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Liebstöckel (Maggikraut)

In der Naturheilkunde wird der Liebstöckel als wassertreibendes Mittel eingesetzt, das gleichzeitig den Appetit steigert. Zudem kann er bei Blähungen, bei Erkrankungen der Harnwege und der Blase eingesetzt werden, auch bei nervösen Erschöpfungszuständen und bei Rheuma.


Liebstöckel
Liebstöckel

Der Liebstöckel (Levisticum officinale), auch Maggikraut genannt, kommt wahrscheinlich aus dem alten Persien. Nach Europa gelangte er um das 14. Jahrhundert herum, vermutlich aus dem Mittelmeerraum. Man pflanzte ihn erst in den Klostergärten an, später auch in privaten Gärten.


Wie viele andere stark duftende Pflanzen wurde der Liebstöckel im Mittelalter für allerlei Zauber verwendet. So sollen Mädchen in Deutschland angeblich ihr Badewasser damit aromatisiert haben, um die Männer zu becircen.


Der Liebstöckel hat einen sellerieartigen Duft, woran man ihn schnell erkennen kann. Man kann auch sagen, er riecht nach einem Suppenwürfel - naja, auch ein Anhaltspunkt.


In der TCM kennt man die Wurzeln als Heilmittel gegen eine Zystitis, eine Nierenbeckenentzündung, Wasseransammlungen im Körper (Ödeme) und Ausfluss.


In der Naturheilkunde ist Liebstöckel ein Heilmittel für Durchspülungstherapien bei Harnwegsentzündungen, man kann damit auch vorbeugend etwas gegen Nierensteine tun.


Aufgüsse aus den Wurzeln und Blättern helfen gegen Kopfschmerzen und Bauchschmerzen.

Frauen können damit ihre Unterleibsorgane stärken, außerdem reinigt ein solcher Tee die inneren Organe, so zum Beispiel Gebärmutter, Herz, Milz, Leber, Blase, Magen und Nieren.


Die Blätter der Pflanze wirken menstruationsfördernd und helfen bei Regelschmerzen und lösen die Menstruation aus, ebenso helfen sie gegen PMT und PMS.


Die Wurzeln, Blätter und Samen der Pflanze haben krampflösende Eigenschaften und wurden früher verwendet, um eine lange Geburt zu vermeiden.


Wissenschaftliches

Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das ätherische Öl aus den Blättern des Liebstöckels das Wachstum von Krebszellen bei einem Halskarzinom bremsen kann. (Uni Mainz)

Andere Forschungen haben gezeigt, dass das Öl antimykotisch und antibakteriell wirkt.


Der Liebstöckel enthält Quercetin, dessen entzündungshemmende Wirkung seit Langem bekannt ist. Ebenso hilft dieser Inhaltsstoff bei Allergien, wirkt schleimlösend, löst und vertreibt also Verschleimungen bei Erkrankungen der Atemwege.


Sonstiges

Die Samen und das darin enthaltene Öl können als Aromastoff in Süßwaren und Likören verwendet werden. Die ätherischen Öle aus der Wurzel setzt man in Parfüms, Seifen und Cremes ein, ebenso als Aromastoff für Tabakwaren.


Wie auch der Borretsch schützt der Liebstöckel fast alle Pflanzen im Garten vor Schädlingen, kann so die Gesundheit von fast allen Pflanzen um sich herum verbessern.



Pflanzenbeschreibung

Der Liebstöckel ist ein Vertreter der Doldenblütler-Familie, er kann bis zu 2 Meter groß werden.


Die Blätter und das Aroma des Liebstöckels ähneln etwas dem Sellerie.


Erblühen im Sommer die großen, gelben Dolden des Liebstöckels, so bildet sich ein intensiver charakteristischer Geruch.


Liebstöckel gehört zu den ausdauernden Kräutern und erblüht im Juli und im August. Wurzeln von mindestens zweijährigen Pflanzen kann man im Oktober sammeln. Das Kraut sammelt man im Juli und im August. Dabei sollte man beachten, dass die Pflanze nicht aufgeblüht ist. Die Wurzeln und das Kraut werden schnell, aber schonend, getrocknet.


Geschichtliches und Sagen um den Liebstöckel

"Liebstöckel, kräftiges Kraut, dich zu nennen im duftenden Dickicht

Heißt mich die Liebe, mit der ich im Gärtchen alles umfasse.

Zwar durch Saft und Geruch, so glaubt man, soll diese Pflanze Schaden den Zwillingssternen der Augen und Blindheit bewirken. Aber die kleinen Samen der Pflanze pflegen doch manchmal als Beisatz

Andrer Arznei durch fremdes Verdienst sich Lob zu erwerben "

Walahfrid Strabo


Die Heilige Hildegard von Bingen verordnete Liebstöckel bei Lungenschmerzen und Wassersucht.


Der Liebstöckel zählt zu den Liebespflanzen. Will der Geliebte nicht so richtig anbeißen, soll die Frau ihm einen Sud von Wurzeln und Blättern in sein Badewasser geben.


"Wurzel und Samen des Liebstöckels treiben den Harn und verhelfen Männern und Frauen nicht nur zu unkeuschen Gelüsten, sie tun es auch mit Begierde und Wonnen hernach".

Dioskurides


Mädchen aus Norditalien trugen ein Liebstöckelsträußchen unter dem Rock, um dem Auserwählten zu gefallen.


Früher stellte man aus den Wurzeln Liebestränke her, oft zusammen mit Schafgarbe.


Junge Damen trugen die Pflanze auf ihrer Haut, wodurch der Liebste an sie gefesselt werden sollte.


Mütter gaben kleinen Mädchen Liebstöckel ins Badewasser, sodass sie später begehrenswerte Frauen werden sollten.


An Christi Himmelfahrt sollte man die Pflanze an ein Kreuz binden, dann hätte man das ganze Jahr keine Kreuzschmerzen.


Unter brütende Gänse legte man früher den Liebstöckel, wodurch die Küken leichter schlüpfen konnten, so dachte man jedenfalls.


Die alten Griechen und Römer schätzten dieses Kraut und seine therapeutischen Qualitäten, besonders Galen, Dioskurides, Plinius und Apicius mochten ihn besonders.


Im zwölften Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen den Liebstöckel zur Linderung von Husten, Bauchschmerzen und Herzproblemen.


Die traditionelle Schule von Salerno empfahl die Pflanze als Heilmittel gegen Gelbsucht und Leberleiden.


Die frühere Volksmedizin kannte auch Anwendungen gegen Malaria, eine Rippenfellentzündung, Halsschmerzen und Furunkel.


Frühe amerikanische Kolonisten kauten auf den Wurzeln des Liebstöckels herum, um wach und wachsam zu bleiben.


Stellte eine Dame früher eine mit Liebstöckel gewürzte Speise ihrem Geliebten vor, so galt das als Zeichen für baldige Liebesfreuden!


Culpeper schrieb: Ein Tee aus den Samen, getropft in die Augen, nimmt Rötungen und hilft bei Nachtblindheit.Er empfahl den Tee auch gegen Fieber und als Gurgelmittel bei Halsschmerzen.Zerquetschte Blätter, in Schweineschmalz gekocht, empfahl er als Salbe bei Furunkeln und Hautausschlägen.



Hildegard über den Liebstöckel

Nimm Fenchel und ein wenig Liebstöckel und Brennnessel. Daraus mache mit ein wenig Mehl und ein wenig Brot eine Speise und esse sie häufig, sie nimmt dem kranken Magen den Schleim hinweg.

Außerdem glaubte Hildegard, dass Bäder mit Liebstöckelblättern die Lust der Frauen anrege.


Als homöopathisches Mittel

Das Mittel Levisticum D3 empfiehlt man in der Homöopathie bei Kleinkindern gegen Bauchweh, Blähungen und Appetitlosigkeit.

Dazu gibt man dreimal pro Tag 5 bis 10 Tropfen dieses Mittels.


Hauptwirkung des Liebstöckels

Liebstöckel wirkt entwässernd, krampflösend, blähungsfördernd, außerdem magenstärkend und appetitanregend, ist hormonsteigernd, treibt den Harn, fördert den Auswurf, fördert den Stuhlgang.


Wirkung und Anwendung von Liebstöckel

  1. Aufstoßen
  2. Blähungskoliken
  3. Blasen- und Nierenleiden
  4. eitrige Wunden
  5. Gelbsucht
  6. Gewürz
  7. Harnprobleme
  8. Herzleiden
  9. Hysterie
  10. Magenbeschwerden
  11. Mangel an Magensäure
  12. Menstruationsförderung
  13. Rheuma und Gicht
  14. schwache Periode
  15. Sodbrennen
  16. Vergiftungserscheinungen durch Alkohol und Nikotin
  17. Verschleimungen der Atmungs- und Verdauungsorgane
  18. Völlegefühl
  19. Wassersucht (Ödeme)




Übersicht


Volksnamen

Badekraut, Bärmutter, Gichtstock, Laubstecken, Leberstockkraut, Liebstengel, Lippstock, Liestewurz, Lübbestock, Luststecken, Luststock, Maggikraut, Nervenkräutel, Sauerkrautwurz, Schluckerwehrrohr, Wasserkräutel, Labstock, Liebrohr, Lieberstöckel, Sipe, Gebärmutterwurz, Liebesstock, Nervenkrautlein, Sauerkrautwurz, Luststöckl



Blütezeit

Juli bis August



Verwendete Pflanzenteile

Man verwendet das Kraut, die Wurzeln und die Samen.



Inhaltsstoffe

Maristicinsäure, Apfelsäure, Terpineol, Isovaleriansäure, Gerbstoffe, ätherische Öle, Eisen, Ligustilid, Angelikasäure



Edelstein

Turmalinquarz, Selenit



Planet

Merkur, Venus, Sonne



Sammelzeit

Die Blätter im Frühjahr.

Die Wurzel im frühen Frühjahr oder Spätherbst.

Die Samen im Spätsommer.



Rezepte und Anwendungen rund um den Liebstöckel






Tee

1 Teelöffel Wurzel mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten absieben.



Schweißfüße

Wenn Sie unter Schweißfüßen leiden, geben Sie eine Handvoll Liebstöckel in einen halben Liter kochendes Wasser und lassen dies 5 Minuten köcheln, dann abkühlen lassen und absieben. Machen Sie Fußbäder damit.



Wein bei Verdauungsbeschwerden

Geben Sie 50 g Wurzeln in 1 Liter Wein, dies dann 8 Tage ziehen lassen, dann absieben.



Ein Badezusatz bei Gliederschmerzen

Nehmen Sie dazu 100 g Wurzeln, die Sie in 1 Liter kochendem Wasser 10 Minuten ziehen lassen, dann absieben und ins Badewasser geben.



Badezusatz zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung und bei Gliederschmerzen

Aufguss von 100 bis 250 g Liebstöckelwurzel in 1 Liter Wasser auf ein Vollbad.



Harntreibender Tee mit Liebstöckel

Nehmen Sie bis zu zwei Teelöffeln Liebstöckelwurzel, die vorher klein geschnitten wurde und überbrühen Sie diese mit einer Tasse Wasser. 15 Minuten stehen lassen, danach absieben.



Ein Liebstöckelwein

Gießen Sie eine Flasche Weißwein in eine Schüssel und geben Sie eine Hand voller frischer Blätter oder Wurzeln dazu. Dann zehn Tage ziehen lassen, absieben und vor den Mahlzeiten jeweils ein Schnapsglas davon trinken.

Kann bei Verdauungsbeschwerden helfen, so gegen Sodbrennen, Aufstoßen und Übelkeit.



Badezusatz gegen Atemprobleme

Geben Sie eine Handvoll Liebstöckelblätter, je eine halbe Handvoll Wurzeln und Pfefferminzeblätter sowie 1 EL Eukalyptusblätter in 2 Liter Wasser, lassen dies 10 Minuten kochen, dann absieben und ins Badewasser geben.



Pulverisierter Liebstöckel, in ein Glas Wasser gegeben, hilft gegen Menstruationsschmerzen, Migräne, Gicht, Rheuma.

Unterstützend hilft ein Liebstöckeltee.



Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!

Die oben verwendeten Artikel können Sie hier kaufen:




Sammeln und lagern

Die jungen Blätter werden an einem gut belüfteten Ort getrocknet, dann hebt man sie in einem Schraubglas auf.

Die gesammelten Wurzeln werden gereinigt, an einem gut belüfteten Ort getrocknet, und in einer Dose aufbewahrt.

Die Wurzeln sollten übrigens von maximal dreijährigen Pflanzen geerntet werden, da sie bei älteren Pflanzen zu hart sind.


Liebstöckel in der Küche


Die Samen und Blättern des Liebstöckels kann man als Gewürz verwenden.


Die Samen gibt man in Brot, Salate und Kuchen.

Blätter und Stängel kann man kandieren und knabbern.


Im Altertum und auch im Mittelalter galt der Liebstöckel als eines der meistgebrauchten Gewürze. Hier bei uns in Deutschland gaben junge Mädchen ihn in ihr Badewasser, um die hübschen jungen Männer anzulocken.


Das Aroma des Liebstöckels ist intensiv würzig, der Duft erinnert an den Sellerie.


Das Gewürz Liebstöckel kann man in frischer Form, getrocknet oder zermahlen kaufen. Frische Blätter schmecken jedoch am intensivsten.

Liebstöckel passt in würzige Eintöpfe, er passt zum Schmorbraten, in aromatische Suppen, in Salate, oder in eine Kartoffelsuppe.

Liebstöckel passt gut zu Gemüse wie Blumenkohl, Kohlrabi oder Möhren. Auch in Salatsoßen ist er sehr beliebt.


Lagerung

Die frischen Blätter kann man ein paar Tage im Kühlschrank aufheben.

Getrockneter Liebstöckel sollte möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Tipps

Der Liebstöckel schmeckt äußerst stark und intensiv. Deshalb nur vorsichtig verwenden.


Den Liebstöckel kann man mitkochen, da er die Hitze gut vertragen kann.



Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Nicht in der Schwangerschaft anwenden.

Bei allergisch reagierenden Menschen kann Liebstöckel Schwindelgefühle auslösen.


Der Liebstöckel setzt die Sonnenempfindlichkeit der Haut herab, lange Sonnenbäder sollte man während einer Teekur daher besser sein lassen.


Bei manchen Menschen können sich bei Berührung mit der Pflanze Bläschen bilden.


Falls Sie unter einer Herz- und Nierenkrankheit leiden, sollten Sie Ihren Arzt vor der Einnahme als Tee befragen. Dies gilt nicht für Liebstöckel als Gewürz.











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Kurzinfo

Liebstöckel


  • Eine stattlich anzusehende Pflanze mit buschigem Wuchs. Wird bis zu 2 m groß.
  • Der Stängel ist hohl und gerippt.
  • Die Blätter sind tief geteilt und gezahnt. Wenn man sie zerreibt, riechen sie nach Sellerie.
  • Die Blüten sind blassgrün bis blassgelb und stehen in Dolden.
  • Früchte sind gelbbraun.
  • Liebstöckel mag einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Erdboden sollte gut mit Nährstoffen versorgt sein.
  • Zur Herbstzeit sollte man mit Kompost den Boden düngen. Ansonsten ist die Pflanze winterhart.
  • Aussaat erfolgt im Frühling oder im späten Sommer.
  • Man kann junge Blätter frisch sammeln und für Salate und Suppen verwenden.
  • Die Samen kann man ernten, wenn sie reif sind und eine braune Farbe haben. Man zermörsert sie und gibt sie Brot bei.
  • Ein Tee aus Blättern und Samen stärkt die Verdauung und kurbelt sie an.
  • Nicht in einer Schwangerschaft oder bei Nierenerkrankungen verwenden. 





Die Kommission E hat die Wurzeln der Pflanze gegen Entzündung der Harnwege empfohlen, ebenso zum Lösen von Krämpfen, zur Durchspülungstherapie bei Entzündungen der unteren Harnwege und zur Verhinderung von Grieserkrankungen.





Verwechslungsgefahr

Der Liebstöckel kann mit anderen Angehörigen der Doldenblüter verwechselt werden, zum Beispiel der Bibernelle oder dem Giersch.

Eine Verwechslungsgefahr besteht zudem mit dem Schierling, der sehr giftig ist!





Letzte Änderung am Mittwoch, 25.2.2015, 08:51:57 Uhr


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