Der Salbei galt schon bei den alten Ägyptern als Heilpflanze. Sie wandten ihn gegen viele Krankheiten an, unter anderem gegen Unfruchtbarkeit und gegen Potenzprobleme - und sogar gegen das Altern.
Tatsächlich helfen kann getrockneter Salbei bei Schweißausbrüchen und übermäßigem Speichelfluss. Salbeitee und -bonbons helfen gegen Husten und Halsschmerzen. Der Salbei hat eine desinfizierende Wirkung, deshalb benutzt man ihn auch für Spülungen oder zum Gurgeln im Mund- und Rachenraum. Salbei ist antibakteriell und fungizid, tötet also Bakterien und Pilze ab. Man kann den Salbei deshalb auch gut bei entzündlichen Prozessen, wie etwa Akne, einsetzen.
Salbei ist schweißhemmend, hilft bei Verdauungsstörungen, hilft bei Halsschmerzen, verstärkt wird dies übrigens noch durch eine Beimischung von Kamille.
Die in Salbei enthaltenen ätherischen Öle, die hauptverantwortlich sind für die virenhemmende, pilztötende und antibakterielle Wirkung, beinhalten u.a. Kampfer, Thujon, Salviol, Salven, Pinen, Cineol, Borneol, Salviol, Glutamin, Saponin, Rosmarinsäure und Urolsäure.
Salbei hat laut Studien eine günstige Wirkung auf das Gehirn, die Augen, Drüsen und Nerven. So wird im Moment daran gearbeitet, aus den Wirkstoffen des Salbeis ein Medikament gegen Alzheimer herzustellen.
Aber selbst wenn man noch nicht alt ist, hilft der Salbei die Konzentration zu steigern und das Gedächtnis zu verbessern. Auch bei Stress kann der Salbei helfen, natürlich nicht, den Stress zu vermeiden, jedoch wohl, ihn besser zu verkraften.
Geschichtliches und Sagen um den Salbei
Der Name ist Programm: Im lateinischen bedeutet salvare = heilen, salvere = gesund sein, daher leitet sich der Name des Salbeis ab.
"Leuchtend blühet Salbei ganz vorn am Eingang des Gartens,
Süß von Geruch, voll wirkender Kräfte und heilsam zu trinken.
Manche Gebresten der Menschen zu heilen, erwies sie sich nützlich,
Ewig in grünender Jugend zu stehen hat sie sich verdient.
Aber sie trägt verderblichen Zwist in sich selbst: denn der Blumen
Nachwuchs, hemmt man ihn nicht, vernichtet grausam den Stammstrieb,
Läßt gierigem Neid die alten Zweige ersterben."
Wahlafrid Strabo
Cur moriatur homo
cui Salvia crescit in horto?
Warum sollte ein Mensch sterben,
in dessen Garten Salbei wächst?
Wappenspruch der Medizinschule von Salerno
"Unter allen Stauden ist kaum ein Gewechs über die Salbey,
denn es dienet dem Arztet, Koch, Keller, Armen und Reichen"
Hieronymus Bock
Albertus Magnus warnte, Salbei könne, in einen Brunnen geworfen, Sturm hervorbringen...
Schon im Mittelalter kannte man den Salbei als Augenmittel. Er schärft die Sehkraft und ist Augenstärkend.
Pfarrer Kneipp nannte den Salbei ein "Lebenselixier par excellence".
Eat sage in May and you'll live for aye!
Iss Salbei im Mai und du wirst leben für immer und ewig!, englisches Sprichwort
Der Salbei wurde früher als eine Art Elixier des Lebens angesehen.
Sammelzeit
Gesammelt wird im Mai oder September - vor oder nach der Blüte
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Salbei
Salbeitee
2 Teelöffel getrocknete oder frische Blätter mit heißem Wasser übergießen und nach 10 Minuten absieben. 2-3 x täglich je 1 Tasse trinken.
Gegen Schweissfüsse und Achselschweiss
2 Esslöffel getrocknete Salbeiblätter mit 1/4 Liter Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach durch einen Sieb gießen und abkühlen lassen. Nach dem Duschen oder Baden jeden Tag die Füsse und die Achselhöhlen mit Salbeisud abwaschen.
Gegen Handschweiss
3 Monate lang 3 x täglich 1 Tasse Salbeitee trinken.
Waschung gegen Achselschweiß
2 Esslöffel getrocknete Salbeiblätter mit 1/4 Liter Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach durch einen Sieb gießen und abkühlen lassen. Nach dem Duschen oder Baden jeden Tag die Füsse und die Achselhöhlen mit Salbeisud abwaschen.
Badezusatz bei Hautproblemen und für eine wohltuende Wirkung auf die Nerven
Aufguss von 500 bis 1000 g Salbei in 3 bis 4 Liter Wasser auf ein Vollbad.
Salbeitee bei Zahnfleischbluten
Spülen Sie dreimal täglich Ihren Mund mit Salbeitinktur.
Reiben Sie Ihre Zähne mehrmals am Tag mit frischen oder getrockneten Salbeiblättern ab.
Man kann auch Salbei im Teebeutelwarm und feucht aufs Zahnfleisch legen.
Salbei-Tee
Ein Teelöffel Salbeiblätter wird mit 250 ml kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Danach absieben.
Bei Verdauungsproblemen eine Tasse vor den Mahlzeiten.
Bei Rückenschmerzen den Rücken möglichst heiß mit diesem Tee waschen.
Bei Nachtschweiß eine Tasse eine Stunde vor dem zu Bett gehen, auch Waschungen mit diesem Tee helfen.
Bei Mandelentzündung gurgeln mit diesem Tee.
Weiße Zähne mit Salbei
Kauen Sie jeden Tag ein Blatt Salbei, das lässt die Zähne weiss werden.
Oder wie wäre es mit Salbeibonbons?
Keine Zahnpasta dabei? Salbei kauen!
Salbei verhilft nicht zu frischem Atem, oftmals ist er auch in Zahncremes enthalten. In Salbeiöl ist eine Menge wirkungsvoller Inhaltsstoffe vorhanden. Sie schützen dadurch vor Zahnfleischentzündungen und Parodontose.
Gerbstoffe, die im Salbei enthaltenen sind, wirken entzündungshemmend.
Hat man einen Salbeistock im Garten oder eine einzelne Pflanze am Küchenfenster auf der Fensterbank, zupft man im Sommer einfach ein frisches Salbeiblättchen ab und kaut dies wie einen Kaugummi. So wurde Salbei schon zur Mundpflege verwendet, als es noch gar keine Zahncreme und Zahnbürsten gab.
Kompressen oder Dampfbäder mit Salbei helfen gegen fettige Haut bzw. unreine Haut.
Wechseljahre: Salbeitee lindert starkes Schwitzen
Salbei hilft auch gegen Hitzewallungen und bei starkem Schwitzen. Dies ist besonders in Lebensphasen mit großen Hormonunstellungen sehr nützlich: Sowohl in der Pubertät als auch in den Wechseljahren. Durch seine Wirksamkeit auf das Temperaturzentrum im Gehirn als auch auf die Schweißdrüsen hemmt der Salbei gleich an zwei Stellen die Schweißproduktion.
Zudem enthält Salbei Triterpene und Steroide. Beide Stoffe entfalten eine östrogenartige Wirkung und balancieren dadurch den weiblichen Hormonhaushalt aus.
Mütter trinken Salbeitee erst zum Abstillen
Fenchel regt die Milchproduktion an, Salbei bremst sie. Hebammen wissen das meist, viele Frauen jedoch nicht.
Junge Mütter, die weiterstillen möchten, sollten auf Salbei verzichten, da die Produktion von Muttermilch gebremst wird. Natürlcih kann man sich das aber auch zu Nutze machen: Man kann gezielt Abstillen. Wirkstoffe in den Blättern des Salbei's helfen, einen Milchstau zu verhindern.
Salbei-Wein bei Verdauungsschwierigkeiten
Stellen Sie einen Salbei-Wein aus einer Flasche Rotwein und ca. 30 g Salbei her - Salbei in den Wein geben, kurz erhitzen, dann abkühlen lassen, absieben und in eine Flasche abfüllen. Täglich ein Schnapsglas davon trinken.
Salbei als Badezusatz gegen Schweißfüße
Nehmen Sie dazu ungefähr 6 Teelöffel Salbei auf einem halben Liter Wasser 1/2 Liter abgekochtem Wasser, aufkochen und ca. 5 Minuten ziehen lassen, dann abkühlen lassen und die Füße damit waschen bzw. einem Fußbad beigeben.
Ein frisches Salbeiblatt ersetzt übrigens nicht nur die Zahncreme, sonders auch gleich noch das Mundwasser.
Man nennt den Salbei wegen seiner Inhaltsstoffe auch das "Probiotikum der Mundhöhle".
Nichts ist besser geeignet für Mund, Hals, Nase und Rachen als wenn man ab und an ein Salbeiblatt kaut.
Der Salbei hilft gegen alles, was Mundgeruch verursacht, er beruhigt das Zahnfleisch, er hilft bei Halsschmerzen. Zudem beugt er Ansteckungen vor, da seine Inhaltsstoffe eindringende Keime bereits im Mund vernichtet.
Salbeibad bringt Kreislauf in Schwung
Ihr Kreislauf ist im Keller, Sie haben keine Energieschub mehr? Dann bietet ein Salbeibad Entspannung und mobilisiert gleichzeitig müde Lebensgeister. Für das Bad brauchen Sie drei Esslöffel getrockneten Salbei und drei Esslöffel getrockneten schwarzen Tee. Vermischen Sie beides und übergießen Sie es mit einem Liter kochendem Wasser. Eine gute halbe Stunde ziehen lassen. Danach absieben, den Tee in das Badewasser geben und dann baden.
Tipp für stillende Mütter:
Salbei hilft beim Abstillen. Die Milchsekretion wird durch Salbei reduziert.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!
Frauenkräuter - Salbei hilft beim Abstillen und hemmt den Schweiß
Die im Salbei enthaltenen ätherischen Öle haben eine antibakterielle und virenhemmende Wirkung, Frauen können den Salbei daher als desinfizierendes Mittel bei Scheideninfektionen anwenden, zum Beispiel in einem Sitzbader.
Zudem hilft der Salbei beim Abstillen, die Blätter des Salbeis haben eine die Michbildung hemmende Wirkung wirken zudem so genannten Milchknoten vor.
Salbei hemmt den Schweiß, was besonders in den Wechseljahren hilfreich sein kann, wenn es zu unkontrollierten Schweißausbrüchen kommt. Übrigens sollte man dann den Tee auch nicht so heiß trinken, da heißer Tee ja zusätzlich den Schweiß treibt.
Hildegard von Bingen über den Salbei
"Der Salbei ist von warmer und trockener Natur, und er wächst mehr infolge der Sonnenwärme als infolge der Feuchtigkeit der Erde. Und er ist nützlich gegen die kranken Säfte, weil er trocken ist. Denn roh und gekocht ist er gut für jenen zu essen, den schädliche Säfte plagen, weil er diese unterdrückt. Nimm aber Salbei und pulverisiere ihn, und iss dieses Pulver mit Brot, und es vermindert den Überfluss der schlechten Säfte in dir.
Und wer von irgendeiner schmutzigen Sache Gestank erleidet, der stecke Salbei in die Nase, und es nützt ihm.
Aber wenn jemand Überfluss an Schleim hat oder wenn jemand stinkenden Atem hat, dann koche er Salbei in Wein, und dann seihe er es durch ein Tuch, und so trinke er oft, und die schlechten Säfte und der Schleim in ihm werden vermindert.
Wenn nun jener, der diese Krankheiten hat, etwas an Gicht leidet, dann koche er Salbei in Wasser und trinke, und die Säfte und der Schleim wird ihm vermindert. Wenn eine Speise, die einen nassen Saft hat, dem Menschen im Kopfe Schmerzen bereitet, dann nehme er Salbei und Majoran und Fenchel in gleichem Gewicht und mehr Andorn als das Gewicht von diesen, und dem zu Saft Zerstoßenen gebe er genügend Butter bei. Oder wenn er diese nicht hat, füge er Fett bei und mache daraus eine Salbe und salbe den Kopf, und es wird ihm besser gehen. Wenn aber ein übler Rauch vom Magen sich in die Eingeweide des Menschen erstreckt und ihm dort Schmerzen bereitet, dann nehme er Salbei und fünfmal soviel Zaunrübe als Salbei und zehnmal soviel Raute als Salbei. Und diese Kräuter koche er in einem neuen Topf mit Wasser bis zum ersten heißen Aufsieden. Und nachdem er dann das Wasser ausgedrückt hat, lege er diese so gekochten und warmen Kräuter auf die Stelle, wo es schmerzt. Und er binde ein Tuch darüber. Wenn jemand den Urin wegen der Kälte des Magens nicht halten kann, dann koche er Salbei in Wasser und seihe es durch ein Tuch, und er trinke es oft warm, und er wird geheilt werden.
Wenn aber üble und verdichtete Säfte im Menschen überhand nehmen und ihn für einige Zeit Blut speien und erbrechen lassen, dann möge dieser Mensch einstweilen keine Heilmittel einnehmen, damit nicht das Blut, durch das Heilmittel aufgeschreckt, ihn inwendig geschwürig macht und mehr als gewöhnlich ausfließt. Aber nachdem das Bluten etwas aufgehört hat, koche er Salbei in lindem und leichtem Wein, der etwas mit Wasser vermischt ist, nach Beigabe von etwas Olivenöl oder Butter, und nach dem Kochen seihe er es durch ein Tuch und trinke mäßig, nicht nüchtern, sondern nach dem Essen, und es stärkt ihn und heilt ihn innerlich."
Salbei im Garten
Der Salbei liebt die Sonne und die Wärme, seine Heimat ist deshalb natürlich eher das Mittelmeergebiet als der kältere Norden. Allerdings gibt es inzwischen auch kultivierte Sorten, die bei uns wachsen können. Und tatsächlich haben inzwischen viele Menschen Salbei im Garten oder auf der Fensterbank, um ihn als Gewürz für ihr Essen zu verwenden.
Wenn man Salbei selbst anbauen möchte, kann man im März, sobald es nicht mehr friert, die Aussaat beginnen.
Salbei in der Küche
Salbei ist natürlich nicht nur ein Naturheilmittel, natürlich ist er auch ein wohlschmeckendes Gewürz für Speisen. Man nimmt ihn besonders für Fleisch, Geflügel, Fisch, für Pasteten, auch für Salate oder Saucen. Und auch in verschiedenen Kräuteressigsorten ist Salbei enthalten.
Salbei kann auch gut getrocknet verwendet werden, da sich dadurch sein Aroma nicht verliert.
Der Salbei eignet sich besonders zum Würzen von Fisch und kräftigen Fleischgerichten, auch für Essiggurken und in Suppen kann er verwendet werden.
Da der Salbei ein starkes Eigenaroma besitzt, sollte er sparsam verwendet werden.
Den Salbei bitte nicht mit braten, da er sonst sein Aroma verliert, besser erst zum Schluß in die Pfanne geben.
Man verwendet überwiegend junge zarte Blätter, denn je älter die Blätter sind, desto bitterer schmecken sie.
Noch ein Tipp: Salbeiblätter als Beilage zu einem Gericht: Blätter kurz(!) in Olivenöl anbraten (aber bitte nicht totbraten...) und knabbern.
Übrigens harmoniert der Salbei als Gewürz sehr gut mit schwarzem Pfeffer und Knoblauch. Probieren Sie es aus!
Das im Salbei enthaltene ätherische Öl Thujon kann bei Überdosierung zu Vergiftungen führen.
In der Stillzeit sollte man auf Salbei verzichten, da Salbei den Milchfluß hemmt. Salbei regt die Kontraktion der Gebärmutter an, was zu einem Schwangerschaftsabbruch führen kann.
Bei Dauergebrauch von Salbeitee kann es zu Darmstörungen kommen.
Ätherisches Salbeiöl kann bei dafür empfindlichen Menschen zu epileptischen Anfällen führen!
Salbei kann hochkonzentriert zu starkem Herzklopfen führen, zu Krämpfen, zu Schwindel und zu Übelkeit.
Es wird empfohlen, nicht mehr als 15 Gramm Salbeiblätter pro Tag zu verwenden, die man dann zu sich nimmt.
Vorsicht ist auch bei Tinkturen geboten, in denen oft eine ungewisse Konzentration von Salbei vorhanden ist.
Deshalb nur sparsam dosieren.