Isländisches Moos
(Lichen islandicus)

 

Seit dem 17. Jahrhundert kennt man das Isländische Moos als Heilpflanze.
In der Naturheilkunde setzt man es u.a. gegen Lungen- und Bronchialleiden ein, als Tee gegen Reizhusten, gegen Gastritis, Appetitlosigkeit und Schwächezustände.

Äußerlich angewendet hilft es z.B. gegen Hautunreinheiten. Dazu einfach etwas Isländisches Moos auf die betroffenen Stellen.

Beim isländischen Moos handelt es sich nicht, wie der Name vielleicht aussagen mag, um ein Moos, sondern eigentlich um eine Flechte. Man bezeichnet daher die Pflanze auch richtigerweise besser als isländische Moosflechte.

Trotz ihres Namens wächst die Moosflechte nicht nur in Island, sondern sie wächst überall auf der nördlichen Hemisphäre. Man findet sie oft an buschigen Hängen, am Waldrand oder auf Lichtungen. Aber auch auf feuchten Feldern, in Gräben oder auf Wiesen ist sie verbreitet.

Im hohen Norden wird die Pflanze als Nahrungsmittel verwendet, dort wird sie am Feuer getrocknet, danach zerstoßen und schließlich als Grütze zubereitet.

Sagen zum Isländischen Moos
Als Christus einst als Bettler verkleidet auf der Erde wandelte, um die Menschen zu prüfen, kam er zu einem stolzen Bauernhause. Darin herrschte Übermuth und Reichthum und die Bäurin badete sich anstatt in Wasser in fetter Milch. Dieser Überfluß rührte aber vom Misere (dem isländischen Moos) her, das auf allen Feldern und Wiesen üppigst wuchs und die Kühe milchreich machte. Jesus bat die stolze Bäurin um ein Almosen. Er ward mit harten Worten von der Thüre gewiesen. Da sprach Christus:
"Misere
Wachs unterm Schnee"

Seitdem verschwand im Thale das isländische Moos und mit ihm der Segen. Es ist nur mehr hoch auf den Bergen zu finden.

Quelle: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz Vinzenz Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 263, S. 163.

 

Volksnamen
Berggraupen, Hirschhornflechten, Kramperlmoos, Lichen, Lungen-, Purgiermoos, Geißtrauben, Misere

Wirkung und Anwendung von Isländisches Moos

  • Appetitanregend
  • Appetittlosigkeit
  • Atemwegserkrankungen
  • Antibakteriell
  • Bakterizid
  • Bandscheibenschmerzen
  • Blasenentzündung
  • Blasensteine
  • Blutbildend
  • Blutstillend
  • Bronchitis
  • Darmentzündung
  • Entzündungshemmend
  • Erschöpfungs- und Schwächezustände
  • Hustenreizlindernd
  • Immunstimulierend
  • Halsentzündungen
  • Heiserkeit
  • Husten
  • Katarrhe der oberen Luftwege
  • Kräftigend
  • Lungenentzündung
  • Lungenleiden
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Muttermilch bildend
  • Nervosität
  • Nierenschwäche
  • Reizhusten
  • Schleimlösend
  • Schwach antibiotisch
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung
  • Wunden

Verwendete Pflanzenteile
Verwendet wird das Moos

Sammelzeit
Gesammelt wird von April bis August

Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um Isländisches Moos  

Bandscheibenschmerzen
Isländisches Moos weichkochen , mit Orangensaft und Honig vermischen. 5 x täglich 1 Eßlöffel davon gut kauen.

Isländisches Moos gegen Husten
Setzen Sie einen Esslöffel Isländisches Moos mit einem halben Liter Wasser für sechs bis acht Stunden kalt an. Kochen Sie dann das Kraut mit einem halben Liter Wasser auf und nehmen Sie diesen Sud gesüsst löffelweise ein.

Isländisches Moos als Magenmittel
Kochen Sie einen Teelöffel Isländisches Moos mit einer Tasse Wasser auf, lassen es zehn Minuten ziehen und seihen dann ab. Nach der Mahlzeit trinken.

Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!

Weitere Rezepte mit Isländischen Moos

Vorsicht
Bei Fieber und Entzündungen sollte Isländisches Moos besser nicht eingesetzt werden.

 


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