Der Lavendel gehört zur Familie der Lippenblütler. Er wird bis zu 60 cm hoch. Die Blütezeit ist im Juli und im August. Dabei haben die Blüten eine unterschiedliche Färbung, von zart violett bis blauviolett. Kraut und Blüten werden zu dieser Zeit gesammelt und getrocknet. Man muss beim Ernten darauf achten, dass trockenes und warmes Wetter herrscht. Danach muss Lavendel an gut durchlüfteten Stellen im Schatten trocknen. Blüten und Kraut werden nach dem Trocknen getrennt und gesondert verwendet.
Ursprünglich kommt der Lavendel aus dem Mittelmeerraum. Inzwischen findet man die Pflanze jedoch heutzutage auf allen Kontinenten. Sie wird überwiegend wegen der in ihr enthaltenen ätherischen Ölen angebaut. Der Lavendel wächst am besten auf trockenen, sonnigen Hängen, an Felsen oder an den Mauern von Weinbergen.
Innerliche Verwendung findet der Lavendel als Tee. Äußerlich benutzt man Lavendelöl, das hautreizend und durchblutungsfördernd wirkt.
Bei Menschen, die unter hohem Blutdruck aufgrund von Stress leiden, kann Lavendel wunderbar helfen. Bereiten Sie dazu einen Tee aus zwei Teelöffeln Lavendelblüten, übergießen Sie das mit einer Tasse kochendem Wasser, lassen Sie dies 10 Minuten ziehen, dann absieben und dreimal am Tage trinken.
In der Naturheilkunde wird der Lavendel oft beruhigenden Teemischungen beigesetzt. Er hat eine beruhigende Wirkung bei Unruhezuständen, Einschlafstörungen und hilft bei Oberbauchbeschwerden.
Lavendelbäder erfrischen und entspannen, Lavendelspiritus setzte man früher gegen Rheuma ein.
Im Mittelalter verwendete man den Lavendel gegen die Pest.
Hildegard von Bingen empfahl "Lavendelwein" gegen Lungenbeschwerden:
"Wer Lavendel mit Wein oder, wenn er keinen Wein hat, mit Honig und Wasser kocht und oft lauwarm trinkt, der mildert den Schmerz in der Leber und in der Lunge und die Dämpfigkeit seiner Brust".
Reibt man einen Brief mit Lavendelblüten ein, so sollen alle Wünsche, die darin geschrieben sind, in Erfüllung gehen.
Parfümiert man seine Wäsche mit Lavendel, so sollen widerborstige Männer gefügig werden.
Der Name kommt vom lateinischen Wort "lavare", das übersetzt so viel wie waschen bedeutet heißt. Man verwendete den Lavendel als Bedezusatz oder zum Waschen.
Als Badezusatz gegen
Gicht
Ischias
Rheuma
Nervenschmerzen
Verwendete Pflanzenteile
Verwendet werden die Blüten
Inhaltsstoffe
Ätherisches Öl Gerbstoff Glykosid Saponin
Lavendel
Sammelzeit
Gesammelt wird im Juli und August
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Lavendel
Tee
1 Teelöffel Lavendelblüten auf 250 ml Wasser.
Wasser zum Kochen bringen und über die Lavendelblüten gießen.
Auf Trinktemperatur abkühlen lassen und absieben. Langsam und schluckweise trinken.
Gegen Schuppenflechte
Lavendelöl mit Mandelöl vermischen und die betreffenden Hautpartien damit einreiben.
Lavendel
Inhalation
10g Lavendelblüten in einem Topf mit einem Liter kaltem Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Vom Herd nehmen und 10 Minuten ziehen lassen. Einige Male täglich inhalieren.
Lavendelöl hilft im Notfall bei Verbrennungen und Wunden, stillt Schmerz und Blutungen.
Beruhigungsbad mit Lavendel
Brühen Sie einen Liter Wasser und eine gute Hand voll Lavendelblüten auf und lassen Sie das Ganze für etwa 15 Minuten ziehen. Danach absieben und dem Badewasser zugeben.
Beruhigungs-Tee
Geben Sie auf 2 Teelöffel Lavendel-Blüten eine Tasse kochendes Wasser und lassen Sie dies für ca. 5 Minuten abgedeckt ziehen. Davon jeden Abend eine bis zwei Tassen, das beruhigt für die Nacht, so daß man gut in den Schlaf findet.
Lavendel
Badezusatz bei Gliederschmerzen und eine wohltuende Wirkung auf die Nerven
Aufguss von 250 bis 1000 g Lavendel in 1 bis 4 Liter Wasser auf ein Vollbad
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!