Der Lein ist eine 30 bis 80 cm hohe Pflanze, die ausschließlich als Kulturpflanzen bekannt ist. Der Lein, der auch Flachs genannt wird, war vermutlich den Menschen schon in der Steinzeit bekannt. Man nutzte ihn damals zur Fasergewinnung und als Lieferant von Öl. Dies kann man aus Funden der Schweizer Pfahlbauten schließen. Und auch die alten Griechen benutzen den Lein schon, genau so wie die Ägypter. Dort wurde er gegen Durchfälle, Leibweh und Katarrh verwendet.
Der Lein ist ein einjähriges Kraut und erblüht von Juni bis September, den Samen sammelt man im August und September.
Lein war wohl schon den Steinzeitmenschen bekannt, sie stellten daraus Leinöl her. Zudem nutzten sie seine Fasern zur Stoffherstellung.
Im alten Ägypten gab man Leinsamen als Wegzehrung für die Toten mit ins Grab.
Die Verwendung des Leins in der Kräutermedizin geht auf Hieronymus Bock zurück, der 1577 recht ausführlich über die Verwendung des Samens in seinem Buch berichtete.
Lein
Heutzutage benutzt man den Samen überwiegend bei Verstopfung und Darmträgheit, äußerlich als warmer Umschlag oder Kompresse bei entzündeten Hautausschlägen und Geschwüre.
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Lein
Tee
2 Teelöffel Samen mit 1/4 l kaltem Wasser übergießen und kurz aufkochen. Nach 20 Minuten absieben. Tee lauwarm trinken.
Stuhlregulierung
2 Esslöffel frisch geschroteten Leinsamen morgens und abends mit 1/4 l Flüssigkeit einnehmen.
Umschlag bei Verbrennungen
2 Eßlöffel Leinsamen (ganz) 500 ml Wasser
Man übergießt den Leisamen mit dem Wasser, erhitzt und lässt 3 Minuten kochen. Dann siebt man ab, tränkt ein Tuch mit der Flüssigkeit und legt das Tuch auf die verbrannte Stelle auf. Umschlag öfter wechseln.
Leinsamen-Kompresse gegen Verletzungen
Zubereitung
Einige Esslöffel Leinsamen zerstoßen, mit Wasser zu einem Brei verrühren und unter ständigem Rühren zu einer zähen Masse einkochen.
Anwendung
Diese Masse streicht man fingerdick auf ein Tuch, faltet es oben wie ein Kuvert zusammen und legt es mit der glatten Seite auf den Körper.
Heilung
Bei allen oberflächlichen Entzündungen sowie Verletzungen.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!