Das Kräuter-Verzeichnis


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Hildegard von Bingen

Die heilige Hildegard von Bingen, die vom 16. September 1098 bis zum 17. September 1179 in Deutschland lebte, wurde bekannt durch ihre Aufzeichnungen über besondere Heilmethoden.


Diese Heilmethoden "erfuhr" sie durch Visionen, in denen sie die Heilkraft von Pflanzen, Steinen oder auch normaler Nahrung erkannte. Diese Visionen schrieb sie nieder und legte den Grundstein für eine neue Volksmedizin.


Durch Hildegard's Medizin kann man lernen, ein gesünderes Leben zu führen und glücklicher zu werden.


Dabei ist Hildegard's Ansatz zur Gesundheit ganzheitlich zu sehen:

Wer gesund sein will, muß in einer Harmonie mit Gott und der Natur leben.


Für viele Krankheiten hat Hildegard Rezepte und Ratschläge niedergeschrieben, die folgende Heilmittel und -verfahren beinhalten:

  1. Ernährung
  2. Heilkräuter
  3. Heilsteine
  4. Lebensführung
  5. Spiritualität
  6. Bäder
  7. Ausleitende Verfahren

Dieses Wissen ist leider zwischendurch über die Jahrhunderte in Vergessenheit geraten und wurde durch die moderne, chemische Medizin ersetzt.


Erst 1970 entdeckte Gottfried Hertzka, ein österreichischer Arzt, Hildegard's Heilmethoden wieder. Er testete ihre Methoden und machte sie in der Öffentlichkeit wieder bekannt.


Viele sehen in Hildegard's Heilmethoden den Ursprung der modernen Naturmedizin, die in den letzten Jahren immer beliebter wird.

Biografie Hildegard von Bingen

Die heilige Hildegard von Bingen wurde am 16. September 1098 geboren und starb am 17. September 1179.


Sie war das zehnte Kind einer Familie in Bermersheim in Rheinhessen. Als Kind litt sie öfters an Krankheiten und hatte auch schon Erscheinungen und Visionen. Man brachte sie deshalb

zum Benediktiner-Kloster Disibodenberg. Dort lernte sie Jutta von Spanheim kennen, die Gründerin der Klause, in der sie dort lebte.


Da das Leben in dieser Klause sehr einsam war und sie nur zu ihrer Lehrerin Jutta und den anderen Mädchen hatte, lernte sie das Lesen des lateinischen Psalters.


Im Jahre 1114 legte Hildegard das Gelübte zur Nonne ab. Sie war damals 16 Jahre alt. Hildegard lebte weiter in der Gemeinschaft, wurde im Alter von 38 Jahren Leiterin der Gemeinschaft, Nachfolgerin von Jutta von Spannheim, als diese starb.


1147 gründete Hildegard bei Bingen auf dem Rupertsberg ihr eigenes Kloster, wo sie bis zu ihrem Tode im Jahre 1179 mit 81 Jahren starb.

Neben diesem Kloster bei Bingen gründete sie noch ein anderes Kloster in Eibingen, das heute noch existiert.


Hildegard kam zwar nicht weit in der Welt herum, hatte aber dennoch viele Kontakte zu wichtigen Menschen ihrer Zeit. So stand sie beispielsweise ständig im Kontakt zu Barbarossa oder auch dem Papst.


Bereits kurz nach ihrem Tode, im Jahre 1228, wurde die Heiligsprechung angeregt. Da es jedoch interne Querelen in der Kirche gab, wurde dies nicht durchgeführt.


Erst im 16. Jahrhundert wurde Hildegard in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen.


Noch heute bewahrt man in Eibingen in der Kirche Sankt Hildegard und St. Johannes des Täufers ihre Reliquien auf.


Das Kloster in Rupertsberg, wo sie ihr Leben verbrachte, wurde 1660 zerstört.

Heilkräuter und Heilpflanzen nach Hildegard

Heilkräuter waren für Hildegard von Bingen sehr wichtig.

Hildegard verwendete die zu dieser Zeit bekannten, meist mediterranen, Heilkräuter und auch exotische Gewürze, etwa aus Asien.


Aber neben diesen Heilkräutern benutzte sie auch einheimische Pflanzen, was damals nicht üblich war.


In ihren Aufzeichnungen findet man weit über einhundert Beschreibungen von Pflanzen mit dazugehörigen Rezepten für bestimmte Krankheiten.


Besonders geschätzte Heilkräuter waren:

  1. Quendel

    Eine wilde Form des Thymians. Hildegard verwendete ihn besonders bei Durchblutungsstörungen, Kopfschmerzen, Husten und Hautkrankheiten.

  2. Bertram

    Wurde von Hildegard als Gewürz für das Essen empfohlen. Er fördert die Verdauung, hilft bei Magenproblemen, Herzerkrankungen und Verstopfung.


  3. Galgant

    Hildegard schätzte ihn bei Herzproblemen, Fieber, Verstopfung, Husten, schwachem Kreislauf und Lungenproblemen.


  4. Meisterwurz

    Hildegard empfiehlt Meisterwurz bei Fieber. Dazu soll man die zerstoßene Wurzel zusammen mit Wein ansetzen und trinken.


Weitere Pflanzen, die von Hildegard besonders erwähnt wurden:
  1. Thymian
  2. Anis
  3. Dill
  4. Bibernelle
  5. Brennessel
  6. Ysop
  7. Edelkastanie
  8. Veilchen
  9. Verbena
  10. Esche
  11. Heidelbeere
  12. Mistel
  13. Schafgarbe
  14. Alant
  15. Liebstöckel
  16. Fenchel
  17. Tausendgüldenkraut
  18. Schlüsselblume
  19. Süßholz
  20. Wermut
  21. Bockshornklee

Heilsteine

Hildegard von Bingen setzte auch Heilsteine für ihre Heilmethoden ein.


Edelsteine waren für sie von Gott gegebene Heilmittel, die eine himmlische Energie beinhalten. Diese Heilsteine geben ihre Energie dann auf den Menschen ab.


Hildegard empfahl, die jeweils richtigen Steine als Schmuck zu tragen, aber auch das Tragen in der Tasche oder das Halten in der Hand könne helfen. Zudem ist es möglich, die Schmerzende Stelle am Körper mit etwas Speichel zu befeuchten und mit dem Stein daran zu reiben. Und schließlich gibt es noch die Möglichkeit, Heilsteine für einige Tage in Wasser zu legen und dies danach zu trinken.


Bergkristall

Reinigung des Geistes

Diamant

Bei einer hartherzigen Einstellung zum Leben

Rubin

Bei Kopfschmerzen

Achat

Unreine Haut

Smaragd

Halbedelsteine

Hyazinth

Probleme mit den Augen

Amethyst

Blutergüssen, Schwellungen

Bernstein

Probleme mit Magen und Darm


Mehr über Heilsteine in unserem Heilsteine-Verzeichnis.

Ausleitende Verfahren

Typische Heilmethoden zu Hildegards Zeit waren so genannte ausleitende Verfahren. Diese sollten die Krankheit aus dem Körper hinaus führen. Auch Hildegard empfahl solche Methoden.


Der Aderlass

Beim Aderlass wird dem Körper Blut in größeren Mengen entnommen, Hildegard empfahl zwischen 100 und 200 ml. Ein solcher Aderlass sollte am besten sechs Tage nach dem Vollmond vollzogen werden. Dieses entnommene Blut untersuchte man dann nach einigen Stunden, um Rückschlüsse auf den Krankheitszustand zu schließen.


Nach dem Aderlass empfahl Hildegard eine Diät, die viel Dinkel enthalten sollte. Fette Speisen, Wurst, Käse und speziell Schweinefleisch sollten gemieden werden.


Das Schröpfen

Auch das Schröpfen wurde von Hildegard erwähnt. Beim Schröpfen werden erhitzte Schröpfgläser auf die vorher leicht eingeritzte Wirbelsäule.

Beim Abkühlen der Schröpfgläser entsteht ein Unterdruck, der Blut aus dem Körper saugt. Es soll dadurch eine Reinigung des Körpers erfolgen.


Die Moxibustion

Bei einer Moxibustion werden glühende Kegel aus Beifuß auf die betroffene Stelle gebracht, ähnlich wie in der chinesischen Heilkunde.

Es erfolgt eine Rötung die die Selbstheilungskräfte verbessern soll.

Hildegard empfiehlt diese Methode z.B. bei schmerzenden Gelenken.


Nahrung

Die tägliche Ernährung stellte für Hildegard von Bingen einen wichtigen Bestandteil zur Gesunderhaltung des Menschen dar. Allerdings muten die von ihr aufgeschriebenen Empfehlungen heute zuweilen etwas seltsam an, es liegt wohl daran, daß damals die Nahrung etwas anders war als heute.


So empfiehlt Hildegard zum Beispiel Dinkel als Grundlage für Suppen, was heute doch ziemlich unbekannt ist. Überhaupt war Dinkel für sie anscheinend sehr wichtig, sie war der Meinung, der Mensch werde durch Dinkel von innen geheilt. Empfohlen wird Dinkel gegen Schwäche und zur Blutreinigung.


Gemüse sollte nach ihrer Meinung nicht roh gegessen werden, da es das Blut verschlechtert und im Darm gärt. Nur Salat dürfe, etwas mariniert, roh verspeist werden. Alles andere müsse gedünstet oder gekocht werden.

Besonders von Hildegard empfohlene Gemüse sind:
  1. Rote Beete
  2. Bohnen
  3. Fenchel
  4. Kürbis
  5. Edelkastanien
  6. Karotten
  7. Sellerie

Auch Fisch und Fleisch wird von Hildegard empfohlen, besonders Fisch und Geflügel, Lamm und Fleisch vom Wild. Zudem nennt sich auch andere Lebensmittel wie Wein und Bier, oder auch Honig.


Schlechte Nahrung

Hildegard nannte auch "Küchengifte", Dinge also, die man nicht essen sollte. Hier nannte sie speziell Schweinefleisch, Pfirsiche, Erdbeeren, Pflaumen, Lauch und Chicoree.


Wenn Hildegard heutzutage gelebt hätte, wäre ihre Liste sicher wesentlich länger geworden...




Hier geht's zu den Einsatzgebieten, die Hildegard beschrieben hat

Mehr zu Hildegard von Bingen finden Sie hier.





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Kommentare zum Beitrag "Hildegard von Bingen"

Kommentar von robin
Hallo,
das Hildegard den Kürbis empfiehlt, muß eine ihrer oder Eurer Visionen sein, denn ihr schreibt auf Eurer Kürbis-Site, daß: "Erst im 16. Jahrhundert kam der Kürbis zu uns nach Europa, aber erst in die sonnigen Gegenden wie die Türkei oder Italien."
Recherchiert das doch noch einmal ;-)
Schöne Grüße,
Robin

Kommentar von Admin
Der Kürbis, den Hildegard gemeint hat, war der Flaschenkürbis.

Kommentar von Maik Faustmann
Den Flaschenkuerbis gab es schon zu Hildegards Zeiten! siehe >>>> Bereits seit der Antike bekannt ist der aus Afrika stammende Flaschenkürbis, (Lagenaria siceraria), besser bekannt noch unter dem Namen „Kalebassen“.
Diese benutzte man bis zur Erfindung der Drehscheibe als Modell bei der Herstellung von Tongefäßen. Der Flaschenkürbis (Lagenaria) verbreitete sich, lange vor der Entdeckung des heute bekannten Gartenkürbisses, in schwimmender Form über die Ozeane in der ganzen Welt aus. So kam er auch nach Europa.
Karl der Große ließ den Flaschenkürbiss Anfang des 9. Jahrhunderts speziell wegen seiner medizinischen Wirkung in den kaiserlichen Gärten anbauen.
Der heutige Gartenkürbis (Curcurbita pepo) wurde von Kolumbus 1492 auf Kuba entdeckt. Durch die Seefahrer, die den Kürbis gerne als Ergänzungsnahrung zu sich nahmen, wurde der Kürbis nach Europa und China transportiert.





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