirkung erzielt,
der Körper schwitzt Giftstoffe heraus.
Am Abend, vor dem zu Bett gehen, hilft ein solches Lindenblütenbad zur
Entspannung.
Übrigens kann man die Lindenblüten aus dem Leinensäckchen noch
zur Reinigung der Haut verwenden, indem man die Haut mit dem Leinensäckchen
langsam abwischt.
Linden-Blüten-Tee bei fiebrigen Erkrankungen
Brühen Sie einen Esslöffel voll Lindenblüten mit einer Tasse
Wasser auf und lassen Sie dies 15 Minuten ziehen, danach absieben. Tagsüber
möglichst warm, am besten mit Honig gesüßt trinken.
Dieser Tee hilft bei Erkältung und Grippe, aber auch bei Halsschmerzen
und Husten.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!