(Coffea arabica) Namensursprung
Entgegen der Annahme, daß der Name Coffea (Kaffee) von dem arabischen Kahwah, kahwe oder cahuah, welches sowohl das Kaffeegetränk als auch den Wein bezeichnet, stammt, wird er auch oft in Zusammenhang mit der Landschaft Kaffa (Südabessinien), wo der Kaffeebaum sehr häufig angetroffen wird, gebracht.
Botanisches
Der bis 6 m hohe Baum mit 10 - 20 cm langen länglich-elliptischen, zugespitzten, lederigen Blättern und mit fünf bis sieben weißen jasminartig riechenden Blüten in den Blattachseln ist in Abessinien und im Sudan beheimatet. Die ovalen Beerenfrüchte sind zuerst grün gefärbt, dann werden sie gelb und schließlich meist rot bis schwärzlich. Sie enthalten zwei ovale, am Rücken gewölbte, an der inneren Seite flache Samen mit einer Längsfurche, die von einem pergamentartigen, gelblichen Gehäuse eingeschlossen sind. Coffea arabica wird im gesamten Tropengürtel - zumeist unter Schattenbäumen - kultiviert.
Geschichtliches und Allgemeines um den Kaffee
Nach handschriftlichen Nachrichten, die sich in der Pariser Bibliothek befinden, muß die Sitte des Kaffeetrinkens im Orient bis weit in das Altertum zurückgehen, jedenfalls war sie um 875 nach unserer Zeitrechnung in Arabien und Persien schon allgemein gebräuchlich. Eine Sage aus jener Zeit berichtet, daß der Erzengel Gabriel dem kranken Mohammed Kaffee als Heilmittel gereicht hätte.
Nach einer anderen Sage wurde dem Maroniten Faustus Nairo von seinem Hirten erzählt, daß Ziegen, die die Bohnen des Kaffeestrauches gefressen hatten, in der Nacht herumhüpften und wach blieben.
Bei den Türken tritt der Kaffee erst viel später auf. Nach einer Überlieferung soll der Scheikh Omar um 1258 das Kaffeegetränk erfunden haben, nach einer anderen hat erst Mufti Gemal Eddin den Gebrauch des Kaffee in Jemen eingeführt. Bald darauf entstanden überall in Ägypten und in der Türkei Kaffeehäuser, die zum Teil zeitweise verboten wurden. Der erste Deutsche, der von dieser Sitte berichtet, ist wohl der Arzt Rauwolf, der im Jahre 1573 ein Kaffeehaus in Aleppo antraf.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts hatte sich der Kaffee schon fast ganz Europa erobert. In Preußen wurde der Kaffeehandel durch Friedrich den Großen monopolisiert, und der Kaffee dadurch sehr verteuert, damit nicht zuviel Geld ins Ausland flösse. - Als Arzneimittel wurde häufig das Dekokt der rohen Bohnen gegen Wechselfieber, Keuchhusten usw. gebraucht. Man stellte verschiedene Präparate, darunter einen Kaffeelikör nach Peretti, einen Sirup nach Ferrari, eine Essentia Coffeae usw. her. Der geröstete Kaffee fand als diätetisches Mittel bei Diarrhöe und bei verschiedenen Vergiftungen Anwendung.
Andere Namen
Coffea arabica L.
Kaffeebaum
englisch: Coffee-tree
dänisch: Kaffeträ
italienisch: Caffe
polnisch: Kawa
russisch: Kofie
Weitere Wirkungen aus historischen Berichten
Als magenstärkendes, windtreibendes, purgierendes Mittel wird der Kaffee von v. Haller geschildert, der aber als Nachteil des Kaffeegenusses "Erhitzung des Geblüts", Dickwerden und Nervenzittern angibt; ohne Milch werde er gegen Diarrhöen, von Erkältung herrührend, gebraucht.
Hecker schreibt dem rohen Kaffee tonische, nährende und "einwickelnde" Kräfte zu.
Gentil rühmt ihn als vorzügliches Mittel gegen katarrhalische und gichtische Beschwerden und unterdrückte Menstruation.
Besonders bemerkenswert ist die Empfehlung des Kaffees durch Grindel , der ihn als Chinaersatz anwandte und gute Erfolge bei Wechselfieber, aber auch bei Nervenfiebern, Atonie der Verdauungsorgane (Diarrhöe, Atrophien, putride Fieber) und zur Kräfteerhaltung erzielte.
Auch Delioux wandte ein Dekokt von ungeröstetem Kaffee (30-40 g Bohnen auf 1/3 l eingekocht) mit Zitronensaft erfolgreich gegen Wechselfieber an.
Den gerösteten Kaffee empfahlen Audon bei Wechselfieber, Lanzoni und Schulze bei galligen Diarrhöen, Pringle bei Nervenkrankheiten, periodischem Asthma, Hecker bei Gastrospasmus, Apoplexie, Insomnie, Kopfweh, Vergiftungen und Steinbeschwerden.
Clarus macht Gebrauch von starkem Kaffee u. a. bei Migräne und anderen Neuralgien, namentlich, wenn Hirnanämie vorhanden ist, aber keine Indigestionszustände bestehen; bei abnormen Gärungsprozessen soll er zu rasche Verdauung und Säurebildung hemmen. Bei funktionellen Schwächezuständen und nervösen Störungen wurden mit Coffeinkuren gute Erfolge beobachtet.
Der Kräuterpfarrer Künzle erwähnt die Heilung eines Lupus durch Waschungen mit Kaffeewasser.